50 Einträge    
Hohen Neuendorf | Argentinien | Dienstag - 28.10.2025 - 12:41 - GOOGLE MAPS 
50 Buenos Aires & eine bewegenden Reise geht zu Ende 😢Nach sieben Monaten auf Reisen erreichen wir unser letztes Ziel: Buenos Aires.
Ein Ort, von dem man schon so viel gehört hat – und doch überrascht er uns in jeder Hinsicht.
Von Bariloche fliegen wir in knapp zweieinhalb Stunden in die argentinische Hauptstadt und landen am Stadtflughafen Jorge Newbery, direkt am Río de la Plata. Schon beim Landeanflug erkennen wir das legendäre Estadio River Plate, das größte Stadion Südamerikas mit Platz für über 84.000 Fans. Dieser Anblick ist ein Vorgeschmack auf das, was uns hier erwartet: Leidenschaft, Stolz und die unbeschreibliche Liebe der Argentinier zum Fußball. Hier ist Fußball nicht nur ein Spiel – es ist Religion, Zuflucht und Lebenselixier zugleich.
Mit einem Uber geht es zu unserem Hotel im Stadtzentrum, im dritten Stock eines alten Geschäftsgebäudes – laut, lebendig, mitten im Herzen der Stadt. Wir haben uns lange überlegt, wie viel Zeit wir für Buenos Aires einplanen sollen. Am Ende wurden es sechs Tage – rückblickend hätten es locker vierzehn sein dürfen. Denn diese Stadt hat eine Energie, die einen sofort in ihren Bann zieht.
Buenos Aires – das ist Luft und Liebe, Geschichte und Gegenwart, Schönheit und Melancholie.
Wir laufen täglich gefühlt einen Halbmarathon, um das Leben hier zu spüren – das Chaos, die Kreativität, die Widersprüche, die Leidenschaft.

Unsere Entdeckungen in Buenos Aires

1. Puerto Madero

Der ehemalige Hafen ist heute eines der modernsten und reichsten Viertel der Stadt – mit schicken Restaurants, Glasfassaden und der eleganten Puente de la Mujer, die ein tanzendes Tangopaar symbolisieren soll. Wir genießen den Kontrast zu den älteren Stadtteilen. Ein Spaziergang entlang der Docks lohnt sich besonders am Abend, wenn die Skyline sich im Wasser spiegelt. Beim nächsten Mal steht das Naturschutzgebiet Reserva Ecológica ganz oben auf unserer Liste.

2. San Telmo

San Telmo ist das älteste Viertel der Stadt und fühlt sich an, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Kolonialbauten, Kopfsteinpflaster, kleine Cafés und viel Musik auf den Straßen – wir verlieben uns sofort. Besonders am Sonntag, wenn die Feria de San Telmo stattfindet, verwandelt sich alles in ein buntes Spektakel aus Antiquitäten, Kunsthandwerk, Musik und Tanz.
Im Mercado San Telmo probieren wir lokale Snacks, entdecken die winzige Casa Mínima (nur 2,5 m breit!) und begegnen Mafalda, der berühmten Comicfigur, auf dem Paseo de la Historieta.

3. Casa Rosada & Plaza de Mayo

Am historischen Platz im Herzen der Stadt steht die Casa Rosada, der rosafarbene Präsidentenpalast. Hier begann die Geschichte von Buenos Aires – und hier wird sie bis heute weitergeschrieben. Besonders bewegend ist die Erinnerung an die Madres de Plaza de Mayo, die bis heute an ihre unter der Militärdiktatur verschwundenen Kinder erinnern.

4. Avenida 9 de Julio & 5. Der Obelisk

Die Avenida 9 de Julio ist eine der breitesten Straßen der Welt – acht Spuren in jede Richtung! In ihrer Mitte steht der Obelisk, eines der Wahrzeichen der Stadt. Besonders bei Nacht, wenn er beleuchtet ist, entfaltet er seine ganze Wirkung.

6. Teatro Colón

Wir bestaunen das prachtvolle Opernhaus nicht nur von außen – das alleine würde schon reichen um beeindruckt zu sein. Wir nehmen an einer Führung durch das Theater teil und ergattern nach mehreren Versuchen tatsächlich Karten für Aida. Es wurden Karten kurzfristig zurückgegeben. Wir überlegen nicht lange und sind geflasht von dem Ambiente und der Aufführung. Eines unserer kulturellen Highlights in unserem bisherigen Leben.Das Teatro Colón gilt als eines der schönsten der Welt. Ein Ort, an dem Kunst und Eleganz aufeinandertreffen – ein Sinnbild für die kulturelle Seite dieser Stadt. Wir begegnen während der Aufführung Jung und Alt. Alle sehr schick angezogen. Wir suchen ebenfalls unsere besten Reiseklamotten raus :-) Im fünften Rang gibt es Stehplätze für weniger Geld. Wir sitzen unten im Parket.Die Aufführungen sind monatelang vorher ausgebucht und wir richtige Glückspilze.

7. Recoleta & Friedhof La Recoleta

Der wohl schönste Friedhof, den wir je gesehen haben. Mausoleen wie kleine Paläste, kunstvoll verziert und von Geschichte durchdrungen. Hier ruht auch Eva Perón (Evita) – ihr schlichtes Grab zwischen all der Pracht wirkt fast bescheiden und gerade deshalb besonders berührend. Das Viertel Recoleta selbst ist elegant, ruhig und lädt zum Bummeln ein.

8. La Boca & La Bombonera

La Boca – das Viertel, in dem das Herz von Buenos Aires schlägt. Bunte Häuser, Tangomusik, Straßen voller Leben – aber auch Armut und Geschichte. Die Caminito-Gasse ist touristisch, ja, aber trotzdem sehenswert. Und natürlich das legendäre Stadion La Bombonera der Boca Juniors – Fußballgeschichte pur! Als einziger Europäer nehme ich an einer Führung durch das Stadion teil und bin beeindruckt von der gelebten Fussballleidenschaft, welche hier Religion ist.

9. Tango am Plaza Dorrego

Kein Besuch in Buenos Aires ohne Tango. Auf dem Plaza Dorrego sehen wir Tänzerinnen und Tänzer unter freiem Himmel. Leidenschaft pur – mal professionell, mal improvisiert, aber immer mit Herzblut. Wir schauen den Tänzern draußen bei einem kalten Bier in der Abendsonne sitzend zu und besuchen eine Tangoshow im wunderschönen Ambiente bei einem vorzüglichen Essen. Bei einer Anleitung schnuppern wir ein wenig ins „Tangofeeling“ und sind unfassbar beeindruckt von den quasi artistischen Leistungen der Tangotänzer/innen.

10. Floralis Genérica

Diese riesige Metallblume im Plaza Naciones Unidas öffnet sich mit der Sonne und schließt sich bei Sonnenuntergang. Wir stehen davor, die silbernen Blätter spiegeln das Licht, und wir spüren: Das hier ist Buenos Aires – modern, poetisch, überraschend.

Achtung - Stand 20.03.2025!
In Argentinien spitzt sich die soziale und politische Lage derzeit deutlich zu. In Buenos Aires gehen seit Wochen zahlreiche Rentnerinnen und Rentner auf die Straße, um gegen die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten und nur minimale Rentenerhöhungen zu protestieren. Die Regierung unter Präsident Javier Milei verfolgt einen strikten Sparkurs, der viele Menschen hart trifft.
Inzwischen haben sich die Demonstrationen ausgeweitet und es kommt immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei – teilweise mit Wasserwerfern, Tränengas und zahlreichen Festnahmen. Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt groß: Die Inflation ist hoch, die Kaufkraft sinkt und viele Argentinier blicken sorgenvoll in die Zukunft.
Für Reisende bedeutet das: Wer Buenos Aires besucht, sollte in diesen Tagen besonders aufmerksam sein. In zentralen Vierteln – vor allem rund um das Regierungsviertel und den Kongress – können Proteste spontan eskalieren. Abseits dieser Gebiete ist das Reisen im Land weitgehend unproblematisch, dennoch gilt wie immer in Großstädten: Wertsachen nah am Körper tragen, keine großen Bargeldbeträge zeigen und nur offizielle Verkehrsmittel nutzen.

Wir haben während unserer Argentinien Reise keinem gefährlichen Moment erlebt, aber konnten die Gründe für die Unzufriedenheit der Menschen gut nachvollziehen. Trotz der angespannten Situation haben wir die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Argentinier sehr geschätzt.

Unser Fazit – und ein leiser Abschied
Buenos Aires ist keine Stadt, die man einfach „besichtigt“.
Sie ist eine Stadt, die man fühlt.
Sie lebt, pulsiert, lacht, schreit, tanzt.

Nach sieben Monaten auf Reisen ist dies unser letztes Kapitel. Wir sind dankbar, glücklich, ein bisschen wehmütig – und gleichzeitig erfüllt.
Buenos Aires hat uns gezeigt, dass das Ende einer Reise nicht traurig sein muss, sondern ein Anfang sein kann.
Wir nehmen unzählige Erinnerungen mit: an leuchtenden Farben, an Tango-Rhythmen, an Gesprächen mit Fremden, die sich nach Sekunden wie Freunde anfühlten.
Am 1. April geht der Alltag wieder los – kein Aprilscherz. Aber der Zauber dieser Stadt, dieser letzten Tage, bleibt.
Buenos Aires – gracias por todo.
Du warst das perfekte Finale einer unvergesslichen Reise.


Schlusswort – Ein Blick zurück auf sieben Monate Abenteuer

In einer Welt, die oft von Hektik und Lärm erfüllt ist, gibt es Orte, Menschen und Landschaften, die uns tief berühren und Sehnsüchte in uns wecken, von denen wir gar nicht wussten, dass sie in uns schlummern.
Auf dieser Reise haben wir viele solcher Orte gefunden.
Sieben Monate – ein halbes Jahr voller Abenteuer, Begegnungen, Eindrücke und Emotionen.
Von der tropischen Wärme Singapurs und Indonesiens, über die unendliche Weite Australiens, die magische Natur Neuseelands, bis hin zu den wilden Landschaften Chiles, den faszinierenden Höhen Boliviens und der Lebensfreude Argentiniens – jedes Land war einzigartig, jedes Kapitel ein Geschenk.

Wir denken voller Demut an all das, was wir erleben durften:
An Vulkane, die in der Ferne rauchten.
An leuchtend blaue Gletscher, die unter der Sonne knirschten.
An Regenwälder, in denen die Luft nach Leben duftete.
An Strände, an denen wir barfuß im Sand standen und einfach nur dankbar waren.
An Berge, die uns mit ihrer Größe still werden ließen, und an Nächte, in denen der Sternenhimmel so nah schien, dass man ihn hätte berühren können.
Wir haben Tiere in freier Wildbahn gesehen, die uns den Atem raubten – Kängurus, Delfine, Wale,Walhaie, Robben, Pinguine, Flamingos, Guanakos, Schildkröten, Koboldmankis und viele mehr.
Wir haben Städte erlebt, die pulsierten, und Orte, an denen nichts als Wind und Stille existierten.
Und dazwischen so viele Begegnungen mit Menschen – offen, herzlich, hilfsbereit, neugierig. Viele von ihnen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Diese sieben Monate waren weit mehr als nur eine Reise.
Es war eine Zeit des Loslassens, des Staunens, des Lernens.
Wir haben erfahren, wie wenig man wirklich braucht, um glücklich zu sein – und wie viel Schönheit in der Einfachheit liegt.

Jetzt, am Ende dieser Reise, spüren wir tiefe Dankbarkeit.
Dankbarkeit für all die Momente, die uns geprägt haben, für die unzähligen Sonnenauf- und -untergänge, für das Lachen, die Gespräche, die Stille und das Gefühl von Freiheit, das uns überall begleitet hat.

Wir kehren zurück in den Alltag – nicht nur mit Fotos und Erinnerungen, sondern mit einem Herzen, das voller Erlebnisse, Begegnungen und Geschichten ist.
Und mit dem Wissen: Die Welt ist zu groß und zu schön, um stillzustehen
.
Danke, Singapur.

Danke, Indonesien.

Danke, Australien.

Danke, Neuseeland.

Danke, Chile.

Danke, Bolivien.

Danke, Argentinien.

Ihr habt uns verzaubert, herausgefordert, überrascht – und uns gezeigt, wie wunderbar vielfältig unsere Erde ist.
Wir gehen mit vollen Herzen – und der Gewissheit, dass das Ende dieser Reise vielleicht erst der Anfang von etwas Neuem ist.

LG die Bornis 🫶🏽
nächstes ziel:  Daheeme - Hohen Neuendorf



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
San Carlos de Bariloche | Argentinien | Freitag - 14.03.2025 - 17:09 - GOOGLE MAPS 
49 Abschied von Chile und wunderschöne Seenlandschaft in ArgentinienWir fahren auf der chilenischen Ruta 215 Richtung Paso Fronterizo Cardenal Samoré. Dieser Hauptstraßenpass ist einer der am leichtesten zu fahrenden Andenpässe zwischen den beiden Staaten und eine der wenigen asphaltierten Passstraßen in der Region. Dieser Pass verbindet die Nationalparks Puyehue (in Chile) und Nahuel Huapi (in Argentinien) mit unzähligen Seen und Lagunen, bunten aber auch abgestorbenen Wäldern, Vulkanen und unglaublich schönen Bergmassiven.
Auf der östlichen Seite vom Paso verläuft die argentinische Ruta Nacional 231, welche wir in Richtung San Martín de los Andes fahren werden. Rund eine halben Million Personen - Tendenz steigend und rund 31.000 Lastkraftwagen nutzen jährlich den Pass zum Grenzübertritt zwischen Chile und Argentinien.
Ein Grund für den starken Grenzverkehr ist, dass Argentinien derzeit teurer ist als Chile. Die Verbraucherpreise in Argentinien sind im Februar 2025 erneut um 2,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Der strikte Sparkurs von Präsident Milei hat die Inflation in Argentinien im letzten Jahr halbiert – jedoch zunehmend zulasten der Bevölkerung.
Die Zunahme des Grenzverkehrs merken wir deutlich. Viele Argentinier stehen mit uns an den langen Warteschlangen zur Ausreise (von Chile) bzw. zur Einreise nach Argentinien an. Bei der argentinischen Zollkontrolle reichen die Pendler Unmenge an Kassenbons zur Prüfung über den Schalter. Für uns verlief in Ein- und Ausreiseprozedur problemlos. An diesem Tag regnete es unaufhörlich und die tiefhängenden Wolken verhüllen die schöne Landschaft. Daher fahren wir nach dem Grenzübertritt nach San Martín de los Andes. Ein Teil der prominenten Rute 40, ist im Bereich von San Martín de los Andes gesäumt von einer malerischen Seenlandschaft mit dem Namen „Ruta de los Siete Lagos“. Die Strecke mit Aussichtspunkten auf Seen in allen Blautönen und vielen Wandermöglichkeiten ist insgesamt 108 Kilometer lang. Sie führt entlang des Espejo, Correntoso, Villarino, Falkner, Escondido, Machónico, und dem Lácar See.
Die Route ist komplett ausgeschildert und Hinweisschilder zeigen an welchem See man sich gerade befindet. Bezüglich der vielen Abzweigungen muss man einfach mutig sein und schauen, wo man rauskommt. Viele nicht asphaltierte Wege belohnen einen am Ende mit türkisen Bächen, die in blaue Seen fließen und Stränden, die zum Verweilen einladen.
Unser Ziel - San Martín de los Andes liegt im nördlichen Patagonien am Lago Lacár inmitten des Nationalparks Lanín. Die Kleinstadt hat 20.000 Einwohner und ist das ganze Jahr über ein sehr beliebtes Reiseziel, vor allem bei Einheimischen.
San Martin wurde 1898 als Zentrum für Holzeinschlag und -verarbeitung gegründet und war einem europäischen Alpendorf nachempfunden. Im Jahr 1937 wurde der Lanin-Nationalpark eingerichtet (für den San Martin der Hauptsitz ist) und ein Großteil der ursprünglichen Industrie wurde zum Glück überflüssig. Dieser bewaldete Park beherbergt einige der spektakulärsten Landschaften Patagoniens, mit zahlreichen glitzernden blauen Seen, einem erloschenen Vulkan und einer reichhaltigen Natur. In den 1970er Jahren setzte der Tourismus in San Martin ein. Chapelco, das nur ein paar Kilometer entfernt liegt, ist eines der besten Skigebiete Südamerikas. Die relativ teure Stadt hat ihren alten Charme trotz stetigem Wachstum behalten können. In den Sommermonaten sitzen die Leute gerne am Seeufer, unterhalten sich beim Aroma ihres Mate-Tees und genießen die herrliche Bergsonne. Mit seinen von Rosen und Birken gesäumten Bürgersteigen, den breiten Alleen sowie den chaletartigen Häusern gehört San Martin de los Andes zu einem der schönsten Gebirgsorte in Südargentinien. Wir hat das Gefühl in der Schweiz zu sein. Nicht nur die Häuser sehen so aus wie in den Alpen, sondern auch die vielen Schokoladengeschäfte vermitteln uns ein klischeehaftes & bekanntes Gefühl.
Ein Strafzettel wegen Falschparken in Höhe von 42.105 argentinische Pesos holt uns schnell in die teuere argentinische Realität zurück. Unser größtes Problem ist es an Bargeld zu kommen. Am Geldautomaten bekommen wir nur 60.000 ARS (ca. 52€) ausgezahlt - wenn es mal Geld gibt. Diese Abhebung ist mit einer Gebühr von ca. 14.000 ARS (ca. 12€) verbunden. Was für ein schlechter Deal. Wir versuchen an mehreren Banken einen besseren KurS zu erzielen oder wenigstens mehr als 50 Euro abheben zu können, aber leider Fehlanzeige. Somit beschließen wir unser letzten chilenischen Pesos umzutauschen, damit wir flüssig sind. Die nette Mitarbeiterin vom Tauschbüro hat uns den Tip zur Bargeldbeschaffung über Western Union gegeben. Wir richten uns online eine Konto ein und Überweisung uns Geld, was wir am kommenden Tag bei der Post abholen können. Dies ist der einzige vernünftige Weg, derzeitig in Argentinien an Bargeld zu kommen. Somit sind wir aber um eine wirklich wichtige Erfahrung reicher, welche uns bei den zukünftigen Reisen von nutzen sein wird.
Wir haben ausserhalb der Stadt einen schönen Campingplatz mit stabilen WIFI gefunden. Da wir für die letzten Tage unserer Reise keine argentinische SIM Karte haben, benötigen wir für unsere Recherche und Planung oft den digitalen Zugang, was aber in jedem Café, Campingplatz, Tankstelle oder als freier Spot in jeder größeren Stadt möglich ist.
Nun werden die Nächte langsam immer kälter, so dass wir tagsüber jeden wärmenden Sonnenstahl genießen. Wir erkunden den Nationalpark Lanín mit seinen imponierenden Wäldern und Baumarten, die man sonst nirgendwo in Argentinien finden. Innerhalb des Parks liegt auch der berühmte Vulkan Lanín mit der Form eines Kegels, dessen Spitze meist schneebedeckt ist.
Leider gab es in der Region die schwersten Waldbrände seit 30 Jahren, wobei mehr als 37.000 Hektar betroffen waren. Fast alle Feuer würden von Menschen verursacht – teils absichtlich, teils fahrlässig. Auf Grund der Dürre hat der Flächenbrand verheerende Folgen, welche wir sehen und mit Sperrungen von Wanderwegen und Straßen auch merken. Die argentinische Regierung machte unter anderem radikale Gruppen des indigenen Volks der Mapuche verantwortlich, welche in diesem Gebiet leben. Sie kämpfen seit Langem für die Rückgabe ihrer Ländereien.
Das absolute Highlight des Nationalparks ist der namensgebende Vulkan. Der frei stehende 3.747 Meter hohe Lanin Vulkan wird aufgrund seines Aussehens oft mit dem Fuji in Japan verglichen und gilt als der schönste Vulkan in Argentinien. Daher fahren wir nach Junín de los Andes. Die Forellenstadt liegt ca. 70km nördlich von San Martín de los Andes und ist eine kleine Gemeinde mit ca. 10.000 Einwohner.
Da wir einen sonnigen Tage haben, beschließen wir uns den Vulkan als erstes anzusehen. Schon auf dem Weg zum Eingang des NP sehen wir Ihn. Mit seiner schneebedeckten Spitze und der perfekten Kegelform sieht er absolut magisch aus und dominiert die Landschaft des Nationalparks. Zudem befinden sich drum herum tiefblaue Seen, grüne Berge und kleine idyllische Orte. Ein perfekter Ort zum verweilen und genießen. Bereits die Straße zum See bot uns wieder tolle Aussichten auf die Natur und wir hielten immer wieder an um Fotos davon zu machen. Angekommen am See, wollten wir eigentlich in den dazugehörigen Nationalpark fahren und nach Wanderungen entlang der Straße Ausschau halten. Da wir erst am frühen Nachmittag dort angekommen sind und wir uns dachten, dass der Eintrittspreis für den NP auch wieder extrem teuer ist,suchten wir uns einen schönen Aussichtspunkt am Lake mit dem Vulkan im Hintergrund. Wir bewunderten das Panorama und genossen das sonnige Wetter.
Die kommenden Nächte verbrachten wir auf einem Campingplatz am Ufer des Rio Chimehuin in Junín de los Andes. Leider wurde das Wetter sehr wechselhaft. Viel Regen zwang uns zur Langsamkeit, aber für die Natur und den Brandbekämpfern ist der Niederschlag eine Erlösung.
Wir haben im Ort bei einer Wäscherein, betrieben von einem sehr netten älteren Pärchen, unsere letzte Großwäsche beauftragt.
Im Osten der Stadt liegt der Berg Cerro de la Cruz. An seinem Gipfel befindet sich ein großes weißes Kreuz, die sichtbar von der Stadt aus ist.
Das Skurrilste, was man in Junin tun kann, ist ein Besuch in der Via Christi Parque Escultorico, wo man 23 skulpturale Installationen finden, die das Leben Christi künstlerisch darstellen. Auf einem bewaldeten Hügel über der Stadt arrangierte der argentinische Architekt und Künstler Alejandro Santana Betonskulpturen, die von der Kreuzigung, dem Tod und der Wiedergeburt Christi inspiriert waren und nicht konfessionelle und kulturelle Botschaften darüber, ein besserer Mensch zu sein, inspiriert waren.
Es wurde darauf geachtet, anzuerkennen, dass " Gott " unterschiedliche Namen und Bedeutungen für verschiedene Menschen hat. Jesus-Figuren nehmen auch verschiedene Gesichter an, einige von ihnen basieren auf lokalen Arbeitern, und die Menschen und Traditionen indigener Gruppen aus der ganzen Region (Mapuche, Inka, Quechua usw.) sind ebenfalls reichlich vertreten.
Am beeindruckendsten ist die fast 60 Meter lange Christi Figur besteht aus einem aufwendigen Metallrahmen, welche aus kleine dreieckige Abschnitte mit Sicherheitsglas besten. Die Figur, die außerhalb des Geländes gebaut und dann über einen Zeitraum von 6 Monaten auf dem Hang zerlegt und wieder zusammengebaut wurde, scheint entweder wieder in die Erde zu sinken oder aus ihr herauszukommen.
Bei Veranstaltungen finden im Inneren der Christi Figur rund 100 Leute Platz.
Wir fahren wieder zurück nach San Martin de los Andes und erleben ein mehrstündiges Unwetter mit Regen, Hagel und orkanartigen Wind. Nachtemperaturen um den Gefrierpunkt lassen uns morgens immer länger im Camper verweilen. Der nächste Morgen begrüßt uns mit blauen Himmel. Im laufe des Tage steigen die Temperaturen auf 22-25 Grad. Daher beschließen wir den Tag am Lácar Lake zu verbringen. Wir fahren ca. 25km auf einer Gravel Road am See entlang und landen schließlich an einer sehr populären Stelle für Sonnenanbeter. Mehreren Buchten mit mit idyllischen Liegeplätzen auf den Felsen laden uns zum abhängen und Sonne tanken ein. Mir war das Geltscherwasser zu kalt, aber einige Mutige haben sich doch getraut.
Unsere Tage mit dem Camper sind gezählt. Wir machen uns langsam auf den Weg nach San Carlos de Bariloche. In der westargentinische Großstadt (ca. 140.000 Einwohnern) werden wir den Camper an Sergio zurückgeben. Er wird dann sein Wagen in das 1800km entfernte Punta Arenas - Chile zurückbringen. Uns bleiben noch ein paar Tage, aber wir merken, dass das Ende unserer Reise immer näher rückt, was uns etwas traurig macht.
Wir fahren entlang der Berglandschaft von San Martin de los Andes bis zum Abzweig der Ruta Provincial 65. Die Camino de los Siete Lagos, auf der man die spannende und abwechslungsreiche Landschaft des Nationalpark Nahuel Huapi genießen kann, können wir jetzt ohne Regen und mit vielen schönen Ausblicken genießen.
Der kurvenreiche Weg über die Ruta 65 zur kleinen Ortschaft Villa Traful am gleichnamigen See lohnt sich. Farne, bemooste Baumstämme, meterhoher Bambus und dichte Bartflechten erinnern an Urwald. Nach Überwindung einer weiteren Passhöhe erreicht man schließlich das Westufer des Lago Traful. Besonders gut hat uns war der Mirador del Traful, ein Aussichtspunkt mit wunderschönem Panorama auf die umliegende Landschaft, welcher nur ein paar Kilometer westlich von Villa Traful liegt. Die Klippen fallen hier fast 100 Meter senkrecht in den See ab. Die ca. 300 Einwohner leben hier in traumhafter Lage und weitgehend vom Tourismus.
Am Ende der Strecke landen wir auf der asphaltierten Ruta 237 und fahren im grünen Tal des Rio Limay Richtung Bariloche.
Wir übernachten vorher auf der anderen Flussseite des Rio Limay in Örtchen Villa Llanquín. Mit einer kleinen Fähre - maximal zwei PKW inkl. Fahrer - welche durch die Strömung angetrieben wird, kommen ich zur anderen Flussseite. Aus Sicherheitsgründen muss man während der Fahrt aus dem Auto raus. Kerstin hat die andere Flussseite über die Fussgängerhängebrücke erreicht.
Der Campingplatz war etwas abgelegen und auch hier gab es kaum Gäste. Die Campingsaison ist scheinbar fast vorbei.
Am kommenden Tag geht es über den Fluss weiter nach Bariloche. Wir sehen die wunderschöne Landschaft mit riesigen Wäldern, schneebedeckten Berggipfeln und den unbeschreiblich schönen Bergseen. Kein Wunder lockt die Seenregion um Bariloche Unmengen von Besucher an. Im Winter ist der nahegelegene Cerro Catedral eines der beliebtesten Skigebiete Argentiniens und im Sommer lockt die Ortschaft vor allem Wanderer aus aller Welt an. Während die Umgebung von San Carlos de Bariloche von Naturschönheiten nur so strotzt, versprüht die Stadt für uns kaum einen nennenswerten Charme aus.
Lediglich der zentrale Platz mit dem Gemeindezentrum ist sehr hübsch. Eine mächtige Reiterstatue wird hier eingerahmt von schönen steinernen Gebäuden mit Holzbalkonen. An dem begrünten Hang vor dem Platz liegen die Einheimischen auf der Wiese und genießen die Sonne und den Blick auf den See. Man sieht auch ein paar alpenländische Chalets mit Erkern + Balkonen und viele Schokoladenläden zeigen uns, dass wir in der Schweiz von Argentinien sind.
Um uns einen Überblick zu verschaffen, fahren wir auf den Hausberg Bariloches - Cerro Otto. Eine retro Gondel Seilbahn aus Österreich bringt die meisten Leute auf den 1.405m hohen Berg. Wir beschließen die Schotterpiste mit unserem Caddy bis zum drehenden Aussichtsrestaurant hochzufahren. Da auf dem Cerro Otto im Winter Skibetrieb ist, vermuten wir das der von uns gefahrene Weg zum Aussichtspunkt die Talabfahrt in der Wintersaison ist. Jedenfalls erwartete uns eine außergewöhnliche Aussicht. Im Norden sieht man die Stadt Bariloche und den Nahuel Huapi-See. Im Osten kann man die Hügel Leones und Villegas und einen Teil der patagonischen Steppe sehen. Im Süden können wir den Gutiérrez-See und andere nahe gelegene Hügel sehen; und im Westen befinden sich der Cerro Catedral, der Moreno-See und die Anden.
Nachdem wir diese von der Natur geschaffenen Kunstwerke ausgiebig betrachtet und fotografiert haben, geht es auf der Talfahrt wieder runter. Die letzten zwei Nächte im Camper, wollte wir in der Nähe von Bariloche, in schöner Natur und am See verbringen.
Wir fuhren in das 25km entfernte Dörfchen „Colonia Suiza“ um dort auf dem Campingplatz „Ser“ einzuchecken. Unter großen, schattigen Tannen bekamen wir ein Plätzchen auf dem weitläufigen und sehr gut besuchten Platz zugewiesen. An diesem Wochenende fand in der „Colonia Suiza“ ein großer Volksfest statt weswegen in dem von Schweizer Auswanderern gegründeten Örtchen richtig viel los war. Die „Colonia Suiza“ ist voll und ganz auf Touristen ausgerichtet, denn es gab sehr viele Kunsthandwerk- und Souvenirläden sowie eine Food-Meile und einige urige Restaurants im Chalet Stil. Wir bummelten über das Fest, beobachteten die Leute und hörten den Musikern zu. Tagsüber schien die Sonne so kräftig, dass wir sogar ein Abschiedsbad im sehr kalten Moreno-See nahmen.
Die Rucksäcke wurden wieder gepackt und das Auto haben wir nochmal gründlich gereinigt. Nun war er da, unser letzter Campertag. Nach 6.000km von Punta Arenas bis nach Bariloche mit vielen Schotterpistenkilometer, viel Staub, mit tiefen Schlaglöchern im Asphalt, Sonne /Regen/ Hagel und Schnee starten wir das letzte mal den Motor.
Wir fahren den Circuito Chico, welcher ein sehenswerter Rundweg durch den Nahuel Huapi Nationalpark ist. Die rund 30 km durch die abwechslungsreiche und ausgesprochen fotogene Landschaft führen uns zurück nach Bariloche.
Unser Hotel ist schnell gefunden. Wir packen alles aus und pünktlich kommt Sergio zur Fahrzeugübergabe an. Wir geben Ihm noch ein paar Hinweise und praktische Tips für das Vanlife mit auf den Weg nach Südchile - und das war es. Wir sind traurig, dass die Zeit im Camper vorbei ist. Die Art zu reisen, so die Länder zu erleben und zu spüren - ist genau unsere bevorzugte Reiseart. Wir lieben diese Unabhängigkeit und merken mal wieder WIE WENIG wir eigentlich brauchen. Mit leichten Gepäck lässt es sich besser reisen.

Letzter Stop wird Buenos Aires sein.

Vg ….die Bornis
nächstes ziel:  Buenos Aires



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Puerto Octay - Las Cascdas | Chile | Dienstag - 04.03.2025 - 18:50 - GOOGLE MAPS 
48 Puerto Montt, Vulkan Osorno & der Abschied von ChileIn Puerto Montt angekommen finden wir nichts erwähnenswertes, bis auf das Hafengebiet Angelmo. Das geschäftige Treiben, der Markt mit frischem Fisch und Meerestieren, die vielen Souvenirstände und die Seelöwen sind uns gut in Erinnerung geblieben.
Ansonsten war für uns in Puerto Montt nicht so viel los. Die Großstadt ist eher der Ausgangspunkt für alle Reisenden nach Patagonien.
Wir sind nur eine Nacht geblieben und haben unsere Reise nach Puerto Varas fortgesetzt. Das 1854 gegründete Puerto Varas war die erste deutsche Siedlung am Llanquihue See. Die von den deutschen Einwanderern vererbte Architektur, die lange Seepromenade und die Lage vis-à-vis des schönsten Vulkans weit und breit machen den Charme von Puerto Varas aus.
Wir hatten Wetterglück und konnten den Anblick des majestätischen Osorno Vulkan von unserem Campinglatz „Werner“ genießen. Irgendwie zog es uns aber wieder in die Natur, weg von den Touristenhochburgen.
Wir sind am kommenden Tag am Ufer des Llanquihue Lake in Richtung Osorno Vulkan gefahren. Der Lago Llanquihue ist mit 877 km² der zweitgrößte See Chiles - zum Vergleich, die Fläche des Bodensees ist 536 km².
Immer wieder hatten wir auf der Uferstraße einen herrlichen Ausblick auf den Vulkan.
Der Osorno ist 2652 m hoch und gilt als kleiner Fuji Chiles. Dies ist eines der beliebtesten Touristenziele im Sommer, sowie im Winter zur Skisaison - also nichts mit menschenleerer Natur. Wir sind bis zur Liftstation mit dem Auto durch den Nationalpark Vicente Pérez Rosales gefahren. Auf den in die Jahre gekommenen Sessellift, sind wir dann bis zur Bergstation gefahren. Oben angekommen hatten wir ein tollen Ausblick auf den Gletscher des Osorno sowie auf die umliegenden Vulkane Calbuco, Antillanca, Tronador und den tiefblauen Lago Llanquihue. Stillschweigend vor Ehrfurcht haben wir diesen Moment genossen.
Am Abend haben wir uns eine Campingplatz am Lake gesucht.
Am kommenden Tag fahren wir zu dem Saltos de Petrohué. Diese Wasserfälle des Río Petrohué sind wie der Osorno eine Besuchermagnet in dieser Region. Dementsprechend sind der Parkplatz und die Aussichtspunkte voll. Der Anblick des Kaskaden-Wasserfalls mit dem Vulkan Osorno im Hintergrund war spektakulär. Dank eines strahlend blauen Himmels hatten wir Postkartenmotive vor uns. Am Nachmittag sind wir noch zum Örtchen Petrohue gefahren, welcher zwischen dem schneebedeckten Vulkan Osorno und den Lago Todos los Santos liegt. Ein Sprung ins kalte Wasser durfte nicht fehlen.
Wir tuckern langsam am nächsten Tag auf der V-69 südwärts in Richtung Nationalpark Hornopirén. Das Wetter wird nun langsam wechselhafter und ausgiebige Regenschauer begleiten uns. Wir finden einen sehr schönen und preiswerten Campingplatz am Reloncaví-Fjord.Der Fjord ist auf Grund seiner Tiefe und seiner insgesamt günstigen Wasserbedingungen eines der Zentren der chilenischen Zuchtlachsproduktion.
Wir sehen einige Thermen auf unserem Weg, so dass wir uns kurzentschlossen für eine natürliche Oase mit heiße Quellen entscheiden.
Die Termas del Sol sind bekannt für ihre heilende und therapeutische Eigenschaften. Die Temperatur der Becken variieren zwischen 36° und 45°. Umgeben von üppiger Natur, die zum Abschalten und Entspannen einlädt, verbringen wir mehrere Stunden dort. Was für eine Wohltat für unseren Körper. Tiefenentspannt sind wir am kommenden Tag bis zum Hafenstädtchen Hornopirén weitergefahren. Wir trödeln zunehmend mehr,und sind so im hier & jetzt und genießen die kleinen Dinge - wie z.B. süße Straßenhunde, den Markt (lassen uns hinsichtlich Mate beraten), eine schöne alte Holzkirche und guten Kaffee - ein wirklich schönes Örtchen . Am kommenden Tag nutzen wir das schöne Wetter, um im Nationalpark Hornopirén eine Wanderung zu unternehmen. Der 48.232 Hektar großer Nationalpark ist von gebirgiger Landschaft und dichtem Bewuchs durch kühlgemäßigten Regenwald charakterisiert. Entlang des türkisfarbenem Rio Blanco, einen Wildwassersport- und Raftingrevier, vorbei an vielen Bienenkästen geht unsere Wanderung zu einem Wasserfall.
Am Nachmittag setzten wir unsere Fahrt an der Fjordküste fort. Wir sehen wie Delphine die durchs Wasser schießen und beobachten das wilde Treiben eine Weile, bis sie dann wieder auf die offene See rausschwimmen.
Wir fahren Richtung Puerto Montt zurück. Nehmen eine Autofähre und besuchen den
Alerce Andino Nationalpark. Der Nationalpark beherbergt eine der ältesten Wälder der Welt.
Von den 40 000 Hektar des Alerce Andino Nationalparks wird die Hälfte von den letzten tausendjährigen „Alercen“ oder Patagonischen Zypressen auf dem Planeten bedeckt. Viele von Ihnen sind um die 3000 Jahre alt und vom Aussterben bedroht.
Die seltene südamerikanische Lärchenart wächst in 20 Jahren nur um 1 cm im Durchmesser.
Wenn man hier tief in die Wälder eintaucht, erlebt man schnell und intensiv einen gemässigten Regenwald, der bis auf die Farbe nicht viel mit unseren Wäldern zu tun hat. Wir haben in den botanischen Gärten der Welt ja schon einige Epiphyten gesehen (Pflanzen die auf Pflanzen sitzen), aber was hier auf den grossen Bäumen abgeht, ist echt unglaublich. Hier ist jeder der bis zu 50 m hohen Bäume sein eigenes Ökosystem mit einer Vielzahl von verschiedenen Pflanzen vom alles überwuchernden Moos über die endlosen Lianen bis hin zu recht normal aussehendem hohen Gras, dass in 10 m Höhe auf den Ästen wächst. Wir fühlen uns wie in einem Zauberwald aus längst vergangener Zeit. Dazu passend sehen wir am Wegesrand eine Südandenhirschkäfer. Der einsetzende Dauerregen schmälert das Erlebnis keineswegs.
Unser Campingplatz ist kurz vor Puerto Montt, so dass wir am kommenden Tag nochmal dem Outlet Patagonia einen Besuch abstatten. Schnell ging dann unsere Fahrt auf der bereits bekannten Route weiter zum Osorno, wo wir übernachten wollten. Der anvisierte Campingplatz hatte schon geschlossen, doch die Besitzerin hat für uns den Platz geöffnet, so dass wir die volle Platzauswahl hatten. Unser Stellplatz war mit Blick auf den Lago Llanquihue einfach nur perfekt.
Nun war es Zeit Chile zu verlassen und über eine Passstraße nach Argentinien zu reisen. Wir hatten uns noch ein paar Tage für die Seenlandschaft um Bariloche eingeplant. Die Aus- und Einreise verlief problemlos. Leider hingen die Wolken an diesem Tag sehr tief, so dass man die Landschaft nicht gesehen hat.

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Sant Carlos de Bariloche



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Ancud - Isla Grande de Chiloé | Chile | Sonntag - 23.02.2025 - 15:07 - GOOGLE MAPS 
47 Vulkanbesteigung, anschließend InselbesuchNach dem Volksfest sind wir noch ein paar Kilometer gefahren, denn wir wollten uns unbedingt den Queulat Nationalpark ansehen.
Bekannt wurde er vor allem wegen seines gewaltigen Hängegletschers Ventisquero Colgante. Der weitläufige Park inmitten unberührter Natur liegt direkt an der „Carretera Austral“, etwa 20 km von der Stadt Puyuhuapi und 3 Stunden nördlich von Coyhaique entfernt.
Am kommenden Tag hat der Nationalpark geschlossen und die von uns geplante 5 stündige Wanderung zum hängenden Gletscher ist seit heute nicht mehr möglich. Schade! Grund hierfür ist die Erneuerung der Wanderwege, Brücken und Aussichtsplattformen. Die Saison ist hier fast vorbei und die Campingplätze sind leer oder zum Teil sogar schon geschlossen.
Somit müssen wir uns mit dem Blick vom Campingplatz auf den imposanten Gletscher begnügen.
Unser nächstes Ziel ist der Pumalin Nationalpark.
Der Park ist ein privater Naturpark der von US-Millionär Douglas Tompkins gegründet wurde. Er liegt in der Fjordregion der Región de los Lagos in Chile, zwischen Chaitén und Hornopirén und der Grenze zu Argentinien. Er ist bekannt für seine alten Baumbestände (3000 Jahre alte Alercen) im gemäßigten Regenwald, Vulkane und Gletscher. Am 2. Mai 2008 kam es zum letzten Ausbruch des Chaitén Vulkan. Eine Aschewolke stieg über 16 Kilometer hoch auf. Pyroklastische Ströme gingen an der Nordost-Flanke des Vulkans nieder und zerstörten ausgedehnte Waldflächen.
Von Aschestürmen wurde das Dorf mit einer dicken Ascheschicht überdeckt und die Wasserversorgung wurde größtenteils kontaminiert. Zudem floss Magma in den Fluss und in mehrere Häuser und begrub diese. Am Stadtrand gibt es noch ein paar Häuser, die diese Naturkatastrophe widerspiegelt. Die 4.000 Einwohner der Stadt wurden in der Zeit evakuiert und Chaitén galt als eine Geisterstadt. Nach den Ereignissen kehrten die Bewohner zurück, bauten ihre Häuser wieder auf und siedelten sich neu an. Die Regierung fragte, ob sie Chaitén mehrere Kilometer verschieben sollten, jedoch wollte dies die Mehrheit der Bewohner nicht. Sie leben lieber mit dem Risiko, dass der Vulkan ausbrechen könnte. Dies ist Teil ihrer Heimat und diese wollten wir uns mit der Besteigung des Vulkans ansehen.
Wir übernachteten nur einige Kilometer vom Startpunkt des Wanderweges am Lago Rio Negro. Für unsere Verhältnisse sind wir am kommenden Tag früh gestartet (8:30Uhr). Wir liefen eine Stunde hoch. Anfangs führte uns der Weg durch dichten Regenwald und Gebüsch. Je weiter wir nach oben kamen, umso steiler und steiniger wurde der Weg. In der ganzen Region waren die toten Baumstämme zu sehen. Als stumme Zeugen des pyroklastischen Stroms geben sie ein schönes Fotomotiv.
Auf den Weg nach oben, konnten wir das Flussbett des Rio Blanco sehen. Dieses war mit vielen Segmenten gefüllt. Oben angekommen hatten wir eine gute Sicht auf den Krater. Dieser dampfte vor sich hin. Leider konnte man nicht nach ganz oben zum Katerrand. Es war aber sehr beeindruckend vor einem aktiven Vulkan zu stehen, der in der Lage ist so viel zu zerstören. Wir liefen oben noch ein wenig herum, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Für den kommenden Tag, hatten wir eine Fährfahrt nach Quellón gebucht.
Die Hafenstadt liegt im Südosten der Insel Chiloé an der Panamericana und ist der offizieller Start- bzw. Endpunkt (Kilometerstein 0 der Carretera Panamericana).
Pünktlich stellen wir uns in die Schlange wartender Autos an. Ca. eine dreiviertel Stunde vor der Abfahrt, kommt ein offizieller Beamter des Zolls zu uns und meinte, dass wir noch eine Bestätigung / Zustimmung - oder Stempel für unser Auto benötigen. Wir sollten wieder ins Dorf fahren und diesen noch holen. Wegen der noch verbleibenden Zeit, sind wir zurückgerast. Leider haben wir nicht genau verstanden, worum es eigentlich bei der noch fehlenden Zustimmung geht.
Wir stürmen in das gedachte Büro, doch die Mitarbeiter verstehen nicht (trotz Übersetzer), was wir von Ihnen wollen. Also rennen wir zum Büro, welches uns die Fährtickets verkauft hat. Wir machten unsere dringliche Lage mit Körpersprache deutlich, doch die Mitarbeiterin telefonierte seelenruhig weiter. Mir ist dann der Kragen geplatzt und ich bin ins Büro rein und habe Ihr verklickert, dass wir schnell irgendwas benötigen - aber was genau war uns immer noch nicht klar. Fakt war nur, dass die Fähre in 20min planmäßig ablegen würde. Irgendwann machte es bei der Mitarbeiterin klick und sie schickte uns in ein anderes Haus. Dort würden uns geholfen werden.
Wir rennen zu dem Zoll-Haus, wo ein Mitarbeiter am Schreibtisch sitzt und auf den Bildschirm starrt. Wir waren nun an der richtigen Stelle, aber leider konnte der Mann kein Englisch. Wir übergaben die Fahrzeugunterlagen und baten um schnelle Bearbeitung, da nur noch 15 min bis zu Abfahrt fehlten.
Er fing an irgendwelche digitalen Dokumente zu lesen. Ein weiter Kollege, der uns aus der Warteschlange hierher geschickt hatte, kam hinzu. Die beiden diskutierten und suchten weiter nach irgendwelche Unterlagen. Letztlich wurde zum Telefonhörer gegriffen, die offizielle Abfahrtzeit war bereits verstrichen, um den oberste Zollchef zu konsultieren. Ich versuchte mit der ÜbersetzungsApp den Zusammenhang zu verstehen. Der VW Camper ist ein Re-Import und war nicht auf irgendeiner Registrierliste auffindbar. Somit musst erst der Chef telefonisch seine Zustimmung geben, dass wir mit der Fähre fahren dürfen.
Wir rasen also zurück (mit dem Zollbeamten) zum Fähranleger. Die Fähre war bereits voll beladen und wartete seit ca. 30min aufs Ablegen.
Alle Augen auf uns gerichtet, fuhren wir rückwärts auf den letzten Stellplatz. Unser Puls war zwischenzeitlich bei 200…aber wie so oft fügt sich alles zum Guten.
Die 6 stündige Überfahrt hätte Dank ruhiger See entspannt verlaufen können…für Kerstin war es wohl eine der schlimmsten Überfahrten.Scheinbar hat sie irgendetwas nicht vertragen …und sieht mächtig „grün“ aus. Gegen 23 Uhr haben wir Quellón erreicht. Unser Krankentransport (einer liegend, einer fahrend) hat die Fähre als erster verlassen. Die sehr kurze Nacht verbrachten wir auf einem freien Stellplatz in der Nähe einer Tankstelle und eines Krankenhauses. Den kommenden Tag fühlten wir uns beide total erschlagen. Daher sind wir nur ein paar Kilometer zu einem privaten Landschaftschutzgebiet gefahren. Ein ausgiebiger Mittagsschlaf brachte uns wieder auf Vordermann, so dass wir am Nachmittag den liebevoll angelegten Pudu Park besuchen konnten. Mit einer Schulterhöhe von 35 bis 38 cm, einer Kopf-Rumpf-Länge von 80 cm, einer Schwanzlänge von ca. 2 cm und einem Gewicht von 6 bis 8 kg zählt der Südpudu zu den kleinsten Vertretern aus der Familie der Hirsche. Leider haben wir die kleinen Hirsche nicht gesehen.Die Gastfreundschaft der Parkbesitzer hat uns entschädigt.Die Familie war so lieb und zuvorkommend.Sie gaben uns am nächsten Morgen ein selbstgebackenes Brot mit auf den Weg.
Das Inselarchipel von Chiloé ist nach dem zur Hälfte argentinischen Feuerland Chiles zweitgrößte Insel. Da sich Chiloés Entwicklung immer unabhängig vom Festland vollzogen hat, wirkt die Insel bis heute relativ unberührt und ist dementsprechend touristisch nicht so stark frequentiert. Auf der Insel scheinen die Uhren langsamer zu ticken – das Leben geht noch seinen einfachen, von den Gezeiten bestimmten Gang.
Zu den klassischen Sehenswürdigkeiten Chiloés gehören neben der rauen, zerklüfteten Küstenlandschaft, die im Westteil der Insel auch durch einen Nationalpark geschützt ist, und den malerischen Fischerdörfern mit ihren buntbemalten Stelzenhäusern vor allem Chiloés Holzkirchen.
Als Prunkstücke gilt die Kathedrale von Castro. Die grosse Kirche ist gelb gestrichen, doch die Farbe ist schon ziemlich verblasst. Umso schöner ist das Innere der Kirche. Die Iglesia San Francisco ist eine der 16 Holzkirchen von Chiloé, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Wir waren sehr beeindruckt vom Holzbauwerk.
Castro ist die Hauptstadt der Provinz Chiloé und die drittälteste Stadt Chiles. Klassische Fotomotive geben auch die bunten, oft baufällig wirkenden Palafitos ab, wie wir sie in Castro gesehen haben. Viele dieser alten Stelzenhäuser stehen leer oder wurden zu kleinen Hotels oder Restaurants umgebaut.
Auf den weg zu den Pinguinen kommen wir durch das Städtchen Ancud.
Die Stadt liegt am Kanal von Chacao im Norden von Chiloé. Durch sie führt die Panamericana. Das hier vorherrschende Klima ist mild, aber außerordentlich feucht. Regen kommt überaus häufig vor - welcher uns auf der ganzen Insel bereits begleitete. Die Stadt verfügt über Befestigungsanlagen, die im 18. und 19. Jh. noch Piraten fern hielten. Bei unserer Ankunft in der Stadt, waren die Bewohner in heller Aufruhr. Ein Großbrand im Zentrum löste ein Verkehrschaos aus. Wir suchten uns ein Kaffee und haben den Stadtbesuch erstmal verschoben.
Wir fahren die letzten paar Kilometer zur Bucht von Puñihuil.
Dort befinden sich drei kleinen Inseln (Islotes de Puñihuil), einer der wenigen Orte auf der Welt, an dem sowohl der Magellanpinguin als auch der Humboldtpinguin nisten.
Leider regnet es unaufhörlich, so dass wir uns einen Stellplatz für die Nacht gesucht haben.Geweckt werden wir von einem neugierigen Schaf, dass direkt ins Auto schaut-das sah sehr witzig aus.Es scheint zunächst so ,als würden die Ausfahrten zu den Pinguinen mit den Fischerbooten wieder nicht erfolgen, da dichter Nebel die Inseln umhüllt. Doch pünktlich zur Abfahrtzeit reißt der Himmel auf und wir hatten bestes Wetter. Glücklicherweise zeigten sich auch beiden Pinguinarten zahlreich.
Unsere Rückfahrt geht dann wieder über Ancud hin zur Fähre nach Chacao. Die Autofähre benötigt rund zwanzig Minuten bis zum Festland nach Pargua. Von dort sind es noch rund 60km bis nach Puerto Montt.

Unser Abstecher über die Insel war anders als Patagonien. Hier sieht man nicht jeden Tag unfassbare Landschaften, sondern man erlebt und sieht das einfache chilenische Leben, abseits vom Tourismus. Das Wetter hat uns oftmals eine Pause aufgezwungen, was aber nach den vielen Eindrücken, Erlebnissen und der kontinuierlichen Vorwärtsbewegung, auch mal gut tat.


Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Volcano Osorno



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Villa Maniguales | Chile | Sonntag - 16.02.2025 - 14:52 - GOOGLE MAPS 
46 Auf der Carretera Austral nordwärtsDie Naturstraße Carretera Austral windet sich durch die unwegsame Gegend des Südens von Chile. Die Landschaft in diesem Teil Chiles ist geprägt von zerklüfteten Fjorden, steilen Felswänden und dichtem Regenwald. Kein Wunder, dass dieser Teil von Chile kaum besiedelt und wenig erschlossen ist. Wir fahren auf der staubigen Gravel Road Ruta 7 weiter in Richtung Norden. Ein Sprichwort hier besagt: „Wer in Patagonien hetzt, verliert Zeit.“ Sicher soll die Natur langsam und aufmerksam wahrgenommen werden…Schlaglöcher, Staub und Waschbrettpisten „helfen“ uns beim Langsamreisen.
Also haben wir das Pistenabenteuer sehr gerne angenommen.
Im Jahre 1976 begannen unter der Militärdiktatur Augusto Pinochets die Bauarbeiten für eine Straße durch den Süden. Die Carretera Austral („Südliche Landstraße“) bildete das bis dahin aufwändigste Großprojekt Chiles im 20. Jahrhundert und galt als Prestigevorhaben des Regimes. Mehr als 10.000 Soldaten wurden zeitweise für den Bau eingesetzt. Der Straßenbau erwies sich auf Grund der Landschaft als äußerst schwierig. Eine direkte Nord-Süd-Verbindung war technisch unmöglich, daher führen rund 1150 km der Wegstrecke von Norden nach Süden und rund 229 km von West nach Ost. Vier Meerengen müssen per Fähre gekreuzt werden. Der Bau kostete rund 200 Millionen US-Dollar. Bis weit in die 1990er Jahre wurde an dem gegenwärtigen Zustand der Straße gebaut. Trotzdem sind Teile der Carretera Austral sehr einfache Schotterpisten. Die Wartung und Pflege erweist sich als zu aufwändig. Etwa die Hälfte der Carretera Austral ist inzwischen asphaltiert. Wenn man vom Süden kommt -so wie wir, beginnt momentan der Asphalt hinter der Siedlung Villa Cerro Castillo. Aber bevor es auf der asphaltierten Carretera weitergeht, machen wir ein zweitägigen Stop in der Siedlung.
Die Berge in Patagonien üben eine magische Anziehungskraft auf uns aus. Kein Wunder also, dass wir uns auf den Weg nach Nordpatagonien unbedingt die Burg Patagoniens, den Cerro Castillo, aus nächster Nähe ansehen wollen. Ein mächtiger Berg aus pechschwarzem Granit. Wie eine Burg mit hunderter kleiner Türmchen, die einem Herr der Ringe Buch entsprungen sein könnte, wacht der 2675 Meter hohe Cerro Castillo über die ungezähmte Landschaft des gleichnamigen Nationalparks. Diesen unvergesslichen Anblick wollen wir natürlich auch bestaunen. Für Wanderfreunde gilt der Trek zum Cerro Castillo, als wahrer Geheimtipp in Patagonien.
Wir finden im Ort ein netten Campingplatz und haben am nächsten morgen den Wettergott auf unserer Seite. Blauer Himmel, kein Wölkchen zu sehen und Temperaturen um 12 Grad am frühen Morgen. Nach dem Frühstück, fahren wir im Ort bis zum Ende einer Schotterpiste, wo sich ein kleiner Privatparkplatz befand. Die Frau kassierte pro Auto 5.000 CLP ab - ein guter Zuverdienst, denn am Nachmittag war dieser randvoll. Ein kleiner Bretterverschlag markiert den Eingang des Trails. Hier entrichten wir die 16.000 Pesos Eintritt pro Person und werden registriert. Die ersten Kilometer führen durch Privatbesitz und werden dem Landbesitzer in den nächsten Jahren sicher einen ordentlichen Geldregen bescheren.
Die Parkranger erklärt uns die Gegebenheiten der Wanderung. Immer auf den Pfaden bleiben, den rot-weißen Markierungen folgen und besonders den letzten, steilen und steinigen Teil der Wanderung nicht unterschätzen. Der Aufstieg !!! dauert etwa 3-4 Stunden, je nach Fitnesszustand. Wir überquere einen kleinen Zaun und die Mission Cerro Castillo kann starten. Der stille, wilde chilenische Wald liegt am Morgen (9 Uhr) vor uns. Es folgt ein kleiner Kuhfladen- und Pferdeäpfel-Slalom. Wir sind allein in dieser sagenhaften Natur und genieße jeden Meter im Märchenwald, den wir zurücklegen. Immer begleitet vom patagonischen Wind, der besonders auf den baumlosen Abschnitten das Vorwärtskommen erschwert.
Der erste Teil der Cerro Castillo Wanderung ist keine große Anstrengung und wir komme zügig voran. Die Vegetation wird von Schritt zu Schritt spärlicher. Nur noch hüfthoch sind die Sträucher und vereinzelt stehen die vom Wind gezeichneten, knorrigen Lenga Bäume. Das raue Klima und die starken Winde formen hier oben die Landschaft.
Wir lege eine Pause ein und schauen hinab ins Tal. Was für ein Anblick. Diese weite, menschenleere Landschaft liegt uns zu Füßen. Verschlungene Flußläufe das Ibañez-Tal, weit entfernte Gipfel und ein weites Spektrum an Naturtönen erfüllen unser Herz mit Glück und brennen sich tief in unser Gedächtnis ein.
Wie weit kann man eigentlich sehen????…100km oder können es auch 200 oder 500km sein - einfach unfassbar diese Fernsicht.
Die Baumgrenze ist erreicht und das Aussehen der Landschaft ändert sich schlagartig. Aus bewachsenem Boden und festem Untergrund wird ein von Steinen und Geröll überhäufter Weg, der steil nach oben führt. Vorsichtig setze wir einen Fuß vor den anderen und testen die Trittfestigkeit. Der Blick nach oben verheißt Steine, Steine und noch mehr Steine. Der Weg wird immer schmaler. An manchen Stellen müssen wir uns mit den Händen abstützen. Nach ca. 2,5 Stunden erreichen wir die zweite Registrierstation. Hier muss man sich erneut eintragen und später beim Rückweg wieder austragen. „30 minutos mas – noch eine halbe Stunde“ sagt der Ranger. Die letzten 1,5 Km gehen nochmal richtig ans eingemachte, aber die Vorfreude auf den Anblick treibt uns voran. Wir passieren eine Kurve. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Das Erste, was uns ins Auge fällt, ist die Lagune, deren türkisfarbenes Wasser jeder Beschreibung von Türkis spottet. Dies muss das vollkommene Türkis-blau sein. Mit einem Mal strömt eine totale Zufriedenheit durch unseren Körper. Ein Schild zeigt uns an, dass wir es geschafft habe. Mirador Cerro Castillo. Der Blick auf den schlossähnlichen Gipfel (daher der Name) und seinen Gletscher in Kombination mit dem vor ihm liegenden Gletschersee ist einzigartig.
Wir suchen uns einen windgeschütztes Felsplateau und genießen den Endorphin Ausstoß. Eine gigantische, tiefschwarze Wand liegt vor uns. Bedrohlich und faszinierend zugleich. Es gibt keinen passenderen Namen als „Castillo“ – die Burg, denn hier fehlen wirklich nur noch Feuer und umherfliegende Drachen. Ein Ort wie aus einem Fantasy-Roman. Imposante Wasserfälle rauschen hinab in die Laguna Castillo. Ein mächtiger Gletscher hängt wie gefangen in den Klauen am Rand des Berges. Für uns ist dieser Ort ebenso beeindruckend und tiefgängig wie die Türme des Cerro Torre im Torres del Paine Nationalpark.
Eine Stunde lang liegen wir hier, genieße diese Landschaft, den Moment, die Stille und versuche möglichst viel davon auf uns zu übertragen und zu konservieren. Danke für diese unvergessliche Begegnung, Cerro Castillo.
Der Abstieg ging etwas schneller, aber trotzdem schmerzten uns am Abend die Knie. Die ca. 15,1 km lang Wanderung, mit einem Höhenunterschied von 1.270 m haben wir letztlich in 6,5h bewältigt. Es hat Spaß gemacht und wir sind zutiefst beeindruckt von der unfassbar schönen Landschaft.
Abends haben wir uns vom Foodtruck ein leckeren Burger zum Abschluss eines perfekten Tages gegönnt. Satt, glücklich und erschöpft sind wir dann eingeschlafen.
Am nächsten Morgen ging es nun auf einer asphaltierten Carretera weiter - unser Auto freut sich, wir uns auch.
Next Stop ist Coyhaique - sie ist die größte Stadt an der Carretera Austral und liegt in einem fruchtbaren Tal mit eigenem Mikroklima. Angegeben wird aber auch die höchste Feinstaubbelastung von ganz Lateinamerikas. Wie kommt das ? 94 % der Bevölkerung benutzen Brennholz als Energiequelle zum Kochen und Heizen, Coyhaique liegt in einem Becken, so dass in den kalten Monaten eine Verteilung der Schadstoffe verhindert wird.
Wir machten nur ein kurzen Zwischenstopp, schlagen ein paar Schnäppchen im hiesigen Patagonia Shop und genießen sehr guten Cappuccino und leckeren Kuchen.
Bei der Recherche über den Ort, haben wir erfahren, dass der Mitbegründer der Outdoor-Firma The North Face, Douglas Tompkins, bei einem Kajak-Ausflug am Lago Carrera tödlich verunglückte. Der 72-Jährige war mit seinem Kajak und Freunden auf einem See gekentert. Ein Marineschiff hat alle sechs Kajakfahrer aufgenommen, und Tompkins ist mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus der Stadt Coyhaique gebracht worden.Tompkins Begleiter überlebten das Unglück, er verstarb leider an Unterkühlung.. Tompkins ist auf einem kleinen Friedhof der ehemaligen Schaffarm im Chacabuco-Tal begraben worden. Die Welt hat 08.12.2015 ein großen Umweltaktivisten und Öko Unternehmer verloren. Der von ihm gegründete Nationalpark Pumalin trägt seine Gedanken des Naturschutzes weiter.
Wir fahren weiter nach Puerto Aysén und wollten nach so vielen Bergen mal wieder Meer sehen. Leider hatte das Wetter nicht mitgespielt. Es war kalt, regnerisch und windig, so dass wir mit dem Blick auf die Wettervorhersage beschlossen, nur eine Nacht zu bleiben. Den kleinen Ort haben wir am Abend mit einem Spaziergang inspiziert und sind am kommenden Tag auf der Ruta 7 zum Queulat-Nationalpark gefahren. Der Queulat Nationalpark soll zu den schönsten Nationalparks in Chile gehören. Vor allem wegen seines gewaltigen Hängegletschers Ventisquero Colgante wollten wir den NP besuchen.
Entlang der Ruta passieren wir kleine Ortschaften. In Villa Maniguales erblicke ich von der Straße aus eine Rodeo Arena. Wir biegen auf das Vereinsgelände und ich fotografiere die in die Jahre gekommene Holzarena. Chilenisches Rodeo ist seit 1962 der offizielle Nationalsport in Chile. Er wird in allen Landesteilen, hauptsächlich aber in Zentralchile in extra dafür gebauten Arenen praktiziert. Plötzlich kommt ein Huaso (chilenischer Cowboy) in die Arena geritten. Die Pferde sind der ganze Stolz der Huaso und werden in der Ausbildung entsprechend trainiert und zur Perfektion getrieben. Das Rodeo ist für die Reiter dann die ersehnte Gelegenheit ihre Pferde und ihr Können vorzuführen. Ich zeigte dem Huaso mein Handy und frage ob ich Bilder von Ihm machen dürfe. Er lud mich ein in die Mitte der Arena zu kommen. Also öffnete ich das Holztor. Das erste was ich sah, war ein stattlicher Stier - ich machte erstmal zwei Schritte zurück. Der Reiter führte dann exklusiv für mich sein Können vor. Dabei wird der Stier an der Leine, vom Pferd und Reiter an der Arenawand entlanggeführt. Die Wettkämpfe - Rodeo Chileno basieren auf der täglichen Arbeit mit den Kühen, Reiter - die Collera - treiben einen Stier um eine Halbmondförmige Arena und stoppen ihn in einem vorgegebenen Platz indem ein Reiter den Stier gegen die Abpolsterung an der Wand drückt. Na ja nicht gerade mein Sport und mal abgesehen vom Tierschutz fragwürdig, aber die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter war schon beeindruckend.Per Handschlag bedanke ich mich beim Reiter für diese unerwartete und sehr freundliche Begegnung.
Weiter ging es - bis wir im Auto laute Musik von draußen hörten…ein Dorffest. Also Vollbremsung, Parkplatz suchen und auf gehts. Es gab einige Essens-, Getränke- und Verkaufsstände, eine verwaiste Hüpfburg und eine Holzbühne, auf der chilenische Musiker spielten. Viele Leute standen um einen einen mit Holzbänken eingezäunten Platz an deren Ende viele junge Pferde auf einer Koppel standen. Schnell wurde uns klar, dass hier die Hauptattraktion das Pferdereiten oder besser gesagt, sich auf dem Pferd halten war. Wir beobachten die Leute die sich in Ihren traditionellen Hemden, Mützen oder Tücher gekleidet hatten. Alle warteten auf den ersten Ritt. Ohne Sattel, ohne Steigbügel….ganz traditionell versuchten sich die jungen Männer ein paar Sekunden auf dem Rücken der Pferde zu halten. Die Reiter wurden bejubelt und gefeiert. Jeder Ritt wurde lautstark vom Moderator kommentiert und zwischendurch gab es wieder chilenische Volksmusik. Neben dem sportlichen Spektakel (ein Pferd ist übrigens durchgegangen und hat Zäune niedergerissen und auch einen Zuschauer verletzt) sind vor allem die hausgemachten Leckerein erwähnenswert. Drei ältere Frauen haben in einer Seelenruhe leckere gefüllten Teigtaschen hergestellt. Wir mussten 40min auf unsere Bestellung warten, aber es hat sich gelohnt - 5 von 5 Sternen an die super freundlichen Damen vom Empanada Stand.

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Chaitén und Insel Chiloé



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Puerto Tranquilo | Chile | Donnerstag - 13.02.2025 - 14:54 - GOOGLE MAPS 
45 Natur die Glücklich macht und Straßen zum verzweifelnVon Los Antiguos fahren wir die paar Kilometer über die Grenze nach Chile Chico.
Wir haben Glück, da der Genzübergang am Morgen nicht so stark frequentiert ist. Auf Argentinischer Seite geht die Ausreiseprozedur recht schnell. Wir fahren wieder ein paar Kilometer durchs Niemandsland und müssen nun den Einreiseprozess inkl. Zollprüfung überstehen. Online füllen wir Dokumente aus, Pässe werden geprüft und dann geht es zum Zoll. Ich fahre mit dem Camper zu einen langen Tisch, auf den wir alle unsere Lebensmittel rauflegen mussten. Drei Beamte fingen im Wagen und unsere Sachen nach verbotenen Gegenständen zu filzen. Selbst die Motorhaube musste ich offnen - es könnte ja sein, dass wir Lebensmittel in dem total verstaubten Motorraum schmuggeln. Freundlich aber bestimmt machen die Zöllner Ihre Arbeit. Bis es dann hieß: „Okay“ Wir packen schnell alles wieder zusammen und unsere „Ordnung“ ist wieder hergestellt.
In Chile Chico haben wir Lebensmittel aufgefüllt, unsere SIM Katen aufgeladen (alle 30 Tage notwendig) und bei der Touristeninformation Kartenmaterial für den nördlichen Teil von Patagonien besorgt. Wir starten in Chile Chico auf asphaltierte Straße, welche gleich am Ortsausgang zu einer schlechten Schotterstraße wird. Die Ruta 265 am Ufer des Lago General Carrera (in Argentinien heißt der See - Lago Buenos Aires) geht auf und ab, mit vielen Schlaglöchern, gefährlichen und ungesicherten Kurven. Bei jedem Gegenverkehr verschwindet die schlechte Schotterpiste in einer großen Staubwolke.
ABER - die Ruta 265 entlang des südlichen Ufers ist für uns eine der schönsten Routen in Patagonien. Der See liegt eingebettet zwischen hoch aufragenden Felsmassiven. Die Farbe von Südamerikas zweitgrößtem See variiert zwischen Kobaltblau und Türkis. Das kristallklares Wasser spiegelt die majestätischen Andengipfel wieder und schafft einen unvergessliche Anblick. Mit einer Gesamtfläche von 1850 km², gehört dieser See zum größten See im chilenischen Gebiet und zum zweitgrößten in Argentinien. Er ist auch der zweitgrößte See von Südamerika, nach dem Titicacasee.
Nach rund 115km Buckelpiste auf der Ruta 265 erreichen wir am Ende des Lago General Carrera die Ruta 7, die legendäre Carretera Austral.
Die Carretera Austral (offizielle Bezeichnung Ruta CH-7) ist eine rund 1350 Kilometer lange Straße und hat den Status einer nationalen Längsachse. Der Bau der Straße ist noch nicht vollendet, so dass uns weitere Fahrabenteuer bevorstehen.
Am Anfang bietet die Strecke entlang des Rio Baker wieder geniale Aussichten über den türkisfarbenen Fluss. Einen Stopp legen wir beim Zusammenfluss der beiden Flüsse Rio Baker und Rio Nef ein. Vom Parkplatz ist es eine kurze Wanderung entlang des Sendero Confluencia bis zum Zusammenfluss. Interessant ist zu sehen, wie sich das Wasser der beiden Flüsse vermischt. Das Wasser des Rio Baker ist türkisfarben und das des kleineren Rio Nef braun. Beim Zusammenfluss bilden sich Wirbel und erst nach einigen Metern vermischt sich das Wasser komplett. Wir fahren weiter bis nach Cochrane und kommen am Südlichen Eingang vom Patagonia Nationalpark vorbei. Der Patagonia-Park ist eines von mehreren privaten Schutzgebieten, die das Ehepaar Tompkins in Südamerika geschaffen hat.
Über Jahrzehnte hinweg haben sich Douglas Tompkins (1943-2015), Mitbegründer der Marken The North Face und Esprit, und Kris Tompkins (1950), ehemalige CEO der Marke Patagonia, für den Naturschutz eingesetzt und große Teile wilder Landschaften Patagoniens im südlichen Chile und Argentinien aufgekauft und in Nationalparks umgewandelt. Über 800.000 ha Land – ein Millioneninvestition, die einer der größten Landspenden an Chile und Argentinien nach sich zog.
Das Ehepaar Tompkins hat in den letzten 20 Jahren in Südamerika für rund 250 Mio. Dollar insgesamt 11 Naturparks geschaffen. Einen Teil davon haben sie der chilenischen Regierung als Naturreservate zurückgegeben.
Wir kommen am Abend in Cochrane an und finden auf einem kommunenartigen Hinterhof einen Stellplatz für die Nacht. Hunde, Katzen, Hühner liefen kreuz und quer über den Hof, aus der Küchenbaracke kamen lecker riechende Rauchschwarten vom Grill heraus und es wurde getanzt und gesungen. Wir standen sehr zentral im Hinterhof, so dass wir die volle Geräuschkulisse mitbekamen. Glücklicherweise verkrochen sich die meisten Leute, mit den sinkenden Temperaturen, in Ihre Zelte.
Am nächsten Tag haben wir eine schöne Wanderung im Patagonia Nationalpark gemacht. Der Wind war wiedermal unser Begleiter. Herrliche Aussichten auf den riesigen Grenzsee Cochrane Lake (chilenischer Name) / Pueyrredón Lake (Argentinischer Name), welche in ein unglaublich schönes Bergmassiv eingebettet ist, eröffneten sich uns immer wieder. Die Wanderung war fantastisch und wir haben die Glücksmomente gut abgespeichert. Nach der Wanderung haben wir uns für die Rückfahrt auf der Carretera Austral entschieden. Somit führen wir ab diesen Zeitpunkt nur noch nordwärts auf der Carretera. Die Buckelpiste verlangte meine volle Konzentration und fahrerisches Können. Wir wollten schließlich noch bis nach Puerto Rio Tranquilo an diesem Tag kommen. Das touristische Highlight in Puerto Tranquilo sind die Marmorhöhlen. Hier befindet sich ein außergewöhnliches patagonisches Highlight, welches es sogar auf den Bildschirmschoner von Windows geschafft hat. Die Marmorhöhlen in der Region Aysén gehören zu einem der außergewöhnlichsten Naturwunder dieser Erde. Über mehr als 6.000 Jahre hinweg haben die wilden Strömungen des Sees Lago General ein Meisterwerk aus Stein, Farbe und Licht geschaffen. Das wollten wir uns mit eigenen Augen ansehen.
Am Abend kamen wir dann schließlich etwas kaputt in Puerto Tranquilo an. Wir checkten auf einem Campingplatz ein und konnten dort für den kommenden Morgen eine Bootsfahrt zu den Marmorhöhlen buchen. Der Ort ist ein entspanntes Plätzchen mit einer handvoll Restaurants und staubigen Straßen. Die Lage am See in der Nähe der Höhlen und zum San Rafael-Gletscher macht ihn zu einem beliebten Reiseziel.
Am nächsten Morgen stehen wir führ auf, da die Tour zu den Capillas del Marmol um 7:50 Uhr starten soll. Am Strand angekommen treffen sich die einzelnen Bootsausflugsanbieter und deren Mitfahrer. Es herrscht schon reger Betrieb bei den Booten. Touristen warten ungeduldig und frierend auf das Startsignal. Endlich erhalten wir unsere Sicherheitswesten und nehmen in dem kleinen Boot mit Außenborder Platz. Wir rasen über den See zur Isla Panichini. Dort liegt in einer Bucht eine altes Versorgungsschiff aus den sechziger Jahren auf Grund und bietet mit dem türkisfarbenem Wasser, eine schöne Fotokulisse.
Die aufgehende Sonne taucht die Berge und den See in ein zauberhaftes rot-gelbes Licht. Die Fahrt geht dann ca. 15 Minuten weiter und die Vorfreude auf die sagenumwobenen Höhle steigt. Wir erreichen die größte Attraktion des Sees, welcher übrigens 3 mal größer als der Bodensee ist. Die als Catedral de Mármol, Capilla de Mármol und Cavernas de Mármol bekannten, bizarren Marmorformationen und Marmorhöhlen werden von uns bestaunt und zur genüge fotografiert.
Diese bestehen aus einer Reihe von Höhlen, die vom Wasser des Sees in dem Bereich erodiert wurden. Es gibt zwei Hauptbereiche: Der touristisch bekannteste befindet sich am Puntilla El Mármol, um den herum sich die Hauptinseln befinden, aus denen die “Kathedrale” und die “Kapelle” hervorgegangen sind; der zweite befindet sich auf der Insel Panichini, in der Nähe von Puerto Sánchez, und den nahegelegenen kleinen Inseln. Die der Erosion ausgesetzten Gesteine bestehen aus Marmor, der zum metamorphen Fundament der Region gehört und aus dem Paläozoikum stammt (dies entspricht einem Alter von 300 Millionen Jahren). Die Marmore weisen bänderartige Schichtungen auf, die aus verschiedenfarbigem Gestein bestehen, das auf komplexe Weise gefaltet zu sein scheint. Obwohl Weiß die vorherrschende Farbe ist, ist es an manchen Stellen möglich, Blau- und Rosatöne auszumachen. Diese Farbgebung ist auf mineralische Verunreinigungen zurückzuführen.
Man schätzt, dass der Bereich mehr als 5000 Millionen Tonnen Marmor mit einem Calciumcarbonatgehalt von 94% aufweist. Die Entstehung von Höhlen (cavernas) geht auf ein neueres Karstphänomen zurück, das vor 15.000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit auftrat. Die Erosionswirkung des Seewassers löste die Felsen förmlich auf und ließ die heute existierenden Klippen und Marmorinseln entstehen.
Das Himmelblau des Wassers an dieser Stelle ist dessen Klarheit und dem hellen Untergrund zu verdanken.
Was für ein einzigartiger Anblick für den wir sehr dankbar sind.
Aber so ist das in Patagonien. Man bereist hier eine Region, die der Mensch nicht im Griff hat, die Reisende oft an ihre Grenzen bringt, gleichzeitig aber mit unfassbarer Natur aufwartet und glücklich macht.

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Coyhaique - entlang der Carretera Austral



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Los Antiguos | Argentinien | Montag - 10.02.2025 - 01:53 - GOOGLE MAPS 
44 Argentinische Gletscher, beeindruckende Bergmassive und eine legendäre Ruta 40Wir fahren zurück nach Puerto Natales, tanken und kaufen erneut Proviant ein und fahren anschließend die Ruta 250 bis nach Dorotea. Dort befindet sich der Grenzübergang. Erst müssen wir bei den chilenischen Beamten unsere Pässe vorzeigen und dann beim chilenischen Zoll weiter Reisedokumente vorzeigen. Da der Grenzübergang recht klein ist dauert diese Prozedur nur 20 min. Die Ausreise war schonmal problemlos. Anschließend fahren wir durch Niemandsland zur argentinischen Grenzstation. Dort erfolgt in einer abgeranzten Hütte der gleiche Vorgang. Auch hier verläuft alles problemlos, so dass wir uns nun für die nächsten Tage auf der argentinischen Seite von Patagonien nordwärts fortbewegen werden.

Das erste Abenteuer lässt nicht lange auf sich warten - die Ruta 40. Ein paar Kilometer nach Río Turbio gelangen wir dann auf Argentiniens schönste Route in die Einsamkeit.
Mit ihren 5.300 km ist sie die längste Nationalstraße Argentiniens: die legendäre „Cuarenta“ (Vierzig). Dem Verlauf der Anden folgend führt sie durch sämtliche Klima- und Höhenzonen, die das Land von Nord nach Süd zu bieten hat. Sie ist ohne Zweifel eine Strecke der Superlativen: Als eine der längsten Fernstraßen weltweit findet sich hier auf unglaublichen 4.895 m auch der höchste befahrbare Pass unseres Planeten. 
Von den hohen Bergen der Anden, vorbei an den endlosen Steppenlandschaften der Pampa, durchquert man das wilde Patagonien, bis sie schließlich den Atlantik erreicht… Eine Fahrt auf der „Endlosen Schotterpiste“  ist ein unvergessliches Highlight für Abenteurer aber auch anstrengend, wie wir erfahren durften.

Wir fahren nordwärts und sind sofort gefesselt von der Weite, welche nur schwer fassbar ist. Manchmal begegnet uns eine Stunde lang nicht ein einziges Fahrzeug. Für hunderte von Kilometern kein Haus, keine Tankstelle !!!, kein Handy-oder Internetempfang. Einfach nichts. Einzig der extrem starke Wind ist unser treuer Begleiter. Manchmal schaffe ich es gerade so die Autotür aufzudrücken, um ein Foto von der Weite zu machen. Was uns vorher keiner sagte, dass die Ruta oft nicht asphaltiert ist. Sand, tiefer Schotter, Waschbrettpiste, absolut einsame Abschnitte, wenig Infrastruktur, extremer Wind und nicht leicht zu fahren. Aber trotzdem oder gerade deswegen ein absolutes unvergessliches Abendteuer für uns und auch für unseren Camper. Ein Wort noch zur Region.
Santa Cruz ist die am dünnsten besiedelte Provinz Argentiniens. Die Bevölkerung konzentriert sich in wenigen städtischen Ansiedlungen. Weite Teile sind fast unbewohnt. Auf rund 250.000qkm leben gerade mal 270.000 Menschen, was eine Bevölkerungsdichte von 1,1 qkm ausmacht. Nun versteht man auch die Einsamkeit besser.

Unser Ziel ist der Nationalpark Los Glaciares in der Nähe von El Calafate.
Der Nationalpark liegt im argentinischen Teil Patagoniens. Er bedeckt eine Fläche von 4459 km² und wurde von der UNESCO 1981 in die Welterbeliste aufgenommen. Der Nationalpark besteht neben einigen kleineren Gletschern im Wesentlichen aus den drei großen Gletschern Perito-Moreno-Gletscher, Upsala-Gletscher und Viedma-Gletscher. Diese münden in zwei Seen, den Lago Argentino und den Lago Viedma, die jedoch nur teilweise innerhalb des Nationalparks liegen.
Wir erreichen den sehr touristischen und menschenvollen Ort El Calafate am Nachmittag. In vielen Reiseführern und Berichten wird El Calafate als eine unattraktive Stadt beschrieben. Diesem können wir uns, zumindest was das Zentrum dieses Ortes angeht, nicht anschließen. Vielmehr haben wir eine sehr gepflegte Innenstadt mit vielen Geschäften, vielen Hunden, Grünflächen und einem ansprechenden Straßenbild vorgefunden.
Entlang der Av. de Libertador, der Hauptstraße durch den Ort, reihen sich die Lokale und Geschäfte aneinander. Wir probieren an drei Banken argentinische Pesos abzuheben abzuheben - ohne Erfolg. Wahrscheinlich ist Bargeld derzeitig rar. Zum Glück können wir auf dem Campingplatz mit chilenischen Pesos bezahlen - natürlich zum schlechteren Kurs, aber das war uns egal. Wir haben uns führ einen frühen Start am nächsten Tag entschieden, da jeder Tourist in der Stadt in den spektakulären NP will. Busweise werden die Leute dort hineingebracht, da macht der frühe Vogel schon Sinn.
Also starten wir nach einem kurzen Frühstück und rasen auf der Ruta 21 dem Parkeingang entgegen. Dort angekommen, ist noch ein entspanntes abkassieren. Wir mussten für uns beide rund 100€ Tageseintritt bezahlen. Vor ein paar Jahren betrug der Eintritt noch vertretbare 23€ p.P. Scheinbar sollen die Touristen die wirtschaftliche Schieflache des Landes schnell wieder richten. Da dies alternativlos war, zahlten wir und sind die letzten 20km mit voller Erwartung auf den wunderschönen Perito-Moreno-Gletscher gefahren. Endlich war es so weit. Wir erblicken von gut angelegten Aussichtswegen den gigantischen Gletscher.
Der Perito-Moreno-Gletscher ist einer der größten Auslassgletscher des Südlichen Patagonischen Eisfeldes, des größten Gletschergebietes der südamerikanischen Anden, sowie einer der markantesten und auch bekanntesten Gletscher Patagoniens. Er schiebt sich durch einen schmalen Auslass der Anden in den Lago Argentino, den größten See Argentiniens. Dabei durchquert die Gletscherzunge den See von einem Ufer zum Anderen über eine Länge von mehr als 2 km. Oberhalb der Wasserlinie ist eine imposante Front 55-70 m hohen Eises sichtbar, doch bekanntermaßen schlummert der wesentliche Teil eines Eisberges unterhalb der Oberfläche. Trotz des bis zu 160m tiefen Sees schwimmt der Gletscher an keiner Stelle und fungiert so wie eine natürliche Staumauer.
Dabei wird ein Teil des Sees über mehrere Jahre angestaut und der Wasserspiegel steigt in diesem Teil um bis zu 10 m. Wird der Wasserdruck zu groß, durchbricht er das Gletschereis, so dass sich der See periodisch ausgleichen kann.
Ein wahres Spektakel ist auch die Geräuschkulisse. Denn während unserem gesamten Besuches kracht und knackt es quasi ununterbrochen. Immer wieder gibt es einen lauten Donner und es lösen sich Teile des Gletschers von der Zunge ab und fallen mit lautem Getöse ins Wasser – der Gletscher kalbt. Für eine Weile setze wir uns an der Südplattform hin und beobachte das Treiben. Zu einem Zeitpunkt haben wir Glück und es bricht eine Flanke des Gletschers ab und fällt der Länge nach in den Lago Argentino - was für ein beeindruckendes Schauspiel. Wir konnten zum Teil das Spektakel per Video festhalten. Das war ein Gänsehaut Moment und wir strahlen übers ganze Gesicht. Ich mache wiedermal viel zu viele Bilder ,aber ich kann mich an der Gletscherwand nicht satt sehen.
Als Wunder wird der Perito Moreno Gletscher oft bezeichnet, weil er noch wächst. Das ist aber kein Wunder, sondern ein Märchen. Im Gegensatz zu den meisten Gletschern in Argentinien und Chile, die rasant zurückgehen, befindet sich der Perito Moreno Gletscher im Gleichgewicht. Befindet? Befand? Wir hoffen nur, dass dieses Naturwunder lange bestehen bleibt und sich noch viele Leute an dem Anblick erfreuen können.

Am späten Nachmittag fahren wir noch weiter bis nach El Chalten, was 215 km von El Calafate entfernt liegt. Wir benötigen ca. 3 Stunden für diese Strecke. Die Wolken hängen sehr tief und es fängt kurz vor dem Ziel an zu regnen. Wir nutzen die Gelegenheit und tanken noch kurz vor dem Campingplatz. El Chaltén ist ein kleiner Ort mit nur 1.600 Einwohnern. Er wurde erst 1985 gegründet und dient ausschließlich dem Tourismus, da von dort einige der berühmtesten Wanderungen in Patagonien starten. Leider macht sich das auch in den Preisen bemerkbar (Campingplatz 33€ pro Nacht). Erklären lässt sich das mit der Abgeschiedenheit und Alternativlosigkeit, denn wer beispielsweise die Wanderung zum Fitz Roy machen möchte, kann das nur ab El Chaltén tun. Der kleine Ort liegt in den Ausläufern der Bergkette, in der sich der Fitz Roy befindet und bietet bei klarer Sicht einen atemberaubenden Blick darauf. El Chaltén besteht nur aus einigen wenigen Straßen, sodass man den gesamten Ort gut zu Fuß erkunden kann. Obwohl er so abgelegen liegt, gibt es eine sehr gut ausgebaute touristische Infrastruktur mit vielen Unterkünften, Restaurants und Cafés und kleinen Supermärkten und sogar Massage- und Spa-Angeboten sowie Bioläden.
Als wir im beschaulichen Örtchen El Chalten angekommen sind, wird der Regen so langsam zu Schnee. Dicke Schneeflocken fallen runter und machen den ganzen Campingplatz zu einem Minisee. Fast alle Zelter halten sich verständlicher Weise im Aufenthaltsraum/ Küche auf. Laute Gespräche gepaart mit leckeren Düften aus der Küche lassen uns den Abend dort verbringen. Als wir in unseren Camper gehen, um die Nachtruhe anzutreten, kam das böse Erwachen.
Wir hatten ein Wassereinbruch. Die Matratze war nass und auch Teile unserer Sachen. Bei Dauerschnee/ Regen versuche ich die undichte Stelle zu lokalisieren. Auf dem Dach sind von der Innenverkleidung Schraubenköpfe sichtbar. Ich versuche diese provisorisch Abzudichten und zum Glück hört der Niederschlag auf. Wir quetschen uns auf eine Matratzenhälfte und ich setze vorher noch ein paar Nachrichten an unseren netten Campervermieter ab. Nach einer sehr kühlen und kurzen Nacht habe ich mich mit dem Vermieter geeinigt. Er bringt uns einen neuen Camper nach Argentinien (bedeute für Ihn 8h Fahrt oneway) und nimmt den undichten Camper wieder mit.
Wir nutzen den Tag - welcher übrigens total sonnig, windstill und traumhaft ist - um in dem atemberaubend schöne Bergmassiv zu wandern.
Typisch für Patagonien ist das dauerhaft unbeständige und windige Wetter mit einem schnellen Wechsel von Sonne und kräftigen Schauern. Das erschwert eine Wettervorhersage dort enorm und wir nehmen dankbar den sonnigen Tag an.

Wir starten zur einer halbtägigen Tour mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Am Ortsausgang steht ein Häuschen mit einer langen Menschenschlage davor. Wir erfahren, dass der Wanderweg, welcher von ein paar Jahren noch kostenlos war, nun plötzlich auch 45€ p.P. Kosten soll. Wir machen dicke Backen, aber entscheiden uns mit einem bitteren Beigeschmack, den Preis zu zahlen. Als wir an der Reihe sind, fraget uns der Nationalpark Mitarbeiter ob wir schon den Perito Moreno Gletscher besucht hätten. Wir bejahen dies und prompt gab es 50% Rabatt. Wir waren sehr verdattert und reichten schnell die Kreditkarte rüber. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass die Preise unverschämt, ungerechtfertigt und auch ein bisschen willkürlich sind. Es kontrollierte keiner unser Ticket und wären wir einfach an einer anderen Stelle gestartet, hätte das auch keiner mitbekommen. Aber ehrlich wie wir nun mal sind, helfen wir „gerne“ dem Land in der Krise.
Unser Ziel war die Laguna Capri mit Blick auf den Fitz Roy. Hier reiht sich ein schönes Bergmassiv an das andere. Der Star hier ist aber der 3406 Meter hohe Granitberg - Fitz Roy. Das spektakuläre Massiv, ist bei Extrem-Bergsteigern weltbekannt für seine tückischen Eiswände, unberechenbaren Winde und ständig wechselndem Wetter. Auf den zahlreichen Wanderwegen des Nationalparks Los Glaciares lässt sich auch schwindel- und risikofrei die spektakuläre Bergkulisse des Eisriesen erkunden. Wir starteten also die harmlose Wanderung von 9 km mit einem Höhenunterschied von 800m. Es stieg stetig an und die Sonne verwöhnte uns nach dieser kalten, nassen Nacht.
Der Blick hinunter zum Fluss und ins Tal war großartig - fast schon kitschig schön.
Nach 2 Stunden erreichten wir Laguna Capri. Der Anblick war gigantisch. Der See ist auf einer Seite von Bergen mit riesigen Schneemengen umgeben und offenbart eine wunderbare Aussicht auf den Fitz Roy. Wir hatten an der Lagune ein kleines Picknick und genossen die Ruhe. Nach einem ausgiebigen Sonnenbaden machten wir uns auf den Weg zum Mirador. Nach kurzer Zeit erreichten wir diesen und können uns wieder nicht sattsehen. Leider waren die Wege durch den gestrigen Dauerregen und Schneefall matschig und sehr rutschig. Wir beenden unseren Rundgang am Fitz Roy mit einem schönen Blick auf die bunten Häuser von El Chalten. Da wir noch Zeit bis zum Camperwechselt hatten, kehrten wir in ein Café ein. Beim bezahlen merken wir schnell die Exklusivität des Ortes.
In der lokalen Bevölkerung regt sich lautstarker Protest gegen die neu eingeführten Eintrittsgelder. Unter dem Motto „Montañas libres“ (Freie Berge) und dem Hashtag #NoAlCobro fordern Einheimische aus El Chaltén, dass die Wanderwege kostenlos bleiben beziehungsweise wieder werden. Sie fürchten, dass Touristen durch die hohen Preise abgeschreckt werden und erst gar nicht nach El Chaltén reisen oder nur kürzer bleiben – was für Hotelbetreiber, Restaurantbesitzer und Co. vor Ort natürlich einen enormen finanziellen Verlust bedeuten würde. Und das ist ebenfalls ein Problem: Man kann wohl leider davon ausgehen, dass von den hohen Eintrittsgeldern bei der lokalen Bevölkerung, die unter der Wirtschaftskrise in Argentinien enorm leidet, nichts ankommt.
Am Campingplatz angekommen erwarten wir unseren Vermieter Sergio. Dieser kommt gegen 18:30 Uhr nach eine 8h Fahrt von Punta Arenas an. Unser neuer Camper ist ein VW Caddy Max - Diesel!!!! Der Neue ist geräumiger, lässt sich besser fahren und ist ein VW - also nicht ganz unbekannt.
Wir wechseln so schnell es geht alle Sachen. Da wir ja eine kalte und nasse Nacht hinter uns hatten, brachte Sergio noch zusätzliche Kuscheldecken mit. Wir können uns also nicht über das Arrangement unseres Vermieter beschweren. Wir klären noch schnell den Papierkram und schon macht sich unser Vermieter auf den Rückweg. Die fehlenden Dokumente, würde er mir per WhatsApp zusenden. Also nur noch ausdrucken und schon wäre alles in Ordnung mit dem Fahrzeugwechsel.
Die erste Nacht im VW und die letzte in El Chalten war sehr gut. Aufgrund der treueren Eintrittspreise haben wir uns entschlossen, den ersten befahrbaren Grenzübergang nach El Chalten anzusteuern, um uns die preiswerteren patagonischen Nationalparks auf der chilenischen Seite anzusehen. Somit hatten wir ein 750 km Road Trip auf der legendären Ruta 40 vor uns. Vor dem langen Weg zurück nach Chile, prüfen wir den Caddy auf seine Geländetauglichkeit. Wir fahren zu einem Genzsee, ca. 37 km nur Gravel Road von der Marke besonders schwer befahrbar. Langsam ruckeln wir im Tal entlang, machen viele Fotos von der Landschaft, sehen die Rückseite vom Fitz Roy und kommen schließlich gegen Mittag am Lago del Desierto an. Der Lago del Desierto erstreckt sich über 15 Kilometer und wird von Gletschern (wie dem Vespignani-Gletscher) gespeist, die von den umliegenden Gipfeln herunterkommen. Das kristallklare Wasser des Sees reflektiert die atemberaubende Landschaft. Umgeben von üppigen Wäldern und hoch aufragenden Bergen, bietet dieser Gletschersee Besuchern eine perfekte Mischung aus natürlicher Schönheit und Ruhe. Wir spazieren am Ufer entlang, genießen den Augenblick. Den ersten Test einer fast unbefahrbaren Strasse hat unser VW bestanden, so dass wir uns nun auf den Weg nach Los Antiguos machten. Unser Diesel hat eine Reichweite von ca. 950 km, somit ist ein entspannteres Fahren möglich.
Unser Tagesziel war das Dorf Gobernador Gregores (mitten in der Pampa) mit seiner YPF Tankstelle. Die Tankstelle scheint ein Treffpunkt zu sein. Viele Motoradfahrer essen dort leckerer Empanadas und nutzen wie wir das kostenfreie w-lan vor Ort.
Wir parken auf dem dazugehörigen Stellplatz neben zwei Schweizern mit Ihrem mitgebrachten Camping Land Cruiser.
Die Nacht war ruhig und am nächsten Morgen hatten wir mit den Schweizer Eidgenossen noch einen netten Frühstücksplausch.
Sie sind von Norden nach Süden unterwegs und haben von einem Puma am Wegesrand berichtet. Also achten wir nicht nur auf die angekündigten Schlaglöcher, sondern auch auf eine tote Katze am Straßenrand.
Wir düsen also los und es dauerte nicht lange, dass die Ruta 40 eigentlich nur noch aus Schlaglöchern bestehend vor uns lag. Die Löcher waren so tief und dicht, dass man bei jedem entgegenkommenden Auto dachte, dass der Fahrer strak betrunken ist. Schlangenlinien fahren war nun für viele Kilometer angesagt. Zum Glück war die Ruta nicht stark befahren, so dass wir die ganze Straßen- und später Schotterpistenbreite ausnutzen. Abrupte Lenk- bzw. Ausweichmanöver waren die nächsten 120km normal. Ach ja, die Katze haben wir auch gesehen und haben nun ein Vorstellung, wie groß so ein Puma eigentlich werden kann. Rechts und links des Weges waren Zäune aufgestellt. Diese hatten eine Höhe von ca. 1m. Da der oberste Draht leider ein Stacheldraht war, haben wir einige verendete Guanakos am Zaun hängen gesehen. Vielleicht war das auch der Grund, warum ein Puma sich in der Nähe einer Straße aufhält.
Als positive Erinnerung bleibt die Begegnung mit dem Gürteltier auf und neben der Ruta 40. Schon von weiten haben wir das Gürteltier beim überqueren der Straße gesehen. Eine Vollbremsung, der Griff zu Handy und schnell - trotz des bereits beschriebenen straken Windes - die Tür aufgerissen und die Verfolgung aufgenommen. Man glaubt gar nicht, wie schnell diese Tiere mit Ihren kleinen Beinen rennen können. Das Gürteltier gönnte uns eine kurze Verschnaufpause, in der ich glücklicherweise ein paar Fotos machen konnte. Danach versuchte es immer wieder mit kurzen Sprinteinlagen hinter den Stacheldrahtzaun zu gelangen. Nach einer Weile, habe ich das Katz und Maus Spiel ohne ein weiters Bild gemacht zu haben, aufgegeben. Bin aber trotzdem happy über die 3 Bilder und stark beeindruckt vom Schnellläufer Gürteltier.
Die Fahrt auf der Ruta 40 ist für das Auto und für uns schon anstrengend. Einerseits ist man von der Landschaft fasziniert, andererseits darf man keine Sekunde den löchrigen Weg aus den Augen lassen. Manchmal war auch das Ausweichmanöver zu spät, so dass Fahrwerk, Stoßdämpfer und Karosserie Schwerstarbeit leisten mussten. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass der Weg auf der chilenischen Seite, noch schlechter werden wird.
Irgendwann erreichten wir den argentinischen Grenzort Los Antiguos.
Diese Kleinstadt hat rund 2.000 Einwohnern und liegt am Südufer des 1.850 km² großen argentinisch-chilenischen Grenzsees Lago Buenos Aires, des zweitgrößten Sees in den Anden nach dem Titicacasee. Auf der chilenischer Seite liegt der Grenzort Chile Chico - welcher der einzige Ort in Chile auf der östlichen Seite der Anden ist.
Das Tal, in dem Los Antiguos liegt, hat ein für Patagonien mildes Mikroklima, daher können hier Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Äpfel kultiviert werden. Da vor allem Kirschbäume dominieren, gilt Los Antiguos als Hauptstadt des argentinischen Kirschanbaus.
Am nächsten Tag soll es zurück nach Chile gehen. Wir essen unser Obst und Müsli auf, denn hier es gibt ein sehr strenges Einfuhrverbot von Nahrungsmittel, Pflanzen und weiteren Produken nach Chile. Na hoffentlich geht alles gut.

VG die Borni
nächstes ziel:  Chile - Carretera Austral - Ruta 7



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Torres del Paine | Chile | Donnerstag - 06.02.2025 - 13:37 - GOOGLE MAPS 
43 Torres del PaineDer Nationalpark Torres del Paine ist einer der bekanntesten Nationalparks in Chile, gelegen im Süden des Landes um die Berggruppe der Cordillera del Paine. Paine heißt in der Sprache der Tehuelche-Indianer „himmelblau“, Torres del Paine also „Türme des blauen Himmels“.
Wir planen 4-5 Tage im Torres del Paine zu verbringen und da es keine Versorgungsmöglichkeiten gibt, hatten wir uns in Puerto Natales eingedeckt. Auf der Ruta Y-290 fahren wir bis kurz vor den Eingang Serrano, wo sich eine der Ranger Stationen befindet. Bevor wir jedoch in den Nationalpark fahren, campen wir noch eine Nacht am Rio Serrano, wo wir auf einem wunderbarer Platz die Nacht zu verbrachten.
Am nächsten Morgen, es war bewölkt und diesig, fuhren wir zum Serrano Parkeingang, zeigten unser Ticket vor und fuhren in den NP. Die Strassen hier sind unbefestigt und staubig. Als erstes fahren wir zum Visitor Center, wo sich auch das administrative Hauptquartier des Nationalparks befindet. Auf dem Parkplatz können wir kostenlos stehen, was wir für die erste Nacht in Erwägung ziehen. Es ist noch früh und so fahren wir weiter zum Lago Grey, der sich 17 km vom Visitor Center befindet.
Die kurze Wanderung zum Lago Grey und dem Lookout ist perfekt sich etwas einzulaufen. Wir parken auf dem grossen Parkplatz und schnüren unsere Wanderschuhe. Der Wanderweg startet bei der Grey Ranger Station, wo wir zuerst den Grey River über eine Hängebrücke überqueren. Vor uns sehen wir bereits den Grey Lake. Unser Ziel ist die Isla de los Hielos. Gemütlich spazieren wir am Strand entlang, sehen die ersten Anden Kondore und finden am Ende des Strandes einen Pfad, der auf die Insel führt. Nach einer Viertelstunde und ordentlichen Gegenwind erreichen wir den Lookout und schauen direkt auf den Grey Gletscher. Wir machen eine Pause und geniessen die Aussicht. Dabei beobachten wir in der Ferne, wie majestätisch die Andenkondore durch die Luft gleiten, welcher aufgrund seiner herausragenden Größe unverwechselbar ist. Er ist ein mächtiger, massiger, für einen Neuweltgeier relativ kurzbeiniger Vogel mit lang gefingerten, brettartigen Flügeln, die im Gleitflug annähernd waagrecht gehalten werden. Gesichert sind Spannweiten sehr großer Männchen bis 310 Zentimetern und ein Gewicht bis zu 15 Kilogramm.
Nach diesem kleineren Ausflug fahren wir zurück zum Parkplatz am Toro Lake beim Visitor Center. Dort ist es erlaubt kostenlos zu stehen. Toiletten und Trinkwasser sind vorhanden.
Am nächsten Morgen starten wir führ, da wir die 24 km Tageswanderung zum Grey Gletscher absolvieren wollen.
Er liegt am Rande des Campo de Hielo Patagónico Sur, dem südlichen patagonischen Eisfeld, welches die größte Eiskappe der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis ist. Von diesem Eisfeld aus kalbt er mit drei getrennten Gletscherzungen in den bis zum 500 Meter tiefen Gletscherrandsee Lago Grey.
Bei dem Grey Gletscher handelt es sich um einen sogenannten Auslassgletscher, d.h. er ist – aufgrund diverser Faktoren, wie Struktur des Eises, Hangneigung und Schubspannung – in der Lage sich selbstständig fortzubewegen.
Der Startpunkt ist für diese Tour das Refugio Paine Grande. Dafür nehmen wir den Katamaran um 08:45 Uhr, um den See zu überqueren. Das Refugio Paine Grande ist der Ort, an dem uns das Boot absetzt hat. Von hier bis zum Refugio Glaciar Grey, einem der besten Aussichtspunkte auf den Gletscher, sind wir 12 Kilometer in eine Richtung gelaufen und 12km zurück. Die Entfernung und die begrenzte Zeit sind eine ziemliche Herausforderung (letzte Bootsrückfahrt 18:00 Uhr), weil das Profil des Weges ständig auf und ab geht. Auf der Wanderung spüren wir die Kräfte der Natur, für die Patagonien ebenfalls berühmt ist. An der Westseite der Torres del Paine sind wir Stürmen, die vom Pazifischen Ozean über das Patagonische Inlandseis fegen, besonders ausgesetzt. Böen von über 100 km/h sind keine Seltenheit.
Wir hatten trotz kräftigen Windes einen perfekten Wandertag, mit blauen Himmel und spektakulären Aussichten. Am Ende des Tages, gratulierte mir meine Garmin Uhr zum neuen Schritt Rekord und das ich mein Tagesziel um 415% übertroffen habe.
Gesellt vom Gletscheranblick fahren wir zum Visitor Center zurück und schlafen erschöpft ein.
Die Nacht auf dem Parkplatz ist ruhig und am Morgen erwachen wir bei strahlendem Sonnenschein. Heute weht kein Wind. Wir schlürfen unseren Kaffee und Tee, essen unser liebevoll zubereitetes Müsli und fahren los zum Salto Grande. Wir wollen vor den grossen Tourbussen da sein, um den Massen etwas aus dem Weg zu gehen.
Vom Visitor Center zum Salto Grande sind es 17 km auf unbefestigten Strassen. Wir sind früh dran und noch sind nur wenige Besucher unterwegs.
Der Wanderweg startet gleich beim Parkplatz und führt direkt zum Salto Grande. Der Wasserfall befindet sich zwischen dem Lago Pehoé und dem Lago Nordenskjöld.
Vom Salto Grande führt ein schmaler Pfad durch Graslandschaften und am Nordernskjöld Lake entlang. Auf den gesamten 5 km haben wir Aussicht auf den See. Die Spiegelungen im Wasser wirken unglaublich kitschig. Wir können uns kaum sattsehen, so schön ist es hier.
Nach einer Stunde erreichen wir bereits den Cuernos Lookout und somit das Ende des Wanderweges. Was für ein Panorama. Vor uns präsentieren sich die Torres Spitzen des North Horn, Main Horn und East Horn, der Frances Gletscher und der Nordernskjöld See. Wir sehen und hören kleine Lawinenabgänge und bestaunen diese wunderschöne Landschaft. Wir stellen fest, dass die Natur die beste Apotheke ist - wir sind entspannt, glücklich und zufrieden in diesem Moment, an diesem Ort.
Auf dem Rückweg fallen uns die abgestorbenen Bäume auf und wir fragen uns, ob diese natürlich entstanden sind oder es hier einmal gebrannt hat. Später lesen wir im Reiseführer, dass 2012 bei einem grossen Waldbrand über 13’000 Hektar Wald, Weiden- und Steppenlandschaft verbrannt sind. Das Wetter ist noch gut, so dass wir
noch zum Condor Lookout fahren.
Der Aufstieg ist stellenweise steil und rutschig, dafür aber kurz. In rund 30 Minuten erreichen wir bereits den Aussichtspunkt. Unter uns der Pehoé See, etwas weiter weg sehen wir den Norderskjöld See und in der Ferne das Torres del Paine Gebirge.
Wow! Absolut empfehlenswert, der Mirador Condor.
Unsere letzte Nacht, verbringen wir auf einem privaten Campingplatz. Mit einer heißen Dusche, einem leckeres Essen und ein paar Gläser Rotwein lassen wir den schönen Tag ausklingen. Da für die kommenden Tage Regen angesagt ist, werden wir uns am nächsten Tag Richtung Argentinische Grenze fortbewegen. Wir hatten eine schöne Zeit im Park, haben nicht alles gesehen bzw. bewandert, aber was wir gesehen haben war einzigartig, fantastisch und beeindruckend.

