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Uyuni | Bolivien | Sonntag - 26.01.2025 - 02:54 - GOOGLE MAPS 
40 Salat de Uyuni - 4 Tage BolivienUnsere Tour durch die Salar de Uyuni in Bolivien startete von San Pedro de Atacama in Chile. Vier Tage kurvten wir mit unseren chilenischen Mitreisenden im Geländewagen durch Altiplano (ist eine abflusslose Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien) und Wüste in Höhen von 3.500 bis 5.000 Metern. Dabei erlebte wir eine der unwirklichsten und einzigartigsten Landschaften, welche uns außerordentlich fasziniert hat.
Die bis zum Horizont reichende Salzebene, welche weiß wie Schnee ist, blendet unsere Augen. Jegliche Dimension verschwindet. Am Rande der Salzebene Salar de Uyuni durchqueren wir Sand und Steinflächen der Wüste. Gespickt mit bizarren Felsen, bunten Lagunen voller Flamingos und dampfenden Geysiren. Wir baden in heißen Quellen und haben empfindlich kalten Nächten. Posieren für lustige Fotos und versinken still in Andacht an dieses einmalige Wunder der Natur.


Tag 1: Die Reise durch die Salar de Uyuni startet
Früh am Morgen ( gegen 7 Uhr) stehen wir in der Schlange an der Grenze hinter San Pedro de Atacama in Chile. Eine Reihe von Minibussen davor, die Reisende an den Gästehäusern eingesammelt haben. Alle brechen zum unvergesslichen Abenteuer in der Salar de Uyuni in Bolivien auf. Wir hatten die morgendliche Kälte auf 4500m unterschätzt, so dass wir uns- erstmalig auf unserer Reise-, schnell sehr warme Sachen anzogen. Die Ausreise aus Chile war reine Formsache. Der Ausreisestempel im Pass ist noch nicht ganz trocken, da heißt es wieder einsteigen. Wir fahren eine Weile durchsI „Niemandsland“ und reihen uns erneut ein. Diesmal zur Einreise nach Bolivien.
Hinter der Grenze steigen wir in Geländewagen um. Unsere Gruppe besteht ausschließlich aus tempramentvollen, netten, jungend chilenischen Mädels , welche erstmalig ihr eigenes Land verlassen und mächtig aufgeregt sind.
Wir werden auf zwei Geländewagen aufgeteilt und das Gepäck wird auf dem Dach in einer Plane verstaut.
Unser Fahrer, Bolivianer, spricht kein Englisch - aber zum Glück hatten wir ja unsere Chicas, welche uns die wichtigsten Dinge übersetzten.
Der Jeep rüttelt mächtig über die staubigen Pisten und langsam verteilen sich die mit uns gemeinsam gestarteten Wagen in der weiten Ebene. Der aufgewirbelte Staub gelangt in alle Ritzen und ist sehr unangenehm in der Nase. Wir versuchen uns mit Tüchern zu schützen, was nur sehr spärlich gelingt.
An zahlreichen Stopps vertreten wir uns die Beine. Die Lagune Blanca glänzt weiß im Sonnenlicht. Etwas weiter schimmert die Laguna Verde in türkis-blau. Malerisch umrahmen hohe Vulkane die bunten Farbkleckse, getönt von Mineralien im Wasser. Ab und an kreuzen Herden von Vincunas unseren Weg. Jedesmal fragen wir uns, was die Tiere eigentlich in dieser lebensfeindlichen, trocknenden und pflanzenlosen Landschaft fressen? Gleich am ersten Tag schrauben wir uns bis auf 5.000 Meter hoch. Leider stellen sich auch die Begleiterscheinungen in Form von Kopfschmerzen ein. Als Flachlandtiroler ist man diese dünne Luft nicht gewöhnt.
Wir düsen über Stein- und Sandebenen, wobei es keine Hinweis- oder Richtungsschild gibt. Der Fahrer folgt ausschließlich den Spuren im Sand.
In der Salvador-Dali-Wüste scheinen wir in ein riesiges Gemälde einzutauchen.
Felsen in grotesken Formen verteilen sich im Sand. Darüber sind in den blauen Himmel malerisch weiße Wolken gekleckst. Wir speichern uns den einzigartigen Anblick im Kopf ab.
Am nächsten Halt zieht uns weißer Qualm in die Nase. Es stinkt nach Schwefel. Die bunte Erde dampft. Graue Schlammtöpfe brodeln und glucksen rund um den Geysir Sol de Manana. Wir werden von Dampf umhüllt und in der nächsten Sekunde bläst der Wind die stinkenden heißen Wolken weg. Die kochenden Erdlöcher haben unterschiedliche Farben und wir bestaunen das etwa zwei Quadratkilometer großes Geothermalgebiet. Unfassbar wie aktive die Erde hier ist. Geysire die eigentlich keine sind, wie wir später erfahren, denn unter dem Sol de Mañana-Geysirfeld brodelt Magma. Achtung: hier gibt es keine Absperrungen und so läuft man direkt zwischen den brodelnden Löchern und schwefelhaltigen Rauchschwaden hindurch - crazy!!!

Ein Stück weiter geht’s zum Wellness mitten in Boliviens Wüste. In dem wohl temperierten Termas de Polques geht Kerstin, gemeinsam mit den Reisenden aus zahlreichen andren Jeeps baden.
Das Vorhandensein dieser heißen Quellen inmitten der eisigen Trockenwüste der Puna ist das Ergebnis der geothermischen und vulkanischen Aktivität der Region. Die Polques-Thermen befinden sich 4394 m über dem Meeresseert am Fuße des Vulkans Polques und haben eine durchschnittliche Wassertemperatur von 29 °C.
Unser Highlight des Tages, wenn wir bei den Superlativen des Gesehenden noch etwas toppen können, war die Laguna Colorada.
Die Laguna ist ein flacher (durchschnittlich 0,35 m und am tiefsten Punkt 1,5 m tief), 60 km² großer See auf einer Höhe von 4278 m über dem Meer.
Der See hat seinen Namen aufgrund seiner auffälligen roten Färbung, die von der vorherrschenden Algenart und vom hohen Mineralstoffgehalt seines Wassers hervorgerufen wird. Weiß heben sich die Küste und Sandbänke davon ab.
Der See ist für seine großen Bestände von Flamingos der drei Arten Chileflamingo, Andenflamingo und Jamesflamingo bekannt. Hunderte Flamingos stolzieren durch das seichte Wasser und spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Als Sahnehäubchen spazierten noch Lamas, Alpakas und Vikonyas am Uferrand entlang.
Bei den zahlreichen traumhaften Motiven bleibt mein Fotofinger keine Sekunde still. Wir waren begeistert, fassungslos und gerühert von diesem schönen Anblick.
Da die Laguna Colorada sehr abgelegen ist, kann man sie nur über Jeep-Toure erreichen. Was für ein toller Tagesabschluss. Unsere Übernachtung in Villermar war einfach, es roch überall nach Staub, aber der Herbergsvater kredenzte uns noch ein drei Gängemenü am späten Abend. Müde und erschöpft sind wir schnell eingeschlafen.

Tag 2 in der Salar de Uyuni über das Altiplano
Am Morgen ist es noch immer empfindlich kalt. Dünne Schichten Eis überziehen die Ränder der Lagunen und kleinen Bäche. Erst später wird die Sonne wieder unerbittlich brennen. Den Vormittag düsen wir stundenlang über die Pisten der Wüste. Der Wind pfeift uns um die Ohren und wirbelt durchs offene Fenster den feinen Sand hinein. Doch schließen wir die Fenster, staut sich eine unerträgliche Hitze an.
Mitten im einsamen bolivianischen Hochland liegen mehrere Täler, voll mit bizarren erodierten Felsformationen, welche bis zu 30 Meter hoch sind. Sie sind bekannt als das Valle de las Rocas.
Die Steinformationen sind aus vulkanischem Tuff und stammen von einstigen Vulkanausbrüchen. Durch Wind und Erosion wurden die Felsen zu interessanten Gebilden geformt. Der Fantasie beim Figurenraten ist hier keine Grenze gesetzt. Mal sehen wir ein Kamel, eine gebrochenes Herz oder die Siegestrophäe der Fußball-Weltmeisterschaften. Unsere Wahrnehmung kann aber auch aufgrund der dünnen Höhenluft getrübt sein. Selten haben wir solch kuriose Felsen gesehen. Kaum zu glauben, dass wir uns auf der weiten Ebene ständig über 4.000 Metern bewegen. Am Rand erheben sich die Vulkane zur Grenze nach Chile in noch größere Höhen.Allmählich kommen wir in tiefere Gegenden - unter 4000 Meter. Grün kehrt in die Landschaft zurück.
Auf den Wiesen grasen Lamas. Dazwischen ab und an ein Hof.
Irgendwann queren wir eine Eisenbahnlinie in eine kleine Gemeinde aus sehr einfachen Häusern. Die Bahnschienen wirken so unwirklich in der abgeschiedenen Gegend. Wir erfahren, dass tatsächlich hier täglich ein Zug durch die Hochebene tuckert. Wir machen hier ein Stop - zum Bier trinken. In den umliegenden Bergen hat sich ein Gewitter zusammengebraut. Minütlich sehen wir die Blitze. Wir bestaunen aus sicherer Entfernung das Wetterschauspiel bis es plötzlich auch bei uns anfängt zu regnen. Schnell springen alle in den Jeep und wir rasen dem Gewitter davon.
Next Stop ist ein Berg mit Blick zur Salar, welcher voll mit riesigen Kakteen ist. Bis zu 8m hohe Pflanzen stehen dort. Nach ein paar Fotos - fühle mich langsam wie bei einer Chinesischen Reisetruppe - raus aus den Jepp - Fahrer sagt noch schnell max 15min, schnell Fotos machen und dann wieder rein in die Karre, denn es geht weiter zum nächsten unglaublichen Fotostop. Wir fahren weiter und unserer Fahrer fragt uns, ob wir in der Salar de Uyuni den Sonnenuntergang sehen wollen…..alle sagen schnell si, si….obwohl wir am Ende des zweiten Tages alle platt und erschöpft sind. Wir fahren auf einem keinen Damm. Rechts und Links sehen wir kilometerweit nur eine weiße Ebene. Die untergehende Sonne taucht den Himmel in spektakuläre Farben. Dank der Spiegelung durch den 5cm hohen Wasserfilm auf der Salzebene, wirkt der Sonnenuntergang zweidimensional und unglaublich schön. Hier verschwimmen die Grenzen wahrhaftig. Wir machen viele viele Bilde und können uns an diesem Schauspiel nicht satt sehen. Unsere Müdigkeit ist plötzlich weg und wir stehen mit offenem Mund und aufgerissenen Augen da. Was für eine tolle Landschaft und für ein einmaliges Naturschauspiel. Nachdem die Sonne untergegangen war, führen wir noch ca. 1h bis zur Unterkunft.
Wir übernachten in einem Salzhotel. Einiges ist aus Salz: die Wände aus Salzmauern, die Stühle, Tische und Betten bestehen aus Salzquadern in unseren Zimmer. 
Nach der einfachen Unterkunft von gestern bietet das Salzhotel mit warmer Dusche wahren Luxus. Herrlich erfrischend nach dem staubig-heißen Tag. Wir haben die Wahl, morgen früh aufstehen und zum Sonnenaufgang in der Salzwüste sein, oder ausschlafen… Unser Auto ist sich schnell einig – den Sonnenaufgang in der Salar de Uyuni Boliviens lassen wir uns nicht entgehen.

Tag 3: Blendendes Weiß in der Salar de Uyuni Boliviens
Um vier Uhr in der Früh sitzen alle im Jeep, das Gepäck wieder auf dem Dach verstaut. Im Dunkeln jagen die Geländewagen über die Pisten aus Schotter. Ein Rennen gegen die Zeit. Der Himmel wird unaufhaltsam heller.
Pünktlich zum Sonnenaufgang kommen wir auf der weißen Salzkruste zum Stehen. Magisch überzieht ein goldener Schimmer den Horizont. Ein Anblick, der jedes frühe Aufstehen belohnt.
Die goldgelben Strahlen erleuchten nach und nach die Salzwüste Salar de Uyuni. Bis mit zunehmendem Licht das unendliche Weiß weit in den Horizont hinein kriecht.
Wieder werden viel Fotos gemacht und wir bestaunen erneut das Schauspiel. Die Oberfläche gleicht einem riesigen Spiegel mit faszinierenden Wolkenreflektionen.
Nach dem vollständigen Sonnenaufgang fahren alle Jeep und das sind einige - über die Salzebene zum nächsten Stop. Wir haben den Eindruck, dass alle Fahrer plötzlich ihr Rennfahrergen entdeckt haben. Mit 120km rast unser Fahrer den anderen Jeeps hinterher. Wir fahren über die abertausend fünfeckigen weißen Salzwaben. Diese bilden sich nach dem Verdunsten des Wasser.

Wir sehen ein komplett anderes Bild als die Salzebenen bei Atacama in Chile.
Das Salz in der Salar de Uyuni reicht mehrere Meter tief und zieht sich unendlich bis an den weiten Horizont. Treffend nennen Bolivianos die Salar de Uyuni auch „Weißes Meer“. Sie ist die größte Salzwüste der Welt. Die weite Höhenebene auf 3.600 Metern umfasst 10.500 Quadratkilometer. Vor Millionen von Jahren trocknete ein hier liegender See aus und ließ das Salz zurück. Es ist bis zu 100 Meter dick!!! Etwa 25.000 Tonnen Salz wird in der Salar de Uyuni heute jährlich abgebaut - unglaublich.
Hauptursache für den Abbau ist jedoch nicht nur die Verarbeitung zu Bade- und Speisesalz für Touristen, sondern die Tatsache, dass die Salar de Uyuni das weltgrößte Lithiumvorkommen aufweist. Rund 5,4 Millionen Tonnen des wertvollen Rohstoffs befinden sich im bolivianischen Salzsee und da Lithium zur Herstellung von Batterien für Elektroautos und Smartphones benötigt wird, steigt der Bedarf jährlich an. Die großen Abbaugebiete bekommt man bei einer Tagestour auf der Salar de Uyuni allerdings nicht zu sehen.

Das Jeep - Rennen endet an der Isla Incahuasi – eine Insel mit Riesenkateen mitten in der Salzwüste. Wie ein kleiner Berg erhebt sie sich aus der weißen Ebene. Kakteen, zwei bis drei Meter oder noch höher, sprenkeln die Insel. Wir gehen auf Entdeckungstour. Vom höchsten Punkt auf etwa 100 Metern über dem Salzmeer lassen wir den Blick schweifen. Salzwüste soweit das Auge reicht – 160 km Länge und 135 km breite weiße Weite umgeben uns. Was für eine Augenblick, was für ein Erlebnis, was für eine unglaublich Landschaft - auch wenn ich mich hier mehrfach wiederhole - aber es war einzigartig.
Bevor wir die Salar de Uyuni verlassen, bleibt genügend Zeit für weitere Fotos. In der endlosen Ebene geht jedes Gefühl für Perspektive verloren. Das Fotografieren macht so viel Spaß. Wir lassen uns auch als Gruppe mit einer Choreo von den Fahrern, welche uns mit einem Jeep umkreisten filmen.

Wir fahren an den Rand der Salar zum Playa Blanca Salt Hotel. Das vollständig aus Salz erbaute einstöckige Gebäude beherbergt heute keine Übernachtungsgäste mehr, ist aber immer noch für Besucher zugänglich. Im Innenraum findet man Tische und Bänke aus Salzquadern, eine große Standuhr sowie verschiedene Skulpturen.
Das eigentliche Highlight am Playa Blanca Salt Hotel ist jedoch die Plaza de las Banderas direkt vor dem Hotel. Hier haben Reisende aus aller Welt die Flaggen ihrer Länder hinterlassen und die vielen Farben bieten einen tollen und sehr fototauglichen Kontrast zum endlosen Weiß der Umgebung.
Außerdem befindet sich direkt neben dem Playa Blanca Salt Hotel ein rund fünf Meter hohes aus Salz erbautes Dakar Monument. Die Dakar Rallye führte 2014 und 2018 durch Bolivien und im Zuge dessen wurde die riesige Skulptur errichtet.