…vg die Bornis
nächstes ziel:  Parque Nacional Los Glaciares - Argentinien



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Puerto Natales | Chile | Sonntag - 02.02.2025 - 01:55 - GOOGLE MAPS 
42 Punta Arenas, Feuerland ….Der Roadtrip durch Patagonien kann startenVermutlich wird keiner Punta Arenas – die südlichste Stadt Chiles – besuchen, um ein Sightseeing oder um ein Stadtbummel zu machen. Für viele bietet sich die fast südlichste „Großstadt“ der Welt aber als idealer Start oder Abschluss für ein Patagonien Abenteuer an. Für uns startet hier der Roadtrip.
Wir fliegen von Santiago de Chile mit LATAM nach Punta Arenas. Der Flug dauert ca. 3,5h und bietet immer wieder tolle Ausblick auf die schneebedeckten Anden. Wir landen auf einen sehr kleinem Airport, haben schnell unser Gepäck und nehmen uns ein Uber zur Unterkunft im Stadtzentrum. Unser Hotel stammt aus der Zeit, wo Holzverkleidung uptodate waren. Unser Zimmer war geräumig, die Dielen und die Türen knarrten und das Fenster lies sämtliche Straßengeräusche ungedämpft ins innere. Wir suchten erstmal ein Restaurant auf und gönnten uns eine Pizza mit einem großen Bier. Platt von der Anreise versinken wir mit gefüllten Magen im Riesenbett unter den schweren Decken.
Der nächste Tag wollten wir die Stadt erkunden. Der starke Wind und ich meine wirklich starken Wind, pfeift durch die Straßen. Die Temperatur ist knapp über 13 Grad, aber fühlt sich für uns wie Winter an. Nach 30 Grad in Santiago und in der Atacama, ist das für uns eine Temperaturschock. Aber nicht umsonst haben wir für die 6 1/2 Monate, einen Rucksack mit 23kg bzw. 18kg dabei, aus dem wir schnell die Daunenjacke und das bis dahin ungenutzte warme Zeug herzuzaubern.
Obwohl Punta Arenas (ca. 130.000 Einwohner) so weit abgelegen ist, zeigt sie sich als europäisch geprägte Stadt mit einem etwas angestaubten, in die Jahre gekommenen, modernen Touch. Mit teilweise bunten, fröhlichen Häusern oder auch Gebäuden im Kolonialstil überrascht uns die Stadt.
Wegen ihrer Lage – die Magellanstraße überblickend – war Punta Arenas Aufstieg & „Niedergang“ – stark abhängig von den Händlern, die diese Handelsrouten nutzten.
Es lohnt sich die Stadt zu Fuß zu erkunden, was wir auch machen, nur der Dauerregen stört ein wenig. Wir steigen auf einen der Hügel und haben einen tollen Überblick über die Dächer der Stadt. Wir genießen den herrlichen Ausblick auf die Straßen der Stadt, bis plötzlich ein Bus anhält und eine Reisetruppe Asiaten herausströmen. Alle sind mit derselben Daunenjacken für die „Arktis Reise“ ausgerüstet und haben mindesten ein Handy und/oder eine Kamera in der Hand.
Ohne Rücksicht auf andere Leute, wird sich für das beste Erinnerungsfoto positioniert. Nach etlichen Instaposen, wechseln dann die Protagonisten, was mal locker 30min dauert. Danach wird der Fotoplatz für die Allgemeinheit wieder freigegeben und die Asiaten verschwinden genauso schnell wieder im warmen Bus.
Wir versuchen trotz ungünstiger Kombination von Dauerregen und starken Westwind die Stadt zu erkunden. Immer wieder müssen wir irgendwo einkehren, um uns zu trocknen und aufzuwärmen. Dabei landen wir in einer Halle mit vielen kleinen Restaurants. Nach einer kleinen Wartezeit kehren wir in einem Mini Lokal ein und bestellen uns eine Fischsuppe. Dies war die mächtigste und leckerste Fischsuppe ever. Diesen Tag vertrödeln wir und freuen uns schon auf unsere mobile Freiheit ab dem 30.01. bis zum 13.03.2025.
Mit dem Uber lassen wir uns zu Sergio (unser Campervermieter) fahren. Wir stoppen in einer etwas besseren Wohngegend vor einem Haus, wo viele SUV und ein Mini Kastenwagen (Chevrolet N400) parkten. Der Kleine sollte also unser Zuhause für die nächsten Wochen werden. Sergio -ein sehr netter und freundlicher Chilene - zeigt uns den „neuen“ Camper (erst 18.000km runter). Der Innenausbau wurde selbst vorgenommen. Wir verstauten unser Gepäck in jeder Ritze. Darin waren wir bereits geübt und gut eingespielt. Nach einer Stunde waren wir Abfahrbereit und verließen Punta Arenas Richtung Feuerland.

Wir freuen uns auf Orte mit wenig Tourismus, einer geringen Bevölkerungsdichte und einer spröden und wettergegerbten Landschaft. Unser Ziel ist Tierra del Fuego. Dort wollen wir zur nahezu einzigen Kolonie von Königspinguinen außerhalb der Antarktis.
Erst seit 2010 hat sich eine kleine Kolonie auf der Insel Feuerland gebildet. Zunächst aus nur wenigen Tieren bestehend, tummeln sich heute, abhängig von der Jahreszeit, bis zu mehrere hundert Pinguine in der Kolonie. Die Königspinguine haben sich für ihre Eroberung des südamerikanischen Kontinents ein sehr entlegenes Fleckchen ausgesucht. Die kleine Kolonie lebt in der Bahía Inútil, einer großen Bucht im Süden des chilenischen Teils von Tierra del Fuego. Auch wenn hier mittlerweile ein kleines Besucherzentrum entstanden ist, sucht man Wegweiser oder Schilder, die einen zu den Königspinguinen auf Feuerland führen nach wie vor vergeblich.
Unsere Anreise nach Feuerland ging über die Ruta 257 und damit konnten wir die schmalste Stelle zwischen dem Festland und Feuerland nutzen um mit der Fähre die Magellanstraße zu überqueren. Die Überfahrt dauert nur rund zwanzig Minuten und mit etwas Glück, kann man dabei die seltenen schwarz weiß gefleckten Commerson Delfine beobachten. Leider blieb uns das Vergnügen, die Delfine zu erleben verwehrt.
Wir fahren die Ruta 257 weiter und folgen später die Y-85.
Die Straßen auf Feuerland sind teilweise nicht asphaltiert und oft weht ein heftiger Wind. Daher sollte man, egal aus welcher Richtung man anreist, genug Zeit einplanen, vorsichtig fahren und auf jeden Fall in Cerro Sombrero oder Porvenir tanken. Leider braucht unser Mini Camper das gute Benzin 95. An zwei Tankstellen haben wir unser Glück versucht, leider ohne Erfolgt. Da man auf Feuerland nur selten Ansiedlungen mit Tankstellen findet, macht es Sinn, immer den Tank aufzufüllen und zu checken ob man noch ein bisschen Proviant oder eine Flasche Wasser benötigt.
Unsere Recherche ergab, dass wir mit der restlichen Tankladung nicht weiter südlich schafften, so dass wir leider unsere Route umplanen mussten. Ein Reservekanister wäre hilfreich gewesen, aber den hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wir suchten uns eine freien Stellplatz mit eine tollen Aussicht in der Nähe der Pinguinkolonie - was nicht schwer war, bei einer so geringen Bevölkerungsdichte.
Nach unserer ersten Nacht im Camper - welche sehr gut war, da wir dicke Decken dabei hatten, sahen wir am Morgen ein Braunborsten-Gürteltier, Füchse und Guanakos. Die Guanakos hatten uns bereits bei der Anreise am Wegesrand begleitet.
An der Pinguinkolonie, trifft man zunächst auf ein kleines Besucherzentrum. Der Eintritt kostet pro Person 17.000 chilenische Pesos, das sind knapp 18 Euro/pP. Auf den ersten Blick ist das kein Schnäppchen, allerdings ist Patagonien und Tierra del Fuego ganz generell ein teures Pflaster und in diesem Fall waren wir sehr gerne bereit den Eintrittspreis zu zahlen, da das Geld nämlich dem Schutz und der Erhaltung der Königspinguine zu Gute kommt.
Zunächst bekommt man ungefähr 20 Minuten lang von einem Mitarbeiter des Besucherzentrums einen kleinen Vortrag zu den Pinguinen. Man erfährt einiges zur Lebensweise der Tiere, zum Bestand und auch speziell zur hier ansässigen Kolonie. Anschließend geht es zu den Pinguinen.
Um den Tieren genug Ruhezeit zu gönnen, darf man sich maximal 90 Minuten bei den Pinguinen aufhalten. Diese Zeit reicht allerdings auch problemlos aus, um die tollen Tiere auf sich wirken zu lassen und ausreichend Fotos zu schießen. Ganz nah heran kommt man ohnehin nicht, da man als Besucher durch einen Holzzaun und einen kleinen natürlichen Bach von den Tieren getrennt steht - aber das 600 Objektiv hilft etwas. Die Zahl der Besucher ist limitiert. 2x am Tag dürfen je 12 Personen zu den Pinguinen.
In wie weit sich die aufwendige Anreise zu den Pinguinen lohnt, kann wohl nur jeder für sich entscheiden. Unsere Ansicht nach ist es ein großartiges Erlebnis diese tollen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und dafür lohnt sich auch der beschwerliche Anfahrtsweg.
Zudem halte wir es für sehr unterstützenswert, dass sich der Parque Pingüino Rey dem Schutz, der Forschung und der Erhaltung der Tierart verschrieben hat.

Unsere Routenänderung führt uns über auf einer unbefestigten Straße nach Porvenir. Wir bekommen ein Eindruck von der hiesigen Ferne, der kargen Steppenlandschaft und sehen etliche Guanakos am Straßenrand. Die Stadt Porvenir ist die größte chilenische Siedlung auf Feuerland. Hier leben 4.734 Leute (Stand 2020) auf einer Fläche von 2,63 km². Aber ganz entscheidend für uns war, dass es dort eine Zapfsäule mit 95ziger Benzin und wir nun wieder einen vollen Tank hatten. Unser Aktionsradius beschränkt sich auf ca 600km, was bei der Weite nicht viel ist.

Wir Fahren also weiter nordwärts Richtung. Die Nacht stehen wir auf einem Rastplatz zwischen Trucks und anderen Camper. Am kommenden Tag fahren wir die ca. 200km bis nach Puerto Natales.
Die erst 1911 gegründete Stadt ist super klein und hat gerade mal 19.000 Einwohner, verfügt aber über einen eigenen Hafen und einen Flughafen. Puerto Natales ist für uns Ausgangsbasis für unsere Tour in den Nationalpark Torres del Paine.
Die Liste der Sehenswürdigkeiten in Puerto Natales ist recht kurz und überschaubar.
Eine Hauptstraße mit vielen kleine Läden, nette Cafés, toller Ausblick auf den Fjord und die Berge, Milodon-Statue (war ein bodenlebendes Faultiere mit bis zu 4 m Größe - ist ausgestorben) und der Windstatur ( 2 „fliegende Menschen“ symbolisieren den allzeit starken Wind ) am Ufer.
Wir hatten eine netten Campingplatz auf dem viele Zelter waren. Im Aufenthaltsraum wurde gemeinsam gekocht, die medialen Kontakte gepflegt und sich über die Wanderrouten ausgetauscht. Wir tauchten in die Kommune ein und freuten uns, dass viele Jugendliche so „Basic“ auf Wanderschaft gehen und abends leckere Gerichte zaubern.
Wir hatten für den NP bereits Onlinetickets gebucht, so dass der Plan für die kommenden Tage Torres del Paine hieß. Unser Tanke war voll, einen Reservekanister hatten wir nun gekauft, Proviant hatten wir aufgefüllt - nun kann es losgehen in einen den bekanntesten chilenischen Nationalpark.

Vg die Bornis
nächstes ziel:  NP Torres del Paine



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Uyuni | Bolivien | Sonntag - 26.01.2025 - 00:41 - GOOGLE MAPS 
41 Salar de Uyuni - Bildernachtrag…OK…hier nun der zweite Teil der Bilder - 2,5 Tage Bolivien - Salar de Uyuni

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Punta Arenas - Patagonien



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Uyuni | Bolivien | Sonntag - 26.01.2025 - 02:54 - GOOGLE MAPS 
40 Salat de Uyuni - 4 Tage BolivienUnsere Tour durch die Salar de Uyuni in Bolivien startete von San Pedro de Atacama in Chile. Vier Tage kurvten wir mit unseren chilenischen Mitreisenden im Geländewagen durch Altiplano (ist eine abflusslose Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien) und Wüste in Höhen von 3.500 bis 5.000 Metern. Dabei erlebte wir eine der unwirklichsten und einzigartigsten Landschaften, welche uns außerordentlich fasziniert hat.
Die bis zum Horizont reichende Salzebene, welche weiß wie Schnee ist, blendet unsere Augen. Jegliche Dimension verschwindet. Am Rande der Salzebene Salar de Uyuni durchqueren wir Sand und Steinflächen der Wüste. Gespickt mit bizarren Felsen, bunten Lagunen voller Flamingos und dampfenden Geysiren. Wir baden in heißen Quellen und haben empfindlich kalten Nächten. Posieren für lustige Fotos und versinken still in Andacht an dieses einmalige Wunder der Natur.


Tag 1: Die Reise durch die Salar de Uyuni startet
Früh am Morgen ( gegen 7 Uhr) stehen wir in der Schlange an der Grenze hinter San Pedro de Atacama in Chile. Eine Reihe von Minibussen davor, die Reisende an den Gästehäusern eingesammelt haben. Alle brechen zum unvergesslichen Abenteuer in der Salar de Uyuni in Bolivien auf. Wir hatten die morgendliche Kälte auf 4500m unterschätzt, so dass wir uns- erstmalig auf unserer Reise-, schnell sehr warme Sachen anzogen. Die Ausreise aus Chile war reine Formsache. Der Ausreisestempel im Pass ist noch nicht ganz trocken, da heißt es wieder einsteigen. Wir fahren eine Weile durchsI „Niemandsland“ und reihen uns erneut ein. Diesmal zur Einreise nach Bolivien.
Hinter der Grenze steigen wir in Geländewagen um. Unsere Gruppe besteht ausschließlich aus tempramentvollen, netten, jungend chilenischen Mädels , welche erstmalig ihr eigenes Land verlassen und mächtig aufgeregt sind.
Wir werden auf zwei Geländewagen aufgeteilt und das Gepäck wird auf dem Dach in einer Plane verstaut.
Unser Fahrer, Bolivianer, spricht kein Englisch - aber zum Glück hatten wir ja unsere Chicas, welche uns die wichtigsten Dinge übersetzten.
Der Jeep rüttelt mächtig über die staubigen Pisten und langsam verteilen sich die mit uns gemeinsam gestarteten Wagen in der weiten Ebene. Der aufgewirbelte Staub gelangt in alle Ritzen und ist sehr unangenehm in der Nase. Wir versuchen uns mit Tüchern zu schützen, was nur sehr spärlich gelingt.
An zahlreichen Stopps vertreten wir uns die Beine. Die Lagune Blanca glänzt weiß im Sonnenlicht. Etwas weiter schimmert die Laguna Verde in türkis-blau. Malerisch umrahmen hohe Vulkane die bunten Farbkleckse, getönt von Mineralien im Wasser. Ab und an kreuzen Herden von Vincunas unseren Weg. Jedesmal fragen wir uns, was die Tiere eigentlich in dieser lebensfeindlichen, trocknenden und pflanzenlosen Landschaft fressen? Gleich am ersten Tag schrauben wir uns bis auf 5.000 Meter hoch. Leider stellen sich auch die Begleiterscheinungen in Form von Kopfschmerzen ein. Als Flachlandtiroler ist man diese dünne Luft nicht gewöhnt.
Wir düsen über Stein- und Sandebenen, wobei es keine Hinweis- oder Richtungsschild gibt. Der Fahrer folgt ausschließlich den Spuren im Sand.
In der Salvador-Dali-Wüste scheinen wir in ein riesiges Gemälde einzutauchen.
Felsen in grotesken Formen verteilen sich im Sand. Darüber sind in den blauen Himmel malerisch weiße Wolken gekleckst. Wir speichern uns den einzigartigen Anblick im Kopf ab.
Am nächsten Halt zieht uns weißer Qualm in die Nase. Es stinkt nach Schwefel. Die bunte Erde dampft. Graue Schlammtöpfe brodeln und glucksen rund um den Geysir Sol de Manana. Wir werden von Dampf umhüllt und in der nächsten Sekunde bläst der Wind die stinkenden heißen Wolken weg. Die kochenden Erdlöcher haben unterschiedliche Farben und wir bestaunen das etwa zwei Quadratkilometer großes Geothermalgebiet. Unfassbar wie aktive die Erde hier ist. Geysire die eigentlich keine sind, wie wir später erfahren, denn unter dem Sol de Mañana-Geysirfeld brodelt Magma. Achtung: hier gibt es keine Absperrungen und so läuft man direkt zwischen den brodelnden Löchern und schwefelhaltigen Rauchschwaden hindurch - crazy!!!

Ein Stück weiter geht’s zum Wellness mitten in Boliviens Wüste. In dem wohl temperierten Termas de Polques geht Kerstin, gemeinsam mit den Reisenden aus zahlreichen andren Jeeps baden.
Das Vorhandensein dieser heißen Quellen inmitten der eisigen Trockenwüste der Puna ist das Ergebnis der geothermischen und vulkanischen Aktivität der Region. Die Polques-Thermen befinden sich 4394 m über dem Meeresseert am Fuße des Vulkans Polques und haben eine durchschnittliche Wassertemperatur von 29 °C.
Unser Highlight des Tages, wenn wir bei den Superlativen des Gesehenden noch etwas toppen können, war die Laguna Colorada.
Die Laguna ist ein flacher (durchschnittlich 0,35 m und am tiefsten Punkt 1,5 m tief), 60 km² großer See auf einer Höhe von 4278 m über dem Meer.
Der See hat seinen Namen aufgrund seiner auffälligen roten Färbung, die von der vorherrschenden Algenart und vom hohen Mineralstoffgehalt seines Wassers hervorgerufen wird. Weiß heben sich die Küste und Sandbänke davon ab.
Der See ist für seine großen Bestände von Flamingos der drei Arten Chileflamingo, Andenflamingo und Jamesflamingo bekannt. Hunderte Flamingos stolzieren durch das seichte Wasser und spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Als Sahnehäubchen spazierten noch Lamas, Alpakas und Vikonyas am Uferrand entlang.
Bei den zahlreichen traumhaften Motiven bleibt mein Fotofinger keine Sekunde still. Wir waren begeistert, fassungslos und gerühert von diesem schönen Anblick.
Da die Laguna Colorada sehr abgelegen ist, kann man sie nur über Jeep-Toure erreichen. Was für ein toller Tagesabschluss. Unsere Übernachtung in Villermar war einfach, es roch überall nach Staub, aber der Herbergsvater kredenzte uns noch ein drei Gängemenü am späten Abend. Müde und erschöpft sind wir schnell eingeschlafen.

Tag 2 in der Salar de Uyuni über das Altiplano
Am Morgen ist es noch immer empfindlich kalt. Dünne Schichten Eis überziehen die Ränder der Lagunen und kleinen Bäche. Erst später wird die Sonne wieder unerbittlich brennen. Den Vormittag düsen wir stundenlang über die Pisten der Wüste. Der Wind pfeift uns um die Ohren und wirbelt durchs offene Fenster den feinen Sand hinein. Doch schließen wir die Fenster, staut sich eine unerträgliche Hitze an.
Mitten im einsamen bolivianischen Hochland liegen mehrere Täler, voll mit bizarren erodierten Felsformationen, welche bis zu 30 Meter hoch sind. Sie sind bekannt als das Valle de las Rocas.
Die Steinformationen sind aus vulkanischem Tuff und stammen von einstigen Vulkanausbrüchen. Durch Wind und Erosion wurden die Felsen zu interessanten Gebilden geformt. Der Fantasie beim Figurenraten ist hier keine Grenze gesetzt. Mal sehen wir ein Kamel, eine gebrochenes Herz oder die Siegestrophäe der Fußball-Weltmeisterschaften. Unsere Wahrnehmung kann aber auch aufgrund der dünnen Höhenluft getrübt sein. Selten haben wir solch kuriose Felsen gesehen. Kaum zu glauben, dass wir uns auf der weiten Ebene ständig über 4.000 Metern bewegen. Am Rand erheben sich die Vulkane zur Grenze nach Chile in noch größere Höhen.Allmählich kommen wir in tiefere Gegenden - unter 4000 Meter. Grün kehrt in die Landschaft zurück.
Auf den Wiesen grasen Lamas. Dazwischen ab und an ein Hof.
Irgendwann queren wir eine Eisenbahnlinie in eine kleine Gemeinde aus sehr einfachen Häusern. Die Bahnschienen wirken so unwirklich in der abgeschiedenen Gegend. Wir erfahren, dass tatsächlich hier täglich ein Zug durch die Hochebene tuckert. Wir machen hier ein Stop - zum Bier trinken. In den umliegenden Bergen hat sich ein Gewitter zusammengebraut. Minütlich sehen wir die Blitze. Wir bestaunen aus sicherer Entfernung das Wetterschauspiel bis es plötzlich auch bei uns anfängt zu regnen. Schnell springen alle in den Jeep und wir rasen dem Gewitter davon.
Next Stop ist ein Berg mit Blick zur Salar, welcher voll mit riesigen Kakteen ist. Bis zu 8m hohe Pflanzen stehen dort. Nach ein paar Fotos - fühle mich langsam wie bei einer Chinesischen Reisetruppe - raus aus den Jepp - Fahrer sagt noch schnell max 15min, schnell Fotos machen und dann wieder rein in die Karre, denn es geht weiter zum nächsten unglaublichen Fotostop. Wir fahren weiter und unserer Fahrer fragt uns, ob wir in der Salar de Uyuni den Sonnenuntergang sehen wollen…..alle sagen schnell si, si….obwohl wir am Ende des zweiten Tages alle platt und erschöpft sind. Wir fahren auf einem keinen Damm. Rechts und Links sehen wir kilometerweit nur eine weiße Ebene. Die untergehende Sonne taucht den Himmel in spektakuläre Farben. Dank der Spiegelung durch den 5cm hohen Wasserfilm auf der Salzebene, wirkt der Sonnenuntergang zweidimensional und unglaublich schön. Hier verschwimmen die Grenzen wahrhaftig. Wir machen viele viele Bilde und können uns an diesem Schauspiel nicht satt sehen. Unsere Müdigkeit ist plötzlich weg und wir stehen mit offenem Mund und aufgerissenen Augen da. Was für eine tolle Landschaft und für ein einmaliges Naturschauspiel. Nachdem die Sonne untergegangen war, führen wir noch ca. 1h bis zur Unterkunft.
Wir übernachten in einem Salzhotel. Einiges ist aus Salz: die Wände aus Salzmauern, die Stühle, Tische und Betten bestehen aus Salzquadern in unseren Zimmer. 
Nach der einfachen Unterkunft von gestern bietet das Salzhotel mit warmer Dusche wahren Luxus. Herrlich erfrischend nach dem staubig-heißen Tag. Wir haben die Wahl, morgen früh aufstehen und zum Sonnenaufgang in der Salzwüste sein, oder ausschlafen… Unser Auto ist sich schnell einig – den Sonnenaufgang in der Salar de Uyuni Boliviens lassen wir uns nicht entgehen.

Tag 3: Blendendes Weiß in der Salar de Uyuni Boliviens
Um vier Uhr in der Früh sitzen alle im Jeep, das Gepäck wieder auf dem Dach verstaut. Im Dunkeln jagen die Geländewagen über die Pisten aus Schotter. Ein Rennen gegen die Zeit. Der Himmel wird unaufhaltsam heller.
Pünktlich zum Sonnenaufgang kommen wir auf der weißen Salzkruste zum Stehen. Magisch überzieht ein goldener Schimmer den Horizont. Ein Anblick, der jedes frühe Aufstehen belohnt.
Die goldgelben Strahlen erleuchten nach und nach die Salzwüste Salar de Uyuni. Bis mit zunehmendem Licht das unendliche Weiß weit in den Horizont hinein kriecht.
Wieder werden viel Fotos gemacht und wir bestaunen erneut das Schauspiel. Die Oberfläche gleicht einem riesigen Spiegel mit faszinierenden Wolkenreflektionen.
Nach dem vollständigen Sonnenaufgang fahren alle Jeep und das sind einige - über die Salzebene zum nächsten Stop. Wir haben den Eindruck, dass alle Fahrer plötzlich ihr Rennfahrergen entdeckt haben. Mit 120km rast unser Fahrer den anderen Jeeps hinterher. Wir fahren über die abertausend fünfeckigen weißen Salzwaben. Diese bilden sich nach dem Verdunsten des Wasser.

Wir sehen ein komplett anderes Bild als die Salzebenen bei Atacama in Chile.
Das Salz in der Salar de Uyuni reicht mehrere Meter tief und zieht sich unendlich bis an den weiten Horizont. Treffend nennen Bolivianos die Salar de Uyuni auch „Weißes Meer“. Sie ist die größte Salzwüste der Welt. Die weite Höhenebene auf 3.600 Metern umfasst 10.500 Quadratkilometer. Vor Millionen von Jahren trocknete ein hier liegender See aus und ließ das Salz zurück. Es ist bis zu 100 Meter dick!!! Etwa 25.000 Tonnen Salz wird in der Salar de Uyuni heute jährlich abgebaut - unglaublich.
Hauptursache für den Abbau ist jedoch nicht nur die Verarbeitung zu Bade- und Speisesalz für Touristen, sondern die Tatsache, dass die Salar de Uyuni das weltgrößte Lithiumvorkommen aufweist. Rund 5,4 Millionen Tonnen des wertvollen Rohstoffs befinden sich im bolivianischen Salzsee und da Lithium zur Herstellung von Batterien für Elektroautos und Smartphones benötigt wird, steigt der Bedarf jährlich an. Die großen Abbaugebiete bekommt man bei einer Tagestour auf der Salar de Uyuni allerdings nicht zu sehen.

Das Jeep - Rennen endet an der Isla Incahuasi – eine Insel mit Riesenkateen mitten in der Salzwüste. Wie ein kleiner Berg erhebt sie sich aus der weißen Ebene. Kakteen, zwei bis drei Meter oder noch höher, sprenkeln die Insel. Wir gehen auf Entdeckungstour. Vom höchsten Punkt auf etwa 100 Metern über dem Salzmeer lassen wir den Blick schweifen. Salzwüste soweit das Auge reicht – 160 km Länge und 135 km breite weiße Weite umgeben uns. Was für eine Augenblick, was für ein Erlebnis, was für eine unglaublich Landschaft - auch wenn ich mich hier mehrfach wiederhole - aber es war einzigartig.
Bevor wir die Salar de Uyuni verlassen, bleibt genügend Zeit für weitere Fotos. In der endlosen Ebene geht jedes Gefühl für Perspektive verloren. Das Fotografieren macht so viel Spaß. Wir lassen uns auch als Gruppe mit einer Choreo von den Fahrern, welche uns mit einem Jeep umkreisten filmen.

Wir fahren an den Rand der Salar zum Playa Blanca Salt Hotel. Das vollständig aus Salz erbaute einstöckige Gebäude beherbergt heute keine Übernachtungsgäste mehr, ist aber immer noch für Besucher zugänglich. Im Innenraum findet man Tische und Bänke aus Salzquadern, eine große Standuhr sowie verschiedene Skulpturen.
Das eigentliche Highlight am Playa Blanca Salt Hotel ist jedoch die Plaza de las Banderas direkt vor dem Hotel. Hier haben Reisende aus aller Welt die Flaggen ihrer Länder hinterlassen und die vielen Farben bieten einen tollen und sehr fototauglichen Kontrast zum endlosen Weiß der Umgebung.
Außerdem befindet sich direkt neben dem Playa Blanca Salt Hotel ein rund fünf Meter hohes aus Salz erbautes Dakar Monument. Die Dakar Rallye führte 2014 und 2018 durch Bolivien und im Zuge dessen wurde die riesige Skulptur errichtet.

Nun verlassen wir die Salzwüste und fahren weiter nach Colchani, einem kleinen Ort am Ostufer des Salar de Uyuni. Der Ort ist ein Zentrum der Salzgewinnung und auch einer der Zufahrtsorte auf den Salar de Uyuni. Wir besuchen einen quirligen Markt, wo Touristen und Einheimische Kleidung, Lebensmittel und Souvenir Artikel kauften. Ich war mehr an den Einheimischen interressiert, denn die Bolivianerinnen haben eine besondere Ausstrahlung. Dunkle Melone, geflochtene Zöpfe, bunte Röcke: Die indigenen Frauen mit ihren auffälligen Outfits sind ein starkes Symbol Boliviens.
Auf dem Markt tragen viele Frauen geschichtete Röcken und bunte Tüchern oder Decken um die Schultern. Auf dem Kopf ein kleiner Bowler-Hut, unter dem lange Zöpfe hervorgucken. Die Gesichter sind vom Leben und vor der extremen Witterung gezeichnet. Was für schöne Anblicke. Leider war das Fotografieren nicht so einfach und oft nicht gewollt.
Nachdem auch unsere letztes chilenisches Gruppenmitglied Ihren Kaufrausch befriedigt hatte, sind wir Richtung Uyuni - Stadt weitergefahren.
Erstmalig fahren wir mit unseren Jeeps über eine asphaltierte Straße. Keine Ruckeln, kein aufgewirbelter Staub, keine Schlaglöcher, keine Spurrillen aber auch leider keine Sprit mehr im Tank und die Kanister auf dem Dach waren auch schon leer. Nach ca. 30min Wartezeit, kam unser zweiter Jeep mit einem vollen Kanister zurück und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.
In der Nähe von Uyuni ist unser letzter Stopp der Eisenbahnfriedhof Cementerio de Trenes. Er zeugt von der Zeit, als von hier noch Salz, Kupfer und Gold mit der Bahn abtransportiert wurde. Heute sind die meisten Minen geschlossen. Viele Eisenbahnlinien verenden. Ausrangierte Züge rosten vor sich hin bis der Zahn der Zeit sie endgültig zernagt.
Endstation für unseren Fahrer ist die Provinzstadt Uyuni. Sie ist zentraler Ausgangspunkt für Reisende auf dem Weg in die Salzwüste von bolivianischer Seite aus. Die etwa 12.000 Einwohner leben vom Tourismus. Oder vom Abbau von Salz.
Für uns geht es mit neuem Fahrer zurück zum ersten Übernachtungsort in Villamar. In den Bergen werden wir von starken Hagel- und Schneeschauern überrascht. Im Nu ist die Strasse voll mit Schnee und es geht nur im Schneckentempo weiter. Die Mädels sind nach mehreren Blitzeinschlägen um uns herum alle ganz still (erstmalig).

4. Tag: Durch die Salar de Uyuni zurück nach San Pedro de Atacama
Die letzte Nacht in Villamar teilt die lange Rückfahrt. Ein reiner Transfer. Ohne große Stopps rasen wir über die Pisten. Vorbei an der Minensiedlung San Christobal, den Lagunen und heißen Quellen.
An uns ziehen wundervolle, beeindruckende Landschaft vorbei. Wie gerne würde wir wieder raus und die einzigartige Natur hautnah erleben. Aber der straffe Zeitplan bis zur Bolivischen Grenze muss vom Fahrer eingehalten werden. Dort angekommen werden die Autos so gut es geht vom Staub befreit, während wir an der Grenze die Ausreiseformalität erledigen. Kurzer Abschied vom Fahrer und dann mit dem Bus übers Niemandsland zum chilenischen Einreisegebäude.
Der Grenzübertritt nach Chile dauert aus bürokratischen Gründen sehr lange. Geduldig warten wir und befolgen genauesten die Anweisungen der Grenzer.
Gegen Mittag werden wir wieder am Gästehaus, von dem wir vor vier Tagen aufgebrochen sind abgesetzt.
Staubig, kaputt, müde aber auch beseelt über das Erlebte, entspannen wir noch 1,5 Tage in dem Hostel.
Wir fliegen am 26.01 zurück nach Santiago de Chile. Dort bleiben wir bis zum 28.01 und machen bei 33 Grad noch ein paar kleine Besichtigungstouren. Nach dem staubigen Tagen in der Wüste, war auch mal wieder Wäsche waschen angesagt, bevor wir in den Süden Chiles fliegen.
Patagonien heißt unser nächstes Abenteuer.

Unser Fazit zur Tour durch die Salar de Uyuni:
Ein fantastisches Erlebnis und definitiv eines unserer Reisehighlights!
Die Jeep Tour durch den Salar de Uyuni ist für uns eine unvergessliche Reise in eine der weltweit außergewöhnlichsten Landschaften. Die Mischung aus Surrealität, Schönheit und Abenteuer macht dies zu einer Erfahrung, die wir für immer in Erinnerung behalten.

Vg…..die Bornis

P.S. Beim hochladen der Bilder konnte ich mich nicht entscheiden, so dass ich hier unsere Eindrücke der ersten 1,5 Tage eingestellt habe. Hunderte von Bilder können gerne bei einem gemütlichen Fotoabend gezeigt werden. Die restlichen Tage werde ich im Eintrag 41 unterbringen. Auch dort fällt die Auswahl sehr schwer. 😳
nächstes ziel:  Punta Arenas- Patagonien



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
San Pedro de Atacama | Chile | Samstag - 25.01.2025 - 23:44 - GOOGLE MAPS 
39 San Pedro de Atacama - wir erleben die WüsteNachdem wir gut in Calama gelandet sind, ging es am „Dorf“ Airport recht schnell.
In der Ausgangshalle warteten etliche Taxifahrer und Mitarbeiter von Transportunternehmen. Jeder bot lautstark einen Transfer nach San Pedro an. Zum Glück hatten wir vorab den Shuttle gebucht, so dass wir uns dem Kampf um Fahrgäste entziehen konnten. Auf der gesamten Strecke zwischen Calama und San Pedro (101 km) ist weit und breit kein Leben in Sicht. Hin und wieder begegneten wir einem Auto, Touristenbus oder Truck. Am Strassenrand waren in unregelmässigen Abständen Kreuze aufgestellt worden, wahrscheinlich wegen eines tödlichen Unfalls. Schätzungsweise waren die geraden Straßen, die zu Unkonzentriertheit und die wenigen Fahrzeuge Ursache für die vielen Kreuze.
Wir konnten die Weite und die Aussicht auf Berge und Vulkane während der Fahrt entspannt genießen und waren bereits jetzt schon sehr beeindruckend.
An unserem Hostel Belen wurden wir abgesetzt und sofort spürte man die Wüste. Hitze, Staub und kein einziges Fleckchen Schatten.

San Pedro de Atacama befindet sich innerhalb der Atacama-Wüste auf einer Höhe von ca. 2450m, in einer der trockensten und einsamsten Landschaften der Erde. Über eine Fläche von 23.438 km², in zahlreichen kleinen Siedlungen verstreut, gibt es lediglich 10.996 Einwohner. San Pedro ist das Mekka der Wüstentouristen und Teilzeitabenteurer und ist eigentlich eine Kommune aus verschiedenen Siedlungen und einer Oase. Mächtig wachen die Vulkane Licancabur und Láscar über die Stadt. Letzterer ist immer noch aktiv und macht immer wieder mit kleineren Eruptionen und Aschewolken auf sich aufmerksam. Wir werden hier einige Tage verbringen und uns ersteinmal an die Höhe und das Wetter gewöhnen.
Es gibt rund um San Pedro de Atacama viele landschaftliche Highlights, welche wir mit Halbtagestouren erkunden wollen. Neben der kargen Salzwüste, lockt die Region mit türkisfarbenen Lagunen, schneebedeckten Vulkanen, dampfenden Geysiren und zerklüfteten Tälern. Wir hatten vorab über unser Hostel ein paar Touren gebucht, so dass die kommende Woche - inkl.der Salar de Uyuni Tour geplant, organisiert und bezahlt war. Also dieses mal nichts Individuelles und nichts auf eigene Faust, sonder mit Reisebus (Sprinter Busse) und vielen anderen Touristen zu den Sehenswürdigkeiten. Auch eine neue Erfahrung für uns auf dieser Reise. Wir haben folgende Ausflüge in San Pedro de Atacama gemacht.

Das Mondtal (Valle de la Luna)
Das Valle de la Luna liegt etwa 20 Kilometer von San Pedro entfernt und ist ein Teil der Atacama-Wüste, der durch bizarre Felsformationen, Krater und Klippen geprägt ist. Vermutlich basiert sein Name auf der Tatsache, dass die karge Umgebung an die Mondoberfläche erinnert. Ein eindrucksvoller Ort. Mit dem richtigen Namen.
Braun, Ocker und Rottöne in den verschiedensten Abstufungen. Salz blitzt am Boden hindurch reflektiert von der Sonne. Der helle, rötliche Sand verweht hinter kuriosen Steinformationen. All dies hat die Natur hier in Jahrmillionen geformt, durch längst versiegte Wasser geschliffen und als Denkmal für die Menschheit hinterlassen. Dieses Denkmal mahnt: Seht her, wie schön unsere Erde ist und diese zu erhalten gilt.
Wir genießen (natürlich mit vielen anderen) den Sonnenuntergang am Rande der Schlucht. Das Panorama ist überwältigend. Im Vordergrund das Tal des Mondes, dann der grüne Oasenstreifen San Pedro und in letzter Reihe die mächtige Anden mit ihren Vulkanen. Wir speichere diesen Moment für immer in unseren Kopf.

Astronomy Tour Atacama
Wir wurden gegen 21:30 Uhr abgeholt und wurden zum Observatorium in der Atacama-Wüste gebracht. Dort erhalten wir Informationen über die spezifischen Bedingungen des Atacama-Wüstenhimmels, über Sternbilder und antike Mythen und die Himmelssphäre.
Zuerst haben wir den Himmel mit bloßen Augen beobachtet, um Objekte und Strukturen zu identifizieren. Danach hatten wir die Möglichkeit durch ein Teleskop, Weltraumobjekte wie Nebel und Sternhaufen zu beobachten. Wir konnten auch den Gasplaneten Jupiter durch das Teleskop bestaunen. Nachtaufnahmen mit der Milchstraße im Hintergrund rundeten den interessanten Ausflug ab.

Schlucht Quebrada del Diablo
Mit einem Mountainbike von unserer Unterkunft fahren wir in die ca. 6 km entfernte Schlucht. Am Anfang der Schlucht bezahlen wir den Eintritt und kaufen vorsichtshalber noch eine Flasche Wasser - was sich im Nachgang als eine sehr gute Entscheidung rausstellte. Wir fahren die Schotterpiste bis zum Ende (ca. 5 Km), wo wir eine abgelegen Kirche im Nirgendwo besichtigen. Danach ging es den gleichen Weg zurück, wo wir nach ca. 3km die breite Straße verliessen. Plötzlich fanden wir uns zwischen hohen Canyonwänden wieder. Der Weg wurde nun immer enger, dafür aber weniger steinig, so dass wir– obwohl es stetig leicht bergauf ging – deutlich besser vorankamen.
Kurve um Kurve folgten wir dem Weg durch die Schlucht, wobei wir die Fahrräder teilweise über kleine Felsspalten auf die nächste Ebene heben mussten.
Nach weiteren drei Kilometern erreichten wir dann schließlich das Ende der Schlucht, wo ein Fußweg hinauf zu einem Mirador führte.
Wir schlossen also die Fahrräder an und gingen zu Fuß weiter. Der Weg war zwar nicht sonderlich lang, aber ziemlich steil und aufgrund der Höhe, kamen wir mehr aus der Puste, als wir gedacht hatten.
Trotzdem dauerte der Aufstieg glücklicherweise nicht zu lange und oben angekommen wurden wir mit unglaublichen Ausblicken auf die Schlucht und das Tal in der einen Richtung und die Berge/ Vulkane, insbesondere den 5.920 Meter hohen Licancabur, in der anderen Richtung belohnt. Einfach nur schön!
Wir blieben für unsere Verhältnisse lange auf dem Gipfel und genossen die Aussicht und die Einsamkeit, hier oben waren wir nämlich die ganze Zeit die Einzigen.
Irgendwann machten wir uns dann aber doch an den Abstieg und wieder unter angekommen, war es Zeit den Heimweg nach San Pedro anzutreten.
Nachdem es auf dem Hinweg die ganze Zeit leicht bergauf gegangen war, brauchten wir uns nun glücklicherweise nicht besonders anstrengen und rasten zurück durch die enge Schlucht. Das war schon fast ein wenig abenteuerlich. Wir fühlten uns wie in einem Bikepark. Wieder an der Kreuzung angekommen, ging es auf der schlechten Schotterpiste zum Eingang zurück.Nach etwas über vier Stunden und 12 Kilometern und Staub in allen Ritzen gaben wir die Fahrräder wieder zurück. Wir hatten unser komplettes Wasser ausgetrunken und waren nach der Anstrengung ordentlich platt, aber auch glücklich über das Erlebte.

Lagunen Piedra und Cejar
Die Fahrt bis zu den beiden Lagunen dauerte von San Pedro de Atacama nur eine halbe Stunde. Wir folgten einem Holzbohlenweg und genossen von der Aussichtsplattform den Blick auf die beeindruckenden Vulkane der westlichen Kette des Anden Hochgebirges. Die Laguna Cejar besitzt einen Salzgehalt von mehr als 40% und wird daher auch als das Tote Meer von Chile bezeichnet. Allerdings ist das Baden in der Laguna Cejar nicht mehr erlaubt, sondern nur noch in der danebenliegenden Laguna Piedra (die übrigens auch einen Salzgehalt von über 40% besitzt). Ertrinken kann man hier nicht, auch tauchen ist kaum möglich und sollte man auch tunlichst lassen. Wir gehen ins kühle Nass, lasse uns ein wenig treiben und genießen den sensationellen Ausblick.
Nachdem wir das Wasser verlassen haben, können wir das Salz förmlich auf der Haut zerreiben. Es sieht aus, als hätte uns jemand mit Mehl bepudert.
Es war ein toller Ausflug in mitten einer skurrilen Landschaft und das wir aufgrund der hohen Konzentration an Salzmineralien den Effekt der Gravitation gespürt haben, war einfach nur mega - einmal im Leben leicht wie eine Feder zu sein.
Anschließend ging es noch es weiter zu den Ojos del Salar. Dort hatten wir nur einen kurzen Fotostopp und schon ging es zur Laguna Tebinquiche. Der See hat eine ziemlich beeindruckende Kulisse und war für uns der Vorgeschmack auf die Salar de Uyuni.
Unsere Reise ging nun mit einer geführten Tour nach Bolivien weiter. Nach 3 Tagen San Pedro de Atacama waren wir einigermaßen akklimatisiert und freuten uns auf das nächste Abendteuer.

Fazit:
San Pedro de Atacama ist ein kleiner Ort der sich zu 100% auf Tourismus konzentriert. Die Umgebung von San Pedro hat einiges zu bieten: die Geysire von Tatio, das Valle de la Luna, die uralten Festungsanlage Pucará de Quitor bis zu den heißen Quellen von Puritama. Glücklicherweise scheint sich dieser Ort mit seinen beschaulichen sandigen Straßen und den niedrigen (Lehm-)Häusern trotz der vielen Touristen nicht zu verändern. Das Leben der Einheimischen ist kaum präsent und spielt sich wohl in anderen Teilen der Stadt ab. Üblicherweise versuchen wir solche touristenüberfluteten Orte zu umgehen, aber wir sind auch nicht wegen San Pedro de Atacama hergekommen, sondern um die Umgebung zu entdecken und anschließend nach Uyuni zu fahren.

Vg….die Bornis
nächstes ziel:  Bolivien - Salar de Uyuni



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Santiago de Chile | Chile | Donnerstag - 16.01.2025 - 15:24 - GOOGLE MAPS 
38 Bienvenido a Chile - Santiago de Chile & ValparadisoWir fliegen am 13.01.2025 um 21:30 von Auckland mit der Fluggesellschaft LATAM los. Der Flug dauert ca. 11h und führt über den Südpazifik.
Ohne großartige Turbulenzen und mit sehr wenig Schlaf, landen wir am 13.01.2025 um 16:35 Uhr in Santiago de Chile.
Am Flughafen ist die Einreise für uns nur eine Minutensache. Schnell bekommen wir unser Gepäck, was übrigens immer schwerer wird.
Vielleicht nehmen wir aus jedem Land etwas Deck mit.
Schnell ist eine Taxifahrt (25.000CLP) zum Hotel organisiert. Wir wollen natürlich auch schnell wieder online gehen, so dass wir uns an einem Kiosk am Flughafen zwei SIM Karten (40 GB) für zusammen umgerechnet ca. 10 € kaufen. Die Aktivierung sollte laut Verkäuferin ein schneller Prozess sein. Leider hat es bei uns nicht funktioniert, so dass wir erstmal zum Hotel gefahren sind.Das Personal an der Hotelrezeption konnte uns ebenfalls nicht weiterhelfen, so dass wir am kommenden Tag in ein Shop vom Mobilfunkanbieter Movistar gehen wollten. Wegen der Zeitumstellung hatten wir einen ordentlichen Jetlag, welcher uns in den kommenden Tagen weiterhin begleitete.
Unweit unseres Hotels befand sich der Mobilfunkshop. Wir schilderten unsere Problem einen Mitarbeiter. Nach mehrmaliger Einstellungsänderung, Telefon an und aus machen, war dieser Mitarbeiter ratlos, so dass wir weitergereicht wurden. Nun war schnell klar, dass uns nicht funktionierten SIM Karten am Flughafenkiosk verkauft wurden. Also mussten wir nochmal 10€ für nun offizielle SIM Karten investieren und sind nun online - insofern Netz verfügbar ist.
Jetzt kann unser Abenteuer in Chile starten.
Mit einer Bevölkerung von etwa acht Millionen Menschen in der Metropolregion (knapp sechs Millionen davon in der Stadt selbst) lebt fast die Hälfte aller Einwohner Chiles in der Hauptstadt Santiago. Die 1541 gegründete Stadt ist das unumstrittene politische Zentrum Chiles. Darüber hinaus ist die Stadt auch die Zentrale für Wirtschaft und Finanzwesen des Landes, denn knapp die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts von Chile wird in Santiago erwirtschaftet.
Die Lage der Stadt ist einmalig. Selbst nur auf etwa 500 bis 600 Höhenmetern im Zentraltal Chiles gelegen, erhebt sich hinter der Skyline der Stadt die imposante Kulisse der Anden. Zugleich sind es von Santiago aus nur etwa 100 Kilometer bis an den Pazifischen Ozean. Morgens Skifahren und am Nachmittag im Meer baden - hier ist es möglich.
Wir starten unsere Stadtbesichtigung mit dem eindringlichen Hinweis unseres Hotelpersonals, nicht die Handys in der Hand zu tragen und auf unseren Rucksack gut zu achten.

1. Stop - Plaza de Armas – Das historische Zentrum
Der grosse, belebte Platz Plaza de Armas ist Ausgangspunkt für die Erkundung von einigen historischen und wichtigen Gebäuden im Zentrum von Santiago. Wir spazieren um den grossen Platz und sehen uns die schöne Kathedrale Metropolitano, die Gebäude des Nationalmuseums, das Hauptpostamt, das ehemalige Kongressgebäude und das Museum für präkolumbianische Kunst an. Die Architektur beeindruckt uns. Es gibt hier viele Straßenkünstlern, die sich ein paar Pesos von den Zuschauern erhoffen. An einer Ecke des Platzes stehen ein paar Betontische, an denen Schach gespielt wir unter kritischer Beobachtung einiger Passanten. Wir schlendern unausgeschlafen und bei 30 Grad so gut es geht über den Platz und beobachten das rege Treiben.

2. Palacio La Moneda – Der Präsidentenpalast
Zwei Strassenblocks weiter befindet sich der Präsidentenpalast «Palacio La Moneda», der an den Plaza de la Constitucion angrenzt. Früher war im Gebäude die Münzprägeanstalt, heute sind die Büros der Landesregierung im riesigen Gebäude untergebracht. Der grosse Vorplatz ist abgesperrt, sodass wir den Präsidentenpalast nur aus der Distanz bewundern können. Überall ist Wachpersonal positioniert, die bei der Hitze unter Sonnenschirmen ihren Dienst leisten müssen.

3. Barrio Lastarria – Szeneviertel mit viel Kultur
In Santiago de Chile gibt es etliche Barrios (Viertel). Eines der beliebtesten Barrios ist Lastarria, wo es viele Cafés, Restaurants, Boutiquen und Galerien gibt. Uns hat die lockere und entspannte Atmosphäre gut gefallen. Wenn du auf Antiquitäten und Handwerkskunst stehst, bist du in Lastarria am richtigen Ort. Wir spazieren durch die Straßen, essen eine Kleinigkeit und genießen die entspannte Atmosphäre. Die Youngsters und Hipster treffen sich hier um am Straßenrand hauptsächlich gebrauchte Kleidung (scheinbar illegal) zu verkaufen. Wir beobachten einen Polizeieinsatz und bestaunen wie flink die Leute Ihre Stände oder Decken mit der Ware zusammenpacken und vor der Staatsmacht flüchten. Kurze nach dem Einsatz sind die Leute wieder zurück und liebevoll wird die Ware wieder ausgelegt. Wir schmunzeln sehr über dieses „Katz und Maus“ -Spiel.

4. Barrio Bellavista – Ausgehviertel und viel Street Art
Auf dem Weg zur Standseilbahn am Fusse des Cerro San Cristobal spazieren wir durch Bellavista. Es ist ein riesen Gewusel auf der Brücke des Rio Mapocho. Als wir den Fluss überquert haben, lockern sich die Menschenmassen etwas auf. Wir kommen an etlichen Restaurants, Take-Aways, Clubs und Bars vorbei. Bereits am Mittag dröhnt laute Musik aus den Lautsprechern. Die viele Häuser sind hier mit großflächigen Wandbilder verziert. Wir machen etliche Fotos von den Häusern, Türen, Wänden und versuchen den Sonnenschutz auf der schattigen Straßenseite auf.

5. Mit der Seilbahn auf den Cerro San Cristobal
Eine der schönsten Orte in Santiago ist definitiv der Cerro San Cristobal. Die Aussicht auf die Stadt mit den Wolkenkratzern ist sagenhaft. Bei schönem, klarem Wetter kann man sogar die Andenkordilleren sehen. Der 880 Meter hohe Hausberg Cerro San Cristobal ist die bekannteste und meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Santiago.
Es ist möglich zu Fuss oder mit dem Fahrrad auf den Aussichtsberg zu gelangen. Doch uns ist es bei 30 °C zu heiss, sodass wir beim Tickethäuschen eine Rundfahrt für die Stand- und Schwebeseilbahn kaufen. Als erstes fahren wir mit der Standseilbahn von Pio Nono bis Cumbre. Dort können wir zu Fuss die Kapelle und die 22 Meter hohe Statue der Jungfrau Maria ansehen. Oben angekommen gibt es eine fantastische Aussicht auf die Stadt. Nun erfasst man erstmal, wie groß die Stadt eigentlich ist.
Nach einem kurzen Fussmarsch erreichen wir die Schwebeseilbahn, die uns bis zur Station Oasis fährt. Wir geniessen es sehr in der Gondel über dem Wald zu schweben und von oben auf die Stadt runterzusehen. Die Fahrt ist toll, denn so sehen wir Santiago aus einem ganz anderen Blickwinkel.

6. Barrio Italia
Das Barrio Italia lockt uns wegen seines Namens und einer Empfehlung aus einem Reiseblog. Es ist ein Trendviertel mit vielen Cafés, Restaurants und Bars. Besonders schön sind die gemütlichen Terrassen, wo man chillig den Nachmittag oder Abend geniessen kann. Die Lokale sind eher teuer und in den Sommermonaten bestimmt sehr gut besucht. Obwohl das Barrio Italia heisst, sehen wir nur wenige typische italienische Restaurants. Doch an Restaurants fehlt es nicht. Auch in diesem Bezirk, gibt es viel Street Art und bunte Häuser, welche uns immer noch sehr beeindrucken.

7. Mercado Central
Der Mercado Central befindet sich in einem schönen historische Gebäude. Nur wenige Fischstände sind geöffnet und wir werden von jedem Marktbetreiber angesprochen bei ihm etwas zu kaufen oder zu essen. Da die Restaurants im Markt wenig attraktiv aussehen und wir uns eher bedrängt fühlen, laufen wir relativ schnell durch das Marktgebäude. Früher war der Markt anscheinend sehr lebhaft und typisch chilenisch. Heute scheint er nur noch für Touristen dazusein.

Vielmehr haben wir erstmal (kommen nochmal für zwei Tage zurück) nicht von Santiago de Chile gesehen, denn wir haben uns noch für einen Tagesausflug nach Valparaiso entschieden.

Die chilenische Hafenstadt ist weltbekannt für seine farbenfrohen Häuser und die Aufzüge auf die bewohnten Hügel. Wir sind mit einem geführten Reisegruppe durch die Gassen geschlendert und haben die schönsten Orten in Valpo gesucht.