Nun verlassen wir die Salzwüste und fahren weiter nach Colchani, einem kleinen Ort am Ostufer des Salar de Uyuni. Der Ort ist ein Zentrum der Salzgewinnung und auch einer der Zufahrtsorte auf den Salar de Uyuni. Wir besuchen einen quirligen Markt, wo Touristen und Einheimische Kleidung, Lebensmittel und Souvenir Artikel kauften. Ich war mehr an den Einheimischen interressiert, denn die Bolivianerinnen haben eine besondere Ausstrahlung. Dunkle Melone, geflochtene Zöpfe, bunte Röcke: Die indigenen Frauen mit ihren auffälligen Outfits sind ein starkes Symbol Boliviens.
Auf dem Markt tragen viele Frauen geschichtete Röcken und bunte Tüchern oder Decken um die Schultern. Auf dem Kopf ein kleiner Bowler-Hut, unter dem lange Zöpfe hervorgucken. Die Gesichter sind vom Leben und vor der extremen Witterung gezeichnet. Was für schöne Anblicke. Leider war das Fotografieren nicht so einfach und oft nicht gewollt.
Nachdem auch unsere letztes chilenisches Gruppenmitglied Ihren Kaufrausch befriedigt hatte, sind wir Richtung Uyuni - Stadt weitergefahren.
Erstmalig fahren wir mit unseren Jeeps über eine asphaltierte Straße. Keine Ruckeln, kein aufgewirbelter Staub, keine Schlaglöcher, keine Spurrillen aber auch leider keine Sprit mehr im Tank und die Kanister auf dem Dach waren auch schon leer. Nach ca. 30min Wartezeit, kam unser zweiter Jeep mit einem vollen Kanister zurück und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.
In der Nähe von Uyuni ist unser letzter Stopp der Eisenbahnfriedhof Cementerio de Trenes. Er zeugt von der Zeit, als von hier noch Salz, Kupfer und Gold mit der Bahn abtransportiert wurde. Heute sind die meisten Minen geschlossen. Viele Eisenbahnlinien verenden. Ausrangierte Züge rosten vor sich hin bis der Zahn der Zeit sie endgültig zernagt.
Endstation für unseren Fahrer ist die Provinzstadt Uyuni. Sie ist zentraler Ausgangspunkt für Reisende auf dem Weg in die Salzwüste von bolivianischer Seite aus. Die etwa 12.000 Einwohner leben vom Tourismus. Oder vom Abbau von Salz.
Für uns geht es mit neuem Fahrer zurück zum ersten Übernachtungsort in Villamar. In den Bergen werden wir von starken Hagel- und Schneeschauern überrascht. Im Nu ist die Strasse voll mit Schnee und es geht nur im Schneckentempo weiter. Die Mädels sind nach mehreren Blitzeinschlägen um uns herum alle ganz still (erstmalig).

4. Tag: Durch die Salar de Uyuni zurück nach San Pedro de Atacama
Die letzte Nacht in Villamar teilt die lange Rückfahrt. Ein reiner Transfer. Ohne große Stopps rasen wir über die Pisten. Vorbei an der Minensiedlung San Christobal, den Lagunen und heißen Quellen.
An uns ziehen wundervolle, beeindruckende Landschaft vorbei. Wie gerne würde wir wieder raus und die einzigartige Natur hautnah erleben. Aber der straffe Zeitplan bis zur Bolivischen Grenze muss vom Fahrer eingehalten werden. Dort angekommen werden die Autos so gut es geht vom Staub befreit, während wir an der Grenze die Ausreiseformalität erledigen. Kurzer Abschied vom Fahrer und dann mit dem Bus übers Niemandsland zum chilenischen Einreisegebäude.
Der Grenzübertritt nach Chile dauert aus bürokratischen Gründen sehr lange. Geduldig warten wir und befolgen genauesten die Anweisungen der Grenzer.
Gegen Mittag werden wir wieder am Gästehaus, von dem wir vor vier Tagen aufgebrochen sind abgesetzt.
Staubig, kaputt, müde aber auch beseelt über das Erlebte, entspannen wir noch 1,5 Tage in dem Hostel.
Wir fliegen am 26.01 zurück nach Santiago de Chile. Dort bleiben wir bis zum 28.01 und machen bei 33 Grad noch ein paar kleine Besichtigungstouren. Nach dem staubigen Tagen in der Wüste, war auch mal wieder Wäsche waschen angesagt, bevor wir in den Süden Chiles fliegen.
Patagonien heißt unser nächstes Abenteuer.

Unser Fazit zur Tour durch die Salar de Uyuni:
Ein fantastisches Erlebnis und definitiv eines unserer Reisehighlights!
Die Jeep Tour durch den Salar de Uyuni ist für uns eine unvergessliche Reise in eine der weltweit außergewöhnlichsten Landschaften. Die Mischung aus Surrealität, Schönheit und Abenteuer macht dies zu einer Erfahrung, die wir für immer in Erinnerung behalten.

Vg…..die Bornis

P.S. Beim hochladen der Bilder konnte ich mich nicht entscheiden, so dass ich hier unsere Eindrücke der ersten 1,5 Tage eingestellt habe. Hunderte von Bilder können gerne bei einem gemütlichen Fotoabend gezeigt werden. Die restlichen Tage werde ich im Eintrag 41 unterbringen. Auch dort fällt die Auswahl sehr schwer. 😳
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San Pedro de Atacama | Chile | Samstag - 25.01.2025 - 23:44 - GOOGLE MAPS 
39 San Pedro de Atacama - wir erleben die WüsteNachdem wir gut in Calama gelandet sind, ging es am „Dorf“ Airport recht schnell.
In der Ausgangshalle warteten etliche Taxifahrer und Mitarbeiter von Transportunternehmen. Jeder bot lautstark einen Transfer nach San Pedro an. Zum Glück hatten wir vorab den Shuttle gebucht, so dass wir uns dem Kampf um Fahrgäste entziehen konnten. Auf der gesamten Strecke zwischen Calama und San Pedro (101 km) ist weit und breit kein Leben in Sicht. Hin und wieder begegneten wir einem Auto, Touristenbus oder Truck. Am Strassenrand waren in unregelmässigen Abständen Kreuze aufgestellt worden, wahrscheinlich wegen eines tödlichen Unfalls. Schätzungsweise waren die geraden Straßen, die zu Unkonzentriertheit und die wenigen Fahrzeuge Ursache für die vielen Kreuze.
Wir konnten die Weite und die Aussicht auf Berge und Vulkane während der Fahrt entspannt genießen und waren bereits jetzt schon sehr beeindruckend.
An unserem Hostel Belen wurden wir abgesetzt und sofort spürte man die Wüste. Hitze, Staub und kein einziges Fleckchen Schatten.

San Pedro de Atacama befindet sich innerhalb der Atacama-Wüste auf einer Höhe von ca. 2450m, in einer der trockensten und einsamsten Landschaften der Erde. Über eine Fläche von 23.438 km², in zahlreichen kleinen Siedlungen verstreut, gibt es lediglich 10.996 Einwohner. San Pedro ist das Mekka der Wüstentouristen und Teilzeitabenteurer und ist eigentlich eine Kommune aus verschiedenen Siedlungen und einer Oase. Mächtig wachen die Vulkane Licancabur und Láscar über die Stadt. Letzterer ist immer noch aktiv und macht immer wieder mit kleineren Eruptionen und Aschewolken auf sich aufmerksam. Wir werden hier einige Tage verbringen und uns ersteinmal an die Höhe und das Wetter gewöhnen.
Es gibt rund um San Pedro de Atacama viele landschaftliche Highlights, welche wir mit Halbtagestouren erkunden wollen. Neben der kargen Salzwüste, lockt die Region mit türkisfarbenen Lagunen, schneebedeckten Vulkanen, dampfenden Geysiren und zerklüfteten Tälern. Wir hatten vorab über unser Hostel ein paar Touren gebucht, so dass die kommende Woche - inkl.der Salar de Uyuni Tour geplant, organisiert und bezahlt war. Also dieses mal nichts Individuelles und nichts auf eigene Faust, sonder mit Reisebus (Sprinter Busse) und vielen anderen Touristen zu den Sehenswürdigkeiten. Auch eine neue Erfahrung für uns auf dieser Reise. Wir haben folgende Ausflüge in San Pedro de Atacama gemacht.

Das Mondtal (Valle de la Luna)
Das Valle de la Luna liegt etwa 20 Kilometer von San Pedro entfernt und ist ein Teil der Atacama-Wüste, der durch bizarre Felsformationen, Krater und Klippen geprägt ist. Vermutlich basiert sein Name auf der Tatsache, dass die karge Umgebung an die Mondoberfläche erinnert. Ein eindrucksvoller Ort. Mit dem richtigen Namen.
Braun, Ocker und Rottöne in den verschiedensten Abstufungen. Salz blitzt am Boden hindurch reflektiert von der Sonne. Der helle, rötliche Sand verweht hinter kuriosen Steinformationen. All dies hat die Natur hier in Jahrmillionen geformt, durch längst versiegte Wasser geschliffen und als Denkmal für die Menschheit hinterlassen. Dieses Denkmal mahnt: Seht her, wie schön unsere Erde ist und diese zu erhalten gilt.
Wir genießen (natürlich mit vielen anderen) den Sonnenuntergang am Rande der Schlucht. Das Panorama ist überwältigend. Im Vordergrund das Tal des Mondes, dann der grüne Oasenstreifen San Pedro und in letzter Reihe die mächtige Anden mit ihren Vulkanen. Wir speichere diesen Moment für immer in unseren Kopf.