In der Stadt Valparaiso leben ca. 255.000 - im Großraum ca. 900.000 Menschen.
Die Stadt gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles und ist wegen ihres historischen Stadtkerns mit bunten Häusern aus dem 19./20. Jahrhundert, den alten Aufzügen bzw. Standseilbahnen und seiner ausgeprägten Graffiti- / Street Art - Kultur bekannt.
Da die Stadt auf über 40 Hügeln erbaut wurde, kann eine Besichtigung recht anstrengend werden. Zum Glück sind noch einige der alten Aufzüge in Betrieb, mit denen man zumindest einige Steilstrecken überwinden kann, Panoramablick auf Stadt und Meer inklusive.
Großartige Sehenswürdigkeiten gibt es in Valparaiso eher nicht zu sehen, die Stadt lebt vor allem von ihrem besonderen Flair - und das muss man sich am besten erlaufen. Sehenswert sind die Hügel Cerro Alegre und Cerro Concepción mit vielen bunte Häuser mit Street Art, Bars, Restaurants, kleinen Läden, Ateliers und Aussichtspunkten. Vom Cerro Artillería hat man einen fantastischen Blick auf den Containerhafen. Wir hatten am Vormittag einen mystischen Blick auf die in Nebel gehüllte Hafenbucht.
Vor Eröffnung des Panamakanals war der Hafen der Stadt neben San Francisco einer der beiden bedeutendsten Häfen an der Westküste und der erste, den die Schiffe nach der Umfahrung des berüchtigten Kap Horns erreichten, dementsprechend reich war die Stadt. Heute ist der Hafen nicht einmal mehr der größte in Chile, dafür wurde der historische Stadtkern 2003 zum Weltkulturerbe erklärt.
Insgesamt glänzt Valparaiso nicht gerade mit Sauberkeit und ist an einigen Stellen ziemlich heruntergekommen. Die schönen Teile sind definitiv der historische Stadtkern und die besseren Aussichtsterrassen.

Wir fahren mit der Reisegruppe noch ins benachbarte Viña del Mar, dass ein beliebter Surf- und Badeort ist. Das Wahrzeichen der Stadt ist eine Uhr aus Blumen und Gras. Diese Gartenuhr mit der Schweizer Maschinerie zeigt seit 1962 die Zeit auf dem Castillo Hill an, als sie anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Chile aufgestellt wurde. Unser letztes kulturelles Highlight an diesem Ausflugstag, war die Osterinsel moai-Skulptur vor dem Museo Corporativo de Arqueología e Historia Francisco Fonck. Diese charakteristischste Skulptur ist eine der wenigen, die außerhalb der Insel zu finden ist.

Platt von den vielen Eindrücken kommen wir am Abend zurück nach Santiago.
Dort packen wir die wichtigsten Sachen in einen großen Rucksack und hinterlegen den Zweiten im Hotel.

Am nächsten Tag fahren wir früh mit dem UBER zum Airport. Unsere Reise führt uns nun in den Norden von Chile. Wir wollen die trockenste Wüste der Erde - die Atacama Wüste bereisen. Dafür fliegen wir von Santiago nach Calama. Der Flug dauerte 2h und bot uns spektakuläre Aussichten auf die schneebedeckten Anden. In Calama angekommen, hatten wir einen Transfer nach San Pedro de Atacama. Von dort werden wir in den kommenden Tagen viele Ausflüge machen und auf eine 4 tägige Rundreise durch die Atacamawüste, die Anden und zum Salar de Uyuni (Bolivien). Dies ist der größte Salzsee der Erde und befindet sich auf einer Höhe von 3.653 Metern.
Wir sind schon sehr gespannt, auf die Erlebnisse und auf die einzigartige Landschaft.


Lg ….die Bornis
nächstes ziel:  San Pedro de Atacama, Salar de Uyuni



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Auckland | Neuseeland | Montag - 13.01.2025 - 05:15 - GOOGLE MAPS 
37 Hobbiton und Auckland & bye bye NeuseelandIn der Region Waikato, nahe der Stadt Matamata, fand Peter Jackson-ein localscout- sein „Hobbiton“. Das ist unserer letzter Stop auf unserem Roadtrip durch Neuseeland. Wir haben glücklicher Weise noch Karten für den 09.01.2025 online buchen können.
Hier entstanden einige der zentralen Szenen aus dem Film „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ und können nun als Movie Set Tour (2,5h geführte Besichtigungstour)bestaunt werden.
Ursprünglich als Schafsfarm der Familie Alexander genutzt, wurde der Ort von Regisseur Peter Jackson bei einem Überflug über die Region Matamata entdeckt und sofort war klar: Hier entsteht das Auenland und damit der Ort Hobbiton.
Nach Abschluss der Dreharbeiten zur „Der Herr der Ringe“-Trilogie Ende 2000 sollte das Movie Set eigentlich abgerissen werden, doch man entschied sich schon kurz nach Beginn der Abrissarbeiten dagegen, so dass vorerst 17 unrestaurierte Aussenhüllen der Hobbithöhlen erhalten blieben. In Folge des überragenden Kinoerfolg der ersten zwei Filme und dem wachsenden starken Interesse an den Drehorten in Neuseeland, entschied sich Familie Alexander dazu, Führungen für Touristen über das Gelände anzubieten.
Im Jahr 2009 starteten die Dreharbeiten zu den „Der Hobbit“ Filmen und wieder wurde das Hobbiton Movie Set als Kulisse für das Auenland genutzt.
Es wurden dort insgesamt 44 Hobbithöhlen und im Jahr 2012 das Gasthaus „The Green Dragon Inn“ gebaut. Ab diesem Zeitpunkt und nach den Dreharbeiten zur „Der Hobbit“-Trilogie wurde das Gelände, komplett erhalten, als Touristenattraktion genutzt.
Die Tour auf dem insgesamt 4,8 Hektar großen Gelände startet am „The Shire’s Rest“, einem Gebäude mit Ticketschalter, Merchandise-Shop, Parkplatz und Toiletten - eine perfekte Logistik für die vielen Besucher. Von dort aus brachte uns der Bus (fahren im 10 min Tackt los) in einer kurzen Fahrt in das Herz des Auenlands. Während der Fahrt stimmt uns unser Tourguide bereits auf den bevorstehenden Besuch ein. Zusätzlich erfahren wir über einen Monitor im Bus interessante Fakten zur Geschichte des Movie-Sets und den damaligen Dreharbeiten.
Nach Ankunft am Movie Set startet die Tour am Ortseingang von Hobbiton.
Während der 2.5 stündigen Tour wurden wir an den unzähligen Hobbit-Höhlen vorbeigeführt, welche liebevoll mit (Kunst)-Obst, Handwerkszeugs und Pflanzen dekoriert sind. Durch die unzählige kleine Details wie Wäsche auf einer Leine oder einem Backwarenstand erhält man den Eindruck, tatsächlich durch ein lebendiges, bewohntes Dorf zu wandern. Ein Highlight der Tour ist sicherlich das Zuhause von Bilbo und Frodo Beutlin auf dem höchsten Hügel des Ortes. Von dort auf lässt sich auch das gesamte Gelände am besten überblicken.
Das Tempo der Tour war für unseren Geschmack genau richtig. Natürlich hätte man gerne an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Zeit für eine ausgiebige Foto-Session gehabt aber letztendlich muss einem auch bewusst sein, dass man dort nicht alleine ist, sondern mehrere Gruppen nacheinander durch das Gelände geführt werden und es sich um einen getakteten, betrieblichen Ablauf handelt.
Der Abschluss der Tour findet im wunderschön eingerichteten „Green Dragon Inn“ statt. In der gemütlichen Gaststätte haben wir ein frisch gezapfte Bier genossen. Wir lassen ein letztes Mal das Mittelerde-Feeling auf uns wirken, bevor wir wieder zurück zum Startpunkt der Tour geht: dem Shire’s Rest.
Uns hat die Tour wirklich große Freude bereitet. Die Liebe zum Detail, die süßen Hobbit Höhlen und das märchenhafte, hüglige Gelände hat uns sehr beeindruckt.
Es gibt bestimmt wenige Drehorte auf der Welt die exakt so aussehen wie im Film. Dies macht das Hobbiton Movie Set so besonders.
Der Ort versprüht die Magie von Mittelerde zu jeder Sekunde und man fühlt sich wirklich als ob man gerade über die Hügel des Auenlands spaziert - was für ein tolles Erlebnis.
Ganz in der Nähe hatten wir unseren Campingplatz. Dieser hatte auf dem Gelände heiße Quellen, welche wir vor dem Zusammenpackten und der Camperreinigung noch genossen haben.

Am Freitag sind wir schließlich die letzten 250 km bis zur Camper Vermietung nach Auckland gefahren.
Mit etwas Wehmut, haben wir nach rund 8000 Kilometer, 46 Tagen Camperleben und 21 mal tanken den Camper zurückgegeben.

Nach unserer Rundreise startet nun unser letztes Abenteuer in Neuseeland in der Metropole Auckland. Eingebettet zwischen der Tasmanische See und dem Pazifischen Ozean ist Auckland mit ihren unzähligen Segelbooten auch als „City of Sails " bekannt. Glaubt man den Statistiken, verfügt mindestens jeder dritte Haushalt über ein eigenes Boot und auch ganz grob gesprochen ist fast jede/r 3. EinwohnerIn Neuseelands in Auckland zu Hause.
Das zeigt ganz gut, wie dünn besiedelt Neuseeland eigentlich ist. In der Metropole Auckland ist davon nichts zu merken, denn sie ist eine lebhafte Hafenstadt mit allen Vor- und Nachteilen, die man von einer Großstadt gewohnt ist.
Die Restaurantszene ist breit gefächert, es gibt eine lange Einkaufsstraße (Queens Street) und unzählige Bars. Gleichzeitig haben wir nirgendwo in ganz Neuseeland so viel Armut und so viele Obdachlose gesehen wie in Auckland.

Vom SkyTower haben wir nahezu jedem Winkel der Stadt aus sehen. 328 Meter ragt dieser in die Höhe und verspricht einen 360° Panoramaausblick auf die Stadt. Auf der Aussichtsplattform in 186 Metern Höhe angekommen haben wir wirklich einen super Ausblick auf die Stadt. Die blau-grün getönten Scheiben irritieren etwas, dafür kann man aber bestens gegen die Sonne sehen. Die Sicht vom Aussichtspunkt ist Klasse. Generell hat Neuseeland eine top Weitsicht. Das ist uns mehrfach bei unserer Tour aufgefallen.
Der Tower bietet den Adrenalinjunkies ein besonderes Highlight - SkyWalk bzw. SkyJump.
Hinter dem Nervenkitzelerlebnis steckt der gebürtige Neuseeländer A J Hackett, der den Extremsport Bungee-Springen populär gemacht hat. Wer mag, kann einen Spaziergang auf dem 1,2 Meter breiten Gehweg um den Tower machen. Kein Geländer, 192 Meter in der Luft und nichts als Luft auf beiden Seiten. Wem das noch nicht reicht, kann einen Jump vom Tower wagen. In 11 Sekunden fliegt man 53 Stockwerke mit einer Geschwindigkeit von 85 km/h runter - nix für uns. Wir sehen lieber bei einem Glas Wein den Verrückten hinterher.
Wir machen anschließend einen entspannten Spaziergang rund um den Westhaven Richtung Auckland Harbour Bridge. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Jachten und die Skyline von Auckland. Diese Gelände wird von den Kiwis als urbane Erholungsfläche genutzt und wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.
Bars, Restaurants, ein Meerschwimmbecken im Hafen und viele Sitz- und Liegemöglichkeiten laden zum verweilen ein. Schon Wahnsinn, wie viele Boote hier im Jachthafen liegen. Wir genießen die entspannte Zeit und lassen uns mit dem Wind treiben.
Wir schlendern langsam zurück zur Innenstadt und laufen weiter bis zum Albert Park. Der Park liegt am Rand der Innenstadt und ist richtig schick. Hübsch bepflanzt, mit jeder Menge Bänken und riesigen alten Bäumen.

Am nächsten Tag besuchen wir die Auckland Art Gallery, welche die größte und zugleich älteste Kunstgalerie Neuseelands ist. Auch hier ist der Eintritt kostenlos und wir schlendern durch die Ausstellungen. Neben historischer, moderner und zeitgenössischer neuseeländischer Kunst sowie überragenden Werken von Maoris und Künstlern der Pazifikinseln, werden auch Gemälde, Skulpturen und Drucke von internationalen Künstlern ausgestellt. Besonders haben uns die Porträtbilder der Marois mit den kunstvollen Gesichtstattoos gefallen.

Was natürlich nicht fehlen darf, ist eine Besuch beim All Blacks Experience. Wir wurden bei der 45-minütige Führung durch 7 interaktive Räume geführt, in denen wir in die Umkleideräume gehen, wir uns einer 3-m-Kino-Haka stellen und unsere Rugby-Fähigkeiten gegen die Legenden testen. Wir tauchen in die reiche Geschichte und Leidenschaft der Nationalmannschaften in Schwarz ein und feiern den Geist des neuseeländischen Rugbys. Nun verstehen wir, warum Rugby die beliebteste Sportart in NZ ist. Jeder hier kennt Rugby und Neuseelands Nationalmannschaft, die „All Blacks“, welche zu den besten Rugby-Mannschaften weltweit zählen.


Neuseeland wird/ ist eines unserer Lieblingsländer. Es bietet eigentlich alles auf nur zwei Inseln, wofür man sonst um die ganze Welt reisen müsste – von dichtbewachsenen Jungle-Wäldern über kilometerlange, einsame Sandstrände bis hin zu vulkanischen Regionen mit Geysiren und überschäumenden Schlammgruben. Aber auch Millionenmetropolen wie Auckland, die atemberaubenden Sounds im Südwesten des Landes, schneebedeckte Berge oder Gletscher, die fast direkt bis zum Strand reichen, lassen das Herz höher schlagen. Daneben bietet Neuseeland auch eine besondere Tier- und Pflanzenwelt. Es gibt Kiwis (Vogel), Kiwis (Frucht), Kiwis (Neuseeländer), Wale, Pinguine, spezielle nur hier vorkommende Vogelarten, Delfine, Palmen, Farne, Robben, jede Menge Schafe und vieles mehr. Manchmal scheint es, man muss nur um die Kurve fahren, und es bietet sich einem ein komplett neues Setting. Gerade eben ist man noch im Hobbit-ähnlichen, hügelreichen Weideland, und plötzlich steht man in der Steppe mit Felsbrocken und schaut in die unendlich scheinende Weite der Berge.

Wir haben die Zeit hier sehr genossen, sind dankbar für den Roadtrip und werden viele Momente in unseren Herzen tragen…. Danke Neuseeland.
nächstes ziel:  Santiago de Chile



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Ruakaka | Neuseeland | Dienstag - 07.01.2025 - 10:37 - GOOGLE MAPS 
36 Die letzten Tage in Nz…..Coromandel Peninsula, Piha, Bay of IslandsDie Coromandel-Region, die für ihre unberührten Strände, dichten Wälder und ihre entspannte Atmosphäre bekannt ist, zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen Neuseelands. Das merken wir bei der Suche nach einem Campingplatz. Die Feiertage, der anstehende Jahreswechsel und die Sommerferien gestalten die Stellplatzsuche etwas schwieriger.
Das Urlaubsparadies Coromandel Peninsula liegt bei gutem Wetter in Sichtweite von Auckland auf der anderen Seite des Hauraki Golfs. Die Halbinsel ist 85 Kilometer lang und 40 Kilometer breit. Im Inneren ist sie bergig und mit Regenwald bewachsen, die Coromandel Range ist bis zu 900 Meter hoch. Am der Küste, vor allem im Osten, liegen lange helle Sandstrände an denen es sich gut abhängen lässt oder man verschiedenen Wassersport Aktivitäten nachgehen kann. Wir finden in Tauranga einen Stellplatz für zwei Tage in der Nähe vom Strand. Lange Standspaziergänge und unsere Planung für Südamerika zu konkretisieren, war unser vorrangiges Ziel. Bei diesem schönen Dezemberwetter genossen wir aber auch das Baden im Meer, Eis essen und am Stand vor sich hin dösen. Wir merken, dass wir bei der ständigen Vorwärtsbewegung, auch mal wieder einen stillstand benötigen. Zwei Tage nicht fahren tat uns auch mal gut.
Für den Jahreswechsel haben wir uns einen DOC Campinglatz Stellplatz im Kauaeranga Tal gebucht. Vorher haben wir noch ein Abstecher zur Mercury Bay gemacht, denn dort liegt der Hot Water Beach. Unter dem Strand sind heiße Quellen. Bei Ebbe kann man hier ein Loch graben, das sich schnell mit warmem Wasser füllt. In so einer natürlichen warmen Badewanne lässt es sich ausgezeichnet relaxen, doch leider waren wir nicht zum richtigen Tidestand dort. Dennoch konnten wir Familien beobachten, die trotz des steigenden Meeresspiegel versuchten Becken zu buddeln, um einen heißes Bad zu nehmen. Am späten Nachmittag sind wir auf dem abgelegenen Campingplatz angekommen und hatten einen schönen Stellplatz im Wald. Die Nacht bescherte uns einen unglaublichen Sternenhimmel.
Am letzten Tag des Jahres haben wir die Halbinsel auf der Küstenstraße umrundet. Die kurvenreiche Strecke bot uns immer wieder schöne Aussichtspunkte. Wir besuchten Coromandel Town, kaufen dort geräucherte Muscheln, eine besondere Spezialität, welche man unbedingt probiert haben sollte. Wir wechseln die Halbinselseite und fuhren nun an der Westküste wieder zurück.
Next stop ist ein absolutes Highlight - daher ein muss für uns - Cathedral Cove.
Von dem wunderschönen Strand Hahei gelangen wir zu Fuß nach Cathedral Cove, wo ein natürlich entstandener Felsbogen sofort unsere Kamera zücken lässt.
Vom nördlichen Ende des Strandes führt ein Weg oben am Kliff entlang und dann hinunter in die Bucht. Insgesamt brauchen wir etwa eine Stunde dort hin. Unten angelangt erblickt man sofort den riesigen bogenförmigen Höhlendurchgang in einem weißen Felsvorsprung, der zwei abgeschiedene Buchten verbindet. Der an eine Kathedrale erinnernde Bogen lässt den Ort majestätisch und imposant wirken.  Der Sandstrand mit Schatten spendenden Pohutukawa-Bäumen entlang des Ufers ist ein idealer Ort zum verweilen. Das findern aber auch viele viele andere Leute, so dass das Fotografieren ohne fremde Personen zum Geduldspiel wird. Aber trotz der Menschenmassen ist dieser Ort magisch, fotogen und besonders. Wir lassen uns das abbaden am 31.12.2024 nicht nehmen - crazy Ende Dezember baden zu gehen, genauso wie Weihnachten bei 28 Grad zu feiern - verrückte Welt für uns. Anschließend fahren wir zurück zum DOC Campingplatz. Am Silvesterabend haben wir uns eine Movie angesehen. Rechtzeitig zum Countdown sind wir aus dem Camper mit einem Glas Sekt gekrochen. Ohne Feuerwerk, ohne eine einzige Rakete am Himmel, ohne ein lautes knallen eines Böllers sind wir glücklich mit den Blick zum unglaublichen Sternenhimmel ins neue Jahr gerutscht. Wir hatten vorab gelesen, dass in Neuseeland um Mitternacht auf Töpfe und Teekessel geschlagen wird – je lauter, desto mehr Glück bringt das neue Jahr mit sich. Diesen Brauch haben wir prompt umgesetzt und hoffen das 2025 für alle Bekannten, Freunde und natürlich unserer Familie ein glückliches und zufriedenes Jahr wird.
Am Neujahrsmorgen sind wir wieder zurück nach Tauranga gefahren und haben auf dem uns bekannten Zeltplatz wieder eingecheckt. Grund für unsere Rückkehr war die gebuchte Glühwürmchen Kajak Tour am Neujahrsabend.
Wir erleben diese Magie bei dieser abendlichen Glühwürmchen-Kajaktour auf dem Lake McLaren. Als der Tag zur Nacht wird, steigen wir in das Kajak und paddeln mit dem Guide zum Glühwürmchen-Canyon am Kopf des Sees. Wir bewundern die leuchtend grünen Glühwürmchen, die sich an den hoch aufragenden Klippen festklammern. Die Guides geben uns Einblicke in den Lebenszyklus dieser faszinierenden Kreaturen. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, kann sich bei näherem Hinsehen als kleines Wunder entpuppen. Das Leuchten des Glühwürmchens steht auch für die Kraft, die Sie aus Ihrem Inneren schöpfen. Was für ein magischer, märchenhafter und faszinierender Moment, als wir die tausende Glühwürmchen gesehen haben. Ein Glühwürmchen zu sehen, könnte ein Zeichen dafür sein, auf dem Boden zu bleiben und die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. In Japan symbolisieren Glühwürmchen Liebe, Leidenschaft, Jahreszeitenwechsel und verstorbene Seelen…. was für ein toller Jahresbeginn für uns.
Nun ging unserer Reise in 2025 weiter. Wir streiften Auckland und landeten, dank der Empfehlung von Rita & Holga, in Piha einem entspannten Küstenort, welcher etwa 45 Minuten westlich von Auckland liegt. Der dramatische Strand wird von schroffen Klippen eingerahmt und wird von vielen Surfern frequentiert. Als Surfspot wurde bereits 1956 das Surfen dort erstmals in Neuseeland betrieben und seitdem fanden nationale und internationale Meisterschaften dort statt. Dieser Strand aus schwarzem Eisensand ist bekannt für seinen starken und sich ohne Vorwarnung ändernden Brandungsrückstrom und starke Strömungen.
Wir hatten einen schönen Campingplatz gefunden, welcher zentral im Ort lag. Gemeinsam schlenderten wir über den tollen Stand, welcher immer wieder schöne Fotomotive lieferte. Jetzt zum Ende unserer Neuseelandzeit, werden wir etwas ruhiger und sind nicht mehr ganz so getrieben von Neuentdeckungen. Unser Erlebnisspeicher ist schon sehr voll und wir müssen auch die vielen schönen Dinge verarbeiten. Somit genossen wir die entspannten zwei Tage, machten einige Spaziergänge am Stand und eine Wanderung zum dreistufige Wasserfälle - Kitakita Falls. Natürlich sind wir dort auch ins Wasser gegangen und haben die herabfallenden Wassermassen gespürt. Abend gab es im Bowling Club von Piha einen Burger und Bier - wie schön kann das Leben sein - danke dafür.
Unsere Route führt uns nun in die Northland Region, welche sich im nördlichsten Teil der Nordinsel Neuseelands befindet. Northland ist im Westen von der Tasmansee und im Norden sowie Osten vom Pazifischen Ozean umgeben. Im Süden grenzt die Region an das Gebiet von Auckland. Wir fahren der Westküste entlang. Ca. 270 km nordwestlich von Auckland befindet sich der Waipoua Forest, einem der letzten verbliebenen, ursprünglichen Wälder Neuseelands mit einem hohen Anteil an Kauri-Bäumen. Dort übernachten wir auf einem DOC Campingplatz, welcher direkt am Waldrand liegt. Das hier die Bäume überhaupt noch stehen liegt wohl daran, dass die Bodenqualität hier viel zu schlecht ist, um daraus Weide- oder Farmland zu machen. Das Gebiet wurde im Jahr 1952 nach heftigen Protesten von Umweltschützern gegen die überall üblichen Rodungen zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Kauri Baum ist endemisch in Neuseeland und nirgendwo sonst auf der Welt anzutreffen. Die fichtenartigen Bäume können einen Durchmesser von bis zu 15 Metern und eine Höhe von über 50 Metern erreichen.
Diese Baumgiganten waren früher wegen ihres Holzes als Baumaterial sehr begehrt, was dazu geführt hat, dass es nur noch sehr wenige dieser wunderschönen Bäume gibt. Der Waipoua Forest ist daher einer der wenigen Orte, an dem man Kauri Bäume, darunter den ältesten Kauri Baum der Welt bestaunen kann: Tane Mahuta wird der größte und älteste Kauri Baum der Welt liebevoll genannt, er gilt den Maori als Gott des Waldes und ist heilig. Er ist geschätzt über 1.500 Jahre alt und mehr als 50 m hoch. Wir sind beeindruckt von den Baumriesen und bestaunen diese uralten Bäume.
Wanderwege oberhalb des Waldbodens, sollen die Baumwurzeln schützen und die Verbreitung von schädlichen Pilzen unterbinden. Am Ein- und Ausgang zum Wald befinden sind Reinigungsstationen, wo man seine Schuhsohlen reinigt und desinfiziert. Was für eine wichtige und notwendige Maßnahme und die verbleibenden Riesen zu schützen.
Unser nächstes Ziel ist die Bay of Islands. Diese liegt weit oben auf der Nordinsel (Ostküste) und besteht aus 144 Inseln.
Die Hafenstadt Paihia bildet für uns die perfekte Ausgangsposition für einen Bootsausflug in das Inselarchipel. Der kleine Ort ist aber auch für sich genommen ein echtes Schmuckstück und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Hier steht die älteste Kirche Neuseelands und es gibt viele kleine Cafés bzw. Restaurants und eine schöne Uferpromenade.
Unser Bootsausflug startet Morgens bei bestem Sommerwetter. Wir werden durch das Insellabyrinth gefahren und bekommen vom Kapitän interessante Informationen zur Region und deren Geschichte erzählt. Auf unserer Fahrt, hatten wir das Glück, erneut Wale zu sehen. Wir vermuten das es ein Brydewale mit einem Jungtier war.
Kurz danach erreichen wir auch schon das berühmte Hole in the Rock. Direkt daneben befindet sich ein hübscher Leuchtturm, über den wir Infos von der Crew erfahren haben.
Das sogenannte Hole in the Rock ist das Wahrzeichen der Bay of Islands. Das Hole in the Rock ist ein Loch im Sandsteinfelsen Piercy Island, dass durch die starke Dünung entstanden ist. Der Kapitän fährt sogar bei leichtem Wellengang und böigen Wind durch das Loch und alle an Bord halten für eine Sekunde die Luft an, denn viel Platz auf beiden Seiten gabe es nicht. Respekt dem Kapitän, welcher anschließend zu scherzen aufgelegt war. Wir hatten auf dem Rückweg noch ein 1,5h Aufenthalt auf der Insel Urupukapuka, welchen wir mit sonnen und Cappuccino schlürfen verbracht haben.
Was für ein schöner Ausflug - wir haben die Zeit an Bord sehr genossen. Nun bewegen wir uns langsam wieder Richtung Auckland. Ca. 20 min von Piahia entfernt gibt es eine besondere öffentlichen, farbenfrohen Toiletten, welches tatsächlich in Kawakawa die Haupttouristenattraktion ist. Entworfen vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser, verwandelte er 1998 die öffentlichen Toiletten der Stadt in ein echt cooles Kunstwerk.
Die nächsten Stops legen wir an sehr schönen Stränden, in sehr beliebten Urlaubsorten ein. Da hier Sommerferienhochsaison ist, gestaltet sich selbst die Parkplatzsuche schwierig. Aber wir können es keinem verübeln, den der Küstenabschnitt auf der Westseite der Nordinsel ist mit den vielen Buchten, der tollen Landschaft, den schönen Stränden und dem türkisfarbigen Wasser ein wahres Urlauberparadies.

Unser nächster Stop und somit unsere letzte Übernachtung mit dem Camper in Neuseeland ist Hobbiton.

Was ist Hobbiton? Hobbiton oder auf deutsch Hobbingen ist ein beschauliches Örtchen im „Auenland“, in dem die Hobbits ihr geruhsames Leben führen, solange nicht geheimnisvolle Zauberer auftauchen und einzelne Bewohner wie Bilbo und Frodo Beutlin zu haarsträubenden Abenteuern anstiften.

Lg …die bornis
nächstes ziel:  Hobbiton / Auckland



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Rotorua | Neuseeland | Samstag - 28.12.2024 - 10:39 - GOOGLE MAPS 
35 Vulkane, Art Deco, heiße Quellen - Merry ChristmasNach Wellington fahren wir an der Küste entlang zum Mount Taranaki. Dieser ist ein 2.518 m hoher Stratovulkan mit perfekter Spitzkegelform. Der letzte Ausbruch erfolgte im Jahr 1775 und Vulkanologen sind sich darin einig, dass der Vulkan nur „schläft“ und nicht etwa erloschen ist. Leider ist der am perfektesten geformte Vulkankegel Neuseelands mit Wolken verdeckt. Die Wettervorausschau sagt für die kommenden Tage keine Besserung voraus. Unsere Fahrt geht zum DOC Visitor Center auf 945m. Dichter Nebel verhüllt alles, so dass wir uns entschließen, hier zu übernachten, in der Hoffnung auf eine Wetterbesserung am kommenden Morgen. Nach einer kühlen, windigen und regenreichen Nacht, hat sich am Morgen das Wetter leider nicht geändert. Die Damen im Visitor Center raten von Wanderungen ab. Es sei bei dem Nebel zu gefährlich. Etwas traurig verlassen wir den Ort. Zahlreiche Straßen führen um den Berg, dessen Anblick einfach fantastisch sein muss - wenn er denn sein Haupt aus den Wolken streckt. Oft umgibt jedoch ein Wolkenkranz den Gipfel und verleiht ihm ein mystisches Aussehen. Wir fahren nach New Plymouth, besichtigen die Stadt und schlagen unser Nachtquartier in Oakura auf. Auf dem „Surf Highway 45“ umfahren wir weiter den Mount Taranaki, doch leider haben wir kein Glück mit dem Wetter, so dass uns der Anblick des Vulkans verwehrt bleibt. Der Name Surf Highway ist allerdings Programm - hier gibt es zahlreiche schwarze Sandstrände mit Wellen, die ideal Surfbedingungen bieten. Aber auch zum fotografieren bieten die schwarzen Strände mit dem vielen Treibholz, Dünen und Wellen tolle Motive.

Auf dem Weg nach Napier - dort werden wir Heiligabend verbringen - kommen wir am Mount Ruapehu, welcher mit 2.797 m der höchste Vulkan Neuseelands und der höchste Punkt der Nordinsel ist, vorbei. Wir legen einen Stop im Tongariro-Nationalpark ein. Doch auch leider hier ist die Wetterlage so, dass wir nur kleine Wanderungen unternehmen können. Grund hierfür sind die in Neuseeland vorherrschenden Westwinde, welche reichlich Wasser über der Tasmansee aufnehmen. Da die Vulkane im Tongariro-Nationalpark und der Mount Taranaki die erste größere Landerhebung auf der Nordinsel sind, regnen die Wassermassen hier ab. Somit sind Regenfälle fast täglich zu beobachten. Wir hatten leider Dauerregen, so dass wir vorzeitig nach Napier an die Ostküste der Nordinsel führen. Der zähen Regenfront war es zu verdanken, dass wir früher als gewollt dort hinführen. Nach der regenreichen Zeit auf der Nordinsel kam prompt die Wetterwende in Napier. Sonnenschein und Temperaturen über 28 Grad sollten uns ein sommerliches Weihnachten in Napier bescheren.
Hinzu kam, dass wir in ganz Neuseeland keine vergleichbare Stadt kennengelernt haben. Das Zentrum Napiers erinnert mit seinen Art-déco-Elementen an eine Filmkulisse aus den 30er Jahren. Ein verheerendes Erdbeben ist dafür verantwortlich, dass sich ein Spaziergang durch Napier wie eine Zeitreise anfühlt. In den 30er-Jahren wurde die Stadt in Schutt und Asche gelegt und anschließend im Art-déco-Stil der damaligen Zeit wiederaufgebaut.
Die Innenstadt Napiers gleicht daher einer Filmkulisse. Wir hätten nicht erwartet, dass die Gebäude derart gut erhalten sind. Von den Straßenlaternen bis zu den Schriftzügen an den Gebäuden: Art déco ist in Napier omnipräsent. Diese Stadt ist groß aber übersichtlich und die Menschenmenge verläuft sich. Die Promenade führt direkt am Meer entlang, überall findet man Kunst und kleine Parkanlagen, Bäume, Palmen, bunte Blumen zieren den Mittelstreifen und die Straßenränder. Die Innenstadt ist bunt mit Weihnachtsdeko geschmückt.
Wir hatten uns nach nunmehr 10 Wochen Camperleben (6 Wochen Australien/ 4 Wochen Nz) ein schönes Hotelzimmer mit Meerblick gegönnt bzw. zu Weihnachten geschenkt. Am Heiligabend hatten wir im The Central Fire Station Bistro ein besonderes kulinarisches Erlebnis in einem der beeindruckendsten Art-Deco-Gebäude von Napier. Als Vorspeise hatten wir hausgemachtes Sauerteigbrot mit einer köstlichen Trüffelbutter. Zum Hauptgang gab es für uns eine Entenkeule und gegrillten Fisch mit grünen Spargel. Beide Gerichte waren sehr geschmackvoll angerichtet und mega lecker. Als Abschluss hatten wir nochmal ein Brot. Was für ein kulinarischer Hochgenuss zum Heiligabend…. wir waren happy. Auf dem Rückweg zum Hotel gab es noch ein Eis an der Strandpromenade - Merry Christmas.
Nach Napier wagten wir einen weiteren Versuch, den Tongariro-Nationalpark zu besuchen und wollten einige Wanderungen dort machen. Also ging unsere Fahrt erstmal zum Lake Taupo.
Dieser ist ein Kratersee eines vor rund 26.500 Jahren kollabierten Vulkans und der größte See des Landes. Wir besichtigten die gleichnamige Stadt. Viele Häuserwände sind hier von großen Streetart-Kunstwerke verziert. Um Taupo herum befinden sich zahlreiche Thermalquellen und Geothermalfelder, deren Wärmeenergie wirtschaftlich genutzt wird. Um eventuell bei besserem Wetter die Tageswanderung " Tongariro Crossing " zu machen, fahren wir auf einen zentralen DOC Campingplatz im NP. Leider beginnt schon in der Nacht erneut der Dauerregen, so dass wir uns wiedermal die Frage stellten, abwarten oder weiterfahren? Leider zeigte auch die Wettervorhersage für die kommenden Tage keine Besserungen an. Somit haben wir nun den zweiten Versuch einer Vulkanwanderung trauriger Weise gekänzelt.
Das Wetter ist einfach zu wechselhaft und wir wollen uns auf der Nordinsel noch weitere schöne Orte und Landschaften ansehen. Eventuell gibt es nochmal die Möglichkeit einer Vulkantour in den nördlichen chilenischen Anden - die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wir setzten unsere Fahrt auf der Nordinsel in Richtung Rotorua fort.
Die Nordinsel Neuseelands ist voller heißer Quellen, die durch die geothermale Aktivität im Land zu erklären ist. In dem Gebiet um Rotorua, sieht man dies am deutlichsten, da fast überall Dampf aus dem Boden empor steigt - die Welt ist hier noch nicht zum Stillstand gekommen! Den heißen Quellen wird eine heilsame Wirkung nachgesagt, da schon die Maori die Pools zum entspannen der Muskeln und reinigen von Wunden genutzt haben. In dieser Region gibt es zahlreiche Termalheilbäder, die unter anderem Schlammbäder oder Salzbäder anbieten.
Wir finden ca. 20 km vor Rotorua einen Fluss, welcher öffentlich ist, nichts kostet und aus einer heißen Quelle gespeist wird. Einheimische und Touristen nehmen hier gemeinsam ein Bad und schmieren sich das Gesicht mit dem grauen Schlamm ein.
Ganz in der Nähe übernachten wir auf einem Stellplatz direkt am See.
Am nächsten Tag sind wir früh nach Rotorua gefahren.
Die Stadt ist neben Auckland das bedeutendste touristische Ziel der Nordinsel. Am südlichen Ufer des Lake Rotorua gelegen, ist die Stadt Rotorua vor allem für ihre heißen Quellen, Geysire, blubbernden Schlammlöcher und zahlreiche Seen in der Umgebung bekannt. In der geothermischen Aktivität in und um Rotorua liegt auch die Ursache für den unverkennbaren Schwefelgeruch, welcher stets in der Luft liegt. Darüber hinaus ist die Umgebung für seine Maori Kultur bekannt, deren Traditionen man bei einem Besuch der zahlreichen Maori-Dörfer näher kennen lernen kann.
Natürlich wollen wir auch was über die Gesichte und Kultur der Maoris erfahren. Daher besuchen wir die Maori Stätte Te Puia. Der volle Name des Gebietes lautet in der Sprache der Maori " Te Whakarewarewatanga o te Ope Taua a Wahiao " - das Zusammentreffen der Kriegertruppe von Wahiao. Große Parkplätze lassen Menschenmassen vermuten und so war es auch. Hier trifft man viele Reisegruppen aus Asien mit hoher Teilnehmerzahl, die einen lautstarken Umgangston bevorzugen. Aber was solls, wir wollten halt auch die Attraktionen des Areals sehen.
Die Eintrittsgelder werden zum Erhalt der Schule verwendet, in der die alte Schnitz-, Schleif- und Webkunst gelehrt wird. Jahrhunderte lang wurde Te Puia nie in einer Schlacht erobert, hier fanden die Menschen stets Schutz und so überlebte auch ihre Kultur, ihre Künste und die handwerklichen Fertigkeiten. Von der Regierung gab es keine Unterstützung, somit wird der Erhalt der Kultur mit den Eintrittsgeldern gesichert. Wir fanden unsere 1,5 h Führung sehr interessant. Haben dabei die unterschiedlichen Lehrwerkstätten gesehen, über die Geschichte der Maoris einiges erfahren, haben Geysire gesehen und konnten die geothermischen Aktivitäten beobachten.
Als Sahnehäubchen gab es auch eine Kiwi Sichtung. Ja richtig, wir haben einen Kiwi gesehen. Natürlich nicht in freier Naturbahn, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit sehr sehr gering, diesen nachtaktiven, scheuen, flugunfähigen Vogel zu erblicken. Hier gab es eine „Dunkelkammer“ in der man die Vögel - wir haben zwei von drei gesehen - hinter einer Scheibe in ihrem natürliche Umfeld beobachten kann. Glücklich über den Anblick und den neuen Input, machen wir uns auf zur Stadtbesichtigung. Diese war eher unspektakulär, so dass wir rechtzeitig die Abfahrt zum nächsten Stellplatz antraten. Versteckt in einem ländlichen geothermischen Tal zwischen Rotorua und Taupo bietet uns der Waikite Valley Hot Pools Campground einen schönen Ort zum übernachten. Der Zugang zu den 6 heißen Pools ist in unserer Campinggebühren enthalten. Einparken, Strom anschließen, Badehose an und ab ging es in die Pools. Von 17 bis 20 Uhr haben wir uns in den heißen Pools aufgehalten - was für eine Wohltat. Natürlich gab es am Morgen nochmal ein ausgiebiges Bad - für die Campingplatznutzer war bereits ab 6:30 Uhr geöffnet. Nach Bad und Frühstück sind wir gegen 9:30Uhr zum Wai-O-Tapu Thermal Wonderland gefahren. Hier haben wir den Lady Knox Geyser besucht, der täglich um 10:15 Uhr durch Seife zum Ausbruch gebracht wird. Das Schauspiel haben wir uns mit vielen anderen Leuten angesehen, welche anschließend den vulkanischen Park besucht haben - so wie wir.
Dort haben wir viele bunte Quellen, Sinterterrassen, dampfenden Tälern, dem berühmten Champagnerpool mit seinem orangenfarbenen Becken sowie dem giftgrün leuchtenden Devil's Cave Pool gesehen. Eine faszinierende Landschaft mit tollen und unwirklichen Färbungen, welche durch die Sonne und den wolkenlosen Himmel besonders strahlten.
Anschließend wollten wir uns noch den Whakarewarewa Forest in Rotorua ansehen. Die Einheimischen sagen schlicht „The Redwoods“ zum Wald. Die von einheimischem Bush und den namensgebenden kalifornischen Baumriesen geprägten Redwoods bilden das Epizentrum der Mountainbikeszene und liegt praktischerweise nur wenige Minuten außerhalb des Stadtzentrums. Dieser Wald ist ein Mekka für Mountainbike-Fahrer aus Neuseeland und der ganzen Welt. Kein Wunder, dass die International Mountain Biking Association (IMBA) Rotorua den Goldstatus für seine Mountainbike-Infrastruktur verlieh - damit gehört die Stadt zu einem von nur sechs derartig ausgezeichneten Mountainbike-Zentren der Welt. Wir bestaunen bei einer Wanderung die Redwoods. Diese sind wegen der ungewöhnlich großen und bis zu 1500 Jahre alt werdenden Bäume mit Stämmen von bis zu 6 m Durchmesser, 110 m Höhe und einem Holzvolumen von bis zu 1100 Kubikmetern ziemlich spektakulär. Wir fühlen uns sehr kein aber auch sehr wohl in dem Wald.

Unsere Tour geht nun Richtung Norden weiter, aber erstmal wünschen wir einen guten Rutsch und ein gesundes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr.
Allet Jute für 2025 …lg die Bornis
nächstes ziel:  Bay of PlentyRuakaka Beach



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Okura | Neuseeland | Samstag - 21.12.2024 - 23:30 - GOOGLE MAPS 
34 Abel Tasman, neue Flugerfahrung und wir verlassen die SüdinselWir finden, ganz Neuseeland sollte ein einziger Nationalpark sein, denn so viele atemberaubende Landschaften und Naturschätze hat kaum ein zweites Land der Erde. Zum Glück herrscht in Neuseeland an Nationalparks aber kein Mangel. Ganze dreizehn Stück weist das kleine Land auf. Der kleinste Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 225 qkm. Auch wenn der Abel Tasman Nationalpark hauptsächlich für seine traumhafte Küstenlandschaft bekannt ist, macht diese nur einen kleinen Teil des Nationalparks aus. Rund drei Viertel der gesamten Fläche bleiben im dichten Wald verborgen, fernab der Strassen und der Zivilisation.
Wir werden einen kleinen Teil des Parks zu Fuss und auf dem Wasser erkunden.
Benannt wurde der Nationalpark nach dem niederländischen Seefahrer Abel Tasman, dem ersten Europäer, der Neuseeland während seiner Expedition vor über 382 Jahren entdeckte. Er erreichte die heutige Golden Bay am 18. Dezember 1642, verliess Neuseeland jedoch ohne das Land jemals betreten zu haben. 

Wir fahren ins Zentrum der neuseeländischen Hopfenregion. Dort liegt die lebendige Stadt Motueka und ist für uns der Eingang zu den atemberaubenden Landschaften des Abel Tasman National Park. Wir buchen bei einer der vier zugelassenen Cruises eine ganztägige Kajak- und Wandertour. Wegen der Wettervorhersage haben wir unsere ursprüngliche Planung wieder mal kurzfristig verworfen. Eigentlich wollten wir 2 Tage im abgeschiedenen Tōtaranui Campground verbringen. Dieser liegt ganz im Norden des NP und für uns wäre der Startpunkt der Tour ein weiter Fahrweg.Wir organisierten einen neuen Stellplatz in Kaiteriteri, wo die Tagestour starten soll und machen uns auf den Weg nach Tōtaranui.
Die kurvenreiche Straße führt uns über die Takaka-Hügel bis wir schließlich die letzten 12 km auf einer fast einspurigen, unbefestigten Serpentínenstraße den Campingplatz erreichten. Wir benötigten für das staubige Streckenende geschlagende 45 min. Nach dem kurvenreichen Tag haben wir den Rest des Tage am Strand bei schönsten Sonnenschein verbracht. Der DOC Stellplatz ist einer der beliebtesten Campingplätze in Nz und bietet bis zu 850 Leuten (in der Weihnachtszeit ist dieser komplett ausgebucht) stromlose Übernachtungsstellplätze. Der lange Stand hat eine goldgelbe Färbung und das türkisfarbene Wasser lädt zum Baden ein. Dort haben wir Rita und Holger wiedergetroffen, welche wir auf dem Fox Gletscher kennengelernt haben. Beide kommen aus Deutschland leben aber seit 35 Jahren in Kanada, da Holger dort eine Chemieprofessur inne hat. Es ist schön, nach einer langen Zeit auch mal wieder mit anderen deutschen tiefgründigere Gespräche zu führen. Wir haben uns für den nächsten Tag für eine gemeinsame Wanderung verabredet. Aus Zeitgründen konnten wir nur ein kleines Stück mit den beiden wandern, da wir wieder zurück nach Kaiteriteri mussten. Die Wanderung führte uns an einsame Strände, zu schönen Ausblicken und durch üppige Vegetation. Mit einem erfrischenden Bad verabschieden wir uns von dem wirklich schönen Stellplatz und machen uns wieder auf eine kurvige Rückfahrt.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Te Waikoropupū Springs (Pupu Springs), welche ein Quelltopf an der Küste der Golden Bay / Mohua in der Region Tasman sind. Die Quellen sind für ihr klares Wasser und den hohen Wasserausstoß bekannt und sind religiös bedeutsam für die Māori. Das alleinige Berühren des Wassers ist strengstens untersagt! An diesem Ort sprudeln pro Sekunde 14.000 Liter Wasser aus der Erde. Das ist mehr als der Durchfluss der Havel in den Sommermonaten.
Die horizontale Sichtweite des Wassers im Quelltopf, wurde vom National Institute for Water and Atmosphere (NIWA), im Mittel mit 63 Meter gemessen. Bis 2011 war dies die größte Sichtweite in einem Binnengewässer, übertroffen nur von gletschereisbedeckten Seen in der Antarktis
Nach pausenlosem Starren und voller Faszination folgten wir dem Track. Wir verließen die Hauptquelle und erreichten nach kurzer Zeit eine weitere, kleinere Quelle. Die „Dancing Sands Springs“ entspringen im deutlich flacheren Gewässer. Das Hochsprudeln der Wassermengen und die dadurch entstehenden Bläschen forderten den Sand zum Tanzen auf - schön anzusehen.
Anschließend folgte die Fahrt bis nach Takaka, welche als die „Hippie Hauptstadt“ Neuseelands verrufen ist. Nicht nur die dort lebenden Menschen lassen darauf schließen, sondern auch die vielen, kleinen Lädchen und Cafés. Nach einem kurzen Eis/ Cappuccino-Stop geht es wieder über die Takaka-Hügel zum südlichen Teil des Abel Tasman NP.
Am nächsten Morgen starte unsere Kajak-Wander-Tagestour mit einem Bootstransfer zur Torrent Bay. Dort bekommen wir die Kajaks, eine Einweisung wie man das Equipment richtig einsetzt und letzte Anweisungen vom Guide.
Wir starten bei schönsten Sonnenschein und paddeln entlang der Küste nordwärts. Kleine Buchten und Flussläufe, welche nur bei Flut erreichbar sind, werden angesteuert. Wir sehen einen Zwergpinguin und einige Robben im Wasser. Wir haben den Ausflug auf dem Wasser sehr genossen und waren nach der Rückkehr in der Torrent Bay froh, dass das Wetter trotz kurzzeitigem Regenschauer durchgehalten hat. Nun machen wir uns auf den Rückweg zum Abholort in der 6 km entfernten Awaroa Bay. Der Abel Tasman Coast Track hat einfach alles zu bieten! - Mildes Klima, goldene Strände, türkisfarbenes Meer, ursprünglicher Wald, herrliche Ausblicke & das auf Schritt und Tritt. Es war sehr schön hier, doch leider wollen/ müssen wir weiter. Am Abend übernachten wir auf einem geduldeten kostenlosen Stellplatz im Stadtzentrum von Motueka.
Früh am kommenden Morgen setzen wir unsere Fahrt Richtung Picton fort. Wir haben unsere ursprüngliche Überfahrt (23.12.) von der Südinsel auf die Nordinsel auf den 19.12. vorgezogen. Wir machen einen Zwischenstopp in Nelson und frühstücken in einem netten Café. Da die Region Nelson sich fantastisch zum Paragliding eignet und dies auf meiner Bucket List steht, ist schnell der Kontakt zu einem einheimischen Routinier hergestellt. Nelson Paragliding wurde 1993 gegründet und ist eine der am längsten laufenden Gleitschirmschulen Neuseelands. Somit verabredeten wir uns mit dem neuseeländischen Haudegen (leider haben wir seinen Namen vergessen) gegen 13 Uhr an einem Park. Auf dem Parkplatz hat er uns die Eckdaten zum Tandemflug gesagt und mit einem Handschlag war die Aktion gebucht. Wir wechselten vom Camper in seinen 4x4 Jeep und fuhren auf einen der vielen Berge in der Nähe von Stoke. Allein die steile Hochfahrt war ein Abenteuer. Der Haudegen, mit seinen in Indien gemachten perlweißen Zähnen, erzählte uns Flugstorys aus den Himalaya und von Europa. Wir merken seine Begeisterung fürs Fliegen aber auch fürs Campen, Tauchen und Fischen - was für ein neuseeländischer Naturbursche mit geschätzten 65+ Jahren. Am Start- und Landeplatz angekommen zeigte sich uns eine tolle Aussicht auf Nelson. Vorgelagerte Inseln, die Berge vom Abel Tasman NP und das azurblaue Meer. Der Haudegen prüft den Wind und dann muss es schnell gehen. Schirm auspacken, Equipment anlegen, Einweisungen und Sicherheitscheck.
Plötzlich stand ich vor ihm, mit einem einfachen Fahrradhelm auf dem Kopf, der Schirm war bereits in der Luft und sollte gemeinsam mit ihm Richtung Abhang laufen. Mir schossen einige Gedanken durch den Kopf… hast du Ihn richtig verstanden, was soll ich nochmal machen, reicht der Wind aus um uns zwei (nicht gerade Leichtgewichte) zum fliegen zu bringt, Mist… ich hätte vorher noch eine Toilette benötig. Doch ein paar Sekunden später waren wir bereits in der Luft. Ein Windmesser hat permanent Pieptöne von sich gegeben. Er erklärte mir, wenn es piept ist genügend Aufwind da. Plötzlich spürte ich, dass der Wind nachließ und das Messgeräte quittierte dies tonlos. Hinzu kam in den ersten paar Minuten, dass wir durch ständiges Kreisel an Höhe zulegen mussten. Es dauerte eine Weile, bis ich mich auf den Zustand eingestellt habe. Dann konnte ich auch erst das Handy zücken und ein paar Aufnahmen von der spektakulären Aussicht machen. Wir flogen immer höher, wobei er mir irgendetwas über die Wolkenbildung erzählt hat. Ich konnte mich auf seine Ausführungen nicht konzentrieren, da ich mit Aussicht bewundern und meinem Magen beschäftigt war. Kerstin hörte die lautstarken Ausführungen bis zum Landeplatz. Nach 25 Minuten landeten wir butterweich auf dem Popo am Startpunkt. Ich musste mich danach erstmal kurz liegenderweise ausruhen. Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich die indischen perlweißen Zähne und hörte Ihn sagen: AMAZING. Leise antwortete ich…. yes amazing und das war es auch. Ein tolle Erfahrung mit einer mega Aussicht. Mein Magen hat sich zwar ordentlich gedreht, aber ich habe nichts verloren und auch die weichen Knie gehörten schnell der Vergangenheit an.
Anschließend führen wir weiter zu unserem DOC Campingplatz. Dieser liegt 13 km vor Picton an einem der unzähligen Fjorde. Wir haben hier zwei Übernachtungen, entspannen uns, bevor uns die Fähre am 19.12. mit zweistündiger Verspätung nach Wellington auf die Nordinsel bringt.
Die Fährfahrt startet bei schönsten Wetter mit einer ruhigen See und endet nach 4 h im Dauerregen, ordentlichem Wellengang und starken Wind in der Hauptstadt Neuseelands. Wir fahren zu einem zentralen Parkplatz, wo das Nachtparken von Campern erlaubt ist.
Wellington ist die zweitgrößte Stadt und gleichzeitig Hauptstadt Neuseelands. Sie hat den Spitzname “windy City” oder auch „windy Welli“. Aufgrund seiner Lage – Wellington liegt exponiert an der Südspitze der Nordinsel - bietet die Stadt Angriffsfläche für starke Windströmungen und Fallwinde. Schnell verstehen wir warum, denn unaufhörlich weht eine ganz schön steife Brise durch die Straßenwinkel.
Ein Regenschirm Geschäft hier zu eröffnen wäre keine gute Idee.
Politisch gesehen ist Wellington das Zentrum Neuseelands. Hier befindet sich der Sitz des Premierministers und das Parlamentsgebäude. Das Gebäude wird auch als “Beehive” (Bienenstock) bezeichnet, was einen bei dessen Anblick auch nicht weiter verwundert. Die Cuba Street ist die Ausgehmeile in Wellington. Es gibt hier Clubs, Bars und viele gute Restaurants. Bekannt ist diese Straße vor allem wegen der vielen hier ansässigen Kreativen und Straßenkünstler. Wir begegnen schöner Streetart vor allem im Stadtzentrum….. oder man hat Glück so wie wir, dass wir zum richtigen Zeitpunkt in der Stadt waren, da gerade ein Ausstellung des anonymen Königs der Streetart - Provokation, eines Revolutionär, Antikapitalist, Antimilitarist und Freiheitsbefürworter - gab. Banksy ist von der Bekanntheit der prominenteste Street Art Künstler der Welt und wir tauchen mit voller Begeisterung in seine Ausstellung ein.
Als rätselhafter und schwer fassbarer König der Straßenkunst besitzt Banksy eine einzigartige Kraft. Er ist in der Lage, starke politische Aussagen mit Poesie, Energie und Humor auszudrücken und dabei den Kern des Themas zu treffen.
The Art of Banksy ist die weltweit größte Sammlung von Original- und authentifizierten Banksy-Kunstwerken mit mehr als 150 Stücken, darunter Drucke, Leinwände, einzigartige Werke, von denen viele zum ersten Mal öffentlich ausgestellt sind. Wir sehen die ikonischen Stücke an, die dem anonymen Künstler internationale Anerkennung eingebracht haben - " Girl With Balloon " , in drei Farbvarianten, " Flower Thrower " und " Rude Copper " sowie einzigartige Werke, darunter handgezeichnete Skizzen und persönliche Kunstwerke, die Banksy für Freunde, Kollegen und Liebhaber geschaffen hat. Die Ausstellung zeigt auch Banksys Dismaland, das Walled Off Hotel in Bethlehem und aktuellen Kunstwerke, die während des anhaltenden Krieg in der Ukraine entstanden.
Wir sind vom aktuell wichtigsten Streetart Künstler der Welt fasziniert und bestaunen lange seine Werke. Dabei erkennen wir die Macht der Kunst, den sozialen Wandel zu beeinflussen, die Öffentlichkeit zu inspirieren und die Unterströmungen sozialer Probleme sarkastisch aufzuzeigen. Was für eine unglaublich Ausstellung.
Glücklich über das kulturelle Highlight, setzen wir uns in den Camper, fahren weiter Richtung Mount Taranaki und diskutieren lange über die Ausstellung und recherchieren zum Phänomen Banksy.

Auch wir verfolgen mit Schrecken das traurige Ereignis zuhause und sind zutiefst bestürzt.

Wir wünschen allen ein besinnliches, friedliches und schönes Weihnachtsfest.
Merry Christmas, Feliz Navidad, frohe Weihnachten.... wünschen die bornis
nächstes ziel:  Napier - unser Weihnachtsort



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Westport | Neuseeland | Freitag - 13.12.2024 - 05:31 - GOOGLE MAPS 
33 Bilder Nachtrag zum Eintrag 32….wegen der vielen Gletscherbilder kommen hier noch ein paar Bilder der West Coast.
Die Gletscherwanderung war zu beeindruckend für uns, als das ich nur „zwei“ Bilder hochlade.
….vg die Borni
nächstes ziel:  Abel Tasman



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Westport | Neuseeland | Freitag - 13.12.2024 - 20:05 - GOOGLE MAPS 
32 Wanaka, Haast Pass & West CoastUnser nächstes Highlight sollte ein Flugerlebnis werden. Wir wollten mit dem Helikopter auf den Mount Cook fliegen und mit dem Skiflieger sollte es wieder runter gehen. Hoch auf den höchsten Berg Neuseeland‘s… aber wie hoch ist er eigentlich?
Am 14. Dezember 1991 war der Aoraki Mount Cook um Mitternacht 3.764 Meter hoch. Wenige Minuten später löste eine gewaltige Felslawine, die bei maximaler Wucht ein Erdbeben der Stärke 3,9 auslöste, Neuseelands höchsten Punkt um zehn Meter ab - aha. Noch was wissenswertes zum Berg - dieser half Sir Edmund Hillary dabei, seine Kletterfähigkeiten zu entwickeln und sich auf die Eroberung des Everest vorzubereiten. Leider konnten wir es Sir Hillary nicht nachmachen. Auf Grund des schlechten Wetters wurden an diesem Tag alle Flüge auf den Berg gestrichen. Wir haben die Absage am Check-in Schalter erhalten und waren etwas geknickt, aber Sicherheit geht nun mal vor. Wir machten uns auf den Weg nach Wanaka und führen aus dem Tal, um anschließend den Highway 8 südwärts zu fahren. Gegen Mittag erreichen wir Wanaka.
Der Ort liegt knapp 50 Kilometer nordöstlich von Queenstown und ist mit gerade mal etwas über 6.000 Einwohnern vermeintlich idyllisch ruhig. Wir hatten bereits einen Campingplatz etwas abseits des Zentrums gebucht. Unser Stellplatz bot uns eine fantastische Aussicht auf den Lake Wanaka und die Berge - perfekte Wahl.
Wir nutzen den halben Tag und sind am langezogenen Hauptstrand ins Stadtzentrum von Wanaka spaziert. Das Zentrum ist sehr überschaubar. Kleine Cafés, ein paar Outdoorgeschäfte, einige Restaurants, eine Tankstelle und ein paar Lebensmittelläden…. das war’s. Somit haben wir uns noch für den Mount Iron Track entschieden. Dieser befindet sich am Ortseingang. Der Rundwanderweg auf den Mount Iron und wieder runter ist circa 4,5 Kilometer lang und dauert zwischen 60 bis 90 Minuten. Vom Gipfel des Berges hatten wir eine 360 Grad Aussicht auf die umliegenden Seen Lake Wanaka und Lake Hawea und die schneebedeckten Berge der südlichen Alpen. Auf dem Rückweg sind wir noch an einem Foto-Hotspot vorbeigekommen. Der kleine Baum im Lake Wanaka zieht jeden Tag hunderte Besucher für ein Foto an. Der Baum selber ist gar nicht so besonders, aber die Tatsache, dass er mitten im Wasser steht und sich hinter ihm die Aussicht auf den See und die schneebedeckten Berge befindet, machen diesen Baum zu einem tollen Fotomotiv. Am Ende des Tages hatten wir über 26.000 Schritte auf der Uhr und waren ordentlich platt.
Am nächsten Tag wollten wir wieder wandern. Auf den Roys Peak sollte es eigentlichen hochgehen, doch als wir ankamen, war der Parkplatz völlig überfüllt. Die Menschenmassen haben wir entlang des Aufstieges gesehen und uns somit gegen einen Aufstieg entschieden. Hinzu kam, dass die Wanderung mit ca. 6 h veranschlagt ist. Da wir noch am selben Tag den Haas Pass überqueren wollten, um an die West Coast zu gelangen, habe wir uns für eine andere Wanderung, nämlich den Diamond Lake Track mit Erweiterung bis auf den Rocky Mountain entschieden. Eine wirklich schöne Wanderung mit tollen Blicken in die umliegenden Täler, auf den kleinen Diamond Lake und auf den großen Lake Wanaka mit seinen Inseln und Halbinseln.
Wir haben uns am Nachmittag auf den Weg zur West Coast gemacht. Die kurvenreiche Straße führt über einspurige Brücken, vorbei an großen Seen und immer wieder traumhaften Ausblicken auf die steilen schneebedeckten Berge und dem Regenwald.
Wir hatten für zwei Übernachtungen einen einfachen DOC Campingplatz reserviert, welcher ca. 35 km (rund 50 min Fahrzeit) nördlich vom Fox Gletscher schön an einem See mit vielen Sandflies lag.
Wir hatten bereits online für den Mittwoch den 11. Dez. ein Heli Hike auf den Fox Gletscher gebucht. Wegen der Wetterprognose waren wir etwas besorgt, denn es war wieder mal Regen angesagt. An der Westküste herrschen niedrigere Temperaturen und Wind und Regen zeigen sich das gesamte Jahr, was wir deutlich spüren. Somit war der erneute Flugversuch eine reine Glückssache und abhängig von der Wetterentwicklung.
Pünktlich zum Check fing es am Mittwoch an zu regnen. Der Abflug wurde erstmal um 30 min verschoben, da die Wetterentwicklung noch unklar war. Dann kam aber das Okay, dass wir trotz Regen auf den Gletscher fliegen können. Die Wanderung würde Wetterabhängig erstmal starten, aber wie lange wusste zu diesem Zeitpunkt noch keiner. Bei extremen Wetterwechseln könnte es auch passieren, dass die Truppe auf dem Gletscher übernachten muss. Natürlich hat das Unternehmen dafür die notwendigen Ausrüstungsgegenstände auf dem Gletscher deponiert.
Unsere Gruppe, bestehend aus 13 Leuten, wurde mit Regenhose und Regenjacke, Wanderschuhen, dicken Socken, Handschuhen und einem Rucksack ausgestattet. Nach einer Sicherheitseinweisung wurden die Leute auf 3 Heli Flüge verteilt. Wir waren die erste Gruppe und sind mit einem Holländischen Paar, welches gerade auf Hochzeitsreise war, auf den Gletscher geflogen. Leider konnte keiner von uns vorne sitzen, da der Flug als Trainingsflug für eine zukünftige Pilotin genutzt wurde. Wir teilten uns also die Rückbank und dann ging es auch schon los. Beim Start wackelt der Heli ordentlich, aber sobald er in der Vorwärtsbewegung ist, hat man das Gefühl von Leichtigkeit. Wir fliegen durch den Canyon Richtung Gletscher und bestaunen von oben die schöne Landschaft. Wir erreichen nach ein paar Minuten die Gletscherzunge und landen kurz darauf auf der Höhe des Victoria Falls auf einem Plateau, direkt auf dem Gletscher. Als unsere Gruppe vollständig oben war, wurden wir mit Steigeisen und Wanderstock ausgestattet. Zwei Gruppen wurden entgegengesetzt durch die Eislandschaft mit einem erfahrenden Guide geführt. Der Fox Gletscher bewegt sich fast 10-mal schneller als die meisten anderen Talgletscher. Verschiebungen des Felsbodens erzeugen Erhebungen und tiefe Spalten - eine dramatische, aber auch gefährliche Eislandschaft bildet sich immer wieder neu. An den Gletscheroberflächen schmilzt ständig Eis, das sich zu kalten Flüssen vereint. Trotz Dauerregen hatten wir eine 3 stündige Wanderung durch diese bizarre Landschaft. Wir waren durchnässt aber happy über das Erlebte.
Der Fox-Gletscher (auf Maori: Te Moeka o Tuawe) reicht von den höchsten Gipfeln der Südalpen bis hinunter auf 300 Meter. Dabei schiebt der 13 Kilometer lange Gletscher sich über die steile Westflanke der Berge und überwindet 2.600 Höhenmeter. Er ist einer der wenigen Gletscher auf der Welt, dessen Ende sich im Regenwald befindet. Er entwässert über den Fox River in die Tasmansee.
Was für ein beeindruckendes und schönes Erlebnis - wir waren beseelt und haben viele Regen-Gletscher Bilder gemacht.
Am späten Nachmittag haben wir noch eine kleine Seewanderung gemacht und den Anblick vom Viewpoint auf den nicht mehr ganz so bewölkten Fox Gletscher genossen.
Unsere Reise ging nun weiter nordwärts. Die Panoramastraße an der Westküste gilt als eine der schönsten weltweit. Ihr Name: Great Coast Road.
Die 100 Kilometer lange Küstenstraße zwischen Greymouth und Westport ist die Lebensader der Westcoast. Die Westcoast hat etwa zwei Drittel der Fläche Bayerns, ist aber nur von 30.000 Menschen bewohnt. Da bleibt viel Platz für ungezähmte Natur. Die Panoramapunkte an der Great Coast Road zeigen dies deutlich. Dunkle Felskaps schieben sich ins Meer hinaus, dazwischen kleinere und größere Buchten.
Wir nehmen jeden Aussichtspunkt mit und bestaunen die Landschaft.
Im beschaulichen Küstenort Punakaiki wartet Neuseelands Traumstraße mit einem besonderen Naturschauspiel auf uns: den Pancake Rocks. Der Name könnte passender nicht sein. Die Türmen die sich in die Tasman-See hinaus schiebt, ähnelt einem Stapel von gigantischen Pfannkuchen. Wind und Wellen haben die eigentümliche Formation aus dem Kalkgestein gekratzt. Wir bestaunen diese einzigartigen Felsformationen. Das wir auch hier viele Bilder gemacht haben, versteht sich von selbst.
Auf 1.162 Kilometern Länge durchquert der State Highway 6 die gesamte Südinsel. Für die Great Coast Road gilt: Zeit für Erkundungen einplanen. Wir haben Glück mit dem Wetter. Regen bekommt die Westcoast im Durchschnitt an jedem zweiten Tag ab, aber uns begleitet der Sonnenschein den ganzen Tag. Wir kommen nach Hokitika.
Das im Schachbrettmuster angelegte Städtchen an der Mündung des Hokitika River mit seinen saloonartigen Fassaden bietet das Bild eines friedlichen " Wilden Westens ". Statt Pferdegespannen parken Pick-ups, Mietautos und Camper in den mit Cafés und Souvenirshops gespickten Straßen. Hier ist das touristische Zentrum der Region. Wir besichtigen das Stadtzentrum, genießen die Sonne mit einem Cappuccino und erledigen ein paar Postsachen.
Am Ende der Great Coast Road übernachten wir in Westport. Dort besichtigen wir, leider wiedermal bei Regen, eine Robbenkolonie. Die Robben haben Ende November bis Mitte Dezember ihre Jungen zur Welt gebracht, welche wir nun aus der Ferne beobachten können. Hier könnte man beim zusehen die Zeit vergessen, doch der Regen verkürzte unsere Verweildauer.
Nun ging unsere Fahrt von der Küste weg, durchs Landesinnere.
In Neuseeland sind verrückte geologische Phänomene normal. So ist es wenig verwunderlich, dass wir hier die Bruchzone zwischen zwei Erdplatten besichtigen können. Wir haben bei einem Zwischenstopp in der Buller Gorge die Kraft der Natur bestaunt. Dort zu stehen, wo sich zwei Erdplatten begegnen - eine seltsame und auch irgendwie gruselige Vorstellung. Die Region zwischen Westport und Nelson wird nämlich immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Was viele Touristen gerne verdrängen, schiebt sich immer mal wieder mit Nachdruck ins Bewusstsein der Öffentlichkeit; zuletzt 2016 beim Kaikoura-Erdbeben in Neuseeland.
In Neuseeland gibt es mehr als 50 aktive Bruchzonen, die in unregelmäßigen Abständen immer wieder aufreißen. Einige sind bekannt, andere treten völlig überraschend zutage.
Wir besichtigen den Buller Gorge Adventure Park, zu dem man nicht mehr hinüberschwimmen muss, sondern über eine 110 Meter lange Hängebrücke balancieren kann - die längste Hängebrücke Neuseelands. 19 Meter über dem schnell dahinfließenden Buller River zu balancieren, ist allerdings eine ziemlich wacklige Angelegenheit! Wir laufen den relativ kurzen Loop Walk. Dieser führt uns an historischen Überresten des Goldrauschs vorbei.
Fakten zum Buller River. Dieser hat einen mittleren Abfluss von 429 m³/s und den höchsten Maximaldurchfluss bei einer Flut von über 14.000 m³/s. Als einer der längsten Flüsse Neuseelands fließt er 170 km vom Lake Rotoiti durch zwei Schluchten. Westlich von Westport mündet der Buller River in die Tasmansee.
Unsere Reise geht nun weiter zum Abel Tasman NP.
Auf uns warten goldgelbe Strände und tiefblaues Wasser mitten in Neuseeland. Im Norden der Südinsel liegt das lokale Paradies, der Abel Tasman Nationalpark. Der kleinste unter den neuseeländischen Nationalparks ist zugleich der Beliebteste.

Einen schönen 3. Advent. Vg… die Bornis
nächstes ziel:  Abel Tasman NP



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Aoraki / Mount Cook | Neuseeland | Sonntag - 08.12.2024 - 09:01 - GOOGLE MAPS 
31 Fjordland, Actionhauptstadt, türkisblaue Gletscherseen und vieles mehrTe Anau 03.12.
Das kleine Städtchen Te Anau liegt im Südwesten von Neuseelands Südinsel am Ufer des gleichnamigen Sees, Lake Te Anau. Malerisch ist die Lage am See, grandios und atemberaubend. Te Anau ist das Tor zum Fjordland NP, dessen spektakuläre Fjords, Berge und Täler zum Weltnaturerbe zählen.
Te Anau gilt als die „Wanderhauptstadt der Welt“. Zahlreiche Wanderwege, von denen einer schöner ist als der andere, haben hier ihren Ausgangspunkt. Der weltberühmte Milford Track, der mindestens ebenso schöne Routeburn Track und der Kepler Track wurden gar als „Great Walks“ eingestuft. Um diese mehrtägigen Touren zu machen, muss man sich lange im voraus Anmeldung, da die Anzahl der der Hütten und Schlafplätze sehr begrenz und begehrt sind.
Wir lassen den Aufenthalt in Te Anau ruhig angehen und buchen auf dem Campingplatz gleich zwei Nächte, was bis jetzt auf unserer Reise sehr selben vorgekommen ist. Das Wetter ist durchwachsen, es regnet ab und zu und wenn die Sonne scheint wird es recht warm. Also ein Wechselbad der Temperaturen hier.
Wir machen kleinere Spaziergänge am Seeufer und gehen die ersten paar Kilometer vom Kepler Track durch ein märchenhaften Wald.
Unser Stellplatz auf dem Campingplatz bietet uns eine schöne Aussicht zum See und auf die dahinter liegenden Berge, welche zum Teil noch mit Schnee bedeckt sind.
Wir atmen mal tief durch, lassen die vergangen Tage und Wochen Revue passieren und bearbeiten Reiseblog und Fotos.
Der Lake Te Anau ist ein sehr großer See, dessen ursprünglicher Māori-Name
Te Ana-au war, was so viel wie Höhle des wirbelnden Wassers bedeutet. Der See hat eine Fläche von 344 km², womit er nach dem Lake Taupo der zweitgrößten See des Landes ist. Da der See auf einer Höhe von 210 m über NN liegt, er aber teilweise bis zu 270 m tief ist, liegen Teile des Wassers unterhalb des Meeresspiegels. Ein baden im See ist wegen der nervigen Sandflies am Beach ausgeschlossen.

Milford Sound 04.12. - 05.12.
Am Mittwoch sind wir früh zur Touristeninformation in Te Anau gefahren, um uns einen DOC Pass (Department of Conservation) online einzurichten. Hierfür benötigten wir die Hilfe einer Mitarbeiterin. Es stellte sich heraus, dass Sie aus Sachsen kam, viele Jahre hier schon lebte, aber der heimische Akzent immer noch besaß. Welch ein Glück für uns, da Sie uns nicht nur mit dem DOC Pass geholfen hat, sondern auch gute Tips und eine genaue Wettervorhersage gab.
Wir machten uns also auf den 120km „oneway“ Weg in Richtung Milford Sound. Vielen Camper, Mietwagen und einige Busse schlängeln sich entlang der Stichstraße. Die Straße führte uns durch eine sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaftlich. An den vielen Aussichtspunkten sind wir leider nie allein. Teilweise gibt es einen ordentlichen Touristenauflauf, wo Leute meistens lustigen Posen und Verrenkungen machen, um ganz individuelle Erinnerungsfotos zu machen. Oftmals sind es die asiatischen Touristen, welche für ein Bild keine Rücksichtnahme kennen.
Am Nachmittag beginnt pünktlich, wie von der sächsischen Wetterfee aus der Touristeninformation angekündigt, ein ausgiebiger Regen mit zum Teil heftigen Böen. Wir standen zu diesem Zeitpunkt schon auf dem reserviertem DOC Campingplatz und haben das schlechte Wetter mit einem Film + lesen überbrückt. Der Platz füllte sich zum Abend gehörig, so dass wir ein frühen Aufbruch am nächsten Tag favorisierten.
Um 07:00 Uhr sind wir losgefahren und haben die letzten 50km mit ein paar Fotostops gemeistert. Immer wieder bekommen wir fantastische Ausblicke auf die tolle Fjordlandschaft geboten.
Das Wetter meinte es an diesem Tag gut mit uns. Das Fjordland ist eine der regenreichsten Gegenden Neuseelands, wo es im Durchschnitt an 182 Tagen regnet. Die Gegend ist für ihre hohen Niederschlagsmengen bekannt und kann das ganze Jahr über kühle Temperaturen aufweisen. Im Sommer liegen die Temperaturen in der Regel bei 18 Grad, aber wie gesagt…wir hatten Glück.
Am Anleger vom Milford Sound gab es einige Bootstour Anbieter. Wir suchten uns die erste mögliche Tour aus. Es stellte sich heraus, dass wir nur 11 Personen auf dem Boot sind. Somit hatten wir eine 2h VIP Bootstour durch den Milford Sound, was für jeden an Bord, ausreichend Platz zum fotografieren bedeutete. Wir schipperten entlang des Fjords, bestaunten die Felswände, die vielen Wasserfälle (einige bis zu 1000m Fallhöhe) und das einzigartige Panorama. Der 16 Kilometer lange Fjord wurde als das achte Weltwunder bezeichnet, und jeder, der hierher kommt, kann das gut nachvollziehen.
Nach der Bootstour sind wir der Empfehlung gefolgt und haben uns auf die 3h Wanderung zum Lake Marian gemacht. Der Wanderweg war steil, steinig, schweißtreibend und man musste gehörig auf den nächsten Schritt bei den gerade mal 3,1km langen Track achten. Als Belohnung kamen wir nach 1,5h an einem kristallklaren Bergsee an, welcher von bis zu 2474 m hohen Berggipfeln flankiert ist. Was für ein toller Anblick, doch leider zogen schon wieder dunkle Wolken auf.
Daher sind wir „schnell“ (1,5h) herunter gewandert und haben den nächsten Fotostop angesteuert. Dort empfingen uns auf den Autodächern der abgestellten PKW der wahrscheinlich unbeliebteste Vogel Neuseelands. Der Kea ist eine höchst intelligente Papageienart, die in Neuseelands Hochgebirgen auf der Südinsel, beheimatet ist. Sie sind überaus elegante Flieger und haben ein wunderschönes glänzend-grünes Gefieder mit roten Federn an der Unterseite der Flügel und auf dem Rücken, ebenso einen kräftigen Schnabel und scharfe Krallen. Außerdem sind sie perfekt auf ihren eher kargen Lebensraum im Hochgebirge angepasst und haben eine unglaubliche Neugier und Zutraulichkeit entwickelt, die sie neben dem Hunger bei der Nahrungssuche unterstützt und sie alles, was potenziell essbar ist, aufs Genaueste untersuchen lässt. Das haben wir sofort erlebt, denn jeder Auto, was auf den Parkplatz führt, wurde von den Keas sofort inspiriert. Fenster- und Türgummis, Scheibenwischerblätter und auch Schläuche unter dem Auto, wurden mit den kräftigen Schnäbeln angeknabbert. Auch wir lachten und machten Fotos wie alle andern, aber als die frechen Kerle versuchten an unserem Camper irgendwelche Schläuche durchzubeißen, hörte der Spass auf. Zum Glück kam schon das nächste Auto auf den Parkplatz gefahren, so dass das Interesse an unserem nachließ. Beim bearbeiten eines Autodachfensters konnten wir noch ein paar schöne Bilder vor dem verlassen des Parkplatzes machen. Was für eine schöne Begegnung mit den neugierigen und schlauen Keas.

Fazit: Der Milford Sound ist eine von Neuseeland beeindruckendsten Naturattraktionen und ist ein wahrhaft magischer Ort.

ABER - bei jede Medaille hat eine Kehrseite und diese heißt: Sandflies.

Die Sandflies treten besonders gerne dort auf, wo es schön ist: So findet man sie in großen Massen vorallem im Fjordland der Südinsel. Die Maori haben dafür folgende Erklärung:
Als Tū te Rakiwhanoa die Fjorde erschuf, war sein Meisterwerk  Piopiotahi – der Milford Sound. Als die Göttin des Todes, Hine-nui-te-po, die Arbeit von Tū te Rakiwhanoa begutachtete, hatte sie Angst, dass die Menschen beim Anblick der Schönheit dieses meisterhaften Fjordes vergäßen, dass sie Sterbliche waren und Arbeiten müssen. Daher schuf sie Te Namu, die Sandflies, damit die Menschen nicht faul waren und in Bewegung blieben.

Am besten und einfachsten gegen Sandflies helfen lange Anziehsachen und es zu vermeiden, in der Morgen- oder Abenddämmerung draußen zu sein, da zu den Zeiten die meisten hungrigen Sandflies unterwegs sind. Wie die Sage der Maori schon feststellte: es hilft auch in Bewegung zu bleiben, denn Sandflies beißen selten sich bewegende Ziele. Aber ein Urlaub in Neuseeland ohne von Sandflies gebissen zu werden, gibt es nicht!

Wir verlassen fürs erste das Fjordland, natürlich mit etlichen bissen und fahren weiter nach Queenstown. Mekka des Abenteuersports und weltweit bekannt als die Actionhauptstadt der Welt. Warum Queenstown mit seinen gerade einmal vierzigtausend Einwohnern diesem Ruf gerecht wird, wird uns schnell klar. Mehr als zweihundert verschiedene Outdoor-Aktivitäten kann man hier buchen. Dabei reicht die Spanne vom simplen Trekking über Mountainbiken, Bungeejumpen, Wildwasserraften, Fallschirmspringen, Speedboat fahren, Wasserski fahren, Pferde reiten, Tauchen, Klettern, Ski fahren und Segeln bis zu allerlei skurrilen Aktivitäten wie Frisbee-Golf oder das Fahren eines High-Speed-U-Bootes in Form eines Haifisches. Sachen gibts, die gibts wirklich nur hier. Zu einer der abgefahrenen Aktivitäten können wir uns nicht durchringen, da diese auch abgefahren teuer sind.
Aber auch die Lage von Queenstown kann brillieren. Im mittleren Abschnittes des schönen Lake Wakatipu und an den östlichen Ausläufern der Neuseeländischen Alpen, bietet diese Stadt ein wunderschönes Panorama. Deshalb machen wir was ganz verrücktes und fahren mit der Gondel hoch zum Aussichtspunkt und bestaunen die Landschaft. Ein Spaziergang an der Seepromenade, ein leckeres Eis und schon haben ich von den Menschenmassen die Nase voll. Jeder Adrenalin Junkies wird hier fündig, aber wir heute nicht. Darum fahren wir weiter Richtung Lake Tekapo.
23 Kilometer östlich von Queenstown auf dem Highway 6 kommen wir an der Kawarau Bridge vorbei. Die Hängebrücke über den Kawarau Fluss ist sehr populär für Bungee-Sprünge und war der erste Ort weltweit, an dem organisiertes Bungee angeboten wurde. Der Fluss ist wunderschön hellblau, links und rechts 43 Meter hohe Felswände. Über diesen Fluss führt die bekannte Kawarau Bride. Daneben befindet sich eine Aussichtsplattform mit Cafe, von der aus man im Minutentakt Leute in die Tiefe springen sieht. Die ganze Anlage ist sehr modern, serviceorientiert und lädt auch nicht Springer zum verweilen ein.
Der heute 66 Jahre alte Alan John Hackett ist ein Unternehmer, der den Extremsport Bungee-Springen populär gemacht hat. 1987 wurde er bekannt, als er (illegal) vom Eiffelturm in Paris sprang. Danach fing er an, (legal) Sprünge von der Kawarau-Hängebrücke anzubieten.
Wir sehen uns die mutigen Verrückten an, fotografieren ein paar Absprünge und machen uns wieder auf dem Weg. Entlang am Kawarau Fluss kommt für uns noch ein folgenschwerer Aussichtspunkt. Wir parken, gehen zur Aussichtsplattform, bestaunen den reißenden Fluss in der tiefen Schlucht und flüchten wiedermal vor den garstigen Sandflies. Dann passiert‘s, was uns viel Zeit und Geld kostete. Ich mache die Schiebetür vom Camper zu, wir beide stehen draußen, nur der Autoschlüssel liegt noch mittig auf der Küchenzeile. Dank des Logsystems verriegelt sofort das Auto automatisch alle Türen.
Alle Bemühungen, die Türen, Schiebefenster oder Heckklappe doch noch irgendwie aufzubekommen, blieben erfolglos. Ich musste erstmal lauter als die Mädchen beim Bundee Sprung schreien. Fuck - und nun????
An der selben Stelle, wo wir nun standen, hatte eine neuseeländische Frau eine Reifenpanne. Kurz nach meinem folgenschweren Fehler, hatten sie mich um Hilfe gebeten. Was für ein ungünstiger Zeitpunkt. Hier kürze ich mal die Sorry ab. Sie hatte für uns den Nz. ADAC angerufen - welcher 1,5h später eintreffen sollte. Um mein Kama zu verbessern (hatte ja auch nichts anderes vor), habe ich den, von der Frau zu Hilfe herbeigerufenen, Ehemann gezeigt, wie man bei einem Mercedes den Wagenheber positioniert und das Werkzeug zum Reifenwechsel richtig einsetzt. Dabei hatte er auch eine kostenlose Deutsch Lektion von mir bekommen. Es ging ja schließlich um ein hochwertiges deutsches Automobil, da waren schließlich Deutschkenntnisse von Vorteil.
Na ja, es war ja der 06.12. - also Nikolaus und unserer Nikolaus kam wie gesagt nach 1,5h bzw. gefühlt tausend Sandfliesbissen.
Es dauerte genau 3min, dann war die Fahrertür wieder offen und der Schlüsse in meiner Hand. Oh man, dass war ein Erlebnis, auf das ich gerne verzichtet hätte.
Der Autoknacker meinte noch lächelnd, dass wir den Zahlungsbeleg an den Weihnachtsbaum hängen sollten….hohoho.
Wegen der „geringfügigen“ Verzögerung sind wir schnurstracks zum nächsten Campingplatz gefahren und haben das erlebet mit einem Wein heruntergespült.

Am nächsten Tag setzten wir unsere Fahrt zum Lake Tekapo fort. Diese führt uns durch das Landesinneren, wo wir plötzlich eine ganz karge Landschaft mit sanften Hügeln durchqueren. Nach ein paar Stunden hinterm Lenkrad, kommen wir am Lake Pukaki an. Dort befinden sich einige Lachsframen und ein Infocenter, wo es für uns nicht nur neues Kartenmaterial gab.
Leckeres Sashimi (ist in der japanischen Küche eine beliebte Zubereitungsart von rohem Fisch) wurde dort auch verkauft. Mit einer toller Aussicht über den Lake Pukaki zum Mount Cook haben wir das Sashimi genossen. Nun ware es nur noch ein paar Kilometer bis zum Lake Tekapo, welcher sich ziemlich genau im Zentrum der Südinsel befindet.
Der See besticht durch seine außergewöhnlich türkisblaue Farbe, welche vom Gletscherschmelzwasser gespeist wird und seine traumafte Lage zwischen schneebedeckten Bergketten. Der Ort Tekapo am See ist stark touristisch ausgerichtet mit Cafés, Souvenirgeschäften und teuren Unterkünften. Leider war der Campingplatz am See ausgebucht. Enttäuscht darüber, müssen wir nun unser Übernachtungsplanung verändern. Hier ist Hauptsaison, es sind so viele Camper, Vans oder Leute mit dem Zelt unterwegs, dass wir nun immer vorplanen müssen.
Ich persönlich finde es doof, da unsere mobile Freiheit somit etwas eingeschränkt wird.
Also sehen wir uns mit vielen anderen Leuten, den Ort an, spazieren zur historischen Kirche und bestaunen die Szenerie. Klar war, dass wir bei diesem türkisblauem Wasser am 07.12. beladen gehen. Es blieb bei einem mal kurz rein und schnell wieder raus, da Schmelzwasser doch recht kalt ist. Wir fahren wieder zurück zum Lake Pukaki, wo wir mit vielen anderen Campern einen schönen einfachen Stellplatz mit Blick zum Mount Cook hatten.
Am nächsten Tag (2. Advent) begleitete uns Dauerregen mit starken Windböen. Wir verbringen den Tag im Camper mit lesen und schreiben. Hoffentlich wird das Wetter am Montagmorgen besser, denn dann startet unser nächstes Erlebnis.
Der DOC Campingplatz auf dem wir hier stehen, ist einer der schönsten des Landes. In die neuseeländischen Alpen eingebettet, liegt der Platz am Ende eines Tals. In den kurzen wolkenfreien Momenten, kann man die Schönheit sehen.

Vg….einen schönen zweiten Advent….die Bornis
nächstes ziel:  Wanaka, Fox - & Franz Josef-Gletscher



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Curio Bay | Neuseeland | Montag - 02.12.2024 - 08:12 - GOOGLE MAPS 
30 Entlang der Ostküste südwärtsOamaru
Hier kommen wir am späten Nachmittag an. Der Campingplatzwart sagte uns, dass die Zergpinguine bis zur BBQ Platz, welcher nur 10m von unserem Stellplatz entfernt ist, am Abend und in der Nacht kommen. Unserer erste Gedanke war, dass er uns den Stellplatz nur schönreden wollte, aber wir wurden später eines besseren belehrt.
Im Bereich des Hafens lebt die Oamaru Blue Penguin Colony, eine Kolonie von Zwergpinguinen. Wir spazieren am Abend zur Kolonie und beobachten die kleinsten Pinguine. Bis heute leben Pinguine vereinzelt auch unter einigen der strandnahen Schuppen. Nach Einbruch der Dunkelheit machen sie sich dem Weg zu ihren Nestern.
Scheinbar haben ein paar Pinguine unter der Terrasse der BBQ Stelle ihr Nest.
Am nächsten Morgen machen wir noch einen kleine Stadtbummel, bevor die Fahrt weitergeht.
Oamaru weist eine nahezu geschlossene Bebauung aus viktorianischer Zeit auf und gilt als eine der beeindruckendsten historischen Gesamtanlagen Neuseelands. Dieser Stadtteil und das Hafenviertel stehen unter Denkmalschutz.
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts wurde das kulturelle Erbe zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Es wurde um historische Einrichtungen ergänzt, etwa die Museumseisenbahn der Oamaru Steam and Railway Society, die die Gleisanlage des ehemaligen Hafens nutzt. Viele Künstler haben sich dort angesiedelt, wodurch die Stadt nochmal attraktiver wird.

Weiter geht unsere Tour Richtung Süden auf der A1 zu den Moeraki Boulders.
Die Boulders sind eine Anzahl ungewöhnlich großer kugelförmiger Steine (Konkretionen) am Koekohe Beach. Die grau gefärbten Steine liegen einzeln oder in Gruppen an der Küste. Die Erosion des hier an der Küste anstehenden Schluffsteins, werden durch die Wellen legt regelmäßig weitere Kugeln frei.
Die Boulders wurden bereits 1850 in Berichten der Kolonialverwaltung erwähnt und wurden so zu einer touristischen Sehenswürdigkeit, welche wir uns natürlich auch angesehen haben.

next stop - Dunedin
Dunedin ist entsprechend seiner Einwohnerzahl die fünftgrößte Stadt des Landes, gilt aber politisch, wirtschaftlich und kulturell als die viertwichtigste Stadt Neuseelands hinter Auckland, Wellington und Christchurch und ist zugleich Hauptstadt der Region Otago. Dunedins ältester und wichtigster Wirtschaftszweig ist der Bildungssektor. Als einstmals größte und reichste Stadt des Landes hatte Dunedin die erste Universität im Land. Mit der University of Otago, dem größten und wichtigsten Arbeitgeber der Stadt, und den verschiedenen High Schools und Colleges, beherbergt die Stadt jährlich rund 25.000 Studenten aller Bildungseinrichtungen. Das erklärt auch die Kneipendichte im Stadtzentrum. Der Tourismus ist in dieser Region eine wachsende Branche.

Wir schlendern durch die Stadt und bestaunen Kirchen, entdecken Streetart, genießen den guten Kaffee und erkunden das Stadtzentrum. Nur ca. 5 min Fußmarsch vom Zentrum befindet sich der sehr sehenswerte Bahnhof.
Die Dunedin Railway Station ist das historische Gebäude Dunedins. Der 1906 errichtete Repräsentationsbau, der einmal im Jahr zum Laufsteg für die größte Modenschau der Region wird, beherbergt heute die Betriebsräume der Taieri Gorge Railway, ein Restaurant, eine Galerie sowie die New Zealand Sports Hall of Fame.
Wir bestaunen das Bauwerk und sind beeindruckt vom perfekten Zustand. Wir fahren weiter zur Baldwin Street im Nordteil der Stadt, die bis 2019 im Guinness-Buch der Rekorde als steilste Straße der Welt geführt wurde. Da Asphalt wegen des starken Gefälles ( 35 %) abrutschen würde, wurde die Straße mit Betonplatten gepflastert. Wir besteigen die Straße, welche nur für Anwohner befahrbar ist. Von oben hat man eine gute Aussicht in Richtung Stadtzentrum. Auf dem Abstieg kommen uns Schulkinder entgegen, wobei einige scheinbar sehr genervt sind, über die Lage des Elternhauses.
Am Nachmittag fahren wir auf die 30 km lange und bis zu 12 km breite Halbinsel Otago Peninsula. Ursprünglich der östliche Teil des Kraterrandes eines kollabierten Vulkans, mit all seinen Ausläufern, gewährt die Halbinsel mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft und vielen verschiedenen Geländeformen faszinierende Einblicke in Täler, Buchten und auf den Ozean.
Die Otago Peninsula ist bekannt für die putzigen Gelbaugenpinguine, auch Hoiho genannt. Hier ist einer der besten Plätze, um diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Leider hatten wir bei der geführten Tour kein Sichtungsglück. Trotzdem haben wir vier Pinguine im privaten Sanatorium aus nächster Nahe gesehen.
Wir besuchten auf der Halbinsel die Buchten von Sandfly und Allans. Beide sind fast menschenleere Strände, mit viel Treibholz, ordentlichen Wellen und Pelzrobben und Neuseeländische Seelöwen. Die Robben liegen entspannt am Strand und lassen sich aus geringer Entfernung gut beobachten bzw. fotografieren.
Am Abend hatten wir noch ein kulturelles Highlight in Dunedin. Im baroken Regent Theater haben wir uns die australische Show - Dancing Queen: A Tribute to ABBA angesehen. Weit davon entfernt, " nur eine weitere Coverband " zu sein, war die zweistündige Show sehr unterhaltsamer und eine energiegeladene musikalische Darbietungen für alle ABBA-Fan‘s. Es wurde laut mitgesungen und getanzt. Wir hatten unseren Spaß und haben den Abend sehr genossen.

Weiter ging unsere Fahrt in Richtung Süden zum Nugget Point.
Zu erreichen ist das bis zu 133 m hohe Kap über das kleine Dorf Kaka Point auf der Küstenstraße entlang bis zum Parkplatz und von dort aus führt einen 850 m langen Fußweg, der direkt zum Nugget Point Lighthouse. Von dort aus hatten wir eine fantastische Aussicht auf den Pazifischen Ozean und die hiesige Steilküste.
Dem Kap vorgelagert befinden sich auf einer Länge von rund 750 m zahlreiche aus seichtem Wasser herausragende Felsen (den Nuggets - Goldklumpen) , die für den Namen des Kaps sorgten.
Auf unserer Liste stand nun als nächstes der Purakaunui Wasserfall, welcher der „schönste“ und der meist fotografierteste Wasserfall Nz sein sollte.
Die Purakaunui Falls sind eine Kaskade mehrerer Wasserfälle des Purakaunui Flusses. Die Fallhöhe beträgt zwar nur 20 m, dennoch dienen sie als ein Wahrzeichen für Südost-Neuseeland und sind auf einer neuseeländischen Briefmarke von 1976 abgebildet. Uns hat der Anblick nicht umgehauen, aber nach dem vielen Fahren, ist eine kurzer Spaziergang eine willkommene Abwechslung für unseren Körper.

Letztes Tagesziel: Curio Bay
Die Bucht liegt wenige Kilometer östlich des Slope Point, des südlichsten Punkts der Insel, im Gebiet der Catlins.
Die Bucht bildet unter anderem den Lebensraum für Spezies der Ohrenrobben. Im Sommer und Herbst sind zudem Hector-Delfine anzutreffen, die ausschließlich in neuseeländischen Gewässern vorkommen. Wir haben leider keine gesehen. Die Region bildet außerdem Nistplätze für die seltenen Gelbaugenpinguine, die ihre Eier hier im Herbst legen und deren Junge im Frühling mausern. Es gab drei Aussichtspunkt, von denen aus man die Pinguine in der Abenddämmerung beobachten konnte. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang positionierten wir uns auch an einem der Aussichtspunkte. Die Sonne ging unter, die Erwartung wurde immer großer, doch leider hatten wir auch hier kein Sichtungsglück. Durchgefroren haben wir das Unterfangen, doch noch ein Gelbaugenpinguine zu sehen, abgebrochen.
Am nächsten Morgen haben wir noch einen besonderen Waldspaziergang gemacht.
Dies könnte der einzige Ort auf der Welt sein, an dem ein lebender Wald so nah an einem freiliegenden versteinerten Wald liegt. Die Matai- und Totara-Bäume in diesem Wald sind wahrscheinlich direkte Nachkommen der Bäume im versteinerten Wald auf der anderen Straßenseite (Küstenplateau), der auf die Jurazeit zurückgeht, als Dinosaurier die Catlins durchstreiften. Mit dem Gefühl beim durchqueren des Waldes eine alten Welt entdeckt zu haben, führen wir weiter Richtung Süden.

In Bluff findest wir nicht nur den Hafen, den Anleger für die Fähre nach Stewart Island, Streetart und den bekannten Aussichtspunkt Stirling Point. Bluff ist auch wirtschaftlich ein sehr wichtiger Ort für Neuseeland.
Auf Tiwai Point, einer Landzunge am Eingang des Naturhafens von Bluff, befindet sich eine der größten Aluminiumhütten der Welt. Es ist einer der größten Industriestandorte Neuseelands und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes.
Die Aluminiumhütte als größter Energieverbraucher benötigt ein Drittel der Energie der Südinsel und 15 % der Energie Neuseelands. Das ist irgendwie schon beeindruckend.
Wir fahren, wie die meisten, bis zum Stirling Point und machen ein paar Fotos.
Gleich neben dem Wegweiser führt die große Ankerkette in die Meerenge der Foveaux Strait, um die Südinsel – Waka (das Kanu), auf Stewart Island – Punga (dem Anker) festzuhalten. Nördlich von Oban, in der Lee Bay, befindet sich das Gegenstück dazu.
Eine wunderbare Idee.

In der Stadt Invercargill wird nochmal getankt und der Kühlschrank wieder gefüllt, denn nun gehts auf der Südinsel an der Westküste wieder nach oben. Die West Coast, oder „the Coast“, wie die Einheimischen sagen, ist eine wilde Region der Flüsse, Regenwälder, Gletscher und atemberaubenden Geologie, welche nun von uns entdeckt werden soll.

Vg….die Bornis

P.S. Nun beginnt in Deutschland die Adventszeit. Hier bekommten wir davon nicht viel mit. Die Städte sind zwar weihnachtlich dekoriert, aber Adventszeit und Weihnachtsmärkte kennt man hier nicht. Für uns ist das schon komisch, in den Statusbilder Weihnachtsmärkte, Glühwein und Adventskerzen zu sehen.
Nun merken wir auch, wie weit und lange wir von der Familie, von Freunden und Kollegen weg sind.
Sollte jemand trotz Weihnachtsstress in der besinnlichen Zeit Lust haben, uns eine Nachricht per Mail (born.thomas@gmx.de / born-kerstin@gmx.de) zu schreiben, würden wir uns sehr freuen.
nächstes ziel:  Te Anau



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Oamaru | Neuseeland | Donnerstag - 28.11.2024 - 10:09 - GOOGLE MAPS 
29 Christchurch, Pottwal und Delfine & unser CamperNun sind wir am andern Ende der Welt in Aotearoa, was die Māori-Bezeichnung für Neuseeland ist.
Das Land „der langen weißen Wolke“, wo es mehr Schafe als Einwohner gibt, Land der Maori und der Kiwis, Land der Legenden….das schönste Land der Welt….dies gilt es in den nächsten Wochen zu eindecken.
Nach dem sehr entspannten Flug mit dem A380 sind wir nun in Christchurch angekommen. Mit dem Uber ging es schnelle zum Hotel. Wir freuten uns auf zwei gemütliche Nächte im Hotelbett, was wir in den vergangenen Wochen nicht hatten.

Christchurch
Die mit 380’000 Einwohnern grösste Stadt der Südinsel ist gleichzeitig auch die älteste Stadt Neuseelands.
Christchurch wurde 1856 offiziell gegründet und gilt als die „englischste Stadt“ des Landes. Tatsächlich erkennt man auch nach dem Wiederaufbau diesen britischen Einfluss an jeder Strassenecke, sogar wortwörtlich: Alle Strassen, Plätze und sogar der Fluss sind nach wichtigen Orten oder Wahrzeichen Englands benannt. Bei einem Blick auf den Stadtplan fällt das Gittermuster der Strassen in der Innenstadt auf.
Christchurch ist moderne und lebendige Stadt: Einkaufen und ausgehen ist hier ebenso möglich, wie in zahlreichen in Museen und Gallerien Kunst und Geschichte zu erkunden.
Am 22. Februar 2011 wurde Christchurch Opfer des schlimmsten Erdbebens in der Geschichte Neuseelands. Das Erdbeben ereignete sich um 12:51 Uhr – zur Hauptgeschäftszeit. Die Straßen und Bürohäuser der Innenstadt waren gefüllt mit Menschen. Viele von ihnen wurden unter Häuser-Trümmern begraben, die Bergungsarbeiten dauerten mehrere Tage an. Fast 6’000 Personen wurden verletzt, 185 Menschen kostete das Erdbeben das Leben. 1’500 Gebäude wurden bis zum September 2013 ganz oder teilweise zerstört.
Das Erdbeben hielt endlose 24 Sekunden an. Danach hatte sich Christchurch für immer verändert.
Viele der historischen Häuser hielten dem Beben nicht stand und fielen in sich zusammen. Das grösste Opfer: Die Christchurch Cathedral, heißgeliebtes Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche wurde vor allem durch die heftigen Nachbeben so sehr zerstört, dass sie seit inzwischen 13 Jahren nicht mehr betreten werden kann. Wie ein trauriges Denkmal wartet sie nun mitten in der Stadt auf ihr Schicksal. Inzwischen wurde entschieden, dass sie wieder Stein für Stein neu aufgebaut werden soll.
Die Einwohner Christchurchs nennen ihre Stadt „City of Cranes“, Stadt der Kräne: Baustellen,Kräne und Pylonen in grellem Orange dominierten das Stadtbild. Auch nach so vielen Jahren sind in der Stadt Aufbauarbeiten im Gange. Dies sieht und hört man überall.
Wir bummeln durch die Stadt und besuchen die New Regent Street. Dieser schmale Strasse wird als die hübscheste Strasse Neuseelands bezeichnet. Die pastellfarbenen Häuser wurden Anfang des letzten Jahrhunderts im spanischen Stil erbaut und gehören seitdem zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Christchurch. Dank ihrer stabilen Bauweise wurden die Häuser während der Erdbeben-Katastrophe kaum beschädigt. Eine historische Straßenbahn, mit welcher man das überschaubare Stadtzentrum besichtigen kann, fährt mitten durch die schmale Gasse.
Weiter geht es zum schönen, historischen Worcester Boulevard. Hier findest man auf der einen Seite viktorianische Holzvillen und auf der anderen Seite imposante Steinbauten mit vielen Kunstbetrieben, Läden und Cafés. Wir besuchen die Christchurch Kunst Gallerien und sehen uns die Ausstellung Dummies & Doppelgängers an, welche erneut kostenlos ist. Wir stellen fest, dass wir im Alltag viel öfters Ausstellungen besuchen sollten.
Weiter gehts in Zentrum des CBD (Central Business District). Mit Blick auf den Avon River schlendern wir durch den Riverside Market. Das ist ein Indoor-Bauernmarkt, in dem lokale Produkte, Fleisch, Meeresfrüchte, Backwaren, Kaffee verkauft werden.
Ein Spaziergang durch den vor über 150 Jahren gegründeten Christchurch Botanic Gardens darf natürlich nicht fehlen. Wir genießen den Park und das schöne Wetter.
Und zu guter Letzt lässt man in Christchurch auch ein urbanes Phänomen offiziell leben: Street Art. Künstler aus aller Welt haben die Gelegenheit ergriffen und sind auf die Strasse gegangen, um Meisterwerke der Farbe und Kreativität zu schaffen, welche nun Gebäudewände schmücken.
Wir hatten eine gute Zeit in Christchurch, aber nun wollen wir wieder für 6 Wochen durch das Land fahren und uns die Schönheiten ansehen.

Pünktlich sind wir am nächsten Tag beim Vermieter - Kiwi Camper. Anders als in Australien sind wir hier die Einzigen, die einen Camper abholen. Den Schriftkram ist schnell erledigt, doch der Camper ist noch nicht bereit. Wir warten ca. 2h, da noch irgend was am Wassertank repariert werden muss. Dann kam der Camper endlich und mit Ihm leider auch die Ernüchterung. Der gute war Bj. 1999 und ein Blick auf den Kilometerstand verriet, dass die besten Jahre schon lange vorbei waren. Der Benziener hatte über 609.000km auf dem Buckel, war ein Schaltwagen und klapperte an allen Ecken und Enden. Das war nun unser gemieteter Camper. Wir räumten unser Gepäck ein, machten es uns gemütlich - so gut es ging und düsten Richtung Kaikoura ab. Auf dem Weg dorthin bemerken wir, dass wir Flüssigkeit verlieren. Der Fahrerspiegel klappte bei jedem entgegenkommenden LKW ein und ich versuchte die Gänge wie beim Suppen umrühren zu finden. Hinzu kam, dass wir bei jedem Anstieg ein Verkehrshindernis waren und dies wurde freundlicherweise mit Lichthupe bestätigt.
Somit war für mich der Start des Roadetrips etwas unentspannt.
Abends sind wir dann doch noch in Kaikoura angekommen.
Für den nächsten Tag haben wir eine Delfin - Wale Tour gebucht, da dies u.a. das Highlight hier ist. Die malerische Küstenstadt Kaikōura ist der perfekte Ort, um Meeresbewohner zu beobachten und an der Küste entlang zu spazieren.Die Landschaft in Kaikōura ist spektakulär: Die Stadt liegt zwischen der zerklüfteten Seaward Kaikōura Range und dem Pazifischen Ozean. Auf den Bergspitzen liegt noch ein wenig Schnee und die langen weißen Wolken mit blauem Himmel begrüßen uns am Morgen.
Wir machen einen langen Spaziergang bis zur Robbenkolonie und beschießen am nächsten morgen die Robben erneut zu besuchen.
Pünktlich sind wir am Office für den Whale Watching Ausflug. Wale zieht es aufgrund der ungewöhnlichen Unterwasserlandschaft in die Gewässer vor Kaikoura. Der Festlandsockel fällt schnell in eine Reihe von Tiefseegräben ab. Hinzu kommt, dass hier eine warme Strömung aus dem Norden auf eine Kaltströmung aus dem Süden trifft. Dadurch werden Nährstoffe aus den Tiefen des Ozeans nach oben geschwemmt; ein Phänomen, das allen Arten von Meereslebewesen, von Plankton und Krill bis zu Delfinen und Walen, zu Gute kommt. Dementsprechend gibt es hier eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit Delphine und ganzjährig Pottwale zu sehen.
Wir fahren mit ein Katamaran, welcher bis zu 60 Km schnell ist, raus zum Unterwassercanyon. Von weitem sind bereits die springenden Delfine erkennbar. Hierbei handelt es sich um Schwarzdelfine, welche sich in Kaikōura das ganze Jahr aufhalten und in Schulen von mehr als Hundert bis über 1000 Delfinen zusammenleben. Beim Eintreffen kommen etliche Delfine zum Boot und kreuzen vor dem Bug. Dieser Glücksmoment bleibt unvergesslich. Was für eine Freude, den Delphinen beim umherjagen, springen und Salti schlagen zuzusehen.
Wir fahren ein paar Minuten weiter und sehen die Tiefen auf einem Monitor angezeigt. Jetzt waren wir über den Canyon, mehrere Tausend Meter über dem Meeresboden.
Hier jagt der Pottwal hauptsächlich Tintenfische und Kalmare in einer Tiefe bis zu 2000m. Die Jagt kann bis zu zwei Stunden dauern. Wir sehen einen Pottwal, welcher gerade aufgetaucht ist und für ca. 10 min Luft für den nächsten Tauchgang holt. Das Luft holen kann man sehr weit hören. Wie eine kleine Insel treibt der Pottwal neben dem Schiff durchs Meer. Der Kapitän fordert alles Passagiere auf, Ihre Kameras vorzubereiten, denn kurz danach nimmt der Wal etwas Schwung und taucht ab. Dabei gleitet er ganz gemächlich in die Tiefe und zeigt allen seine riesige Schwanzflosse. Es ist immer wieder atemberaubend Wale zu sehen.
Nun nimmt der Kapitän wieder Kurs Richtung Küste, wo wir uns noch eine andere Delfin Art ansehen. Die Hector-Delfine sind mit einer Länge von 1,5m die kleinsten Ihrer Art und kommt ausschließlich in den Gewässern um Neuseeland vor.
Wir beobachten das verspielte treiben der Delfine und freuen uns über diese wunderbaren Begegnungen.
Am nächsten Morgen fahren wir gegen 7:30 Uhr zur Robbenkolonie und beobachten die zum Teil verschlafenden Roben. Wir spazieren den Workway entlang und sehen Robbenbaby mit Mutter. Mit den großen Kulleraugen sieht uns das Kleine an. Wir bleiben eine Weile dort und machen viele Fotos von den süßen Robbenbaby.
Anschließend kehren wir zum Parkplatz zurück, haben ein leckeres Frühstück mit sagenhaften Ausblick und machen uns danach auf den Weg, nach Christchurch um das Camperproblem zu lösen.
Dort angekommen, haben wir alle Mängel aufgezählt, gezeigt und um eine Lösung gebeten. Da hier gerade die Hauptreisezeit ist, gab es keinen Ersatz in unserer gebuchten Klassen. Nach einer längeren Verhandlung, haben wir uns auf ein neueren Camper mit Automatik geeinigt. Dieser Camper ist ursprünglich für 5 Personen vorgesehen (uns eher unverständlich wie man so reisen kann), aber nun haben wir ausreichend Platz. Natürlich mussten wir einen ordentlichen Differenzbetrag zahlen, aber Sicherheit und Komfort für die kommenden 6 Wochen gehen vor.
Wir richten uns vor Ort ein, verstauen unsere Sachen und machen uns anschließend auf den Weg nach Oamaru. Sicherer, bequemer und schneller werden wir uns jetzt hier in Neuseeland fortbewegen.