Astronomy Tour Atacama
Wir wurden gegen 21:30 Uhr abgeholt und wurden zum Observatorium in der Atacama-Wüste gebracht. Dort erhalten wir Informationen über die spezifischen Bedingungen des Atacama-Wüstenhimmels, über Sternbilder und antike Mythen und die Himmelssphäre.
Zuerst haben wir den Himmel mit bloßen Augen beobachtet, um Objekte und Strukturen zu identifizieren. Danach hatten wir die Möglichkeit durch ein Teleskop, Weltraumobjekte wie Nebel und Sternhaufen zu beobachten. Wir konnten auch den Gasplaneten Jupiter durch das Teleskop bestaunen. Nachtaufnahmen mit der Milchstraße im Hintergrund rundeten den interessanten Ausflug ab.

Schlucht Quebrada del Diablo
Mit einem Mountainbike von unserer Unterkunft fahren wir in die ca. 6 km entfernte Schlucht. Am Anfang der Schlucht bezahlen wir den Eintritt und kaufen vorsichtshalber noch eine Flasche Wasser - was sich im Nachgang als eine sehr gute Entscheidung rausstellte. Wir fahren die Schotterpiste bis zum Ende (ca. 5 Km), wo wir eine abgelegen Kirche im Nirgendwo besichtigen. Danach ging es den gleichen Weg zurück, wo wir nach ca. 3km die breite Straße verliessen. Plötzlich fanden wir uns zwischen hohen Canyonwänden wieder. Der Weg wurde nun immer enger, dafür aber weniger steinig, so dass wir– obwohl es stetig leicht bergauf ging – deutlich besser vorankamen.
Kurve um Kurve folgten wir dem Weg durch die Schlucht, wobei wir die Fahrräder teilweise über kleine Felsspalten auf die nächste Ebene heben mussten.
Nach weiteren drei Kilometern erreichten wir dann schließlich das Ende der Schlucht, wo ein Fußweg hinauf zu einem Mirador führte.
Wir schlossen also die Fahrräder an und gingen zu Fuß weiter. Der Weg war zwar nicht sonderlich lang, aber ziemlich steil und aufgrund der Höhe, kamen wir mehr aus der Puste, als wir gedacht hatten.
Trotzdem dauerte der Aufstieg glücklicherweise nicht zu lange und oben angekommen wurden wir mit unglaublichen Ausblicken auf die Schlucht und das Tal in der einen Richtung und die Berge/ Vulkane, insbesondere den 5.920 Meter hohen Licancabur, in der anderen Richtung belohnt. Einfach nur schön!
Wir blieben für unsere Verhältnisse lange auf dem Gipfel und genossen die Aussicht und die Einsamkeit, hier oben waren wir nämlich die ganze Zeit die Einzigen.
Irgendwann machten wir uns dann aber doch an den Abstieg und wieder unter angekommen, war es Zeit den Heimweg nach San Pedro anzutreten.
Nachdem es auf dem Hinweg die ganze Zeit leicht bergauf gegangen war, brauchten wir uns nun glücklicherweise nicht besonders anstrengen und rasten zurück durch die enge Schlucht. Das war schon fast ein wenig abenteuerlich. Wir fühlten uns wie in einem Bikepark. Wieder an der Kreuzung angekommen, ging es auf der schlechten Schotterpiste zum Eingang zurück.Nach etwas über vier Stunden und 12 Kilometern und Staub in allen Ritzen gaben wir die Fahrräder wieder zurück. Wir hatten unser komplettes Wasser ausgetrunken und waren nach der Anstrengung ordentlich platt, aber auch glücklich über das Erlebte.

Lagunen Piedra und Cejar
Die Fahrt bis zu den beiden Lagunen dauerte von San Pedro de Atacama nur eine halbe Stunde. Wir folgten einem Holzbohlenweg und genossen von der Aussichtsplattform den Blick auf die beeindruckenden Vulkane der westlichen Kette des Anden Hochgebirges. Die Laguna Cejar besitzt einen Salzgehalt von mehr als 40% und wird daher auch als das Tote Meer von Chile bezeichnet. Allerdings ist das Baden in der Laguna Cejar nicht mehr erlaubt, sondern nur noch in der danebenliegenden Laguna Piedra (die übrigens auch einen Salzgehalt von über 40% besitzt). Ertrinken kann man hier nicht, auch tauchen ist kaum möglich und sollte man auch tunlichst lassen. Wir gehen ins kühle Nass, lasse uns ein wenig treiben und genießen den sensationellen Ausblick.
Nachdem wir das Wasser verlassen haben, können wir das Salz förmlich auf der Haut zerreiben. Es sieht aus, als hätte uns jemand mit Mehl bepudert.
Es war ein toller Ausflug in mitten einer skurrilen Landschaft und das wir aufgrund der hohen Konzentration an Salzmineralien den Effekt der Gravitation gespürt haben, war einfach nur mega - einmal im Leben leicht wie eine Feder zu sein.
Anschließend ging es noch es weiter zu den Ojos del Salar. Dort hatten wir nur einen kurzen Fotostopp und schon ging es zur Laguna Tebinquiche. Der See hat eine ziemlich beeindruckende Kulisse und war für uns der Vorgeschmack auf die Salar de Uyuni.
Unsere Reise ging nun mit einer geführten Tour nach Bolivien weiter. Nach 3 Tagen San Pedro de Atacama waren wir einigermaßen akklimatisiert und freuten uns auf das nächste Abendteuer.

Fazit:
San Pedro de Atacama ist ein kleiner Ort der sich zu 100% auf Tourismus konzentriert. Die Umgebung von San Pedro hat einiges zu bieten: die Geysire von Tatio, das Valle de la Luna, die uralten Festungsanlage Pucará de Quitor bis zu den heißen Quellen von Puritama. Glücklicherweise scheint sich dieser Ort mit seinen beschaulichen sandigen Straßen und den niedrigen (Lehm-)Häusern trotz der vielen Touristen nicht zu verändern. Das Leben der Einheimischen ist kaum präsent und spielt sich wohl in anderen Teilen der Stadt ab. Üblicherweise versuchen wir solche touristenüberfluteten Orte zu umgehen, aber wir sind auch nicht wegen San Pedro de Atacama hergekommen, sondern um die Umgebung zu entdecken und anschließend nach Uyuni zu fahren.

Vg….die Bornis
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Santiago de Chile | Chile | Donnerstag - 16.01.2025 - 15:24 - GOOGLE MAPS 
38 Bienvenido a Chile - Santiago de Chile & ValparadisoWir fliegen am 13.01.2025 um 21:30 von Auckland mit der Fluggesellschaft LATAM los. Der Flug dauert ca. 11h und führt über den Südpazifik.
Ohne großartige Turbulenzen und mit sehr wenig Schlaf, landen wir am 13.01.2025 um 16:35 Uhr in Santiago de Chile.
Am Flughafen ist die Einreise für uns nur eine Minutensache. Schnell bekommen wir unser Gepäck, was übrigens immer schwerer wird.
Vielleicht nehmen wir aus jedem Land etwas Deck mit.
Schnell ist eine Taxifahrt (25.000CLP) zum Hotel organisiert. Wir wollen natürlich auch schnell wieder online gehen, so dass wir uns an einem Kiosk am Flughafen zwei SIM Karten (40 GB) für zusammen umgerechnet ca. 10 € kaufen. Die Aktivierung sollte laut Verkäuferin ein schneller Prozess sein. Leider hat es bei uns nicht funktioniert, so dass wir erstmal zum Hotel gefahren sind.Das Personal an der Hotelrezeption konnte uns ebenfalls nicht weiterhelfen, so dass wir am kommenden Tag in ein Shop vom Mobilfunkanbieter Movistar gehen wollten. Wegen der Zeitumstellung hatten wir einen ordentlichen Jetlag, welcher uns in den kommenden Tagen weiterhin begleitete.
Unweit unseres Hotels befand sich der Mobilfunkshop. Wir schilderten unsere Problem einen Mitarbeiter. Nach mehrmaliger Einstellungsänderung, Telefon an und aus machen, war dieser Mitarbeiter ratlos, so dass wir weitergereicht wurden. Nun war schnell klar, dass uns nicht funktionierten SIM Karten am Flughafenkiosk verkauft wurden. Also mussten wir nochmal 10€ für nun offizielle SIM Karten investieren und sind nun online - insofern Netz verfügbar ist.
Jetzt kann unser Abenteuer in Chile starten.
Mit einer Bevölkerung von etwa acht Millionen Menschen in der Metropolregion (knapp sechs Millionen davon in der Stadt selbst) lebt fast die Hälfte aller Einwohner Chiles in der Hauptstadt Santiago. Die 1541 gegründete Stadt ist das unumstrittene politische Zentrum Chiles. Darüber hinaus ist die Stadt auch die Zentrale für Wirtschaft und Finanzwesen des Landes, denn knapp die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts von Chile wird in Santiago erwirtschaftet.
Die Lage der Stadt ist einmalig. Selbst nur auf etwa 500 bis 600 Höhenmetern im Zentraltal Chiles gelegen, erhebt sich hinter der Skyline der Stadt die imposante Kulisse der Anden. Zugleich sind es von Santiago aus nur etwa 100 Kilometer bis an den Pazifischen Ozean. Morgens Skifahren und am Nachmittag im Meer baden - hier ist es möglich.
Wir starten unsere Stadtbesichtigung mit dem eindringlichen Hinweis unseres Hotelpersonals, nicht die Handys in der Hand zu tragen und auf unseren Rucksack gut zu achten.

1. Stop - Plaza de Armas – Das historische Zentrum
Der grosse, belebte Platz Plaza de Armas ist Ausgangspunkt für die Erkundung von einigen historischen und wichtigen Gebäuden im Zentrum von Santiago. Wir spazieren um den grossen Platz und sehen uns die schöne Kathedrale Metropolitano, die Gebäude des Nationalmuseums, das Hauptpostamt, das ehemalige Kongressgebäude und das Museum für präkolumbianische Kunst an. Die Architektur beeindruckt uns. Es gibt hier viele Straßenkünstlern, die sich ein paar Pesos von den Zuschauern erhoffen. An einer Ecke des Platzes stehen ein paar Betontische, an denen Schach gespielt wir unter kritischer Beobachtung einiger Passanten. Wir schlendern unausgeschlafen und bei 30 Grad so gut es geht über den Platz und beobachten das rege Treiben.

2. Palacio La Moneda – Der Präsidentenpalast
Zwei Strassenblocks weiter befindet sich der Präsidentenpalast «Palacio La Moneda», der an den Plaza de la Constitucion angrenzt. Früher war im Gebäude die Münzprägeanstalt, heute sind die Büros der Landesregierung im riesigen Gebäude untergebracht. Der grosse Vorplatz ist abgesperrt, sodass wir den Präsidentenpalast nur aus der Distanz bewundern können. Überall ist Wachpersonal positioniert, die bei der Hitze unter Sonnenschirmen ihren Dienst leisten müssen.

3. Barrio Lastarria – Szeneviertel mit viel Kultur
In Santiago de Chile gibt es etliche Barrios (Viertel). Eines der beliebtesten Barrios ist Lastarria, wo es viele Cafés, Restaurants, Boutiquen und Galerien gibt. Uns hat die lockere und entspannte Atmosphäre gut gefallen. Wenn du auf Antiquitäten und Handwerkskunst stehst, bist du in Lastarria am richtigen Ort. Wir spazieren durch die Straßen, essen eine Kleinigkeit und genießen die entspannte Atmosphäre. Die Youngsters und Hipster treffen sich hier um am Straßenrand hauptsächlich gebrauchte Kleidung (scheinbar illegal) zu verkaufen. Wir beobachten einen Polizeieinsatz und bestaunen wie flink die Leute Ihre Stände oder Decken mit der Ware zusammenpacken und vor der Staatsmacht flüchten. Kurze nach dem Einsatz sind die Leute wieder zurück und liebevoll wird die Ware wieder ausgelegt. Wir schmunzeln sehr über dieses „Katz und Maus“ -Spiel.

4. Barrio Bellavista – Ausgehviertel und viel Street Art
Auf dem Weg zur Standseilbahn am Fusse des Cerro San Cristobal spazieren wir durch Bellavista. Es ist ein riesen Gewusel auf der Brücke des Rio Mapocho. Als wir den Fluss überquert haben, lockern sich die Menschenmassen etwas auf. Wir kommen an etlichen Restaurants, Take-Aways, Clubs und Bars vorbei. Bereits am Mittag dröhnt laute Musik aus den Lautsprechern. Die viele Häuser sind hier mit großflächigen Wandbilder verziert. Wir machen etliche Fotos von den Häusern, Türen, Wänden und versuchen den Sonnenschutz auf der schattigen Straßenseite auf.

5. Mit der Seilbahn auf den Cerro San Cristobal
Eine der schönsten Orte in Santiago ist definitiv der Cerro San Cristobal. Die Aussicht auf die Stadt mit den Wolkenkratzern ist sagenhaft. Bei schönem, klarem Wetter kann man sogar die Andenkordilleren sehen. Der 880 Meter hohe Hausberg Cerro San Cristobal ist die bekannteste und meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Santiago.
Es ist möglich zu Fuss oder mit dem Fahrrad auf den Aussichtsberg zu gelangen. Doch uns ist es bei 30 °C zu heiss, sodass wir beim Tickethäuschen eine Rundfahrt für die Stand- und Schwebeseilbahn kaufen. Als erstes fahren wir mit der Standseilbahn von Pio Nono bis Cumbre. Dort können wir zu Fuss die Kapelle und die 22 Meter hohe Statue der Jungfrau Maria ansehen. Oben angekommen gibt es eine fantastische Aussicht auf die Stadt. Nun erfasst man erstmal, wie groß die Stadt eigentlich ist.
Nach einem kurzen Fussmarsch erreichen wir die Schwebeseilbahn, die uns bis zur Station Oasis fährt. Wir geniessen es sehr in der Gondel über dem Wald zu schweben und von oben auf die Stadt runterzusehen. Die Fahrt ist toll, denn so sehen wir Santiago aus einem ganz anderen Blickwinkel.

6. Barrio Italia
Das Barrio Italia lockt uns wegen seines Namens und einer Empfehlung aus einem Reiseblog. Es ist ein Trendviertel mit vielen Cafés, Restaurants und Bars. Besonders schön sind die gemütlichen Terrassen, wo man chillig den Nachmittag oder Abend geniessen kann. Die Lokale sind eher teuer und in den Sommermonaten bestimmt sehr gut besucht. Obwohl das Barrio Italia heisst, sehen wir nur wenige typische italienische Restaurants. Doch an Restaurants fehlt es nicht. Auch in diesem Bezirk, gibt es viel Street Art und bunte Häuser, welche uns immer noch sehr beeindrucken.

7. Mercado Central
Der Mercado Central befindet sich in einem schönen historische Gebäude. Nur wenige Fischstände sind geöffnet und wir werden von jedem Marktbetreiber angesprochen bei ihm etwas zu kaufen oder zu essen. Da die Restaurants im Markt wenig attraktiv aussehen und wir uns eher bedrängt fühlen, laufen wir relativ schnell durch das Marktgebäude. Früher war der Markt anscheinend sehr lebhaft und typisch chilenisch. Heute scheint er nur noch für Touristen dazusein.

Vielmehr haben wir erstmal (kommen nochmal für zwei Tage zurück) nicht von Santiago de Chile gesehen, denn wir haben uns noch für einen Tagesausflug nach Valparaiso entschieden.

Die chilenische Hafenstadt ist weltbekannt für seine farbenfrohen Häuser und die Aufzüge auf die bewohnten Hügel. Wir sind mit einem geführten Reisegruppe durch die Gassen geschlendert und haben die schönsten Orten in Valpo gesucht.

In der Stadt Valparaiso leben ca. 255.000 - im Großraum ca. 900.000 Menschen.
Die Stadt gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles und ist wegen ihres historischen Stadtkerns mit bunten Häusern aus dem 19./20. Jahrhundert, den alten Aufzügen bzw. Standseilbahnen und seiner ausgeprägten Graffiti- / Street Art - Kultur bekannt.
Da die Stadt auf über 40 Hügeln erbaut wurde, kann eine Besichtigung recht anstrengend werden. Zum Glück sind noch einige der alten Aufzüge in Betrieb, mit denen man zumindest einige Steilstrecken überwinden kann, Panoramablick auf Stadt und Meer inklusive.
Großartige Sehenswürdigkeiten gibt es in Valparaiso eher nicht zu sehen, die Stadt lebt vor allem von ihrem besonderen Flair - und das muss man sich am besten erlaufen. Sehenswert sind die Hügel Cerro Alegre und Cerro Concepción mit vielen bunte Häuser mit Street Art, Bars, Restaurants, kleinen Läden, Ateliers und Aussichtspunkten. Vom Cerro Artillería hat man einen fantastischen Blick auf den Containerhafen. Wir hatten am Vormittag einen mystischen Blick auf die in Nebel gehüllte Hafenbucht.
Vor Eröffnung des Panamakanals war der Hafen der Stadt neben San Francisco einer der beiden bedeutendsten Häfen an der Westküste und der erste, den die Schiffe nach der Umfahrung des berüchtigten Kap Horns erreichten, dementsprechend reich war die Stadt. Heute ist der Hafen nicht einmal mehr der größte in Chile, dafür wurde der historische Stadtkern 2003 zum Weltkulturerbe erklärt.
Insgesamt glänzt Valparaiso nicht gerade mit Sauberkeit und ist an einigen Stellen ziemlich heruntergekommen. Die schönen Teile sind definitiv der historische Stadtkern und die besseren Aussichtsterrassen.