Vg …die Bornis
nächstes ziel: 



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Sydney | Australien | Samstag - 24.11.2024 - 10:40 - GOOGLE MAPS 
28 Sydney - mega CityKeine Frage: Sydney ist der Wahnsinn! Mit über 5 Millionen Einwohnern ist Sydney die größte Stadt des Landes und gleichzeitig eines der beliebtesten Ziele in ganz Australien. Die im Bundesstaat New South Wales gelegene Megametropole hat uns von der ersten Sekunde an gepackt – sogar so sehr, dass wir am liebsten viel länger geblieben wären. Aber wir haben nun mal „nur“ 3 Tage, welche wir intensiv genutzt haben und die Stadt ausführlich zu Fuß erkundet haben.

Wir besuchten in der der Stadt:
Opera House
Die Sehenswürdigkeit, die einfach zu jedem Sydney Besuch dazu gehört. Kein Wunder, denn das Gebäude zählt zu den bekanntesten und markantesten Gebäuden des 20. Jahrhunderts. Seit 2007 zählt es sogar zum Unesco-Welterbe. Doch wie ist es nun unmittelbar davor zu stehen? Wir finden, dass das Gebäude aus der Ferne besser wirkt. Natürlich ist dieses Bauwerk beeindruckend aber das Große Ganze mit ein paar Metern Abstand zu betrachten, hat uns mehr fasziniert.

Harbour Bridge
Von einem Wahrzeichen zum nächsten, welches nur 1,5km entfernt liegt. Die Sydney Harbour Bridge ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Sydneys, wenn nicht sogar der Welt. Als größte Stahlbogenbrücke der Welt erstreckt sie sich über den Hafen von Sydney und bietet fantastische Ausblicke auf das Sydney Opera House.
Wir haben die Möglichkeit einer Brückenbesteigung genutzt, um den einzigartigen Ausblick auf die Skyline, den Hafen und die Opera zu haben. Hierfür kann man eine sehr gut gesicherte Besteigungen in kleinen Gruppen durchführen. Zuerst gab es eine einer Einweisung. Alle wurden mit der entsprechenden Ausrüstung (Anzug Geschirr, Headset und Basecap) ausgestattet. Schmuck, Uhren und Handy mussten aus Sicherheitsgründen zurückgelassen werden. Über Leitern und Stegen sind wir dann bis zur Bogenkonstruktiongelaufen. Dort angekommen führte der weg auf dem Bogen weiter. Mit jedem Meter hoher wurde der Ausblick unglaublicher. Wir hatten beste Sicht über ganz Sydney und konnten die Ausdehnung dieser Stadt erstmal bestaunen. Die moderne Hochhäuser, die vielen Schiffe / Fähren/ Segelboote , die Opera, Hubschrauber welche im Dauerbetriebe über die Brücke flogen, die Villen & Lagerhäuser und und und ….wir haben dieses Erlebnis fest abgespeichert und waren sehr froh, dass wir trotz des stolzen Preises diese 3 stündige Erfahrung gemacht haben. Diese Aktivität ist eine klare Empfehlung von uns, welche man auch im dunklen machen kann.

Botanischer Garten
Die grüne Lunge Sydneys ist ein wahres Naherholungsgebiet. Diese Oase liegt östlich vom Opera House und lädt zum verweilen ein. Wir spazieren durch den Garten, bestaunen immer wieder die abwechslungsreiche Skyline und landen letztlich an der denkmalgeschützten Woolloomooloo Finger Wharf. Die Struktur ist der längste verpfählte Kai der Welt.Die ehemalige Werft und Passagierterminal ist jetzt ein Yachthafen, Wohngebäude, ein Hotel und mehrere Restaurants. Vor dem Komplex stehen mehrere Skulpturen, welche diese Gegend noch exklusiver erscheinen lässt.

Kunstgalerie von New South Wales
Jedes Jahr genießen sehr viele Besucher die Kunstgalerie und die Kunstsammlung. Der Eintritt zu den allgemeinen Ausstellungen mit Werken australischer, sowie europäischer und asiatischen Kunst ist frei.
In der Stadt befinden sich viele kostenfreie Kunst- und Ausstellungsort, was uns sehr gefällt. Der Besuch einer Ausstellung ist immer eine willkommene Abwechslung zu den „Outdoor“ Stadteindrücken.

Bondi Beach
Am Samstag geht es erstmal an den Strand. Mit den Füßen im Sand stehen, die frische Meeresluft genießen und ein paar Sonnenstrahlen tanken - so war der Plan. Wir machten uns quer durch die Stadt auf den Weg (ca. 7 Km), um am berühmten Bondi Beach abzuhängen. Immer wieder sehen wir interessante Ort. Eine Fotoausstellung anlässlich der über 10 Jährigen Rückkehr von Pearl Jam nach Australien - Konzert war am Freitag Abend - tauchten wir in schwarz-weiß Fotografien der Band aus den 90-ziger ein. Na einer weiteren Ausstellung und einigen Kilometern, dachten wir, dass wir das Ziel erreicht haben- Eine Beach, ein Naturpool, viele Leute, ordentlicher Trubel aber es fehlte das einzigartige Schwimmbecken, in welchen wir ein paar Bahnen schwimmen wollten. Der genaue Blick aufs Navi, hat uns schnell den Fehler gezeigt. Wir sind anstelle vom Bondi Beach am Bronte Beach gelandet. Somit haben wir nochmal 2,5 Km auf unser Laufpensum drauf gepackt. Endlich reichten wir den Bondi Beach mit seinem einzigartigen Meereswasserpool.
Neben dem eisblauen Pool ist auch das Bondi Icebergs Club-Gebäude ein wahrer Hingucker. Die weiße Fassade und die Panoramafenster ermöglichen einen atemberaubenden Blick über den legendären Bondi Beach und die tosende Brandung, in die der Icebergs Pool eingebettet ist. Wir ergattern einen Sonnenplatz und schwimmen erstmal ein paar Bahnen, im doch sehr kalten Meereswasser. Zum Glück konnten wir uns in der Sonne schnell wieder aufwärmen und haben die Atmosphäre genossen und die Poser beobachtet. Den Rückweg zum Backpacker haben wir zum Glück mit dem Bus bewältigt.

Des weiteren besuchten wir das sehr quirlige China Town (wir haben dort hervorragend gegessen), the Rock - Bereich mit vielen guten Pubs, waren auf dem Sydney Tower (309m Aussichtsturm) und sind mehrere Cityrouten abgelaufen.

Fazit: Sydney bietet ein wechselt zwischen modern und historischen Gebäuden, die Stadt ist laut aber auch leise (in den vielen Parks), die Stadt hat viele Hochhäuserschluchten, tolle Stadtstrände, eine gut befahrende Wasserstraße, viel Natur, viele Einkaufsmöglichkeiten, entspannte Leute, welche immer hilfsbereit und nett waren. Sydney ist für uns eine wunderschöne Stadt, die für Jeden etwas bietet.
Wir waren nie gestresst von dem Trubel in der Großstadt, was vielleicht auch an der Nähe zur Natur lag.

Wir verlassen etwas wehmütig Australien nach rund 6 Wochen. Die Zeit hier bleibt wegen der tollen Städte, der abwechslungsreichen Landschaften, der tollen Aktivitäten, der einzigartigen Tierwelt und den sehr netten Aussie unvergessen.

Next stop wird nun Neuseeland sein ( +12h zu D). Der Airbus A380 von Etihad hat uns sicher und bequem nach Christchurch gebracht. Nun beginnt das nächste Abenteuer - wir freuen uns sehr auf das Land und die vielen Erlebnisse hier. Wir werden wieder ab morgen (26.11.) mit dem Camper unterwegs sein.

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Christchurch - Neuseeland



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Raymond Island | Australien | Mittwoch - 16.11.2024 - 20:23 - GOOGLE MAPS 
27 Küstenstraßen nach SydneyVon Melbourne fahren wir auf dem direkten Weg über die A1 nach Paynesville, denn dort wollen wir uns die 100% tige Chance auf Koalas nicht entgehen lassen.
Raymond Island liegt im Bundesstaat Victoria, ca. 300 Kilometer von Melbourne entfernt und ist eine kleine, teilweise bewohnte Insel im Süden des Landes.
Vom Ortschaft Paynesville sind es nur wenige Meter über die Wollaston Bay bis zur Insel.
Mit der Fähre sind wir morgens kostenlos übersetzen.
Da die Koalas in Victoria Anfang des 20. Jahrhunderts vom Aussterben bedroht waren, wurden ein paar der Tiere nach Raymond Island gebracht: eine grüne Insel ohne größere Gefahren, die sich perfekt zur Fortpflanzung eignet. Den Koalas ging es hier so gut, dass sie sich in Windeseile vermehrten und im Jahr 2010 plötzlich 600 Tiere auf Raymond Island lebten – etwas zu viel für die kleine Insel, die einfach nicht genug Nahrung für so viele neue Bewohner bot. Also wurden 300 Koalas wieder an andere Orte in Victoria umgesiedelt, um dort die Population ebenfalls voranzubringen.
Aktuell leben um die 300 Koalabären dort, wovon viele entlang des Koala Trails zu sehen sind. Wir sehen etliche Koalas, manchmal weit oben im Baumwipfel und manchmal so nah, dass man Sie beim schlafen berühren könnte. Auch eine Mutter mit ihrem Junges haben wir beim schlafen beobachtet, in der Hoffnung, dass Sie noch aktiv werden. Aber nix da, die Süßen schlafen den meisten Teil des Tages. Trotzdem hatten wir mit einem sehr aktiven Tier großes Glück. Ein Armeisenigel ließ sich nicht von uns stören und pflügte mit seiner Schnauze den Boden, auf der suche nach Armeisen, kräftig um. Wir waren sehr happy den Armeisenigeln so gut beobachten zu können.
Unserer Meinung nach Raymond Island ist, dass dies einer der größten Geheimtipps in ganz Australien ist. Nirgendwo sonst haben wir so viele Koalas in freier Wildbahn und innerhalb so kurzer Zeit gesehen. Hinzu kommen andere Tiere wie Kängurus und Ameisenigel.
Außerdem kann sich die Insel wirklich sehen lassen: klein, schön und total gemütlich. Deshalb lautet unser abschließendes Fazit: Wer die Insel nicht besucht, verpasst was!

Wir fahren weiter entlang der Küste auf ausgeschilderten Tourist Drive Routen und kommen nach Mallacoota.
Hier übernachten wir. Auf der Fahrt zum Ort haben sehr viele verkohlte baumstämme gesehen. Langsam wird das Buschland wieder grün aber die Zeichen eines verehrenden Buschfeuer sind noch deutlich erkennbar. Wir recherchieren im Netz und plötzlich fallen uns die Nachrichten zu einem der schlimmsten Feuerkatastrophen in Australien ein. Zum Jahreswechsel 2019/20 war dieser Ort vom Feuer eingekesselt und tausende Bewohner und Urlauber haben sich an den Strand gerettet. Dort wurden Sie von der Australischen Marine versorgt bzw. gerettet. In dem ca. 300km nördlich gelegenen Sydney wurde über das Feuerwerkspektakel diskutiert und letztlich auch durchgeführt. Die Bilder von den Leuten am Strand gingen um die Welt. Wir erinnerten uns genau an diese Berichterstattung und konnten angesichts der Bilder nicht versehen, dass in Sydney trotz Dürre und der verheerenden Buschfeuer in Victoria, ein Feuerwerk gezündet wurde. Zur Erinnerung siehe Link:
https://www.spiegel.de/panorama/buschbraende-in-australien-letzter-ausweg-das-meer-a-1303283.html

Auf dem Weg nach Sydney sind wir durch Eden gefahren.
Bekannt ist der Ort am Twofold Bay neben seinen Ausblicken auch für Delfine und Wale, welche einst mit den Ureinwohnern eine echte „Handelsbeziehung“ führten – die Tiere halfen den Menschen, ihren Fang an Land zu bringen, wofür sie einen Teil der Beute erhielten. Als Europäer hier siedelten, fingen diese jedoch an, Wale zu fangen. Dies ist heutzutage auch wieder Geschichte, und ein Walfest zelebriert in Eden die jährliche Rückkehr der Wale. Wir besuchen das Killer Wal Museum. Ich finde man sollte die Wale bei Ihrem richtigen Namen benennen, aber scheinbar wäre Orca Wal Museum zu unspektakuläre. Trotzdem waren die Infos über die Orcas und über den einstigen Walfang sehr interessant und informativ.

Dies Küstenstraße bietet immer wieder traumhafte Ausblicke auf menschenleere Strände.
Wir durchfahren kleine Ortschaften mit süßen Häusern - natürlich haben die meisten Meerblick.

Nun geht es nach Batemans Bay. Der Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Hauptstädter aus Canberra.
Als wir ankamen, bemerkten wir, dass viele Leute wie Rockabilly gekleidet waren und viele Oldtimer durch den Ort führen. Schnelle stellten wird den Camper ab und gingen zum Fest, welches sich in den letzten Zügen befand. Eine Band spiele Rock and Roll, es wurde getanzt, Kleidung aus der Zeit wurde verkauft und natürlich gab es frisch gezapftes Bier und für die Kids Süssigkeiten. Wir bestaunten die tollen Autos und mussten schließlich wie die Festbesucher vor dem Regen flüchten. Ein Schlafplätze war schnelll in der Nähe befunden, inkl. Kängurus am Strand beim abendlichen Spaziergang.

Der Weg und die täglichen Fahrzeiten wurden immer kürzer, da wir uns schon ganz in der Nähe von Sydney befanden.
Nächster Stop war ein Naturwundern, welches sich im New South Wales Royal Nationalpark befand. Die Figure 8 Pools sind ganz außergewöhnliche Natursteinpools, die teils kreisrund, teils wie eine perfekte 8 geformt sind. Ebbe und Flut haben diese geometrischen Kreise geformt und die Felsen regelrecht ausgehöhlt. Entstanden ist ein Naturdenkmal, das heute zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten in New South Wales gehört.
Das Betreten der Pools ist aus Sicherheitsgründen nur bei Ebbe erlaubt, da die Flut die Felsen teils überspült und teils sehr rutschig werden lässt. Der berühmteste Pool, der eigentliche Figure 8 Pool, ist drei Meter lang und etwa drei Meter tief – genug also, um Badespaß pur zu garantieren. Leider war es bei unserem Besuch zu windig, zu kalt und wir waren sehr spät dort, so dass der Badespass für uns ausfiel. Trotzdem hat sich die Wanderung (2,5h bis 3h) und der faszinierende Anblick gelohnt. Wir freuen uns und sind gleichzeitig erstaunt über solche Naturwunder
.
Wir können unser Ziel schon fast sehen, aber hier wollten wir unbedingt noch vorher einen Stop machen.
Jervis Bay bietet wahre Bilderbuchstrände mit klaren, blauem Wasser und weißem Sand aus purem Quarzsand.
Wir entspannen am Beach, machen Spaziergänge und genießen den Augenblick bevor wir weiter nach Sydney fahren.

Letztlich kommen wir pünktlich und mit einem sauberen Camper bei der Autovermietung in Sydney an. Unser Camper hat uns bei den 10.171 km von Perth bis nach Sydney nie im Stich gelassen. Er musste Gravel Route, Schlaglöcher, Dauerregen, Windböen, heiße Sonnentage und vor allem die Wellenpisten in den NP. Überstehen.
Was für eine Erlebnis - auf der Straße, im Outback, an der Küste, in den Bergen und Nationalparks - wir haben es genossen, gefühlt und erlebt.
Wir wünschen dir, du Liter Hippie, noch ein langes Camperleben mit guten und rücksichtsvollen Nutzern und immer ausreichend Öl.
Etwas wehmütig geben wir den Hippie ab und lassen uns mit dem Uber zu unserer Unterkunft in Zentrum von Sydney bringen. Nun sind die letzten Tage in Australien angebrochen.
nächstes ziel:  Sydney



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Mellbourne | Australien | Mittwoch - 13.11.2024 - 22:31 - GOOGLE MAPS 
26 1,5 Tage in MelbourneEinen Großteil des Charmes der Vier-Millionen-Metropole machen die Stadtviertel im und um das Zentrum aus, jedes für sich ein lebhafter Mikrokosmos, voller Überraschungen. Ein Blick auf den Stadtplan zeigt das Stadtzentrum (Central Business District, CBD) als ein sauber abgezirkeltes Raster schnurgerader Straßen.

Wir machten uns zwei mal von unserem City Campingplatz auf den Weg. Nach ca. 30min Busfahrt erreichten wir das Stadtzentrum (CBD). Dort haben wir uns zu Fuß folgende Ort angesehen.

Queen-Victoria-Markt:
Der Queen-Victoria-Markt ist eine der großen Sehenswürdigkeiten in der Satdt. Das Gelände ist mit rund sieben Hektar ein sehr großer Freiluftmarkt. Dieser ist der einzige Markt aus dem 19 Jahrhundert, der im CBD übrig geblieben ist. Mehr als 600 Händler bieten hier alles an, was man sich vorstellen kann. Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Kleidung und Mode, Schuhe und Lederwaren, Souvenirs und Kunsthandwerk (oft auch Kitsch). Die Marktstände sind überdacht, die riesigen Dächer sind mit Solarzellen bedeckt. Für Fleisch und Fisch gibt es eine extra Halle. Direkt an den Markt angeschlossen sind einige Gourmetstände und kleine Restaurants. Der Donutwagen hier ist zur lokalen Berühmtheit geworden. Wir haben uns im Getümmel treiben lassen und genossen sehr die lebhafte Atmosphäre. Natürlich haben wir uns mit Donut, kleinen Köstlichkeiten und guten Cappuccino versorgt. Immer wieder ist ein Marktaufenthalt ein besonderes Highlight, denn hier spürt und sieht man das Leben.

State Library of Victoria
Ein Büchereibesuch hört sich erstmal langweilig an, aber die State Library of Victoria ist ein absolutes Muss und darf bei unserem City Trip nicht fehlen. Wir waren vom Gebäude, von den Ausstellungen und von der Atmosphäre beeindruckt. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.

Federation Square: Kulturzentrum und Veranstaltungsort
Weiter geht es zu einem der pulsierenden Herzen der Metropole - dem Federation Square. Dieser Platz wurde 2002 offiziell eröffnet und ist seitdem ein zentraler Treffpunkt. Die unvergleichliche Architektur hat öffentliche Debatten ausgelöst, da einige sie als zu modernistisch ansehen. Uns gefällt die Architektur aus Stahl/ Glas/ Sichtbeton und modernen Fassadenelementen sehr. Doch unabhängig von Meinungen und Debatten, Federation Square ist ein Ort, der lebt und atmet, und das Zentrum von Melbournes kulturellem Leben ist. Wir besuchen zwei Ausstellungen und nehmen uns genügend Zeit dafür. Auch dies ist kostenlos und für jedermann zugänglich - echt super.

Streetart - Die Stadt als Galerie
Überlebensgroße Wandbilder, kunstvoll verzierte Plakate, besprühte Mülltonnen – Melbourne ist bekannt für seine vielfältige Street Art. Die vielen kleinen Gassen und Seitenstraßen sind seit jeher eine optimale Spielwiese für Sprayer und Maler. Was lange als Schmiererei galt, hat sich mittlerweile zur populären Kunstform entwickelt, selbst die Behörden fördern in Melbourne die Street Art. Wir entdecken diese keinen Gassen mit den tollen Kunstwerken und schlendern entlang der Hosier Lane, welche nur wenige Meter vom zentralen Federation Square entfernt ist. Sie gilt als die berühmteste Street Art-Straße der Stadt. Man kann sich in Melbourne nicht einmal um die eigene Achse drehen, ohne dass man auch nur ein richtig gutes Graffiti sieht. Damit meinen ich nicht irgendein Geschmiere, sondern richtig schöne Kunstwerke. Gerne hätte ich beim Fotografieren der Kunstwerke mehr Zeit gehabt, aber wir wollten noch mehr von der Stadt sehen.

Next stop - Bahnhof
Der Bahnhof Flinders Street ist wahrscheinlich das am meisten fotografierte Bauwerk der Stadt. An diesem Knotenpunkt treffen viele Buslinien, Tramlinien und die Vorortzüge zusammen. Es ist der verkehrsstärkste Bahnhof Melbournes. Ein Highlightt ist vor allem die Fassade des Empfangsgebäudes an den sich hier kreuzenden Straßen Flinders Street und Swanston Street. Besonders die Uhren über dem Haupteingang sind berühmt. Sie zeigen die Abfahrt der nächsten Züge an. Ursprünglich stammen sie von 1860 und wurden als der Bahnhof 1910 neu gebaut wurde, wieder eingefügt.
Die Flinders Street Station ist vor allem ein Verkehrsknotenpunkt, aber dank des charakteristischen Kuppelbaus ist es nun ein altes Wahrzeichen der Stadt.

Skydeck
Im 88. Stockwerk in 285 Metern Höhe gibt es eine Aussichtsplattform namens Eureka Skydeck. Hier sind wir mit den schnellsten Aufzügen der südlichen Hemisphäre hinaufgeflogen. Mit einer Geschwindigkeit von über neun Metern pro Sekunde benötigt dieser nur 40 Sekunden bis zum Skydeck. Oben erwartet uns ein 360Grad Ausblick auf die pulsierende Stadt. Was für ein Foto Hotspot. Wir genießen den Ausblick mit einem Glas Wein und sehen uns die Stadt ausgiebig von oben an. Für Adrenalinjunkies gibt es " the Edge " , ein Würfel der aus der Fassade hinaus ragt. Auf Knopfdruck wird der Boden durchsichtig und gibt den Blick nach unten unter den eigenen Füßen frei. Diesen Spass lassen wir aus.

China Town
Chinatown scheint in Melbourne primär aus Restaurants und ein paar wenigen Shops mit chinesischen Lebensmitteln und sonstigen Artikeln zu bestehen. Jeder Food Laden bietet eine andere Spezialität oder eine andere chinesische Landesküche an. Verrückt was es hier so kulinarisch angeboten wird. Wir haben eine leckere PHỞ THÌN Suppe gegessen und sind fusslahm wieder mit dem Bus zum Campingplatz rausgefahren.

Hardware Lane Barbers
Nach fast Monaten bin ich in Melbourne in einen kleinen aber sehr feinen Barber Shop gegangen. Diesen haben wir in einer Foodpassage gefunden. Der retro Laden war zur Mittagszeit sehr gut besucht. Wir haben die Mitarbeiter und die Kunden während der Wartezeit beobachtet und haben schnell erkannt, dass für die Besucher dieser Ort eine Auszeit ist. Hier wurde laut miteinander erzählt und gelacht. Ein Kunde kam herein und überreichte seinem Barbier des Vertrauens ein Weinflasche als Geschenk. Was für eine entspannte und familiäre Atmosphäre. Nach rund 40min war es vollbracht und ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Es waren viel zu kurze aber sehr intensive 1,5 Tage in der sehr lebendigen Großstadt Melbourne mit Ihren ca. 5 Mio. Einwohner. Genauso wie Perth und Adelaide können wir den Besuch sehr empfehlen.

Fazit: Melbourne hat das Potenzial für eine Stadt zum verlieben. Hippe Cafés, coole Streetart, faszinierende Architektur, viel Sport und kostenlose Kunstausstellungen. Die Stadt gilt nicht umsonst als eine der lebenswertesten Städte weltweit. Es gibt viel zu sehen und zu erleben. 

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  ..an der Küste entlang nach Sydney



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Geelong | Australien | Mittwoch - 10.11.2024 - 09:27 - GOOGLE MAPS 
25 Mount Gambier, Halls Gap - Grampians NP, Great Ocean RoadMount Gambier:
Auf dem Weg zum NP habe wir auf einem kleinen aber sehr feinem Campinglatz bei Mount Gambier übernachtet. Am nächsten Morgen sind wir durch Zufall am Blue Lake-einem Kratersee- vorbeigekommen. Sofort war klar, dass wir uns den Katersee zumindest vom Aussichtspunkt ansehen mussten.
Der Blue Lake nimmt einen der Krater des Vulkans Maar ein, nach dem die Stadt benannt wurde.
Der See bietet eine sich ständig verändernde blaue Farbe. Jedes Jahr im November, wenn sich das Wasser erwärmt, verwandelt sich das dunklere Blau des Sees in ein intensives, tiefes türkisblau. Wir schießen ein paar Bilder, aber ist zur endgültigen Türiksfärbung können wir nicht warten.
Über eine sehr kleine, aber landschaftlich sehr schöne Straße fahren wir zum NP. Eine Notbremsung wurde für eine Australische Schlangenhalsschildkröte ausgeführt. Diese habe ich dann sicher über die Strasse getragen (zum Dank -oder auch aus Angst :-) hat sie mich fast angepinselt. Wir sehen viele Emus und einen ganzen Schwarm Rabenkakadus und beeindruckende Bäume.

Grampians NP (die „australischen Alpen“):
Der Grampians Nationalpark gehört zu den bedeutendsten Naturschönheiten des Bundesstaates Victoria und ist ein Paradies für Wanderer. Die vielfältige Flora und Fauna und die ungewöhnliche Felsformationen wollen von uns entdeckt werden.
Von dem Ort Halls Gap aus sind viele Aussichtspunkte nur mit einer kurzen Autofahrt oder zu Fuß erreichbar.
Wir erkundigen uns in der Touristeninformationen über mögliche Wanderungen.
Bevor es losgeht, sollen wir aber im Ort noch zum „Venus Bad“ gehen und den Kängurus auf dem Weg dorthin einen Besuch abstatten. Wir vergessen die Zeit, als wir die wirklich süßen Kängurus sehen. (u.a. Mutter mit Baby). Viele Fotos wurden gemacht und das Sozialverhalten zwischen Müttern und Kindern, wurde ausgiebig beobachtet. Wir konnten uns kaum trennen, aber wir wollten noch mehr von der schönen Natur sehen. Das Venus Bad haben wir nach einem kurzen Spaziergang erreicht. Ein kleiner Bach, der den Berg hinunter floss, durchströmte mehrere kleine Becken, welche sich im glatten Granitgestein befanden. Wäre das Wasser nicht so kalt gewesen, hätte man ein Bad in diesem Naturbecken nehmen können.
Weiter ging es zum wohl beliebtesten Wanderweg im gesamten Grampians National Park. Den abwechslungsreiche Wanderweg zum Pinnacle wollten wir nun angehen. Durch aufregende Schluchten, führt er zu einem sensationellen Aussichtsfelsen, dem Pinnacle. Dort oben breitet sich die, mit grün-felsigen Hügeln, gesprenkelte Landschaft vor dem Lookout aus. Wow was für ein An-, Aus- und Fernblick. Der Aufstieg hat sich wirklich gelohnt. Beim Abstieg haben wir noch eine unfreiwillige Verlängerung mitgenommen. Wir sind falsch abgebogen und landeten irgendwann wieder bei der Information von Halls Gap. Unser Auto stand leider woanders. Die Mitarbeiterin dort hatte uns angeboten, noch Ihrem Dienst uns zum Parkplatz (ca. 4km bergauf ) zu fahren, da es weder Bus noch Taxi hier gibt. Wir haben uns für den Aufstieg entlang eines Wanderweges entschieden und waren nach gut einer Stunde mit müden Füßen an unserem Bus.
Am späten Nachmittag fahren wir noch zum Reed Lookout + the Balconies. Auch von dort bieten sich spektakuläre Ausblicke. Ein Hauch zu spektakulär. Für Insta & Co wurden in vergangener Zeit zu gewagte Fotos gemacht und dabei ist es zu Unfällen gekommen. Wir genießen den Ausblick und die Weite und machen uns auf den Rückweg.
Wir hatten uns einen freien Stellplatz an einem See ausgesucht. Die Dämmerung setzte so langsam ein, als wir auf der Straße vor uns einen Langschnabel Ameisenigel entdeckten. Die stachligen Gesellen heißen und sehen zwar so aus wie Igel, sind aber so genannte Kloakentiere. Wie die Schnabeltiere legen Ameisenigel Eier und säugen dann Ihre Jungen. Was hatten wir für ein Glück dieses seltenen Tier zu sehen. In der Dämmerung hoppeln noch einige Kängurus und Wallabies an und auf der Strasse und wir sind froh unfallfrei bis zum Schlafplatz zu kommen.

Warrnambool:
Am nächsten Morgen fahren wir früh direkt zur 200 km entfernten Küste zurück. Erster Stop: Warrnambool, -eine kleine Stadt mit etwa 35.000 Einwohnern. Hier bummeln wir entlang von Skulpturen und Streetart, bewundern am Beach Segler, Surfer und die Arbeit der Küstenwache und tauchen anschliessend in die dort entspringenden heißen Quellen ein. Wir aalen uns ca 2 Stunden in den bis zu 40 Grad heißen Becken, bevor wir zur 243 km langen Great Ocean Road aufbrechen.

Great Ocean Road:
Die schönste Panoramaroute Australiens schlängelt sich zwischen den Städten Allansford bis Torquay entlang. Wir genießen die spektakuläre Ausblicke, erkunden kleine Küstenorte, schauen in den ein oder anderen Eisladen und sehen erneut Koalas.

Zur Geschichte der Strasse gibt es folgendes zu berichten.
1919 wurde mit dem Bau der Straße begonnen. Ausgeführt wurden die Arbeiten von 3000 heimgekehrten, arbeitslosen Soldaten, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges völlig verarmt und ohne Arbeit waren.
Der Bau der Straße war eine großangelegte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und durch die Regierung Victorias abgesichert. Zum anderen war der Bau aber auch motiviert als die Errichtung einer Art Kriegerdenkmal zum Gedenken an die im Krieg gefallenen Kameraden. Aufgrund der besonderen geographischen und geologischen Gegebenheiten war der Bau sehr schwierig und langwierig. Es dauerte 13 Jahre bis die Straße fertiggestellt werden konnte. Eine beachtliche Leistung, wenn man zurückblickt, welche Mittel den Arbeitern zur Verfügung standen.

Wir nehmen jeden möglichen Aussichtspunkt mit und sind stetig aufs Neue begeistert vom Anblick der Klippen und der Urgewalt des Meeres.
Der bekannteste und zugleich am meisten besuchte Ausblick an der Great Ocean Road sind die „zwölf Apostel“.
Hier ist es erstmalig etwas voller. Die zwölf Apostel sind durch Erosion entstandene Felsformationen im Meer. Komischerweise gab es nie 12, sondern immer nur 9. Zwei von den riesigen Felsen sind 2005 und 2009 in sich zusammengebrochen bzw. waren nach einer stürmischen Nacht einfach verschwunden. Wie lange diese imposanten Felsen noch zu bewundern sind, weiss Niemand so genau.
Wir sind ebenfalls sehr beeindruckt und spüren bei einem Strandspaziergang selbst die Kraft von Wind, Meer und Strömung.

…..next stop Melbourne

Vg ….die Bornis
nächstes ziel:  Mellbourne



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Pennneshaw | Australien | Donnerstag - 06.11.2024 - 12:39 - GOOGLE MAPS 
24 Kangaroo Island - 4 TageKangaroo Island – die kleine Insel der Superlative (so klein ist sie gar nicht-schließlich siebenmal größer als Singapur). Unberührter Natur, traumhafter Strände und einer Tierwelt, die diverser nicht sein könnte, wir sind genau richtig hier und freunen auf die kommenden 4 Tage.
Die 155 km lange und 60 km breite Insel bietet schroffe Küstenlandschaften, dichte Wälder, weiße Strände, Riesen-Sanddünen, Feuchtgebiete und und und.Neben 4400 Einwohnern leben Koalas, Kängurus, Schlangen, Ameisenigel, Schnabeltiere, Seelöwen, viele Vogelarten und besondere Honigbienen hier.

Die Bienen hier sind Einwanderer aus Ligurien / Italien. Schon ein Jahr nach dem die ersten Bienen auf die Insel kamen, wurde 1885 Känguru Island von der Regierung von South Australia zum Schutzgebiet für Bienen erklärt. Dieser Bienenart wird eine besondere Sanftheit zugesprochen. Angeblich werden Menschen von ihr nur sehr sehr selten gestochen. Weil die Biene so eine Besonderheit ist, darf man vom Festland auch keine Bienenprodukte mitbringen .Bei Verstoß drohen saftige Strafen. Der Genpool dieser wertvollen, von Krankheit weitgehend freien Bienenart soll schließlich entsprechend geschützt werden.

Wir nehmen uns Zeit die Insel ausgiebig zu erkunden.

Ein Halt ist der Seal Bay Conservation Park.
Hier lebt seit Tausenden von Jahren Australiens drittgrößte Seelöwen-Kolonie in der Seal Bay. Es werden geführte Touren angeboten. Wir unternehmen einen Spaziergang auf eigene Faust vorbei an den Fellbergen, die sich faul in der Sonne aalen. Wir schauen begeistert zu, wie sich die Seelöwen und Robben am Strand wälzen, mal ins Wasser hopsen und dann wieder rauswatscheln.
Sie ruhen sich hier in der Bucht vom Jagen im und unter Wasser aus. Traumstrände gibt es auf der Insel wie Sand am Meer. Einfach nur schöne lange, weiße Sandstrände mit kristallklarem Wasser, oder traumhafte Strände, bei denen man sich vorher durch ein Felslabyrinth schlängeln muss. Alles dabei und wir meisten ganz allein.
An der Emy Bay ist eine freundliche Delphinfamilie beheimatet. Bei einem Spaziergang am Strand tauchen plötzlich ca. 15 Delphine in flachen Wasser auf und tummeln sich dort. Wir gehen hüfttief ins Wasser und genießen das Spektakel. Ein magischer Moment für uns.
 
Es grünt so grün

Es gibt 891 native Pflanzen auf Kangaroo Island,46 davon sind endemisch. Wildblumen wachsen zu jeder Jahreszeit, jedoch ist die Blütezeit in den Monaten September und Oktober besonders spektakulär.
Bei den katastrophalen Buschbränden im Dezember 2019 / Januar2020 wurde ein Drittel der Natur zerstört. Über 6000 freiwillige Helfer waren damals im Einsatz, um Tier- und Menschenleben zu retten
An vielen Orten war die Natur quasi Tod. Bei einer Wanderung am Rocky River, konnten wir selbst erleben wie beeindruckend schnell sich die Natur erholt und aus der verbrannten Erde fruchtbares Land entstanden ist.
Es grünt und blüht aus verkohlten Baumstümpfen und Palmen.
Am Rocky River sind die scheuen Schnabeltiere zu finden. Schnabeltiere sind eine der wenigen eierlegenden Säugetiere und gehören biologisch zu den Kloakentieren. Nebenbei sind sie eine der giftigsten Säugetiere. Wer hätte das gedacht! An ihren flossenartigen Hinterbeinen befindet sich ein Giftstachel, der bei „Bedarf“ herausgeschossen wird. Wir sehen die kleinen scheuen Schnellschwimmer nur unter Wasser, sind aber trotzdem happy.

Die Kraft der Erosion sehen wir im Flinders Chase NP. Die rot schimmernden Felsen liegen wie drapiert auf einer Granitkuppel 25 Meter über dem Meer. Bizarre Granitfelsen, umsäumt von tosenden Wellen und dem Leuchtturm am Cape Du Couedic, bieten die markanten Felsen eine grandiose Aussicht. Wir genießen die imposanten Skulpturen der Felsen und können nicht fassen, was die Natur erschafft. Die grotesk anmutenden Felsformationen wurden vor mehr als 500 Millionen Jahren von Wind und Wasser geformt- ein unglaublicher Anblick.
Wir haben an drei verschiedenen Orten der Insel übernachtet und so einen guten Einblick über die verschiedenen Vegetationen erhalten.
Am Campingplatz im Westen sind wir umgeben von Wallabies und Kängurus, die dort abends grasen. In den Astgabeln der Eukalyptusbäume wiegen sich Koalas mit ihren Jungen , klettern umher oder schlafen. Wir erleben einen Kampf zwischen zwei Koalas und sind erstaunt über die unfassbar lauten Geräusche die diese kleinen Kerle von sich geben. Wir erleben, wie ein kleiner Koala sich kurz von seiner Mama trennt und erste Kletterversuche startet. Wir sind schockverliebt.
Für uns sind es hier auf der Insel magische Momente und wir können uns kaum trennen.

Wir verlassen KI mit der Nachmittagsfähre und fahren noch bis Viktor Harbor. So langsam müssen wir genau planen, was wir noch sehen wollen und wie wir die restliche Route fahren. Wir legen eine Kilometerfessertag ein und fahren und fahren und fahren - mit starken böigem Seitenwind mit unserer kleinen Schrankwand.
Am frühen Abend landen wir in Mount Gambier.
Nur noch 220km vom nächsten Stop entfernt vom Städtchen Halls Gap, welches eingebettet im Herzen des Grampians Nationalparks liegt. Diese Gegend ist bekannt für spektakuläre Wanderungen, atemberaubende Ausblicke und neugierige Tierwelt wie Kängurus, Emus, Wallabies und Vögel. Auf gehts…..

Vg….die Bornis
nächstes ziel:  Halls Gap - Grampains NP



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Adelaide | Australien | Sonntag - 01.11.2024 - 22:51 - GOOGLE MAPS 
23 Hauptstadt von South AustraliaWir verlassen Port Lincoln in Richtung Port Arthur, wo wir tanken und uns die Beine vertreten, bei einem Aufstieg auf einen Aussichtsturm.
Wir fahren weiter entlang dem Spencer Gulf, welcher der westliche von zwei großen Meeresarmen ist, die in die Südküste von Australien im Bundesstaat South Australia hineinreichen. Beide liegen an der Großen Australischen Bucht. Der Golf ist 322 km lang und an der Mündung 129 km breit und wird von uns an der Küste entlang abgefahren.
Auf der Suche nach einem Campingplatz landen wir am Abend in Wallaroo. Der sehr freundliche Betreiber hat uns trotz verspäter Ankunft einen schönen Platz gegeben. Als wir die Campingküche sahen, wussten wir, dass wir mit der Auswahl voll ins schwarze getroffen haben…. Sowas hatten wir bis dahin noch nicht gesehen. Eine perfekt eingerichtete Küche, viele BBQ Plätze und sogar Geschirrspüler standen zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Am nächsten Tag wollte der Betreiber nur 30 australische Doller haben und brauchten erst um 12 Uhr auschecken(Check out time 10 Uhr ).-dafür gibt es mal ein großes Dankeschön und volle Punktzahl. Wir machten an dem schönen breiten Strand ein langen Spaziergang, gingen im klaren Meer baden und zum Abschied habe ich auf dem befahrbaren Strand eine Ehrenrunde gedreht. Was für ein schöner Tagesanfang.
Wir hatten nun nur noch ca. 150km bis nach Adelaide vor uns.
Am späten Nachmittag kommen wir in Adelaide's Brownhill Creek Caravan and Holiday Park an.
Dieser liegt nur 7 km vom Stadtzentrum entfernt und ist mit dem Bus sehr gut zu erreichen.

Freitag früh machen wir uns auf den Weg zur Stadtbesichtigung. In der Touristeninformation holten wir uns Tipps und Kartenmaterial, buchen unsere Fährfahrt nach Kangaroo Island und tauchten mal wieder im Großstadtleben ein.
Die Küstenstadt ist die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia und ist mit rund 1,3 Millionen Einwohnern Australiens fünftgrößte Stadt. Sie befindet sich am Saint-Vincent-Golf. Die Innenstadt wurde im Schachbrettmuster angelegt und fasziniert mit einer herrlichen Mischung aus historischen Gebäuden, grünen Parkanlagen und modernen Bauten. Sich in Adelaide zurecht zu finden ist somit recht einfach. Die Innenstadt ist exakt eine Quadratmeile groß und von üppigen Parkanlagen umrahmt.

Wir bummeln über die North Terrace, welche zum Pflichtprogramm beim Besuch dieser Stadt gehört. Dieser Boulevard ist von Bäumen gesäumt und lädt zum Flanieren ein. Hier befindet sich die bedeutende Art Gallery of South Australia mit Kunstwerken der Aborigines oder auch das South Australian Museum. Es ist die Kulturmeile der Stadt. Wir besuchen im South Australian Museum die Ausstellung - Australian Geographic Nature Photographer of the Year, die das Naturerbe Australiens, Neuseelands, der Antarktis und Neuguineas zeigt.
Atemberaubende Bilder von professionellen, aufstrebenden und Junior-Fotografen, zeigen unglaubliche Momente der einzigartigen Schönheit der Flora, Fauna und Landschaften.

Wir besuchen den Adelaide Central Market. Hier finden wir viele Produkte aus Südaustralien, wie Käse aus der Region, Obst, Gemüse und Fisch, und auch Feinschmecker kommen hier auf Ihre Kosten. Der Markt blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück und bietet Platz für mehr als 80 Händler, was ihn zu einem der größten Märkte des Landes und zu einem der besten Orte in Adelaide macht. Wir essen Portugiesische Blätterteig-Törtchen , die leckeren Pastéis de Nata, trinken dazu Cappuccino und beobachten des Markttreiben. An solchen Orten spürt man das Leben, die Lust und den Genuss - wir lieben es.

Ein Ort, der uns auch sehr begeistert hat, war der Botanische Garten. Im nord-westlichen Zentrum Adelaides gelegen, findet man hier verschiedene Themengärten, darunter den Australian Native Garden, Cactus and Succulent Garden, National Rose Trial Garden, Dahlia Garden, Mediterranean Garden und International Rose Garden, um nur einige zu nennen. Besonders imposant war das 1874–1875 errichtete Palm House. Dies gehört zu den ältesten und populärsten Bauten der australischen Provinzhauptstadt. Während wir uns unter majestätischen Bäumen und durch die üppigen Landschaften des Botanischen Gartens schlängeln, erwartet uns eine Veranstaltung des berühmtesten zeitgenössischen Glaskünstlers der Welt, Dale Chihuly.
Die großformatigen Skulpturen machen den Garten zu einem besonderen Ort, wo man die Kunst immer wieder neu erkunden kann. Abends werden die Kunstwerke aus Glas angeleuchtet und ziehen viele Besucher an.
Im Zentrum von Adelaide gelegen, ist der Victoria Square, auch bekannt als Tarndanyangga, ein Stadtplatz. Es gibt eine Reihe von Gebäuden und öffentlichen Institutionen, die an den Platz grenzen, einschließlich des Obersten Gerichtshofs von Südaustralien. In der Mitte befindet sich die Statue von Königin Victoria und ist einer der besten Touristenorte in Adelaide. Hier laufen die Vorbereitungen zur Weihnachtsparade auf Hochtouren. Weihnachtsmänner, Tannenbäume und jede Menge Weihnachtsdeko findet man in der Stadt. Fühlt sich für uns ein wenig komisch an - November 25 Grad und Weihnachtsstimmung passen gedanklich für uns nicht richtig zusammen.

Auch erwähnenswert ist, die öffentliche Kunst in der Stadt, welche ein Ausdruck kulturellem Reichtum und Kreativität ist. Die Street Art in Adelaide ist ein wachsender Aspekt der breiteren öffentlichen Kunstszene, die im zentralen Geschäftsviertel von Adelaide zu finden ist. Die Straßenkunst von Adelaide umfasst die gesamte Bandbreite zeitgenössischer Street Art und begeistert uns sehr. Keine Schmierereien sondern tolle Kunstwerke wurden von uns in der ganzen Stadt entdeckt.

Fazit:
1 Tag und 26.000 Schritte reichen nicht aus, diese tolle Stadt zu erkunden und zu erleben. Wir haben einen guten Eindruck erhalten und emfinden Adelaide als sehr lebenswerte Stadt. Insgesamt ist Adelaide eine Stadt, die reich an Kultur, Geschichte und natürlicher Schönheit ist und uns in ihren Bann gezogen hat.
nächstes ziel:  Kangaroo Island



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Port Lincoln | Australien | Donnerstag - 31.10.2024 - 11:35 - GOOGLE MAPS 
22 der Versuch einen weißen Hai zu sehenPort Lincoln liegt an der äußersten Südspitze der Eyre-Halbinsel an der Boston Bay im Bundesstaat South Australia. In der nach ihrem Namensvetter Lincoln in der Grafschaft Lincolnshire in den englischen Midlands benannten australischen Stadt leben zurzeit 14.000 Menschen – vorrangig vom Fischfang und Tourismus.
Port Lincoln ist die größte Stadt an der Westküste von South Australia, sie gilt als die australische „Hauptstadt der Meeresfrüchte“ und die Stadt mit der landesweit höchsten Dichte an Millionären. Zu großem Wohlstand gelangt ist Port Lincon vor allem wegen des Fischreichtums vor seinen Küsten. Verantwortlich für die Schwärme von Thunfischen und Sardinen sind die nährstoffreichen Kaltwasserströmungen aus dem nah gelegenen Spencer-Golf.
Während der Thunfisch fast ausschließlich nach Japan exportiert wird, gelangen die Bestände aus den erst seit Neuestem betriebenen Aquakulturen für Austern, Seeschnecken und Königsfische auch auf den Binnenmarkt.
Absolutes Magnet ist das Käfigtauchen bei dem weißen Hai, weshalb wir auch hier gelandet sind.

Wo und wie kommt man auf die Idee in einem Käfig weiße Haie zu beobachten?
Dieses Abenteuer wird an ca 12 Orten der Welt angeboten u.a. hier in Port Lincoln - Australien, Isla Guadalupe - Mexiko, Gansbaai - Südafrika, Beqa Lagune - Fidschi, Bimini - Bahamas, Kokos Insel, Fakarava - Fidschi, Malapascua -Philippinen und den Galapagos Inseln.

Man muss ein absoluter Haifan sein und vielleicht auch eine eigene Geschichte mit ihm haben, so wie Rodney Fox -der „Erfinder“ des Käfigtauchens.
Rodney überlebte mit 22 Jahren nur knapp einen Weißen-Hai-Angriff. Trotzdem ließen ihn die großen Haie nicht mehr los.
„1963 war ich amtierender Harpunen-Meister in Süd-Australien. Ich war 21 Jahre alt und ein Jahr später wollte ich meinen Titel bei einem Wettkampf verteidigen. Ich schwamm so etwa drei bis vier Stunden umher. Leider ohne großen Erfolg, deshalb dachte ich, ich muss weiter raus schwimmen und tiefer tauchen, um an die wirklich dicken Fische zu kommen. Als ich gerade unter Wasser war und mich auf einen Abschuß konzentriere, rammte mich etwas mit der Kraft eines Zuges in meine Brust. Meine Harpune fiel aus der Hand, meine Maske rutschte weg und etwas schob mich mit unglaublicher Geschwindigkeit durchs Wasser.
Ich dachte wirklich zu beginn an einen Zug, bis sich die Gedanken ordneten und ich realisierte, dass ich unter Wasser bin und es wohl eher ein großer Hai war. Ich schlug so hart wie ich konnte auf das Gesicht und die Augen des Tieres, weil ich mir dachte, dies sei wohl die empfindlichste Stelle an ihm. Es schien als ob er mich loslassen würde, ich fiel aus seinem Maul und versuchte instinktiv den Hai wegzuschubsen. Dabei geriet meine Hand direkt in sein Maul, ratsche über die Zähne. Kurz bevor der Hai sein Maul schliessen konnte, zog ich meinen Arm heraus. Er mußte später mit 94 Stichen genäht werden. Nur ein Finger blieb danach beweglich.
Bervor er mich wieder beissen konnte, schlug ich meine Arme um seinen Bauch, sodass er mich nicht mit seinem Maul erreichen konnte. Dann erst begriff ich, das ich mich in etwa zehn Meter Tiefe befand, immer noch die Luft anhielt und kurz davor war zu ertrinken. Also stiess ich mich vom Hai ab und und tauchte so schnell ich konnte zur Oberfläche. Nur ein kurzer aber tiefer Atemzug, dann sofort der Blick nacht unten – das Bild, das ich sah, war wirklich angsteinflößend: Durch das vom Blut rot gefärbte Wasser tauchte der große Kopf des Weißen Hais auf. Mit weit geöffnetem Maul kam er direkt von unten auf mich zu geschwommen. Ich machte mich bereit, so heftig wie ich nur konnte mit dem Fuß gegen seinen Kopf zu treten, als plötzlich ein Wunder geschah: Er biss nicht in mich hinein, sondern in einen schwimmenden Tank, den wir damals hinter uns herzogen“.

Seine Geschichte des Angriffs und der Flucht wurde viele Male veröffentlicht. Er gilt als Wunderüberlebender eines der schlimmsten nicht tödlichen Haiangriffe der Welt.Bei dem Angriff war Fox' Unterleib vollständig freigelegt und alle seine Rippen auf seiner linken Seite gebrochen. Sein Zwerchfell wurde punktiert, seine Lunge wurde aufgerissen, sein Schulterblatt war durchbohrt, seine Milz war freigelegt, seine Arterie war freigelegt und er war nur wenige Minuten davon entfernt, dass seine Venen aufgrund des großen Blutverlustes kollabierten. Die Sehnen, Finger und der Daumen seiner rechten Hand wurden alle durchtrennt und bis heute trägt er einen Teil eines Haifischzahns in seinem Handgelenk. Seine Wunden erforderten nach dem Angriff 462 Stiche.

Später gingen Rodney und seine Frau öfters im den Zoo und beobachteten Löwen und Tiger hinter Gitter. Dabei kam ihm der Gedanke: Vielleicht kann man Haie auch aus einem Käfig heraus beobachten. Etwa 1965 organisierte er dann eine Expedition mit zwei andere Haiunfallopfern, um die Weißen Haie aus der Nähe, aber sicher zu beobachten. Die Tiere waren mehr an den Fischködern interessiert, als an ihnen.
Als er da im Wasser war mit den großen Tieren, wurde ihm bewusst, dass er kein Versicherungsvertreter mehr sein wollte. Also kündigte er meinen Job, fing an Abalone-Muscheln zu sammeln und Weiß-Hai-Trips anzubieten. Dann kam dieser unglaubliche Anruf aus Hollywood, ob er dem Film-Team bei den Hai-Aufnahmen zum Film „Der Weiße Hai“ helfen könnte. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie keine Ahnung, dass dieser Film dem Hai so ein schlechtes Image verleihen würde. Die Film-Crew besuchte ihm in Port Lincoln, wo er lebte. Sie gaben ihm ihr Storybook und zeigten ihm welche Aufnahmen sie brauchten. Sie filmte in den nächsten Tagen die Weißen Haie von rechts, von links, von oben von unten. Rückblickend sagt Rodney, dass diese die einzige Entscheidung ist, die er heute bereut.
Zum Käfigtauchen gehört aber auch das anlocken des Hais, denn ohne Futter im Wasser, gibt es für die Gäste keine Haie zu sehen. Das Anlocken erfolgt mit einem konstanten Fischblutstrom vom Boot. Mit großen Fischköder an Haken, werden die Haie vor die Käfige zu locken. Es kommt nur selten vor, das die Haie den Köder auch wirklich zu fassen bekommen.