Wir fahren mit der Reisegruppe noch ins benachbarte Viña del Mar, dass ein beliebter Surf- und Badeort ist. Das Wahrzeichen der Stadt ist eine Uhr aus Blumen und Gras. Diese Gartenuhr mit der Schweizer Maschinerie zeigt seit 1962 die Zeit auf dem Castillo Hill an, als sie anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Chile aufgestellt wurde. Unser letztes kulturelles Highlight an diesem Ausflugstag, war die Osterinsel moai-Skulptur vor dem Museo Corporativo de Arqueología e Historia Francisco Fonck. Diese charakteristischste Skulptur ist eine der wenigen, die außerhalb der Insel zu finden ist.

Platt von den vielen Eindrücken kommen wir am Abend zurück nach Santiago.
Dort packen wir die wichtigsten Sachen in einen großen Rucksack und hinterlegen den Zweiten im Hotel.

Am nächsten Tag fahren wir früh mit dem UBER zum Airport. Unsere Reise führt uns nun in den Norden von Chile. Wir wollen die trockenste Wüste der Erde - die Atacama Wüste bereisen. Dafür fliegen wir von Santiago nach Calama. Der Flug dauerte 2h und bot uns spektakuläre Aussichten auf die schneebedeckten Anden. In Calama angekommen, hatten wir einen Transfer nach San Pedro de Atacama. Von dort werden wir in den kommenden Tagen viele Ausflüge machen und auf eine 4 tägige Rundreise durch die Atacamawüste, die Anden und zum Salar de Uyuni (Bolivien). Dies ist der größte Salzsee der Erde und befindet sich auf einer Höhe von 3.653 Metern.
Wir sind schon sehr gespannt, auf die Erlebnisse und auf die einzigartige Landschaft.


Lg ….die Bornis
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Auckland | Neuseeland | Montag - 13.01.2025 - 05:15 - GOOGLE MAPS 
37 Hobbiton und Auckland & bye bye NeuseelandIn der Region Waikato, nahe der Stadt Matamata, fand Peter Jackson-ein localscout- sein „Hobbiton“. Das ist unserer letzter Stop auf unserem Roadtrip durch Neuseeland. Wir haben glücklicher Weise noch Karten für den 09.01.2025 online buchen können.
Hier entstanden einige der zentralen Szenen aus dem Film „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ und können nun als Movie Set Tour (2,5h geführte Besichtigungstour)bestaunt werden.
Ursprünglich als Schafsfarm der Familie Alexander genutzt, wurde der Ort von Regisseur Peter Jackson bei einem Überflug über die Region Matamata entdeckt und sofort war klar: Hier entsteht das Auenland und damit der Ort Hobbiton.
Nach Abschluss der Dreharbeiten zur „Der Herr der Ringe“-Trilogie Ende 2000 sollte das Movie Set eigentlich abgerissen werden, doch man entschied sich schon kurz nach Beginn der Abrissarbeiten dagegen, so dass vorerst 17 unrestaurierte Aussenhüllen der Hobbithöhlen erhalten blieben. In Folge des überragenden Kinoerfolg der ersten zwei Filme und dem wachsenden starken Interesse an den Drehorten in Neuseeland, entschied sich Familie Alexander dazu, Führungen für Touristen über das Gelände anzubieten.
Im Jahr 2009 starteten die Dreharbeiten zu den „Der Hobbit“ Filmen und wieder wurde das Hobbiton Movie Set als Kulisse für das Auenland genutzt.
Es wurden dort insgesamt 44 Hobbithöhlen und im Jahr 2012 das Gasthaus „The Green Dragon Inn“ gebaut. Ab diesem Zeitpunkt und nach den Dreharbeiten zur „Der Hobbit“-Trilogie wurde das Gelände, komplett erhalten, als Touristenattraktion genutzt.
Die Tour auf dem insgesamt 4,8 Hektar großen Gelände startet am „The Shire’s Rest“, einem Gebäude mit Ticketschalter, Merchandise-Shop, Parkplatz und Toiletten - eine perfekte Logistik für die vielen Besucher. Von dort aus brachte uns der Bus (fahren im 10 min Tackt los) in einer kurzen Fahrt in das Herz des Auenlands. Während der Fahrt stimmt uns unser Tourguide bereits auf den bevorstehenden Besuch ein. Zusätzlich erfahren wir über einen Monitor im Bus interessante Fakten zur Geschichte des Movie-Sets und den damaligen Dreharbeiten.
Nach Ankunft am Movie Set startet die Tour am Ortseingang von Hobbiton.
Während der 2.5 stündigen Tour wurden wir an den unzähligen Hobbit-Höhlen vorbeigeführt, welche liebevoll mit (Kunst)-Obst, Handwerkszeugs und Pflanzen dekoriert sind. Durch die unzählige kleine Details wie Wäsche auf einer Leine oder einem Backwarenstand erhält man den Eindruck, tatsächlich durch ein lebendiges, bewohntes Dorf zu wandern. Ein Highlight der Tour ist sicherlich das Zuhause von Bilbo und Frodo Beutlin auf dem höchsten Hügel des Ortes. Von dort auf lässt sich auch das gesamte Gelände am besten überblicken.
Das Tempo der Tour war für unseren Geschmack genau richtig. Natürlich hätte man gerne an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Zeit für eine ausgiebige Foto-Session gehabt aber letztendlich muss einem auch bewusst sein, dass man dort nicht alleine ist, sondern mehrere Gruppen nacheinander durch das Gelände geführt werden und es sich um einen getakteten, betrieblichen Ablauf handelt.
Der Abschluss der Tour findet im wunderschön eingerichteten „Green Dragon Inn“ statt. In der gemütlichen Gaststätte haben wir ein frisch gezapfte Bier genossen. Wir lassen ein letztes Mal das Mittelerde-Feeling auf uns wirken, bevor wir wieder zurück zum Startpunkt der Tour geht: dem Shire’s Rest.
Uns hat die Tour wirklich große Freude bereitet. Die Liebe zum Detail, die süßen Hobbit Höhlen und das märchenhafte, hüglige Gelände hat uns sehr beeindruckt.
Es gibt bestimmt wenige Drehorte auf der Welt die exakt so aussehen wie im Film. Dies macht das Hobbiton Movie Set so besonders.
Der Ort versprüht die Magie von Mittelerde zu jeder Sekunde und man fühlt sich wirklich als ob man gerade über die Hügel des Auenlands spaziert - was für ein tolles Erlebnis.
Ganz in der Nähe hatten wir unseren Campingplatz. Dieser hatte auf dem Gelände heiße Quellen, welche wir vor dem Zusammenpackten und der Camperreinigung noch genossen haben.

Am Freitag sind wir schließlich die letzten 250 km bis zur Camper Vermietung nach Auckland gefahren.
Mit etwas Wehmut, haben wir nach rund 8000 Kilometer, 46 Tagen Camperleben und 21 mal tanken den Camper zurückgegeben.

Nach unserer Rundreise startet nun unser letztes Abenteuer in Neuseeland in der Metropole Auckland. Eingebettet zwischen der Tasmanische See und dem Pazifischen Ozean ist Auckland mit ihren unzähligen Segelbooten auch als „City of Sails " bekannt. Glaubt man den Statistiken, verfügt mindestens jeder dritte Haushalt über ein eigenes Boot und auch ganz grob gesprochen ist fast jede/r 3. EinwohnerIn Neuseelands in Auckland zu Hause.
Das zeigt ganz gut, wie dünn besiedelt Neuseeland eigentlich ist. In der Metropole Auckland ist davon nichts zu merken, denn sie ist eine lebhafte Hafenstadt mit allen Vor- und Nachteilen, die man von einer Großstadt gewohnt ist.
Die Restaurantszene ist breit gefächert, es gibt eine lange Einkaufsstraße (Queens Street) und unzählige Bars. Gleichzeitig haben wir nirgendwo in ganz Neuseeland so viel Armut und so viele Obdachlose gesehen wie in Auckland.