Am 29.10. ging es morgens um 6.30Uhr pünktlich von der Marina in Port Lincoln für mich los . Die CalypsoStar soll die Gäste zu den Haien nach Neptun Island bringen. Drei Stunden lang fahren wir mit dem Boot auf das offene Meer hinaus. Vor der Neptun Insel legen wir schließlich an, hier waren in der Vergangenheit erfahrungsgemäß immer weiße Haie unterwegs. Sie werden normalerweise naturgemäß dort hingezogen. Bis zu 40.000 Pelznasenseerobben haben auf den Neptuninseln ihren Lebensraum und diese gehören zur Leibspeise der Meeresräuber. Der Käfig wird zu Wasser gelassen. Die Teilnehmer werden in Gruppen eingeteilt. In 7mm dicke Taucheranzüge eingepackt und mit Unterwasserkamera bestückt, ging es nun für jeden nacheinander in den Käfig.
Doch leider ist das hier kein Wunschkonzert. Der Weiße Hai ließ sich nicht blicken, trotz intensiver Versuche ihn anzulocken. Die Crew gab alles, doch es sollte nicht sein. Fischschwärme und Möwen machten sich über die Köder her, aber ein Hai tauchte nicht auf.
Im Oktober diesen Jahre gabe es nur an 5 Tagen Haibegegnungen. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr wo um die gleiche Zeit fast täglich mehrere weiße Haie gesichtet wurden. Den Grund für diesen Rückgang der Haisichtungen konnten sich die Crew Mitglieder auch nicht erklären.
So ist das bei der Wildlife Beobachtung, es gibt keine Garantie auf Erfolg. Somit bleibt der Wunsch eine Weißen Hai zu sehen weiterhin offen.

Dafür hatten alle Gäste einen Gutschein erhalten, welcher bei einer nächsten Tour einlöst werden konnte. Da am 30.10. das Schwimmen mit den Robben auf dem Progamm stand, habe ich kurzfristig diese Tour noch mitgemacht, damit der Gutschein nicht verfällt. Also einen Tag später ging es auf eine Halbtagestour zu den vorgelagerten Inseln. Dort hatten ich das Vergnügen, mit den sehr neugierigen und sehr flinken Robben zu schwimmen. Man wurde immer wieder umkreist, beobachte und hatte das Gefühl gehabt, dass die Robben ein zum spielen aufgefordert. Wie elegant und schnell sich die Tiere bewegen, ist faszinierend. Zum Schluss, ich was gerade auf den Weg zum Boot, kamen wir nich Delfine entgegengeschlagen. Was für ein Glück und Freue.
Dankbar über diese Unterwasserbegegnungen kehrte ich zurück.
nächstes ziel:  Adelaide



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Elloston | Australien | Samstag - 26.10.2024 - 13:04 - GOOGLE MAPS 
21 Traumhafte Strände, keine und große Buchten und viele Kilometer auf dem Asphalt23.10.
Wir stehen früh auf und fahren von Varley bis zum NP Cape Le Grand.
Der Nationalpark erstreckt sich ca 50 km hinter Esperrance entlang der Küste und bildet mit seiner Fläche fast eine Halbinsel. Malerisch wilde Küstenabschnitte mit bizarren Felsformationen wechseln ab mit traumhaften Stränden, einsamen Buchten und Bergen. Man kann dort wandern, fischen (besonders das Klippenfischen-bei dem man sich am Felsen mit einem Karabiner befestigt, damit man von den Wellen nicht weggerissen wird-ist sehr beliebt), mit dem Allrad am Strand entlangsausen oder einfach nur chillen. Eigentlich wollten wir dort eine oder zwei Nächte verbringen. Die beiden Campingplätze sind aber über Wochen im voraus ausgebucht, so dass wir einfach nur einen schönen Tag im NP verbringen, uns von der unfassbar schönen Lucky Bay verzaubern lassen, in die Wellen springen und ein paar kurze Spaziergänge unternehmen. Die Lucky Bay gilt als eine der schönsten Buchten der Welt. Sie zieht sich lang, hat unglaublich weißen Sand, das Meer zeigt mindestens drei/vier verschiedene Blautöne, das Wasser ist kristallklar…abends kommen Kängurus an den Strand. Es ist einfach herrlich.
Wir verlassen den NP und übernachten in Esperance

Esperance liegt an der Südwestküste und wird von strahlend weißen Sandstränden mit türkisfarbenem Wasser umgeben. Des Weiteren ziehen zwischen Mai/Juni und September/Oktober Südkaper-Wale an der Küste vorbei.
Am Ufer der Stadt gibt es den Tanker Jetty, an dem regelmäßig neuseeländische Robben und australische Seelöwen zu sehen sind, die auf Fischreste der Angler warten. Der Seelöwe „Samy“ nennt den ca. 840 Meter langen Pier quasi sein zu Hause. Ein Muss -auch für uns -ist der etwa 40 Kilometer langen Great Ocean Drive. Auf dem Weg passiert man unzählige Buchten mit türkisfarbenem Wasser und Puderzuckersand, den Rotary Lookout am Wireless Hill, den Twilight Beach, den Blue Haven Beach, den Observatory Point und den Pink Lake-der schon seit 9 Jahren gar nicht mehr Pink ist :-). Wir schauen den Surfern zu, gehen baden, genießen die Ausblicke, halten nach Walen Ausschau und genießen nochmal Sonne, Wind und Meer bevor wir uns auf die lange Strecke Richtung Adelaide machen.
Wir fragen uns immer wieder, warum der Sand hier so weiß ist?
Der Papageifisch hat einen großen Anteil daran. Er knabbert die Korallen ab, verdaut und scheidet den unverdaulichen Sand aus. Ein einzelner Fisch kann somit im Jahr bis zu 90 kg schneeweißen Sand produzieren.

24.10.
Wir stocken unsere Vorräte auf, tanken und machen uns auf einen langen Weg. Es zeigen sich verschiedene Vegetationen am Straßenrand. Buschland, Salzseen, Waldgebiete und verbranntes Buschland, das wieder neu entsteht….wir fahren 146 km nur geradeaus , fahren in eine neue Zeitzone (die Uhrzeit verstellt sich erst um 45 min dann um weitere 30min voraus) und übernachten auf einem Parkplatz im Busch.
Dieser Sonnenuntergang ist traumhaft ,nur die Buschfliegen sind lästig. Wegen der vielen Rinder und dem anfallenden Kot ist das Buschland ein „Paradies „ für Fliegen. Sie sind hier millionenfach anzutreffen und sind sogar in Sydney neuerdings ein „Problem“. Wir rüsten uns mit Hüten mit integriertem Fliegennetz aus und haben so -zumindest im Gesicht- Ruhe vor den Fliegen. Wir schlafen zeitig und stehen früh auf.

24/25.10.
Wir durchfahren die große australische Bucht (1100 km ) mit ihren wechselnden Landschaften , sehen überdimensionale Transporter-die fast beide Strassenhälften einnehmen-, fahren, fahren (Thomas grüßt mittlerweile jeden entgegenkommenden Truckfahrer :-) …als wäre er einer der Community, wir tanken wieder (auch hier sind die Preise für Benzin deutlich höher als in bewohnten Gegenden), holen Café an der Tanke ,durchqueren einen Teil der Nullarbor Plain -eine außerirdisch aussehende Steinwüste von 200.000 Quadratkilometern ohne jeglichen Baum-, wieder gibt es eine andere Zeitzone . Der Highway ist an manchen Stellen beidseitig verbreitert, so können ihn Flugzeuge als Landebahn benutzen. Gerade bei den Buschbränden der vergangenen Jahre wurden diese Landebahnen häufig genutzt. Auf der Strasse sehen wir immer mal wieder kleine Tannenzapfenechsen. Sie sehen wirklich aus wie ein Tannenzapfen. Der Schwanz ist ganz kurz und sie bewegen sich nicht echsentypisch fort , sondern tippeln ganz schnell mit ihren kurzen Beinchen. Sie gebären -anders als Echsen- ihre Jungen lebend.
Wir überfahren die Grenze von Westaustralien zu Südaustralien und irgendwann nachmittags machen wir Stop bei den Bunda Cliffs. Diese erstrecken sich ca 130 km entlang der großen Australischen Bucht , sind 60 bis 120m hoch und bieten atemberaubende Blicke auf das Meer. Die Klippen fallen steil ab und erinnern uns an die 12 Apostel in Südafrika. Die Bunda Cliffs entstanden vor ca 65 Millionen Jahren auf dramatische Weise, als sich der australische Kontinent vom der Antarktis abspaltete. Wanderwege gibt es am Cliffrand nicht, weil ständig Abspaltungen drohen. Wir staunen und bewundern die Kraft des Meeres. Den Aussichtspunkt Head of Bight , von dem es ebenfalls spektakuläre Blicke auf die Klippen geben soll erreichen wir leider zu spät. Hier macht uns die Zeitverschiebung einen Strich durch die Rechnung. Auf unseren Uhren ist es 15.00 Uhr , die Handys haben sich bereits auf 16.30 Uhr umgestellt. Schade, aber im weiteren Verlauf unserer Reise, werden wir nach Adelaide auf der Great Ocean Rd. Auch an einer Steilküste entlangfahren.

Also heißt es weiter fahren. Der nächste Platz zum Übernachten mit Einrichtungen ist noch 120 km entfernt.
Die Sonne geht jetzt auf einmal 1,5 Stunden später unter, da bleibt noch Zeit. Wir landen auf einem Surfer-Zeltplatz inmitten von Dünen und sehen gerade noch die Sonne untergehen. Wir haben uns schon einen herrlichen Frühstücksplatz für morgen früh ausgeguckt.

26.10.
Frühstück mit Aussicht! Die ersten Surfer warten auf ihre Wellen und wir sitzen ganz allein inmitten der Dünen.
Wir befinden uns auf einem kleinen sehr einfachen privaten Campingplatz. Es gibt eine kalte Dusche ,Toiletten und BBQ Plätze mit Feuerholz; die Aussicht ist unbezahlbar. Die Fahrt hierher führt 20 km über eine Schotterstraße vorbei an kleinen Salzseen und gewaltigen Sanddünen. Es rumpelt ganz schön und wir beten, dass die Stoßdämpfer halten.
Die Weiterfahrt führt und zurück auf den Eyre Highway nach Penong. Dort gibt es an die 100 Windmühlen und angeblich auch die größte der Welt. In Ceduna besorgen wir uns erstmal neues Kartenmaterial. Southaustralien hatten wir noch nicht im Karten Portfolio. Es gibt so wahnsinnig viel zu entdecken…und wir müssen uns Entscheiden und eine feine Auswahl treffen.
Wir fahren die schöne Eyre Halbinsel, mit vielen tollen Aussichten , bizarren Felsformationen , endlos langen Holperstrassen und weißen Stränden hinunter bis nach Elleston. Morgen geht es nach Port Lincoln. Thomas holt sich dort einen Extra Adrenalin Kick. In einem Käfig kann man dort unter Wasser dem weißen Hai direkt ins Maul schauen und genau gucken, ob ALLE Zähne geputzt sind. Also Daumen drücken, dass einer zur Zahnpflege vorbeikommt.

Vg….die Bornis
nächstes ziel:  Port Lincoln



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Valley | Australien | Mittwoch - 23.10.2024 - 12:41 - GOOGLE MAPS 
20 Magaret Region und eine versteinerte Welle20.10.2024
Canal Rocks:
Canal Rocks ist eine Reihe von Granitfelsen im Indischen Ozean direkt vor der Küste, etwa 4 Kilometer südlich von Yallingup in der südwestlichen Region von Westaustralien. Eine Reihe von Felsen ragt in den Ozean und schafft einen natürlichen Kanal, der durch die Kraft des Meeres ausgehöhlt wurde.
Wir waren hier als es sehr windig und verregnet war - die hohen Wellen haben eine meterhohe Gischt erzeugt - dadurch wirkt diese Gelände noch eindrucksvoller. Die Kraft und Schönheit der Natur haben wir hier trotz Regen intensiv erlebt.

Highway 250 Weinroute :
In der Region Margaret River werden mehr als 25 Prozent des australischen Premium-Weins produziert und sie
ist mit mehr als 200 Weinbergen eine der größten Weinregionen des Landes. Der Highway 250 führt uns durch diese Region und wir sehen bei Dauerregen ein Weingut nach dem anderen. Gerne hätten wir hier einen Stop gemacht, um an einer Verkostung teilzunehmen, aber - dont Drive when you drink - und wir hatten noch ein paar Kilometer vor uns.

Surfer Point:
Von Margaret River ist es nur eine zehnminütige Fahrt westlich nach Surfers Point, in Prevelly
Surfers Point ist bekannt als einer der besten " Big Wave " - Standorte und ist auf Augenhöhe mit Hawaii. Zwischen März und April finden hier die Margaret River Pro World Championships statt, bei denen man die besten Surfer der Welt beobachten kann. Leider war das Wetter zu schlecht und es war kein Surfer im Wasser, so dass wir uns nach einem kurzen Stop wieder auf den Weg machten.

Lake Cave:
Die Margaret River Region ist unter der Erde genauso spektakulär wie an der Oberfläche. Wir dachten, das bei dem Dauerregen ein Höhlenbesuch genau das richtige ist.
Hier unter der Oberfläche des Leeuwin-Naturaliste Ridge liegen über 100 reich verzierte Kalksteinhöhlen. Der Fluss hat den Kalkstein im Laufe der vergangenen hundert Millionen Jahre langsam erodiert und riesige Höhlen und große Felshaufen geschaffen.
Wir besuchen die Lake Cave, welche eine atemberaubende, unberührte Kammer tief unter der Erde ist.
Über eine Treppe durch ein spektakuläres Dolinenloch sind wir herabgestiegen und blicken vom Boden des versunkenen Waldes auf die hoch aufragenden Karri Bäume.
Im Inneren der Höhle spiegelt ein ruhiger See die zarten Kristallformationen wieder, die aus der Höhlendecke wachsen. Tropfen hängen an den Spitzen von Strohhalmen und Stalaktiten – bevor sie auf den Höhlenboden oder in den See fallen und Wellen im Wasser erzeugen.
Wir bestaunen die einzigartige „Suspended Table“-Formation, die mehrere Tonnen wiegt und der Schwerkraft zu trotzen scheint, während sie über dem klaren Seewasser schwebt. Bei einer konstanten 16 Grad Höhlentemperatur haben wir beim einstündigen Rundgang viel interessantes erfahren.

Abends haben wir auf dem Campingplatz in Harmelin Bay übernachtet.

21.10. 2024
Harmelin Bay:
Hamelin Bay an der Südwestküste nördlich von Augusta ist eine ruhige, offene Sandbucht, berühmt für die Fülle an Stachelrochen, die die Bucht frequentieren. Aus diesem Grund sind wir hierher gefahren.
Dort sollte man eine persönliche Interaktion mit diesen bemerkenswerten Stachelrochen genießen und Sie aus nächster Nähe sehen. Mit einer Breite von bis zu zwei Metern schwimmen die Stachelrochen herum. Bei unserem Besuch dort war die Bucht wunderschön,aber ohne Rochen.Uns wurde erklärt, dass das Wasser zu wellig sei und die Rochen es ausschließlich bevorzugen, bei glatter See am Beach aufzutauchen. Schade das wir diese Begegnung nicht erlebt durften.

Gloucester Tree (Aussichtsbaum)
Der Gloucester Tree ist ein hoher Karribaum im Gloucester-Nationalpark in der Nähe von Pemberton.
Der Karri ist die höchste Baumart in Westaustralien und die dritthöchste der Welt. Sie kann über einen Zeitraum von etwa 100 Jahren bis zu 90 Meter hoch werden. Wir haben uns den abgesperrten Baum zur Brandbeobachtung angesehen, welcher mit 72 Meter der welthöchste ist. Der Aufstieg und die Plattform wurde wegen Sicherheitsmängel im Jahre 2023 gesperrt, wird aber für kletterlustige Besucher derzeitig Instand gesetzt.

Giant Tree Top Walk
Der Tree Top Walk ist einfach großartig: wir gehen in 40 Meter Höhe durch die Baumwipfel. Dies ist eine etwas wacklige Angelegenheit. Der Walk besteht nämlich nur aus gespannten Brückenelementen, ein paar Stützpfeilern für die Aussichtsplattform und alles ist mit Metallgittern als Trittfläche versehen. Wir können also jederzeit nachschauen, wie hoch 40 Meter tatsächlich sind. Der Rundum Blick und das Gefühl mitten durch die Baumwipfel zu gehen ist unglaublich und fühlt sich großartig an.
Nach dem Tree Top Walk führt noch ein Spazierweg durch den Forest. Der Weg ist nur ca. 600 m lang, aber nicht weniger beeindruckend. Das Valley of the Giants besteht aus den Red Tingle Trees. Diese Eukalyptus-Baumart kommt nur hier im Südwesten von Western Australia vor und die Bäume sind bis zu 400 Jahre alt.
Wir sind total beeindruckt, die Bäume sind wirklich massiv und riesig. Die machen dem Namen „Valley of the Giants“ alle Ehre. In manchen Red Tingle Trees gibt es Höhlen, in denen locker 10 Personen Platz finden würden. Demütig und beseelt verlassen wir diesen schönen Ort, um unser Nachtlager in Denmark aufzuschlagen. Hier haben wir pünktlich zum Abendbrot gefiederten Besuch von einem Ringsittich bekommen.


22.10.2024
Castl Rock - Granit Skywalk:
Am nächsten Morgen ging es zur einzigartigen Granitkette mit 12 Gipfeln, welche im Herzen des Porongurup National Park, nur 45 Autominuten nördlich von Albany liegt.
Der markante Granitfelsen von Castle Rock, dessen Entstehung über 1.100 Millionen Jahre dauerte, lädt uns heute ein, seinen 670 Meter hohen Gipfel zu Fuß und die wahrhaft atemberaubende Aussicht vom schwebenden Granite Skywalk zu genießen und die letzten Meter zu erklimmen.
Der Aufstieg zum Gipfel führt uns durch hohe Karri und Marri -Wälder. Wir erreichen den Balancing Rock und betreten erst die obere ,anschließend die untere Plattform dieses abgelegenen Wunderwerks der Ingenieurskunst, von der wir jeweils die Aussicht auf Albany, Mount Gardner und Mount Manypeaks genießen.
Was für ein toller Start in den Tag.


Wave Rock:
Die Küste Westaustraliens zieht Surfer aus aller Welt in ihren Bann. Doch die größten Wellen gibt es fernab des Meers. Um diese Welle zu sehen, fahren wir ca. 350km ins Outback. Zwischen hügeligem Farmland liegt die Stadt Hyden im Wheatbelt. Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Wave Rock.
Beim Anblick der 15 Meter hohen Welle, muss man automatisch an den Song: …“das ist die perfekte Welle …“ denken. 
Die Erosion durch Wind und Regenwasser hat im Laufe von mehr als 2,7 Milliarden Jahren eine gewaltige, 110 Meter lange Steinformation erschaffen. Wir „Surfen“ zum Sonnenuntergang die Welle, machen viele Fotos und erkunden mit einem kleinen Spaziergang die Gegend, welche von mehren Millionen Fliegen bewohnt wird. Wir verlassen diesen magischen Ort, um noch rechtzeitig unser Nachtquartier auf einem Rastplatz - 50km entfernt - vor der Dämmerung zu erreichen.

Dies Stops lassen nicht nach, denn hier gibt es so vieles zu entdecken. Doch wir haben nach bisher 3.800km mindestens noch mal 4.000 - 5.000km vor uns und müssen am 20.11. den Camper in Sydney wieder abgeben. Also auf zu neuen Abenteuern.

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  NP Cape Le Grand



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Busselton | Australien | Sonntag - 20.10.2024 - 02:35 - GOOGLE MAPS 
19 Rotto, Giants Of Mandurah & Busselton JettyRottnest Island, unter den Australiern auch als „Rotto“ bekannt, ist ein absolutes Highlight, was wir uns nicht entgehen lassen wollten. Wir haben am Freitag um 08:30 Uhr die Fähre von Fremantle genommen. Die Überfahrt war sehr kurzweilig, da wir Buckelwale beim auftauchen und springen beobachteten durften.
Die kleine Insel (11 km lang; 4,5 km breit) liegt ganz in der Nähe von Perth , hat rund 200 Einwohner und ist die Heimat des „glücklichsten Tieres der Welt“.
Auf der friedlichen Insel gibt es nur eine Handvoll Autos der Einheimischen, ansonsten ist Rottnest Island motorenfrei. Somit haben wir die idyllische Insel mit seinen wunderschönen, malerischen Traumbuchten per Fahrrad erkunden. Schnell waren die Drahtesel ausgeliehen und wir starteten die Inselrundfahrt.
Es dauerte nicht lange, da begegneten wir den ersten Quokkas.
Für alle, die sich fragen, was genau das Tier mit dem lustigen Namen eigentlich ist, hier die Antwort.
Tatsächlich gehören die Quokkas zur Familie der Kängurus. Sie sind Kurzschwanzkängurus. Rottnest Island ist berühmt für seine Quokkas. Dort ist die weltweit größte Kolonie der Tiere. Sein niedliches Gesicht und “Lächeln” hat ihm international den Titel: “Das glücklichste Tier der Welt” verliehen.
Quokkas sind Beuteltiere von rund 48-60 cm Größe. Die Tiere sind normalerweise nachtaktiv. Anders jedoch auf Rottnest Island, da sie sich von den Besuchern Nahrung erhoffen. Quokkas sind Pflanzenfresser und können bis zu 1,5 Meter hoch klettern. Die Beuteltiere leben in Familiengruppen zusammen. Ein neugeborenes Kurzschwanzkänguru verbringt bis zu 195 Tage im Beutel seiner Mutter. Mit 9-10 Monaten wird es endgültig entwöhnt. Die süßen Tiere gelten als gefährdete Art. Zu ihren größten Bedrohungen zählen größere Tiere, wie Füchse und der Wegfall von ihrem Lebensraum. Auf Rottnest Island sind die Touristen ihre größte Gefahr, da das Füttern und streicheln der Tiere zu Krankheiten führen kann.
Wir umrunden die Insel mit dem Fahrrad und kamen an traumhaften Buchten vorbei. Es fällt uns schwer nicht den ganzen Tag in einer der 20 wunderschönen Buchten der Insel abzuhängen, aber wir müssen leider wieder mit der Fähre zurück aufs Festland.
Resümee zu Rottnest Island
Auch wenn ein Tagesausflug auf die Insel keine wirklich günstige Angelegenheit ist, sind wir froh über den Ausflug. Die Insel erinnert uns ein wenig an Hiddensee. Die Schönheit der weißen Buchten gepaart mit ganz viel Quokkaliebe, haben den Inselbesuch für uns unvergesslich gemacht war somit jeden Cent wert.

Am Nachmittag sind wir noch ein paar Kilometer gefahren und haben uns in Mandurah ein Campingplatz gesucht.
Dort haben wir am Samstag eine Reihe riesiger Holzskulpturen angesehen, welche durch den dänische Künstler Thomas Dambo erschaffen wurden.
Die Riesen mit eigenen Namen sind an verschiedenen Orten rund um Mandurah bis 2026 aufgestellt. Dabei verkörpern die bis zu fünf Meter hohen „Beschützer der Umwelt” jeweils einen ganz eigenen Charakter.
Diese riesigen Skulpturen, die aus wiedergewonnenen Materialien hergestellt wurden, haben uns mit ihrer beeindruckenden Größe in ihren Bann gezogen. Sie verkörpern die Mahnung zur Erhaltung der Umwelt und die Liebe zur Natur, verbinden Kunst und Natur und zeigen das Potenzial von Recycling und Kreativität.
Wir besuchten 4 von 6 Riesen.Die Giants Of Mandurah haben uns sehr beeindruckt .Dementsprechend viele Fotos wurden geschossen.Der Riese Coodanup ist im Dezember 2022 einer Brandstiftung zum Opfer gefallen.Es gab einen Aufschrei in der Region um Perth und es wurde alles daran gesetzt ihn so schnell wie möglich wieder aufzubauen.

Nach der tollen Begegnung mit den Riesen ging unser Trip weiter nach Busselton. Dort haben wir uns eines der bekanntesten Wahrzeichen Westaustraliens angesehen - der Busselton Jetty. Er ist 1,841 km lang und erstreckt sich über die geschützte Geographe Bay. Damit ist er der längste Holzsteg der südlichen Hemisphäre. Aufgrund des seichten Küstenverlaufs und der Untiefen wurde hier ein sehr langer Steg für die Versorgung mit Wasserflugzeugen oder Schiffen benötigt. 
Am Ende des Stegs befindet sich ein Unterwasserobservatorium, welches einen Einblick in die Unterwasserwelt vom Flachwasser bis zum 9 Meter tiefen Grund ermöglicht. Unter Wasser gibt es für Taucher einen beeindruckenden Skulpturenpark. Aufgrund der Strömungen an diesem Teil der australischen Westküste, insbesondere aufgrund des Leeuwin-Stroms, der vom Norden her für warme Wassertemperaturen sorgt, lassen sich zahlreiche tropische Fische und andere Meereslebewesen an den Holzpfählen des Busselton Jettys beobachten. Viele Angler versuchen am Jetty ihr Glück und wir haben viele Tintenspritzer auf dem Jetty und Tintenfische an der Angel gesehen.Den Abend haben wir in der Shelter Brewing bei einer kleinen Bierverkostung beendet und sind weiterhin beseelt von den vielen schönen Eindrücken die wir auf unserer Reise erleben dürfen.

Lg….die Bornis
nächstes ziel:  Entlang der Küste …Richtung Sydney



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Denham | Australien | Donnerstag - 17.10.2024 - 13:40 - GOOGLE MAPS 
18 Die besondere Tierwelt von Monkey MiaWir wollen am nächsten Morgen nach Monkey Mia. Dort gibt es seit Jahren eine große Delfinfamilie, die vormittags in die Bucht kommt. Daraus hat sich ein Marine Park entwickelt .Der Eintritt kostet 15 Dollar pro Person und wird ausschliesslich für Projekte vor Ort verwendet.
Wir stehen früh auf und fahren ohne Frühstück los. Unterwegs sehen wir Emus und Kängurus.
Angekommen sehen wir schon, wie sich am Steg Schildkröten tummeln, im Meer sehen wir Delfine springen und Pelikane warten am Strand. Schon mal ein hübsches Bild.
Ziemlich pünktlich gegen 8 kommen drei Delfine der Familie ziemlich nahe an den Strand., sie kommen sogar so nah, dass wir Ihnen in die Augen schauen können. Wir sind ziemlich berührt und freuen uns.
Volontäre dürfen ganz gezielt einzelne Fische verfüttern. Wir sind fasziniert, wie vorsichtig die Delfine die Fische entgegen nehmen.
Irgendwann verschwinden sie dann wieder Richtung Meer und springen draußen weiter fröhlich umher.
Da sich in der Shark Bay 10 Prozent des Weltbestandes der Seekühe rumtreiben, sind wir frohen Mutes bei der Segeltour mit einem Katamaran, welche zu Gesicht zu bekommen. Und was haben wir für ein Glück, Seekuh und Kalb und auch einzelne Seekühe kommen ziemlich nah ans Boot und wir staunen wieder. 600-800 Kilo und so elegant im Wasser. Die Schwanzflosse sieht aus wie bei einer Meerjungfrau. Wir erfahren auf der Tour viel Wissenswertes über Seegras und wie nützlich und wichtig dieses ist. Die Population von Seekühen und Schildkröten korreliert mit dem Vorhandensein von ausreichend Seegras. 2011 wurde Seegras durch Umwelteinflüsse abgetragen und in diesem Jahr wurden keine Kälbchen gesichtet.
Die Kapitänin des Katamaran steuert mit den Füssen , erzählt wahnsinnig viel und hält nebenbei Ausschau nach Seekühen und Walen. Sehr multitaskingfähig die junge Dame.
Nach dem Segeltörn schlendern wir am Strand entlang und wagen sogar noch eine kleine Wanderung (bei 30 Grad und glühend heißem Sand). Wir treffen noch einen Emu und sehen wunderschöne Blüten.
Beseelt und happy fahren wir nach Denham zum Campingplatz zurück und halten noch kurz am Eagle Buff.
Dort bietet sich ein gigantischer Ausblick über eine der vielen Buchten. Im glasklaren flachen Wasser tummeln sich häufig Rochen, Haie, Schildkröten oder Mantas …wir sehen keine. Das wäre wohl auch Zuviel des Guten :-)
Abends planen wir unsere Weiterreise neu, da wir ja wie beschrieben, jetzt ganz gut die Entfernungen einschätzen können. Zwei sehr dezentrale Stops im Norden lassen wir aus und einigen uns,
dass wir wieder Richtung Perth fahren, denn von dort aus warten noch mehr als 4000km Fahrtweg nach Sydney und etliche Nationalparks auf uns. Eigentlich wollten wir Mittags irgendwo Rast machen oder sogar niederlassen, aber es regnet in Strömen und so fahren wir weiter. Die Sichtverhältnisse sind unterirdisch…vor allem, wenn auf der Gegenseite die riesigen Trucks auch noch Wasser in die Luft wirbeln. So bleiben unsere Stopps heute nur an der Tankstelle und wir fahren den schon vertrauten Highway 1 (der im übrigen fast 15.000 Kilometer küstennah um das ganze Land führt).
Unser Nachtlager wollen wir im Nationalpark aufschlagen, dort gibt es einen kleinen Platz mitten im Outback. Der Weg dorthin besteht aus löchriger und nasser gravelroad und wir sind schon ein bissel unsicher, ob unser kleiner Camper das durchhält. Durchgeschüttelt und mit rotem Sand bespritz kommen wir auf dem farmähnlichen Gelände an. An den Türen zu den Waschräumen befinden sich Hinweise, doch unbedingt die Türen immer zu schließen, damit Frösche, Schlangen, Echsen und Hasen „draußen bleiben“. Das beherzigen wir gerne und verschwinden dann auch bald im Camper.

Lg…die Bornis
nächstes ziel:  Ausflug nach Rottnest von Fremantle



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Denham - Shark Bay | Australien | Montag - 14.10.2024 - 16:19 - GOOGLE MAPS 
17 Der Roadtrip startetWir holen am 11.Okt. unseren Camper in Perth ab. Der alte Hippie ist ein Toyota Kastenwagen mit Innenausbau.
Technische Highlights sind die Mikrowelle, der Wasserkocher und der Kühlschrank, welcher mittels eines Gummis die Tür verschlossen hält. Die Jahre sieht man dem Happy Hippo draußen und drinnen an.
Ein Blick auf den Tacho zeigt, dass der kleine Benziner die Erde schon rund 8 mal umrundet hat.
Wir hoffen mal, dass wir unseren Trip durch Australien unfallfrei und ohne Schäden am Fahrzeug überstehen.
Erstmal geht es raus aus der schönen Stadt Perth und dann wird vertraut bei ADLI der erste Großeinkauf an Lebensmittel getätigt. Hier werden die Getränke für die Erwachsenen in einem separaten Store verkauft. Nachdem der reichhaltige Einkauf seinen Platz im Camper gefunden hat, fahren wir uns auf dem Highway 60 nach Lancelin, welche eine charmante Küstenstadt an der Westküste Australiens ist und etwa 127 Kilometer nördlich von Perth liegt. Das kleines Fischerdorf mit ca. 700 Einwohnern, lebte einst hauptsächlich von der Krabben- und Hummer-Fischerei. Heute ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.
Wir erreichen das Dorf gegen 17:00 Uhr und springen erstmal in den doch etwas kühleren indischen Ozean - waren ja nur noch Wassertemperaturen von 27-30 Grad aus Indonesien gewohnt.
Lancelin ist bekannt für ihre atemberaubenden Strände und beeindruckenden Sanddünen.
Abends packen wir unsere Rucksäcke aus, und machen es uns gemütlich.Schliesslich ist Happy Hippi für ca 40 Tage unser fahrendes Zuhause .
Nach einer guten ersten Nacht, starten wir in einen besonderen Tag, welcher mit einem leckeren Zitronenkuchen plus brennender Kerze und einem kurzen Lied begann.
Frühstück machen, hin-und her räumen und alles abfahrbereit zusammenpacken ist uns als Camper vertraut und es zeigt sich, dass wir ein eingespieltes Team sind.
Wir wollen natürlich zu den Lancelin Sanddünen, welche die größten Sanddünen in Westaustralien sind. Einige von ihnen haben einen 45-Grad-Winkel. Hier kann man Sandboarding ausprobieren und die beeindruckende Landschaft genießen. Den Spass lassen wir uns nicht entgehen und stehen pünktlich um 10 Uhr am Sondboard Vermieter. Wenig später stehen wir allein auf einer schneeweißen Sanddüne und probieren sitzend bzw. stehend herunterzufahren. Was für ein Gaudi.
Durch regelmäßiges Wachsen plus der richtigen Technik - kann jeder Langläufer bestätigen :-) - erhöhen wir unsere Abfahrtsgeschwindigkeit und werden immer waghalsiger. Nach einer Stunde hoch und runter auf die Düne merkt man schnell, was man getan hat. Der feine Sand versteckt sich nach Verlassen der Dünen an jeder Körperstelle, so dass wir noch lange an den Spass erinnert werden.
Weiter gehts den 60ziger Hwy gen Norden.
Nächstes Ziel ist der Nambung-Nationalpark, welcher sich in der Nähe der westaustralischen Stadt Cervantes befindet.
Hauptattraktion des Nationalparks sind die bis zu vier Meter hohen verwitterten Kalksteinsäulen, die „Pinnacles“; er ist deshalb auch unter dem Namen Pinnacles Desert bekannt.
Diesen kleinen Teil des NP haben wir besucht. Er ähnelt einer einer Mondlandschaft und sieht wirklich toll aus.
Die charakteristischen Kalksteinsäulen entstanden durch Pflanzenwuchs vor etwa 500.000 bis 50.000 Jahren auf der aus Quarzsand bestehenden Wanderdüne.
Deren Wurzeln drangen tief in die ältere, sich zeitgleich verfestigende Kalksteinschicht vor. Dabei durchbrachen sie an brüchigen Stellen zunächst eine extrem feste Kalksteinkruste, die durch nach unten sickernde Säuren (gebildet aus Humus, abgestorbenen Pflanzen und Tieren) entstanden war. Unter dieser Kruste verfestigte sich der Kalkstein besonders kompakt zwischen den eingedrungenen Pflanzenwurzeln, da diese Bereiche viel Wasser aufsogen.
Die quarzsandhaltige Wanderdüne zog jährlich ca. 2,5 m weiter, die frei liegende Kalksteinschicht war der Erosion ausgesetzt, die innerhalb der letzten 20.000 Jahre abgestorbene Vegetation hinterließ Lücken, in die Quarzsand eindrang, der dann wiederum abgetragen wurde. Nur die extrem festen Bereiche der durch viel Wassereinwirkung, mit darin gelösten Mineralen, nachträglich zementierten Kalksteinschicht waren von der Erosion nicht betroffen. Diese sieht man heute als Pinnacles.
Gelegentlich zeugen Kappen auf den Säulen noch von der stärker widerstandsfähigen Kruste.
Wir fahren eine ca. 4 km lange Sandpiste durch das Gelände und bestaunen von Aussichtspunkten die kleineren und größeren Formationen. Wir sind sehr beeindruckt.
Zum Tagesabschluss gönnen wir uns in Dongara einen Campingplatz am Meer mit eigenem Bad. Das erste große Steak wurde gegrillt und wir haben mit einem Glas Wein den ereignisreichen Tag ausklingen lassen.
Wir haben am nächsten Morgen „Frühstück mit Aussicht“ -in der Ferne springende Buckelwale ,besser geht’s nicht.
Der Hwy 60 wird irgendwann zum 1 ner und wir haben das Gefühl immer geradeaus zu fahren. Eigentlich wollten wir heute „Strecke machen“, aber unterwegs gibt es so viel Sehenswertes.
Schnell wurde der Pink Lake und der Kalbarri Skywalk als Abstecher ausgesucht.
Spätesten jetzt merken wir in echt , wie riesig das Land ist. Mal „schnell irgendwo hinfahren „ geht nicht . Oft ist ein „kleiner Abstecher“ 100km bis 200km entfernt. Wir werden unsere Reiseplanung an Entfernungen und Fahrzeiten adaptieren müssen und unseren ursprünglichen Plan voraussichtlich ändern. Fakt ist : wir müssen/wollen am 20.11 in Sydney sein :-)

1. Zwischenstop
In der Nähe der Küste von Esperance befindet sich der berühmten rosa See Westaustraliens. Experten wissen nicht genau, warum der Lake Hillier rosa ist – manche sagen, es liegt an den Algen, andere vermuten, dass die Farbe auf ein Bakterium im Wasser zurückzuführen ist. Wir hatten einen kurzen Stop, ein paar Fotos, die Beine vertreten und weiter geht es.

2. Zwischenstop
Der Kalbarri Nationalparks an der Küste mit dem Skywalks,- freitragende Aussichtsplattformen, die in 100 Metern Höhe weit in die Schlucht des Murchison River hineinragen und eine spektakuläre Aussicht bieten. Auch das berühmtes „Nature’s Window“ – ein Felsfenster mit beeindruckendem Blick über die Schlucht haben wir besucht.

Ein paar Kilometerchen wollten wir noch zurücklegen, so dass der Weg bis zur Shark Bay am kommenden Tag nicht mehr ganz so weit ist. Ab 18:30 Uhr sollte man nicht mehr auf dem Hyw. fahren, da die Gefahr von Begegnungen der unangenehmen Art mit Kängurus sehr hoch ist. Ausschließlich die sehr langen Trucks (bis 45m lang) sind dann noch unterwegs. Die „kicken „ die Kängurus von der Strasse und merken es gar nicht. Kurz vor dem Sonnenuntergang haben wir irgendwo im Outback am Hwy. 1 bei einer Trucker Raststätten Stop gemacht. Hier gab es für uns einen kostenlosen Stellplatz, eine Tankstelle, saubere Sanitäre Einrichtungen - und Typen, die sonst nur auf DEMAX zu sehen sind.
Ohne Frühstück aber mit einem guten Cappuccino machen wir uns auf die nächsten Kilometer bis nach Denham.

Das vielfältige Gebiet der Shark Bay an der Westküste von Australien ist nicht nur ein UNESCO Weltnaturerbe, sondern besticht zudem durch das wunderschöne Landschaftsbild.
Auf der Fahrt in Richtung des kleinen Ortes Denham, warten wundervolle Spots auf uns.
Der faszinierende Shel Beach, der einzig und alleine aus Muscheln besteht und damit nur einer von zwei Stränden dieser Art weltweit ist. Hier machen wir einen kleinen Strandspaziergang auf Milliarden kleiner Herzmuscheln und lassen uns im salzhaltigen Meer treiben.
Beim Hamelin Pool haben wir die ältesten Fossilien der Welt gesehen - Stromatolites. Leider war durch einen heftigen Zyklon im Jahr 2021 die Steganlage zerstört, so das wir nicht wirklich nah an die Fossilien herankamen.
Am Nachmittag landen wir auf einem sehr schönen Campingplatz, wo wir die nächsten zwei Nächte bleiben.
Ein traumhafter Sonnenuntergang beendet den Tag. Morgen früh wollen wir nach Monkey Mia um Delfine zu sehen.

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  ..noch in Planung



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Perth | Australien | Freitag - 11.10.2024 - 02:39 - GOOGLE MAPS 
16 Australiens sonnigste Großstadt - Welcome PerthUnserer Flug von Sorong startetet mit 1,5h Verspätung, was aber scheinbar normal ist und gelassen von den Passagieren (aber nicht von den paar Touristen) hingenommen wird.
Wir hatten ja für Jakarta genügend Zeit für unseren Umstieg. Einen Tag vor unserem Weiterflug nach Perth, habe ich eine WhatsApp Nachricht erhalten, wo mir bereits eine Verspätung für den Flug von Jakarta nach Denpasar (Bali) im voraus angekündigt wurde.
In Jakarta angekommen, mussten wir die restlichen 12 Mio. Rupiah noch in Australische Doller tauschen. Am Wechselschalter winkten und riefen uns ca. 10 Leute entgegen, dass wir doch bitte unbedingt bei ihnen das Geschäft abwickelten sollten.Letztendlich mussten wir bei zwei „Money changier“ tauschen , da die Bargeldmenge für Australische Dollar nicht ausreichte.
Wir suchten unseren Gate auf und hatten noch genügend Zeit bis zum eigentlichen Abflug nach Dps.
Der Abflug aus Jakarta verzögerte sich auch hier. Nun wurden wir doch etwas unruhig. Der Internationale Flug von DPS nach Perth wird nicht auf uns warten und unser 30 tägiges Visum lief um 24 Uhr aus.
Bis wir im Flieger waren und alle das Gepäck verstaut hatten, hatten wir bereits eine Verspätung von ca. 50 min. Uns war nun bewußt, dass dies eine sehr sehr knappe Kiste wird. Da unsere Sitzplätze im Flieger im hinteren Drittel waren, fragten wir die Stewardess, ob Sie uns weiter vorne platzieren könnte, damit wir die Wartezeit beim Ausstieg verkürzen können. Glücklicherweise waren in Reihe 1 noch zwei freie Plätze, so dass wir beim Landeanflug auf DPS die Plätze wechseln können. Als erster verließen wir den Flieger und rannten zum Gepäckband. Wir mussten ja wieder neu einchecken, was bedeutete - den Terminal wechseln, zum Schalter von Air Asia um das Gepäck aufzugeben bzw. die Boarding Pass zu erhalten und anschließend noch die Sicherheitskontrollen. Dafür hatten wir genau 50 Minuten.
Mit jeweils 20 kg Rucksäcke sind wir über den Flughafen gerannt, haben Mitarbeiter gefragt, ob wir uns vordrängeln können und haben mit viel Verständnis, Hilfsbereitschaft und Durchhaltevermögen ca. 5 min vor der offiziellen Abflugzeit den Flieger erreicht. Wir waren platt aber glücklich. Der vierstündige Nachtflug nach Perth verlief gut, aber mit wenig Schlaf. Pünktlich um 02:40 Uhr sind wir gelandet, haben recht zügig die Einreiseprozedur erledigt und waren dann gegen 04:00 Uhr im Motel. Nach all der Aufregung fielen wir in einen mehrstündigen Tiefschlaf
Am Nachmittag haben wir noch eine SIM Karte beschafft und nun konnte unsere Stadtbesichtigung losgehen.

Perth, die Hauptstadt von Western Australia, ist eine faszinierende Stadt mit einer einzigartigen Mischung aus Natur, Kultur und urbanem Leben. Rund 2 Mio. Einwohner genießen die hohe Lebensqualität. Regelmäßig wird die entspannte Millionenstadt, unter die Top 10 der lebenswertesten Städte der Welt gewählt. Von der CNN wurde Perth zur „Capital of Cool“ erklärt, National Geographic setzte es 2019 auf seine Liste der schönsten Reiseziele.
Perth liegt an der Westküste Australiens, am Ufer des Swan River und ist eine der am weitesten abgelegenen Großstädte der Welt. Die nächste große Stadt, Adelaide, ist über 2.100 Kilometer entfernt.
Perth hat ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die beste Reisezeit ist von September bis November (Frühling) und von März bis Mai (Herbst), wenn die Temperaturen angenehm sind und es weniger Niederschlag gibt.
Die Stadt ist umgeben von atemberaubender Natur. Der Kings Park and Botanic Garden bietet einen spektakulären Blick auf die Skyline der Stadt und ist einer der größten innerstädtischen Parks der Welt.
Park und Aussicht standen auf unserem ToDo Zettel für Perth und der Besuch hat sich gelohnt.
Die Stadt hat eine lebendige Kunstszene. Zum neuen Gewand, das Perth angelegt hat, gehört auch die Street Art, welche immer mehr Fassaden der Stadt ziert und in ehemals ungenutzten, vergessenen kleinen Seitenstraßen und Gassen Einzug gehalten hat. Wir folgen einer Online Map um an diese versteckten Orte zu gelangen und wurden mit toller Streetart belohnt.
Weitere Ziele bei unserer Besichtigung waren:
* Elizabeth Quay: Ein modernes Ufergebiet mit Restaurants, Cafés und Kunstinstallationen. Die lebendige Uferpromenade, die 2016 eröffnet wurde und das Zentrum von Perth mit dem Swan River verbindet, ist die zentralen Anlaufstelle für Einheimische und Besucher. Hier startete unsere Hop on Hop off Bustour.
* Perth's Innenstadt: bietet einen starken Kontrast zwischen historischen Gebäuden aus der britischen Kolonial- und Besiedlungszeit und bis zu 249 m hohen Hochhäusern aus Glas, Stahl und Beton. Dieser architektonische Mix verleitet mich dazu, den Gegensatz mit etlichen Fotos festzuhalten. Die meisten alten historische Gebäude wurden in der damaligen Zeit durch Gefangene errichtet.
* Optus Stadium: Das neue, 60.000 Plätze bietende State-of-the- Art Optus Stadium, welches 2018 eröffnet wurde und 2019 beim internationalen Architekturpreis „Prix Versailles“ zum schönsten Stadion der Welt gekürt wurde. Das mitten im neuen Stadtviertel Burswood Park gelegen Stadion ist nicht nur das Zuhause der Australian Football League (LFA) in Westaustralien, sondern auch Austragungsort anderer sportlicher Großveranstaltungen sowie Bühne für Konzerte namhafter Künstler. Aktuell ist die Australian Football Saison abgelaufen und der Platz wird für die Cricket-Liga vorbereitet. Zur Ausstattung des Stadions gehören zwei 340 Quadratmeter große Bildschirme – die größten Stadionbildschirme der südlichen Hemisphäre, die Fans kein Detail des Geschehens verpassen lassen. Wir haben bei einer Führung durch das hochmoderne Stadion einen Blick hinter die Kulissen bekommen und waren fasziniert von der Architektur und dem Gesamtkonzept mit all seinen Funktionsräumen. Es war natürlich auch etwas besonderes mal in die Umkleiden, „warm up „Räume, Duschen, Physioräume usw. zu schauen. Die Höhe des Rasens variiert mit den Sportarten und Ed Sheeren hat bei seinem letzten Konzert das Stadion aus den „roten Zahlen“ gesungen.
* Matagarup Bridge: Die 370 Meter lange Brücke ist viel mehr als nur eine Fußgängerbrücke. Sie verbindet das Optus Stadium und die Burswood Peninsula mit East Perth und symbolisiert ein „Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen“. Die fließenden Bögen können ein Paar schwarz- weiße Schwäne oder eine Wasserschlange, die für die lokale Noongar-Kultur von großer Bedeutung ist darstellen. Eine besondere Beleuchtung der Bögen erhellt die Brücke jede Nacht. Die Brücke hat sich schnell zu einem Wahrzeichen von Perth entwickelt.
Perth verfügt über ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem. Wir nutzen den Bus und haben immer freundliche und hilfsbereite Fahrer erlebt.

Unser Fazit
Perth ist eine dynamische Stadt, die für jeden etwas zu bieten hat – von atemberaubenden Stränden und Naturparks bis hin zu kulturellen Erlebnissen. Es lohnt sich, die Stadt zu erkunden und ihre einzigartige Atmosphäre zu genießen! Wir hatten nach 4 Wochen Indonesien einen erneuten (positiven)Kulturschock, haben uns in dieser modernen Welt aber schnell zurechtgefunden und den „Perth Wow Faktor“ genossen.

Nun beginnt der Roadtrip mit dem Camper quer durch Australien ….von der Westküste bis zur Ostküste…Ziel ist am 20.11.2024 Sydney.

Vg….die Bornis
nächstes ziel:  nördliches Westaustralien



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Pulau Mansuar - Raja Ampart | Indonesien | Montag - 07.10.2024 - 13:29 - GOOGLE MAPS 
15 Pulau Mansuar - InselwechselUnser 2. Aufenthalt hier verschlägt uns nach Mansuar. Die Insel liegt liegt im Norden von Raja Ampat, in der Dampierstraße, nordwestlich der Vogelkophalbinsel Neuguineas. Nördlich liegen die Inseln Gam und Waigeo, südlich Batanta und westlich die Faminseln. Direkt vor der Ostspitze Mansuars liegen die Inseln Kri und Koh. Südlich und Nördlich Mansuars finden sich zahlreiche, weitere kleine Inseln und Riffe.
Unser Bungalow (Francis Homestay-bestehend aus drei Wasserbungalows)) ist groß und geräumig , eine kleine Treppe führt direkt ins Meer. Hinter dem Bungalow erstreckt sich ein kleines Dorf. Die Dorfbewohner sind sehr freundlich und neugierig. Die Kids spielen den ganzen Tag im Meer.
Die Familie kocht und bringt uns das Essen morgens,mittags und abends auf die Terasse.
Im Bungalow steht immer ein Trinkwasserkanister und eine Thermoskanne für Tee, Kaffe und Capuccino bereit. Das war auf Gam auch so.
Das Hausriff ist toll und fällt tief ab. An der Riffkante patrollieren Schwarzspitzenriffhaie und Schildkröten tummeln sich mit vielen vielen Fischschwärmen am Riff.
Francis scheint zunächst nicht ganz so organisiert.Auf Nachfrage und WhatsApp Nachrichten stellt er einen Ausflug zu mehreren schönen Spots zusammen . Wir fragen die jungen Gäste im Bungalow vor uns, ob sie mit uns fahren …und können uns so die Kosten teilen. ( es wird immer pro Boot bezahlt)

Der Ausflug führt uns zum Yenbuba Jetty, nach West Mansuar und zum Dorf Sawondarek mit vorgelagertem Riff.
An den Spots schnorchelt es sich wunderbar mit der Strömung und wir sehen viele Schildkröten ( groß, klein schlafend,schwimmend,fressend, an der Oberfläche treibend- einfach zauberhaft), Baracudas, Napoleon-fische, Riffhaie und viele,viele Fischschwärme. Unter Wasser sehen wir immer wieder kleine und größere Drahtgeflechte oder Körbe, an denen sich neue Korallen ansiedeln können. Leider sehen wir auch die ein oder andere Plastiverpackung. Fluch und Segen der Erfindung Plastik😢
Im Dorf Sawondarek ist heute Messe in der kleinen Kirche. Die Dorfbewohner aus anderen Teilen der Insel haben sich schick gemacht und kommen mit Booten zur Kirche. Es wird gepredigt und gesungen.
Die kleinen Mädels sind alle in hübschen Kleidern…es ist ein schönes Bild.

Leider konnte ich leider keine Tauchgänge auf Raja Ampart machen. Wenn man nicht in einem Tauchresort die Übernachtung und das Tauchpacket gebucht hat, ist es etwas schwieriger Tauchgänge zu organisieren.
Mein Versuch an einem Sonntag zu tauchen, scheiterte kläglich an der sonntäglichen Ruhe ( da ist eben mal frei).
Am Montag gab es noch mal ein Versuch aber aufgrund von Dauerregen und einer gewissen Unsicherheit bezüglich des Zeitplans, habe ich mich gegen einen kurzfristigen Tauchgang entschieden.
Wir haben beim schnorcheln einen kleinen aber bleibenden Eindruck der faszinierenden Unterwasserwelt von Raja Ampert bekommen.

Heute ging es mit dem Langboot zurück nach Wasai und mit der Fähre nach Sorrong. Dauerregen hat uns den ganzen Vormittag zum „Nichtstun“ verdammt. Wir hatten einen letzte Schnorchelgang am Hausriff, haben alles regensicher verpackt und sind trocken in Wasai angekommen
Am Dienstag fliegen wir dann über Jakarta und Denpassar nach Perth.

Wir verlassen Sulawesi/ Raja Ampat voll schöner Erinnerungen, Begegnungen und Erlebnissen im Herz und im Kopf. Die Unterwasserwelt ist einzigartig, die Landschaften sehr unterschiedlich, die Kultur prägend und die Menschen sind sehr nett, aufmerksam und immer gut gelaunt.
Es war unsere Challenge hier, zu Vertrauen und abzuwarten , auch wenn nicht alles pünktlich auf die Minute passiert und im Vorhinein vertraglich fest gemacht wird.