Vom SkyTower haben wir nahezu jedem Winkel der Stadt aus sehen. 328 Meter ragt dieser in die Höhe und verspricht einen 360° Panoramaausblick auf die Stadt. Auf der Aussichtsplattform in 186 Metern Höhe angekommen haben wir wirklich einen super Ausblick auf die Stadt. Die blau-grün getönten Scheiben irritieren etwas, dafür kann man aber bestens gegen die Sonne sehen. Die Sicht vom Aussichtspunkt ist Klasse. Generell hat Neuseeland eine top Weitsicht. Das ist uns mehrfach bei unserer Tour aufgefallen.
Der Tower bietet den Adrenalinjunkies ein besonderes Highlight - SkyWalk bzw. SkyJump.
Hinter dem Nervenkitzelerlebnis steckt der gebürtige Neuseeländer A J Hackett, der den Extremsport Bungee-Springen populär gemacht hat. Wer mag, kann einen Spaziergang auf dem 1,2 Meter breiten Gehweg um den Tower machen. Kein Geländer, 192 Meter in der Luft und nichts als Luft auf beiden Seiten. Wem das noch nicht reicht, kann einen Jump vom Tower wagen. In 11 Sekunden fliegt man 53 Stockwerke mit einer Geschwindigkeit von 85 km/h runter - nix für uns. Wir sehen lieber bei einem Glas Wein den Verrückten hinterher.
Wir machen anschließend einen entspannten Spaziergang rund um den Westhaven Richtung Auckland Harbour Bridge. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Jachten und die Skyline von Auckland. Diese Gelände wird von den Kiwis als urbane Erholungsfläche genutzt und wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.
Bars, Restaurants, ein Meerschwimmbecken im Hafen und viele Sitz- und Liegemöglichkeiten laden zum verweilen ein. Schon Wahnsinn, wie viele Boote hier im Jachthafen liegen. Wir genießen die entspannte Zeit und lassen uns mit dem Wind treiben.
Wir schlendern langsam zurück zur Innenstadt und laufen weiter bis zum Albert Park. Der Park liegt am Rand der Innenstadt und ist richtig schick. Hübsch bepflanzt, mit jeder Menge Bänken und riesigen alten Bäumen.

Am nächsten Tag besuchen wir die Auckland Art Gallery, welche die größte und zugleich älteste Kunstgalerie Neuseelands ist. Auch hier ist der Eintritt kostenlos und wir schlendern durch die Ausstellungen. Neben historischer, moderner und zeitgenössischer neuseeländischer Kunst sowie überragenden Werken von Maoris und Künstlern der Pazifikinseln, werden auch Gemälde, Skulpturen und Drucke von internationalen Künstlern ausgestellt. Besonders haben uns die Porträtbilder der Marois mit den kunstvollen Gesichtstattoos gefallen.

Was natürlich nicht fehlen darf, ist eine Besuch beim All Blacks Experience. Wir wurden bei der 45-minütige Führung durch 7 interaktive Räume geführt, in denen wir in die Umkleideräume gehen, wir uns einer 3-m-Kino-Haka stellen und unsere Rugby-Fähigkeiten gegen die Legenden testen. Wir tauchen in die reiche Geschichte und Leidenschaft der Nationalmannschaften in Schwarz ein und feiern den Geist des neuseeländischen Rugbys. Nun verstehen wir, warum Rugby die beliebteste Sportart in NZ ist. Jeder hier kennt Rugby und Neuseelands Nationalmannschaft, die „All Blacks“, welche zu den besten Rugby-Mannschaften weltweit zählen.


Neuseeland wird/ ist eines unserer Lieblingsländer. Es bietet eigentlich alles auf nur zwei Inseln, wofür man sonst um die ganze Welt reisen müsste – von dichtbewachsenen Jungle-Wäldern über kilometerlange, einsame Sandstrände bis hin zu vulkanischen Regionen mit Geysiren und überschäumenden Schlammgruben. Aber auch Millionenmetropolen wie Auckland, die atemberaubenden Sounds im Südwesten des Landes, schneebedeckte Berge oder Gletscher, die fast direkt bis zum Strand reichen, lassen das Herz höher schlagen. Daneben bietet Neuseeland auch eine besondere Tier- und Pflanzenwelt. Es gibt Kiwis (Vogel), Kiwis (Frucht), Kiwis (Neuseeländer), Wale, Pinguine, spezielle nur hier vorkommende Vogelarten, Delfine, Palmen, Farne, Robben, jede Menge Schafe und vieles mehr. Manchmal scheint es, man muss nur um die Kurve fahren, und es bietet sich einem ein komplett neues Setting. Gerade eben ist man noch im Hobbit-ähnlichen, hügelreichen Weideland, und plötzlich steht man in der Steppe mit Felsbrocken und schaut in die unendlich scheinende Weite der Berge.

Wir haben die Zeit hier sehr genossen, sind dankbar für den Roadtrip und werden viele Momente in unseren Herzen tragen…. Danke Neuseeland.
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Ruakaka | Neuseeland | Dienstag - 07.01.2025 - 10:37 - GOOGLE MAPS 
36 Die letzten Tage in Nz…..Coromandel Peninsula, Piha, Bay of IslandsDie Coromandel-Region, die für ihre unberührten Strände, dichten Wälder und ihre entspannte Atmosphäre bekannt ist, zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen Neuseelands. Das merken wir bei der Suche nach einem Campingplatz. Die Feiertage, der anstehende Jahreswechsel und die Sommerferien gestalten die Stellplatzsuche etwas schwieriger.
Das Urlaubsparadies Coromandel Peninsula liegt bei gutem Wetter in Sichtweite von Auckland auf der anderen Seite des Hauraki Golfs. Die Halbinsel ist 85 Kilometer lang und 40 Kilometer breit. Im Inneren ist sie bergig und mit Regenwald bewachsen, die Coromandel Range ist bis zu 900 Meter hoch. Am der Küste, vor allem im Osten, liegen lange helle Sandstrände an denen es sich gut abhängen lässt oder man verschiedenen Wassersport Aktivitäten nachgehen kann. Wir finden in Tauranga einen Stellplatz für zwei Tage in der Nähe vom Strand. Lange Standspaziergänge und unsere Planung für Südamerika zu konkretisieren, war unser vorrangiges Ziel. Bei diesem schönen Dezemberwetter genossen wir aber auch das Baden im Meer, Eis essen und am Stand vor sich hin dösen. Wir merken, dass wir bei der ständigen Vorwärtsbewegung, auch mal wieder einen stillstand benötigen. Zwei Tage nicht fahren tat uns auch mal gut.
Für den Jahreswechsel haben wir uns einen DOC Campinglatz Stellplatz im Kauaeranga Tal gebucht. Vorher haben wir noch ein Abstecher zur Mercury Bay gemacht, denn dort liegt der Hot Water Beach. Unter dem Strand sind heiße Quellen. Bei Ebbe kann man hier ein Loch graben, das sich schnell mit warmem Wasser füllt. In so einer natürlichen warmen Badewanne lässt es sich ausgezeichnet relaxen, doch leider waren wir nicht zum richtigen Tidestand dort. Dennoch konnten wir Familien beobachten, die trotz des steigenden Meeresspiegel versuchten Becken zu buddeln, um einen heißes Bad zu nehmen. Am späten Nachmittag sind wir auf dem abgelegenen Campingplatz angekommen und hatten einen schönen Stellplatz im Wald. Die Nacht bescherte uns einen unglaublichen Sternenhimmel.
Am letzten Tag des Jahres haben wir die Halbinsel auf der Küstenstraße umrundet. Die kurvenreiche Strecke bot uns immer wieder schöne Aussichtspunkte. Wir besuchten Coromandel Town, kaufen dort geräucherte Muscheln, eine besondere Spezialität, welche man unbedingt probiert haben sollte. Wir wechseln die Halbinselseite und fuhren nun an der Westküste wieder zurück.
Next stop ist ein absolutes Highlight - daher ein muss für uns - Cathedral Cove.
Von dem wunderschönen Strand Hahei gelangen wir zu Fuß nach Cathedral Cove, wo ein natürlich entstandener Felsbogen sofort unsere Kamera zücken lässt.
Vom nördlichen Ende des Strandes führt ein Weg oben am Kliff entlang und dann hinunter in die Bucht. Insgesamt brauchen wir etwa eine Stunde dort hin. Unten angelangt erblickt man sofort den riesigen bogenförmigen Höhlendurchgang in einem weißen Felsvorsprung, der zwei abgeschiedene Buchten verbindet. Der an eine Kathedrale erinnernde Bogen lässt den Ort majestätisch und imposant wirken.  Der Sandstrand mit Schatten spendenden Pohutukawa-Bäumen entlang des Ufers ist ein idealer Ort zum verweilen. Das findern aber auch viele viele andere Leute, so dass das Fotografieren ohne fremde Personen zum Geduldspiel wird. Aber trotz der Menschenmassen ist dieser Ort magisch, fotogen und besonders. Wir lassen uns das abbaden am 31.12.2024 nicht nehmen - crazy Ende Dezember baden zu gehen, genauso wie Weihnachten bei 28 Grad zu feiern - verrückte Welt für uns. Anschließend fahren wir zurück zum DOC Campingplatz. Am Silvesterabend haben wir uns eine Movie angesehen. Rechtzeitig zum Countdown sind wir aus dem Camper mit einem Glas Sekt gekrochen. Ohne Feuerwerk, ohne eine einzige Rakete am Himmel, ohne ein lautes knallen eines Böllers sind wir glücklich mit den Blick zum unglaublichen Sternenhimmel ins neue Jahr gerutscht. Wir hatten vorab gelesen, dass in Neuseeland um Mitternacht auf Töpfe und Teekessel geschlagen wird – je lauter, desto mehr Glück bringt das neue Jahr mit sich. Diesen Brauch haben wir prompt umgesetzt und hoffen das 2025 für alle Bekannten, Freunde und natürlich unserer Familie ein glückliches und zufriedenes Jahr wird.
Am Neujahrsmorgen sind wir wieder zurück nach Tauranga gefahren und haben auf dem uns bekannten Zeltplatz wieder eingecheckt. Grund für unsere Rückkehr war die gebuchte Glühwürmchen Kajak Tour am Neujahrsabend.
Wir erleben diese Magie bei dieser abendlichen Glühwürmchen-Kajaktour auf dem Lake McLaren. Als der Tag zur Nacht wird, steigen wir in das Kajak und paddeln mit dem Guide zum Glühwürmchen-Canyon am Kopf des Sees. Wir bewundern die leuchtend grünen Glühwürmchen, die sich an den hoch aufragenden Klippen festklammern. Die Guides geben uns Einblicke in den Lebenszyklus dieser faszinierenden Kreaturen. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, kann sich bei näherem Hinsehen als kleines Wunder entpuppen. Das Leuchten des Glühwürmchens steht auch für die Kraft, die Sie aus Ihrem Inneren schöpfen. Was für ein magischer, märchenhafter und faszinierender Moment, als wir die tausende Glühwürmchen gesehen haben. Ein Glühwürmchen zu sehen, könnte ein Zeichen dafür sein, auf dem Boden zu bleiben und die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. In Japan symbolisieren Glühwürmchen Liebe, Leidenschaft, Jahreszeitenwechsel und verstorbene Seelen…. was für ein toller Jahresbeginn für uns.
Nun ging unserer Reise in 2025 weiter. Wir streiften Auckland und landeten, dank der Empfehlung von Rita & Holga, in Piha einem entspannten Küstenort, welcher etwa 45 Minuten westlich von Auckland liegt. Der dramatische Strand wird von schroffen Klippen eingerahmt und wird von vielen Surfern frequentiert. Als Surfspot wurde bereits 1956 das Surfen dort erstmals in Neuseeland betrieben und seitdem fanden nationale und internationale Meisterschaften dort statt. Dieser Strand aus schwarzem Eisensand ist bekannt für seinen starken und sich ohne Vorwarnung ändernden Brandungsrückstrom und starke Strömungen.
Wir hatten einen schönen Campingplatz gefunden, welcher zentral im Ort lag. Gemeinsam schlenderten wir über den tollen Stand, welcher immer wieder schöne Fotomotive lieferte. Jetzt zum Ende unserer Neuseelandzeit, werden wir etwas ruhiger und sind nicht mehr ganz so getrieben von Neuentdeckungen. Unser Erlebnisspeicher ist schon sehr voll und wir müssen auch die vielen schönen Dinge verarbeiten. Somit genossen wir die entspannten zwei Tage, machten einige Spaziergänge am Stand und eine Wanderung zum dreistufige Wasserfälle - Kitakita Falls. Natürlich sind wir dort auch ins Wasser gegangen und haben die herabfallenden Wassermassen gespürt. Abend gab es im Bowling Club von Piha einen Burger und Bier - wie schön kann das Leben sein - danke dafür.
Unsere Route führt uns nun in die Northland Region, welche sich im nördlichsten Teil der Nordinsel Neuseelands befindet. Northland ist im Westen von der Tasmansee und im Norden sowie Osten vom Pazifischen Ozean umgeben. Im Süden grenzt die Region an das Gebiet von Auckland. Wir fahren der Westküste entlang. Ca. 270 km nordwestlich von Auckland befindet sich der Waipoua Forest, einem der letzten verbliebenen, ursprünglichen Wälder Neuseelands mit einem hohen Anteil an Kauri-Bäumen. Dort übernachten wir auf einem DOC Campingplatz, welcher direkt am Waldrand liegt. Das hier die Bäume überhaupt noch stehen liegt wohl daran, dass die Bodenqualität hier viel zu schlecht ist, um daraus Weide- oder Farmland zu machen. Das Gebiet wurde im Jahr 1952 nach heftigen Protesten von Umweltschützern gegen die überall üblichen Rodungen zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Kauri Baum ist endemisch in Neuseeland und nirgendwo sonst auf der Welt anzutreffen. Die fichtenartigen Bäume können einen Durchmesser von bis zu 15 Metern und eine Höhe von über 50 Metern erreichen.
Diese Baumgiganten waren früher wegen ihres Holzes als Baumaterial sehr begehrt, was dazu geführt hat, dass es nur noch sehr wenige dieser wunderschönen Bäume gibt. Der Waipoua Forest ist daher einer der wenigen Orte, an dem man Kauri Bäume, darunter den ältesten Kauri Baum der Welt bestaunen kann: Tane Mahuta wird der größte und älteste Kauri Baum der Welt liebevoll genannt, er gilt den Maori als Gott des Waldes und ist heilig. Er ist geschätzt über 1.500 Jahre alt und mehr als 50 m hoch. Wir sind beeindruckt von den Baumriesen und bestaunen diese uralten Bäume.
Wanderwege oberhalb des Waldbodens, sollen die Baumwurzeln schützen und die Verbreitung von schädlichen Pilzen unterbinden. Am Ein- und Ausgang zum Wald befinden sind Reinigungsstationen, wo man seine Schuhsohlen reinigt und desinfiziert. Was für eine wichtige und notwendige Maßnahme und die verbleibenden Riesen zu schützen.
Unser nächstes Ziel ist die Bay of Islands. Diese liegt weit oben auf der Nordinsel (Ostküste) und besteht aus 144 Inseln.
Die Hafenstadt Paihia bildet für uns die perfekte Ausgangsposition für einen Bootsausflug in das Inselarchipel. Der kleine Ort ist aber auch für sich genommen ein echtes Schmuckstück und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Hier steht die älteste Kirche Neuseelands und es gibt viele kleine Cafés bzw. Restaurants und eine schöne Uferpromenade.
Unser Bootsausflug startet Morgens bei bestem Sommerwetter. Wir werden durch das Insellabyrinth gefahren und bekommen vom Kapitän interessante Informationen zur Region und deren Geschichte erzählt. Auf unserer Fahrt, hatten wir das Glück, erneut Wale zu sehen. Wir vermuten das es ein Brydewale mit einem Jungtier war.
Kurz danach erreichen wir auch schon das berühmte Hole in the Rock. Direkt daneben befindet sich ein hübscher Leuchtturm, über den wir Infos von der Crew erfahren haben.
Das sogenannte Hole in the Rock ist das Wahrzeichen der Bay of Islands. Das Hole in the Rock ist ein Loch im Sandsteinfelsen Piercy Island, dass durch die starke Dünung entstanden ist. Der Kapitän fährt sogar bei leichtem Wellengang und böigen Wind durch das Loch und alle an Bord halten für eine Sekunde die Luft an, denn viel Platz auf beiden Seiten gabe es nicht. Respekt dem Kapitän, welcher anschließend zu scherzen aufgelegt war. Wir hatten auf dem Rückweg noch ein 1,5h Aufenthalt auf der Insel Urupukapuka, welchen wir mit sonnen und Cappuccino schlürfen verbracht haben.
Was für ein schöner Ausflug - wir haben die Zeit an Bord sehr genossen. Nun bewegen wir uns langsam wieder Richtung Auckland. Ca. 20 min von Piahia entfernt gibt es eine besondere öffentlichen, farbenfrohen Toiletten, welches tatsächlich in Kawakawa die Haupttouristenattraktion ist. Entworfen vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser, verwandelte er 1998 die öffentlichen Toiletten der Stadt in ein echt cooles Kunstwerk.
Die nächsten Stops legen wir an sehr schönen Stränden, in sehr beliebten Urlaubsorten ein. Da hier Sommerferienhochsaison ist, gestaltet sich selbst die Parkplatzsuche schwierig. Aber wir können es keinem verübeln, den der Küstenabschnitt auf der Westseite der Nordinsel ist mit den vielen Buchten, der tollen Landschaft, den schönen Stränden und dem türkisfarbigen Wasser ein wahres Urlauberparadies.

Unser nächster Stop und somit unsere letzte Übernachtung mit dem Camper in Neuseeland ist Hobbiton.

Was ist Hobbiton? Hobbiton oder auf deutsch Hobbingen ist ein beschauliches Örtchen im „Auenland“, in dem die Hobbits ihr geruhsames Leben führen, solange nicht geheimnisvolle Zauberer auftauchen und einzelne Bewohner wie Bilbo und Frodo Beutlin zu haarsträubenden Abenteuern anstiften.

Lg …die bornis
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