We ❤️ Indonesia

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Perth - Australien 🇦🇺



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Pulau Gam | Indonesien | Donnerstag - 03.10.2024 - 15:21 - GOOGLE MAPS 
14 Inselarchipel Raja AmpartDen Transfer nach Manado teilen wir uns mit zwei Amerikanerin. Eine von beiden, lebte seit 7 Jahren in Jakarta und war in einem Projekt der indonesischen Regierung involviert. Der Umzug der Hauptstadt Jakarta nach Borneo, wurde auch von Ihr kritisch gesehen. Aber letztlich ist es auch hier so, wer das Geld hat bestimmt über die Zukunft, auch wenn es nicht nachvollziehbar ist.
Die beiden hatten einen privaten Fahrer im Nationalpark organisiert. Dieser fuhr auf die Autobahn, welche gebührenpflichtig ist. Gefühlt waren wir die Einzigen dort. Dies erinnerte mich sehr stark an die Autobahnauslastung auf Kuba, mit dem Unterschied, dass hier die Straßenverhältnisse besser waren. In Manado angekommen, übermannte mich ein Unwohlsein. Die letzten kurzen Nächte, mein Magen und einige unerklärliche Stiche am Körper, ließen mein Energielevel auf Null sinken. Wir hatten uns ein gutes Hotel gebucht, so dass ein vernünftiges Bett für den mehrstündigen Erholungsschlaf zur Verfügung stand. Abends sind wir zum ATM Automaten und haben das fehlende Bargeld abgeholt. In Raja Ampat ist nur Barzahlung möglich. Wir suchen einen Geldautomaten (ATM) und stockten unser Bargeld auf 22.500.000 indonesische Rupiah auf (100.000 Rp ist der größte Schein).
So fühlt man sich also als Millionär :-)
Am kommenden Tag sind wir um 3:00 Uhr aufgestanden und saßen um 3:30 Uhr im Taxi zum Airport.
Dort angekommen sind wir sofort zum bereits geöffneten Schalter von Lion Air gegangen und dann kam der Schreck. Wir standen nicht auf der Bordingliste….wieso, weshalb warum???…es gab erstmal keine Antwort. Wir sollten zum Serviceschalter von Lion Air, welcher zu dieser frühen Morgenstunde noch nicht besetzt war. Der Mitarbeiter vom Check In Schalter rief für uns die Mitarbeiterin an, welche seelenruhig aus der Toilette geschlendert kam. Zu diesen Zeitpunkt hatten wir noch ca. 1,5h bis zur Abflugzeit (06:00 Uhr)
Schnell war der Fehler gefunden. Wir hatten nicht für den 29.09. sondern für den 29.10. den Flug nach Sorong gebucht. Wir sahen uns fassungslos an. Trotz Doppelcheck hatten wir irgendwie das verkehrte Datum eingegeben. Die Mitarbeiterin von Lion Air setzte sich an den Rechner und nach einigen Minuten hatte Sie eine Lösung parat. Wir könnten jetzt nach Makassar fliegen, aber die Flug nach Sorong wäre ausgebucht. Der nächste verfügbare Flug würde erst am darauffolgenden Tag um 02.25 Uhr losgehen. Wir hatten also keine andere Wahl. Kerstin recherchierte nach einer flughafennahen Unterkunft in Makassar und ich saß weiter bei der Bearbeiterin. Es wurden andere Kollegen zu Rate gezogen, noch einmal die Pässe und e Tickets kontrolliert, zwischendurch private Telefonate geführt…..und die Zeit rannte. Ich konnte meine Nervosität kaum noch verbergen. Es waren nur noch 50min bis zum Abflug.
Letztlich kam eine neue Mitarbeiterin - die Dritte, welche dann aber schnell anfing irgendetwas auszudrucken. Siehe da, es waren unsere Tickets. Die Umbuchungsgebühren waren schnell bezahlt und wir konnten sogar die ursprünglich geplanten Flieger bis nach Sorong am gleichen Tag nehmen. Noch 30min bis zum Abflug. Die Schlange am Check in Schalter war noch ordentlich lang und Gebühren für Übergepäck sollten auch noch bezahlt werden. Schlussendlich saßen wir um 05:55 Uhr im Flieger und die Maschine ist um 06:10 Uhr abgehoben. Loslassen, Vertrauen und das nächste mal einen dreifachen Check bei der Buchung.

Sorong - der Schmelztiegel zwischen Papua und Indonesien, eine Stadt, die keiner anderen in Indonesien gleicht. Eine Stadt mit unzähligen Moscheen, Kirchen, Frauen in Hijabs (Kopftüchern), Papuas mit dunkler Haut und krausem Haar, Kindern mit großen Augen und zerrissenen T-Shirts, die barfuß auf den Straßen spielen, verrückter Musik, herzhaftem Lachen, jeder Menge Autos und Motorräder. Laut und verschmutzt – das ist unser erster Eindruck von Sorong. Und wie die meisten können wir es kaum erwarten, diese Stadt so schnell wie möglich wieder zu verlassen.
Wir kommen bei einer sehr netten Familie unter, die private, sehr einfache Zimmer vermieten. Wir werden bekocht, schlafen uns aus und nehmen am nächsten Morgen die Fähre nach Sorrong. Tagelöhner versuchen unser Gepäck zur Fähre zu tragen. Wir haben ja alles am Mann/Frau und tragen unsere Rucksäcke lieber selber. Die Fähren fahren zweimal täglich (9 Uhr und 14 Uhr) vom Hafen ab. Tickets kosten 125.000 IDR pro Person und können vor Abfahrt am Ticketschalter gekauft werden. Die Überfahrt nach Waisai, der Hauptstadt von Raja Ampat, dauert ungefähr 2,5 Stunden.

Ein großer Teil von Raja Ampat ist als Meeresschutzgebiet ausgewiesen, um die einzigartige Flora und Fauna zu schützen. Hier leben mehr als 1.500 Fischarten, über 600 Korallenarten und eine Vielzahl von Meeressäugern, darunter Walhaie und Mantas und Seekühe. Trotz der Schutzmaßnahmen ist Raja Ampat durch Überfischung, Umweltverschmutzung und Klimawandel bedroht. Auch bringt der wachsende Tourismus neue Herausforderung mit sich.

Uns verschlägt es zunächst in den Nordwesten von Raja Ampat auf die Insel Gam.
Die Insel ist von dichten Regenwäldern, grünen Hügeln und atemberaubenden Karstformationen geprägt. Die Küstenlinie ist von weißen Sandstränden und kristallklarem Wasser umgeben. Wir übernachten in einem Homestay (einfachere Unterkünfte). Unsere kleine Hütte steht auf Stelzen im Meer. Eine kleine Treppe führt direkt ins „Aquarium“. Die Mahlzeiten werden jeweils auf die Bungalows gebracht.
Die sanitären Unterlagen sind ausserhalb und werden gemeinschaftlich genutzt. Es ist alles sehr sauber, aber eben auch einfach. Zum „duschen“ bzw. waschen stehen zwei große Bottiche und Schöpfkellen parat.
Unser Ausblick von der Holzterasse ins Insel Archipel ist unbezahlbar.
Wir buchen während unseres Aufenthalts hier verschieden Ausflüge. Bezahlt wird immer das Boot. Wir teilen uns einige Schnorcheltouren mit einem jungen Schweizer Paar
Kri Island
Friwen Wall
Mioskon Island
Manta Ray - leider ohne Mantas
Arborek Island
Pianemo Island

Pianemo Island ist eine der atemberaubendsten Inseln im Raja Ampat Archipel. Pianemo liegt in der Nähe von Waigeo, einer der Hauptinseln von Raja Ampat. Die Insel ist bekannt für ihre spektakulären Landschaften und die beeindruckenden schieden Karstformationen. Die Insel ist von kristallklarem Wasser umgeben und bietet atemberaubende Ausblicke.
Auf dem 100.000-Rupiah-Schein Indonesiens ist ein Bild von Pianemo Island abgebildet. Der Schein zeigt die schöne Landschaft der Insel, einschließlich der charakteristischen Karstformationen und des kristallklaren Wassers, die Raja Ampat berühmt gemacht haben. Der Schein selbst ist ein beliebtes Souvenir für Touristen, die die Region besuchen, und er dient auch dazu, das Bewusstsein für die einzigartigen Naturwunder Indonesiens zu fördern.

Alle Schnorchelstopps sind einzigartig und besonders. Wir sehen immer wieder neue Formen und Farben von Korallen und endlos viele Schwärme von großen und kleinen Fischen, eine Insel voll mit riesigen Flughunden und tolle Strände. Auf unserer Insel lebt ein seltenes Beuteltier, welches uns gezeigt wurde.
Der Waigeo-Tüpfelkuskus ist aus der Familie der Kletterbeutler, der auf den Raja-Ampat-Inseln Waigeo und Gam sowie möglicherweise auch auf Batanta, nordwestlich von Neuguinea endemisch vorkommt.
Was für ein niedliches Tierchen, welches sich langsam von Baum zu Baum fortbewegt.

Neben unserem Homestay liegt das kleines Dorf Sawinggrai.
Hier hat der Schweizer Jonas Müller hat 2017 den Verein Child Aid Papua gegründet und seit 2019 ein Lernzentrum für Umweltschutz und Ökologie aufgebaut. Schüler führten uns herum und wir erfuhren mehr zu diesem besonderen Ort.
Die Bildungschancen der Menschen in West Papua, insbesondere in der Region Raja Ampat, sind stark eingeschränkt. Gründe dafür sind die geografische Isolation, mangelnde Infrastruktur und begrenzte finanzielle Ressourcen. Schulen sind oft schwer zugänglich und schlecht ausgestattet, was die Bildungsqualität beeinträchtigt. Lehrer sind in diesen abgelegenen Gebieten oft unterbesetzt und nicht ausreichend qualifiziert. Zudem spielen kulturelle und sprachliche Barrieren eine Rolle, da viele indigene Kinder ihre Muttersprache sprechen und Schwierigkeiten haben, dem Unterricht in der Landessprache Indonesisch zu folgen.
Seit Januar 2020 verfügt Child Aid Papua über die offizielle High School  Akkreditierung des Bildungs-departements von Raja Ampat und ist somit in der Lage einen anerkannten Schulabschluss anzubieten. Die Child Aid Papua High School ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine qualitative fundierte Ausbildung vom 7-12 Schuljahr. Der Fokus liegt hierbei auf den Fächern Englisch, Mathematik, IT, Geografie, Umweltschutz sowie in Lesen und Schreiben.
Neben dem Unterricht werden die Schülerinnen und Schülern, aber auch die  Dorfkinder aktiv in weitere Aktivitäten rund um Bildung, Sport und den Umweltschutz  eingebunden. Dazu zählen das Programm " Ocean Warriors " (Beach Cleaning und Mülltrennung), sowie Ernährung und  Körperhygiene.
 Ein wichtiger Teil der Gemeinschaft ist, neben dem Erlernen alter kultureller Fertigkeiten, der Sport. Besonders populär ist Volleyball aber auch Badminton. Für viele ist dieser Ort zu einer Ersatzfamilie geworden, in dem sie gemeinsam nicht nur lernen, sondern auch in der Gemeinschaft und in ihrer Persönlichkeit gefördert werden.
Inzwischen hat Child Aid Papua bereits mehr als 100 Kinder und Jugendliche mit diversen Projekten zu Bildung, Umweltschutz und Gesundheit erreicht.
Was für ein tolles Projekt, eine schöne Schule, ein einzigartiger Ort für viele glückliche Kinder - hiervon müsste es noch viele weitere Einrichtungen in Indonesien geben.
Hier noch ein interessanten Artikel über Jonas und sein Lebenswerk.
(https://www.tagesanzeiger.ch/ausgewandert-nach-indonesien-hier-fuehle-ich-mich-so-richtig-lebendig-250634461904).

Nächste Inselstop für 3 Übernachtungen:
Frances Homestay - Raja Ampat ist gelegen in Pulau Mansuar. Gelegen direkt am Strand verfügt über diese Unterkunft einen Garten und eine Terrasse.
In diesem Privatzimmer werden Handtücher und Bettwäsche zur Verfügung gestellt.
In der Nähe können Sie Schnorcheln. Paare schätzen die Lage besonders – sie haben diese mit 9,3 für einen Aufenthalt zu zweit bewertet.
Diese Booking Auskunft werden wir ab morgen überprüfen.

Vg…die Bornis
nächstes ziel:  Pulau Mansuar



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
NP. Tangkoko | Indonesien | Freitag - 27.09.2024 - 15:15 - GOOGLE MAPS 
13 Dschungeltour im Tangkoko NaturreservatWir sind am Dienstag den 25.09. von Gorontalo bis nach Manado mit dem Nachtbus gefahren. Es sollte unsere längste Bustour mit rund 400km und 14h Fahrtzeit werden. Hinzu kam, dass es für die Fahrt nur einen Driver gab. Gegen 09:00 Uhr erreichte der völlig übermüdete Fahrer unser Ziel.

Nach einem guten Kaffee und mit der Unterstützung des Personals haben wir die zweistündige Weiterfahrt zum Tangkoko organisiert. Unsere Unterkunft ist einfach aber mit Klimaanlage, was hier bei der hohen Luftfeuchtigkeit überlebenswichtig ist.
Das Dorf ist schnell erkundet und Jeder begrüßt uns mit einem fröhlichen „hello“. Der Strand besteht aus schwarzen Lavasand, was einen tollen Kontrast zum grünen Regenwald bietet. Beim Strandspaziergang trafen wir auf eine kleine Menschenansammlung, welche Stück für Stück ein Fischernetz einholte. Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer zogen das Netz an den Strand. Hornhechte, Kugelfische und Welse mit giftigen Stachel auf dem Kopf,wurden aus dem Netz geholt. Jeder der beim einholen des Netzes geholfen hat, bekam anschließend ein paar Fische in die Hand gedrückt.
Das nenne ich mal Teamarbeit mit prompter Anerkennung.

Heute sind wir sehr früh aufgestanden (so gegen 05:15 Uhr), um mit einem Guide die erwachende Dschungeltierwelt zu entdecken. Er zeigte uns die endemischen Schopfmakaken, welche wir in einer großen Familie beim Entlausen, spielen und fressen beobachten konnten. Unsere Guide entdeckte auch ein Sulawesi- Nashornvogel und mehrere Sulawesi - Bärenkuskus (kleine Beutelkletterer) hoch oben in den Baumwipfeln. Kingsfisher und schlafende Eulen zeigten sich ebenfalls.
Abends haben wir eine Familie von nachtaktiven Kobaldmakis beobachten dürfen. Sie sind nur 10 cm gross, haben riesige Augen und Ohren und springen zur Nahrungssuche ziemlich weit von Baum zu Baum. Tagsüber schlafen sie in Baumhöhlen. Sehr niedlich die kleinen Geister.

Ein bissel stressig wurde es abends, als uns die e-mail mit der Information eines gecancelten Flugs für übermorgen erreichte. Da wir ja unbedingt nach Raja Ampat wollen und die Hütten dort schon gebucht sind, suchten wir schnell nach einer Alternative. Wir nehmen eine andere Flugroute und eine längere Reisezeit in Kauf und hoffen, dass alles so klappt.

Morgen geht es zurück nach Manado. Von dort geht der Flieger nach Makassar, weiter nach Sorong (West Papua) nach Raja Ampat.

Vg …die Bornis
nächstes ziel:  Raja Ampat - West Papua



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Gorontola | Indonesien | Mittwoch - 25.09.2024 - 01:42 - GOOGLE MAPS 
12 Gorontola - City of Whale SharksNach unserer nächtlichen Fährfahrt sind wir am frühen Morgen gut aber etwas müde in Gorontalo angekommen. Wir wurden zur Unterkunft gebracht und haben sofort die Möglichkeit zum Schnorcheln mit Walhaien genutzt. In der Bucht angekommen, haben wir ca. 100m vom Ufer entfernt, die Touristen im Wasser gesehen, welche von den Walhaien umschwommen wurden. Zum Glück waren die meisten nur kurzzeitig im Wasser, so dass wir ausgiebig Zeit hatten, diese faszinierenden Tiere zu beobachten.

Gorontalo, eine Stadt an der Nordküste von Sulawesi, hat eine faszinierende Geschichte, die eng mit der maritimen Kultur der Region und den Walhaien verbunden ist. Die Gewässer hier sind bekannt für ihre hohe Walhai-Dichte, insbesondere zwischen April und November, wenn die Planktonblüte ihren Höhepunkt erreicht. Diese Bedingungen ziehen Walhaie an, die sich von Plankton und kleinen Fischen ernähren.

Walhaie sind die größten Fische des Meeres und Filterfresser, wozu sie ihr riesiges Maul öffnen, um Wasser aufzunehmen und die Nahrung durch spezielle Strukturen in ihrem Maul zu filtern. Die Fische können bis zu 12 Meter lang werden und das Gewicht kann über 20 Tonnen betragen. Unsere beobachteten Walhaie waren ca. 7m und 5m lang - also noch youngster und voll im Wachstum. Der große, flache Kopf und das charakteristische Muster aus weißen Punkten und Streifen auf ihrem dunkelgrauen oder blauen Körper sind sehr markant. Jedes Tier hat ein einzigartiges Muster das zur Identifizierung verwendet wird. Trotz ihrer enormen Größe sind Walhaie völlig harmlos. Sie sind bekannt für ihr sanftes Verhalten und ihre Neugier gegenüber Tauchern und Schnorchlern.

Die Möglichkeit, mit Walhaien zu schwimmen oder zu schnorcheln, hat Gorontalo zu einem beliebten Ziel für Ökotourismus gemacht. Lokale Anbieter von Walhai-Touren setzen sich für nachhaltige Praktiken ein, um die Walhaie und ihren Lebensraum zu schützen. Der Walhai ist als " gefährdet " eingestuft. Bedrohungen für ihre Populationen bilden unter anderem die Überfischung, der Verlust ihres Lebensraums und der zunehmende Bootsverkehr. In Gorontalo werden verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt um mehr über das Verhalten und die Lebensweise von Walhaien zu erfahren. Dazu werden die Tiere mit Respondern versehen. So kann man ihren Aufenthalt jederzeit bestimmen und Schlüsse über Wanderungen ziehen. Nachdem sich ein Orca in der Bucht aufhielt waren hier z.B. eine Woche keine Walhaie zu beobachten. Männchen und Weibchen leben in getrennten Gruppen und treffen sich nur zur Paarung.

Den Rest des Tages haben wir uns ausgeruht, das Gesehene verarbeitet und uns immer wieder gekniffen um zu realisieren, dass wir das auch " wirklich " erlebt haben und waren noch lecker in der Stadt essen.

Wir sind beseelt, diese wunderbaren Tiere beobachtet zu haben. Den Moment der Begegnung werden wir nicht vergessen. Was für majestätische Kreaturen.

Heute geht es mit dem Nachtbus nach Manado und morgen früh von dort gleich weiter zum Tangkoko National Park. Dort planen wir eine morgendliche und abendliche Tour in den Dschungel. Es bleibt spannend.
…Vg die Bornis
nächstes ziel:  …über Manado zum Tangkoko National Park



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Togian Island | Indonesien | Dienstag - 23.09.2024 - 20:00 - GOOGLE MAPS 
11 Vier paradiesische TageDie Togian-Islands sind ein Paradies bestehend aus 56 Inseln, aber der Weg dahin ist lang.
Anstelle des Speedbootes mussten wir die Fähre nehmen, welche 5h bis Wakai benötigte.
Unsere Hoffnung war zu diesem Zeitpunkt noch groß, dass wir ein VIP oder Busnisse Ticket kaufen können. Leider war nur noch die “Holzklasse “ übrig. Die meisten Indonesier haben sich bereits ein besseres Ticket gesichert, so dass alle Touristen (8 habe ich gezählt) die unbequemste Klasse nutzen mussten. In Wakai angekommen, öffnete sich die Landeluke der Fähre und Passagiere strömten raus und neue Fahrgäste gleichzeitig rein. Von einer geordneten Ent- und neuen Beladung keine Spur. Kinder drängelten sich auf die Fähre, um leere Plastikflaschen zu sammeln, Mopedfahrer hupten, weil sie die Fähre verlassen wollten , und wir mit unseren Rucksäcken mittendrin. Nachdem wir den Weg von der Fähre bewältigt haben, mussten wir noch die Eintrittspreis von 150.000 Rand p. P. für den Nationalpark bezahlen.
Unser Unterkunft hatte einen eigenen Transfer bereitgestellt, so dass wir schnell die letzte Strecke bis Insel absolvierten.
Die Togian-Inseln liegen im Coral Triangle, einem der biologisch vielfältigsten Meeresgebiete der Welt. Hier finden sich über 600 Fischarten und zahlreiche Korallenarten, was die Region zu einem beliebten Ziel für Taucher und Schnorchler macht. Die Inseln sind weitgehend unberührt und bieten eine natürliche Schönheit. Die üppigen Wälder, weißen Sandstrände und klaren, blauen Gewässer (Sichtweiten über 20m ) sind ein Traum.
Die Togian-Inseln aufgrund der beschwerlichen Anreise weit weniger überlaufen, als andere Inselparadiese. Unser Ressort hat 8 Bungalows, bedeute max. 16 Urlauber können Sich hier.Die Anlage ist sehr sauber und liebevoll eingerichtet und es gibt 4 liebevoll zubereitete Mahlzeiten. Das Zentrum und Treffpunkt für alle bildet ein offener großer Bungalow. Hier werden die Mahlzeiten an einem grossen langen Tisch gemeinsam eingenommen, Unternehmungen für den morgigen Tag geplant, und Tages-oder Reiseerlebnisse ausgetauscht.
Strom gibt es von 17:30 bis 22:00 Uhr - Internet gar nicht, nur wenn man mit dem Boot auf die offenen See fährt oder in die Nachbarbucht durch den Dschungel wandert (ca. 40min Fußmarsch).
Die Togian-Inseln sind bekannt für ihre spektakulären Sonnenuntergänge. Die Strände bieten perfekte Ausblicke, um diesen malerischen Anblick zu genießen. Diese können wir nur bestätigen. Mit einem Bintang in der Hand, am oder im Wasser, lässt sich das Schauspiel sehr gut beobachten.

Am 20.09. haben wir eine Halbtagsausflug zum Taipi Riff und zur gleichnamigen unbewohnten Insel gemacht.
Am Riff angekommen, erwartete uns eine noch nie gesehene Korallenvielfalt. Weich- und Hartkorallen, Fächer- und Röhrenkorallen mit vielen bunten Fischen. Es ist traumhaft diesen Artenreichtum zu sehen.
Am Nachmittage haben wir ausgiebig unser Hausriff inspiziert , waren 1,5 h schnorcheln und sind noch ganz geflasht von der schönen Unterwasserwelt. Die Kehrseite der Medaille ist das Müllproblem. An manchen Stränden, im Wasser und auch im Riff sieht man immer mal wieder Plastikmüll. Es ist traurig, wie eine so einzigartig schöne Natur durch den Menschen vermüllt wird. Die Resorts achten streng auf den Schutz der Inselwelt. Doch durch Meeresströmungen und den anfallenden Inselmüll der hiesigen Bewohner erfolgt eine zunehmende Umweltverunreinigung .

Am Samstag den 21. 09. haben wir einen Tagesausflug gebucht, welcher uns zu den Inseln Malenge und Pulau Panpan bringen soll. Vorher sollte noch ein schöner Spot zum schnorcheln angefahren werden.
Auf dem Weg zum Riff, wurde das Wetter immer schlechter. Eine schwarze Wand aus Wolken aus denen Blitz und Donner schlugen empfingen uns am Riff. Unserer Bootsführer wollte uns am Riff zum schnorcheln rauslassen, aber wir lehnten dankend ab. Unserer Vorschlag weiterzufahren und uns erstmal den Steg von Pulau Papan mit deren wunderschönen Fächerkorallen anzusehen, wurde umgesetzt.

Die kleine Insel Pulau Panpan ist mit der nebenanliegenden Insel Malenge durch einen ca. 1km langen Holzsteg verbunden. Die Kids nutzen diesen als Schulweg. Unter diesem langen Steg, sollte sich uns ein wunderbarer Korallengarten öffnen. Die Arten- und Farbenvielfalt der Fische und der Korallen, war für uns einmalig.
An den Stegstützen waren riesige farbige Fächerkorallen. Labyrintartig schlängelten wir uns durch diese einmalige Unterwasserwelt und hörten beim Schnorchel die Schulkinder, welche den Weg nach der Schule heimwärts gingen. „Hello Mister, hello Misses“ riefen sie uns zu. Ein Mädel sagte sogar….“you are beautful“
Ich denke, sie meinte meinen roten Rücken, welcher zu den rötlichen Fächerkorallen farblich sehr gut passte.
Dieser Schnorchelgang war für uns einer der schönsten bisher. Wir wollten gar nicht mehr aus dem Wasser, doch auch bei Badewannenwassertemperatur fängt man irgend wann an zu frieren.
Nach einem sehr leckeren Lunch (Reis, Fisch und Gemüse) traten wir die Rückfahrt an und holten den Schnorchelspot vom Vormittag nach
Bei hervorragender Sicht (< 20 m) haben wir viele Fischen und schöne Korallenformationen an uns vorbei ziehen sehen und sind glücklich beseelt und dankbar, diese Unterwasserschönheiten erleben zu können.

Am nächsten Morgen sind wir gegen 5:30 Uhr aufgestanden und haben einen Spaziergang durch den Dschungel, welche gleich hinter unserem Bungalow beginnt , gewagt. Jeden Morgen werden wir von den Geräuschen der Tierwelt geweckt. Der hiesige „Biolärm“ ist beeindruckend laut und vielfältig.
Wir teilen uns das Ausflugsboot mit einem niederländischen Vater Tochter Gespann und wollen zum Jellyfish Lake und zum Karina Beach. In dem Jellyfish Lake leben unterschiedlichste Quallenarten. Wir hatten bereits in Panama einen solchen See mit sehr vielen Jellyfish gesehen. Die Anzahl der kleinen und großen Quallen war geringer als damals in Panama, aber dennoch beeindruckend und mystisch. Mit dem Booten durch dieses Inselwirrwarr zu fahren und immer wieder die dichtbewachsenden Inseln zu sehen, ist fantastisch. Kleine Dörfer auf Stelzen befinden sich an steilen Felswänden und immer wieder begegnen uns die typischen Einbäume oder die Boote mit den Auslegern auf beiden Seiten.
Unsere Tage auf der „rundum wohlfühl Insel“ enden mit einem spektakulärem Sonnenuntergang, zwei Bintang und Glühwürmchen.
Morgen geht es mit der Nachtfähre nach Gorontalo. Bisher haben wir die Tickets noch nicht in der Hand, das Geld aber bereits schon bezahlt. Hier kennt immer Jemand Jemanden der Jemand kennt und irgendwie klappt es immer. Wir müssen unsere Komfortzone verlassen, auf andere Vertrauen und loslassen …und sind bisher nicht enttäuscht worden.

Kurzfristig habe ich am Vormittag noch zwei Tauchgänge gemacht. Wir sind wieder zum Taipi Riff gefahren. Dort sind wir mit der moderaten Strömung an der Steilwand vorbei getrieben. Die Korallengärten und die vielen bunten Fische sind ein Träumchen. Ein paar Riffhaie haben uns beim Tauchgang begleitet.
Gegen 15:00 Uhr wurden wir vom Resort, noch mit Süßspeisen versorgt, zum Fähranleger nach Wakai gebracht. Wir waren sofort auf der Suche nach unserem Ticketmann. Viele am Hafen kannten Ihn und ich sollte nach dem Anlagen sofort auf die Fähre gehen um ihn zu suchen. Ohne zu wissen wie er aussieht.Bei dem Be- und Entladungschaos schien mir diese Unterfangen aussichtslos. Aber siehe da, ein Crew Mitglied führte mich zu einer Kabine. Ein total verschlafender junger Mann öffnet die Tür. Er zeigte mir mein WhatsApp Profilbild (Streetart Aufnahme aus Havanna), ich bestätigte meine Identität, Er wies uns in einem VIP Bereich mit Klimaanlage und unsere zwei Betten zu, dann kam es zu einer Diskussion mit einem Einheimischen, auf deren Tickte unsere Bettennummern standen. Wir sollten uns hinlegen und den Platz nicht hergeben. Dieser Tumult spielte sich fast jedem Schlafplatz im VIP + AC ab.
Irgendwann wurde es ruhiger und die Fähre legte pünktlich mit ca. 1,5h Verspätung ab.
Die Nachtfahrt war ok und wir konnten ein paar Stunden schlafen.
In Gorontalo angekommen erfuhren wir von unserem Homestay, dass es in der Nacht ein Seebeben der stärke 6,3 gab und am Festland für kurze Zeit alles wackelte.

Unser Fazit für die Togian Islands:
Die Togian-Inseln sind ein wahres Juwel - sicher nicht ganz einfach zu erreichen-, das darauf wartet, entdeckt zu werden. Mit ihrer atemberaubenden Natur,der farbenprächtigen Unterwasserwelt, der reichen Kultur und der herzlichen Gastfreundschaft der Einheimischen bieten sie ein unvergessliches Reiseerlebnis.
nächstes ziel:  Gorontola



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Ampana | Indonesien | Donnerstag - 19.09.2024 - 05:56 - GOOGLE MAPS 
10 auf dem Weg zu den Togian IslandWir sind mit einem privaten Kleinbus am 18.09.2024 von Tentena bis nach Ampana gefahren. Der Fahrer hat uns sehr pünktlich abgeholt und wir haben noch drei weitere Touristen mitgenommen, so dass die Fahrtkosten auf rund 9 € pro Nase reduziert wurde. Die zu bewältigende Strecke war ca. 200km. Dank der rasanten Fahrweise und des Dauerhupens hat der indonesische Max Verstappen die Strecke in nur 4,5h bewältigt. Für hiesige Verhältnisse - Weltrekord. Unsere Unterkunft in Ampana war einfach und geschmacklos.
Das beste an der Stadt, ist die ablegende Fähre nach den Togian Island. Aber auch hier, haben uns wie so oft, die Einheimischen freundlich und immer mit einem Lächeln begrüßt. Die Managerin vom Hotel hat uns bei allen Belangen geholfen. Unklar war bis gestern, wie wir zu den Inseln kommen. Speedboot war leider von der Regierung gebucht, so dass wir auf die wesentlich langsamere Fähre ausweichen mussten. Dies bedeutete aber nochmal eine kleine Weiterreise bis zum Anleger der Fähre (rund 30 km). Pünktlich waren wir vor Ort und wollten uns die teuersten und somit auch die besten Tickets für die lange Überfahrt kaufen (VIP oder Business). Leider war alles ausgebucht, so dass wir nun in der Holzklasse oben am Deck sitzen und schwitzen. Aber auch das gehört zu einer solchen Reise, denn so kommt man sehr schnell mit den Einheimischen in Kontakt - sind ja auch nur 8 Touristen on Bord.
Jetzt freuen wir uns auf 4 Tage Togian Island. Abhängen, schnorcheln, tauchen und natürlich aufs entdecken und erleben.
Die Inseln sind weitgehend unberührt und bieten eine atemberaubende, natürliche Schönheit.
Die üppigen Wälder, weißen Sandstrände und klaren, blauen Gewässer sind ein Traum für Naturliebhaber und Fotografen.
Wir werden davon berichten, sobald wir wieder Netz und Strom haben, denn beides ist auf den Inseln rar.
Bleibt gesund und wir hoffen, dass das derzeitige Elbhochwasser keine schlimmen Auswirkungen auf Berlin /Brandenburg haben wird.

Vg die Bornis
nächstes ziel:  Togian Island -Harmonie Bay



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Tentena | Indonesien | Dienstag - 17.09.2024 - 15:00 - GOOGLE MAPS 
9 Zwischenstopp in TentenaZum Abschied bei Meyske gibt es noch einmal ein wahnsinnig liebevoll angerichtetes Frühstück. Der Bus nach Tentena soll 8.00 Uhr fahren, Meyske ist entspannt und serviert 07:20 Uhr unser Frühstück. Wir mit unserer deutschen Pünktlichkeit sind hibbelig und wollen los. Loslassen und vertrauen ist unsere gemeinsame Challenge auf dieser Reise.
Wir sind um 8.00 Uhr am Busterminal - der Bus geht um 8.45 Uhr - perfekt. Unsere Rucksäcke werden mit diversen Reissäcken verstaut und die Heckklappe mit einer Schnur gesichert. Es sind knapp 330 km zu fahren und es werden ca. 10-12 Stunden angegeben.

Wir sind dann 14 Stunden unterwegs und bekommen gesagt, dass wir schnell durchgekommen sind. Durchschnittsgeschwindigkeit 23 km/h - da sind die meisten Rennradfahrer schneller (ok, inkl. Pausen und Reparaturzeit). Die Strasse schlängelt sich unendlich über die Berge, ist teilweise abgerutscht, riesige Schlaglöcher behindern die Fahrt und natürlich der Gegenverkehr, welcher in der Dunkelheit ab 18:00 Uhr immer katastrophaler wurde. Dauerhupen, Abblendlicht, LED geschmückte LKW und Busse, Mopeds ohne Licht und diese mieserablen Straßenverhältnisse machten es dem jugendlichen Busfahrern nicht leicht. Zu Sicherheit habe ich vom Platz 7 immer mit gebremmst.
Ach ja - zwischendurch wird am Rad geschraubt und natürlich an jedem Briefkasten gehalten. …wir sind froh gegen 22.30 in Tentena anzukommen.
Unsere Unterkunft hat eine Abholung organisiert - mit Moped - schlechte Idee. Gepäck und wir als Sozius funktionieren nicht, also fährt Kerstin mit dem Gepäck in einem Auto mit und ich schwinge mich aufs Moped. Danach fielen wir in einen komatösen Schlaf und haben uns von der anstrengenden Anreise erholt.

Tentena liegt am Ufer des Poso-Sees, einem der größten Seen in Sulawesi. Die Stadt ist von malerischen Bergen und üppiger Vegetation umgeben. Der Poso-See hat eine Fläche von etwa 32.000 Hektar und ist bis zu 450 Metern tief. Der See ist vulkanischen Ursprungs und entstand durch tektonische Aktivitäten.

Wir nutzen den Tag in Tentena um unsere Weiterreise zu organisieren, mieten uns ein Moped und erkunden die Gegend. Übrigens - hier will keiner den Führerschein sehen, was uns aber ich nicht wundert, da 10 jährige hier auch schon Moped fahren. Ein erfrischendes Bad im Becken des Kasadenwasserfälle stand ganz oben auf der Liste. Anschließend entdecken wir ein balinesisches Dorf und gehen in ein Schwimmbad am See schwimmen (Kerstin im Pool - Icke im See). Wenn wir mit dem Moped an den Dörfern vorbeifahren winken und freuen sich alle. Einige wollen Fotos mit uns machen und die Mädels kichern, wenn sie uns sehen. Wir werden jetzt wohl indonesische Instagram Stars. Selbst nach dem Tanken aus der Glasflasche gab es noch ein Familienfoto vom Straßenrandstandbetreiber zum Abschied.

Dank einer sehr netten Vermieterin eines anderen Hotels ist die Weiterfahrt für morgen schnell organisiert. Wir teilen uns ein Auto mit drei anderen Touristen, so wird die Anreise nach Ampana vielleicht etwas schneller und bequemer.
Von Ampana gehts auf die Togian-Island, welche ein wunderschönes Archipel sein sollen. Wir freuen uns schon jetzt auf die Unterwasserwelt.

Vg… die Bornis
nächstes ziel:  Ampana - dann Togian Island



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Rantepao | Indonesien | Sonntag - 15.09.2024 - 17:36 - GOOGLE MAPS 
8 Nachtrag in eigener SacheIch bin gerade mal eine Woche weg und es kommt ein heftiges Hochwasser. Somit ist gedanklich an loslassen von der Arbeit keine Spur.
Bedaure es sehr, dass ich meine Kollegen, welche sich mit dem Hochwasser beschäftigen, nicht helfen / unterstützen kann.
Ich wünsche allen Kollegen sehr, dass die viele anstehende Arbeit, langfristig gesehen und honoriert wird.

Nicht nur im Katastrophenfall ist die Gewässerkunde wichtig und notwendig!

Hoffe für Euch, dass es ein kurzes Ereignis wird - aber leider sieht es derzeitig nicht danach aus. Vg Thomas
nächstes ziel:  Tentena - Sulavesie



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Rantepao | Indonesien | Sonntag - 15.09.2024 - 15:28 - GOOGLE MAPS 
7 4 Tage Lebendiger Ahnenkult im Land der Tana TorajaTana Toraja, das Land der Toraja, ist die Heimat von mehr als einer Viertelmillion Menschen. Die indigene Volksgruppe, die für ihre außergewöhnlichen Beerdigungsrituale bekannt ist, bewohnt das zentrale Hochland im linken ‚Arm‘ der Insel Sulawesi. Während sich die Toraja über die Zeit hinweg mehrheitlich zum Christentum bekannt haben, ist ihr Brauchtum bis heute in starkem Maße von ihren früheren spirituell-religiösen Vorstellungen geprägt, was ganz besonders in ihrem Glauben an die Kraft der Ahnen zum Ausdruck kommt und ihren Ahnenkult für Außenstehende zu einer einzigartigen kulturellen Erfahrung werden lässt.

Neben ihrem eindrucksvollen Brauchtum heben sich die Toraja auch in ihrer Architektur von anderen Volksgruppen ab. So ist ihr Baustil unverkennbar, denn ihre reich mit Ornamenten und Büffelhorn dekorierten Häuser machen durch ihre auffälligen Dachkonstruktionen bereits von weitem auf sich aufmerksam. Komplett aus Holz und ohne Nagel werden die Toraja Häuser in typischer Weise erbaut. Aus mehreren Bambusschichten bestehend, ähneln die imposanten, an den Enden ausladend nach oben geschwungenen Dächer ihrer Form nach einem Boot, was sie zu einem Landmark der Region und ihrer Bewohner werden ließ.

Tana Toraja liegt im Hochland von Sulawesi, etwa 300 Kilometer nordwestlich von Makassar, der Hauptstadt von Südsulawesi. Wir hatten eine Anreise mit dem VIP Nachtbus - Start in Makassar 20:00 Uhr - Ankunft in Rantepao 05:30 Uhr!!!! Trotz Liegeplätze hatte wir eine kurze und gut durchschüttelte Fahrt.

Die Region ist geprägt von bergigen Landschaften, fruchtbaren Tälern, Reisfeldern und beeindruckenden Klippen. Die Höhenlagen bieten eine kühle klimatische Abwechslung zu den tropischen Temperaturen der Küstenregionen. Nachts lässt es sich aufgrund der kühleren Temperaturen sehr gut schlafen.

Zentral für die torajanische Trauerkultur ist der Glaube, dass ein Mensch erst nach der öffentlichen Beerdigungszeremonie als tot gilt. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Leichnam mumifiziert und im traditionellen Haus, dem Tongkonan, aufbewahrt. Hier interagiert die Familie weiterhin mit dem Verstorbenen, behandelt ihn als wäre er krank oder schlafend. Diese Praxis ist tief in der torajanischen Kultur verwurzelt und spiegelt ihren Respekt und ihre Liebe zu den Verstorbenen wider.
Die Beerdigungszeremonien in Tana Toraja sind aufwendige, oft mehrere Tage oder Wochen andauernde Veranstaltungen, an denen Tausende von Menschen teilnehmen können. Sie beinhalten gemeinsame Gebete, Gesänge, Tänze und Tieropfer, insbesondere von Wasserbüffeln, die als Wegbereiter für die Seele des Verstorbenen ins Jenseits angesehen werden. Diese Rituale sind nicht nur Ausdruck des Trauerns, sondern auch eine Feier des Lebens des Verstorbenen.
Ein bemerkenswertes Element dieser Zeremonien ist das Tau Tau, eine bemalte Skulptur, die dem Verstorbenen nachempfunden ist und als Behausung für einen Teil seiner Seele dient. Diese Figuren werden zusammen mit dem Sarg in einem farbenfrohen Umzug durch das Dorf getragen. Nach der Beerdigung wird der Leichnam in einem speziell ausgewählten Mausoleum beigesetzt, wo das Tau Tau als stiller Wächter fungiert.
“Tau Tau” gibt es in vielen Formen. Die Angehörigen entscheiden, wie sie aussehen sollen und geben diese Monate vorher in Auftrag. Nicht jede Familie kann sich ein Tau Tau leisten.
Die vielleicht ungewöhnlichste Tradition ist das Ritual der Ma’nene, bei dem die Leichen aus ihren Gräbern geholt, gereinigt, neu eingekleidet und in einem feierlichen Umzug durch das Dorf getragen werden. Diese Praxis, so fremdartig sie für Außenstehende erscheinen mag, wird von den Torajanern als tiefgründige Demonstration der fortwährenden Liebe und Verehrung für ihre Verstorbenen betrachtet.
Die Beerdigungspraktiken der Toraja sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie unterschiedlich Kulturen mit Tod und Trauer umgehen können. Sie spiegeln eine tiefe Verbundenheit mit den Ahnen und dem spirituellen Leben nach dem Tod wider, die in vielen modernen Gesellschaften verloren gegangen ist. Für die Toraja ist der Tod nicht das Ende, sondern ein wichtiger Bestandteil des Lebenszyklus, der mit Würde, Respekt und Liebe behandelt wird.

Unsere Gastgeberin Meyske hat uns die verschiedene Beerdigungszeremonie gezeigt und uns vor allem die Hintergründe verständlich erklärt. Wir hatten eine private zweitägige Tour, was die beste Entscheidung war. Die Tage waren sehr emotional, ehrlich, tiefgründig, persönlich, umfangreich und vollgepackt mit Informationen / Stories. Sollte jemand hierher kommen, können wir zu 1000% Meskyse Homestay empfehlen und euch die Tour mit Ihr ans Herz legen. Besser geht es nicht - www.homestay-toraja.com | Ne' Pakku Manja Family Homestay, Rantepao, Toraja, Sulawesi .


Die traditionellen Häuser der Toraja, bekannt als Tongkonan, sind charakteristische Bauwerke, die sich durch ihr markantes, nach oben gebogenes Dach auszeichnen. Diese Dächer ähneln der Form von Schiffen und symbolisieren die Verbindung zur Ahnenwelt. Die Häuser bestehen oft aus Holz und sind auf Stelzen gebaut. Die Wände sind mit kunstvollen Schnitzereien und bunten Farben verziert, die religiöse und soziale Symbole darstellen. Tongkonan dienen nicht nur als Wohnraum, sondern auch als Orte für Zeremonien und Versammlungen der Gemeinschaft. Sie sind ein wichtiger Teil der sozialen Struktur und Kultur der Toraja.
Oft sind die Tongkonan in der Nähe von Familiengräbern platziert, was die enge Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen symbolisiert. Insgesamt sind die Tongkonan nicht nur architektonische Meisterwerke, sondern auch bedeutende kulturelle Symbole, die die Identität und Traditionen der Toraja-Gemeinschaft widerspiegeln.

Der Buffalo Market in Toraja ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Kultur und Wirtschaft. Auf diesen Märkten werden Wasserbüffel gehandelt, die eine zentrale Rolle in den Bestattungsriten der Toraja spielen. Einem Besuch auf den weltweit größten Buffalo Markt durfte nicht fehlen.
Wasserbüffel sind für die Toraja von großer kultureller und religiöser Bedeutung. Sie werden häufig bei Bestattungszeremonien als Opfergaben verwendet. Die Anzahl der geopferten Büffel kann den sozialen Status des Verstorbenen und seiner Familie widerspiegeln. Je mehr Tiere geopfert werden, desto größer ist der Respekt für den Verstorbenen.
Der Buffalo Market findet in der Regel an festgelegten Tagen statt, oft wöchentlich. An diesen Tagen versammeln sich Landwirte, Händler und Käufer, um Wasserbüffel zu verkaufen und zu kaufen. Es ist ein lebhaftes und geschäftiges Ereignis. Es ist ein Ort, an dem Traditionen und Bräuche lebendig gehalten werden.
Käufer und Verkäufer handeln über Preise und Bedingungen. Die Qualität und das Aussehen der Wasserbüffel spielen eine entscheidende Rolle bei der Preisgestaltung. Für die seltenen Albino Buffalos werden über 20.000€ verlangt. Die Tiere sind also eine sehr gute Geldanlagen und werden dementsprechend liebevoll gepflegt, aufgezogen und behandelt.

Unser kurzes Fazit.
Der Besuch der Toraja war ein absolutes Highlight. Dank Meyske haben wir die Kultur und Bräuche, welche auf den ersten Blick fremdartig, ungewöhnlich und brutal erscheinen, besser verstanden und sehen dies nun mit ganz anderen Augen.
nächstes ziel:  Tentena - Sulavesie



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Makassar | Indonesien | Mittwoch - 11.09.2024 - 07:25 - GOOGLE MAPS 
6 Zwei Tage MakassarMakassar ist die größte Stadt und die Hauptstadt der indonesischen Provinz Südsulawesi. Sie liegt an der Westküste von Sulawesi, einer der großen Inseln Indonesiens. Die Stadt befindet sich am Makassarstraße, die zur Celebessee führt.
Die Stadt hat eine Bevölkerung von über 1,5 Millionen Menschen und ist damit eine der größten Städte Indonesiens. Die Bevölkerung ist ethnisch vielfältig, mit einer Mischung aus verschiedenen indigenen Gruppen, darunter die Bugis, Makassarese und Toraja.
Der Hafen von Makassar ist einer der geschäftigsten in Indonesien. Leider haben wir den hiesigen Fischmarkt verpasst, aber es kommen hoffentlich noch mehrere Gelegenheiten.
Die Küche von Makassar ist berühmt für ihre Vielfalt und Intensität. Gerichte wie „Coto Makassar“ (eine herzhafte Suppe) und „Sop Konro“ (Rindfleischsuppe) sind lokale Spezialitäten. Diese haben wir natürlich probiert. Einfache Küche, einfache Einrichtung aber um so geschmackvoller das Essen - sehr empfehlenswert.

Der Plastikmüll ist ein ernstes Problem in Makassar, wie in vielen anderen Städten Indonesiens und weltweit.
Indonesien gehört zu den größten Produzenten von Plastikmüll weltweit. In Makassar ist der Verbrauch von Einwegplastik, insbesondere von Plastiktüten, Flaschen und Verpackungen, sehr hoch. Die Infrastruktur zur Abfallentsorgung ist oft unzureichend, was zu einer Ansammlung von Müll in den Straßen, an Stränden und in den Flüssen führt. Vereinzelt haben wir öffentliche Mülleimer gesehen, Leute die aus dem Hafenbecken den schwimmenden Müll herausholten und ältere Menschen, welche die Plastikflaschen einsammelten, um diese in großen Säcken wegzubringen. Hier muss noch viel passieren. Erfreulich war, dass im Supermarkt nicht mehr alles in Tüten verpackt wird, sonder man sich Tragetaschen zur mehrmaligen Nutzung, kaufen kann.

Ein weiteres sehr spezielles Thema ist der dynamisches und herausforderndes Verkehr in Makassar. Als Europäer würde man sagen, hier herrscht das blanke Chaos auf der Straße, insbesondere während der Morgen- und Abendspitzenzeiten. Überholt wird beidseitig, rote Ampeln werden ignoriert, Geisterfahrer sind die Regel, die Straßen in einem schlechten Zustand, jeder hupt und nimmt sich die Vorfahrt. Wer Angst hat oder Rücksicht nimmt, verliert hier auf der Straße. Mit dem Moped werden bis zu 4 Personen befördert, Kleinkinder stehen vorne beim Moped, es wird telefoniert, vorgedrängelt und abgedrängt mit Moped/ Auto/ LKW oder Bus.
Aber trotz des augenscheinlichen Chaos haben wir nur einen Unfall gesehen, Jogger rennen am Straßenrand in den frühen Morgenstunden, Rennrad u. Fahrradfahrer radeln durch die Stadt und irgendwie funktioniert das Chaos auch ohne Polizei, welche oft desinteressiert am Rand standen.
Somit haben wir uns entschlossen ein Moped zu mieten und auch am verrückten Verkehr teilzunehmen.

Unser Ausflugsziel war Rammang Rammang, ca. 40 Km nördlich von Makassar.
Das riesige Karstgebiet Rammang Rammang ist auch als das Halong Bay Indonesiens bekannt.
Die Felsen, die aus der sonst so flachen Landschaft herausragen, erinnern wirklich ein wenig an die Halong Bucht in Vietnam – obwohl sich Rammang Rammang im Inland befindet.
Umgeben wird Rammang Rammang von flachen Reisfeldern und kleinen Dörfern. Mit einer Bootsfahrt durch ein Flusslabyrinth das mit Palmen gesäumt ist kamen wir ins Tal. dort besichtigten wir das Dorf mit seinen Pfahlbauten und seinen vielen Stegen durch die Reisfelder.
Rechtzeitig haben wir uns auf den Rückweg gemacht um noch eine der angesagten Suppen zu essen.

Nach Singapur ist Makassar auf der ganzen Ebene eine Umstellung, aber mit vielen netten, hilfsbereiten und uns immer anlächelnden Leuten.

Heute gehts mit dem Nachtbus ins Toraja Gebiet, wo das ganze Leben von ihrem überlieferten Glauben, den Geistern, Dämonen, Mythen und einem einzigartigen Ahnenkult besteht.

Vg die Bornis
nächstes ziel:  Hochland Tanah Toraja



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Singapur | Singapur | Montag - 09.09.2024 - 15:24 - GOOGLE MAPS 
5 Berlin - Athen- Singapur -14h - erster stopSingapur ist immer wieder faszinierend mit einer einzigartigen Mischung aus Kulturen, moderner Architektur und einem besonderem Lifestyle. Diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich unter anderem in der Sprache, dem Essen und den Gerüchen wieder.
Zum Thema Geruch: bei der Durian Frucht gibt es hinsichtlich ihres Geschmacks und Geruchs unterschiedliche Meinungen. Einige Konsumenten schätzen sie aufgrund ihres vielschichtigen Geschmacks außerordentlich, während andere sich durch ihren Geschmack und Geruch abgestoßen fühlen. Die Durian-Frucht ist in Südostasien sehr beliebt und eine Delikatesse. Trotzdem ist sie im öffentlichen Nahverkehr in Singapur (ohne Bußgeldangabe), in vielen Hotelanlagen und an einigen Flughäfen in Südostasien verboten. Warum? Sie stinkt einfach bestialisch.

Die offiziellen Sprachen Singapurs sind Englisch, Malayisch, Mandarin und Tamil. Englisch ist die Hauptsprache der Regierung und des Geschäftslebens. Die Stadt ist bekannt für seine Sauberkeit und strengen Gesetze. Es gibt hohe Geldstrafen für das Wegwerfen von Müll, Kaugummi-Kauen (außer für medizinische Zwecke) und andere Verstöße gegen die öffentliche Ordnung. Somit gilt Singapur als eines der sichersten Länder der Welt. Die niedrige Kriminalitätsrate und die strengen Gesetze tragen zu einem hohen Sicherheitsgefühl bei.
Singapur hat eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt und ist ein bedeutendes Finanzzentrum, was man auch schon anhand der Skyline erkennen kann. Die Stadt wächst enorm schnell, ist sehr visionär und gut durchdacht. Die Stadtplaner haben hier gute Arbeit geleistet. Das Auge erfreut sich an einer besonders vielfältigen Architektur. Besonders bekannt ist die beeindruckende Skyline mit ikonischen Gebäuden wie dem Marina Bay Sands und der Esplanade. Modernes Design wird mit traditionellen Elementen verbunden.

Der Hafen von Singapur ist einer der geschäftigsten der Welt. Schon beim Anflug nach Singapur sieht man aus dem Flieger hunderte Schiffe vor der Stadt liegen. Ein geschäftiges Treiben der Schlepper & Lotsen bzw. das ankommen und abfahren von Schiffen in jeglicher Größe / Form kann ausgiebig beobachtet werden. Hier wird Schifffahrt möglich gemacht!

Trotz seiner hohen Bevölkerungsdichte ist Singapur für seine grünen Flächen bekannt. Der Gardens by the Bay mit seinen futuristischen Supertrees und der Botanische Garten sind beliebte Sehenswürdigkeiten. Wir hatten nur Zeit für den Gardens by the Bay, welcher uns sehr beeindruckt hat. Den botanischen Garten heben wir uns für den nächsten Besuch auf.

Die Gastronomie in Singapur ist vielfältig und reicht von Straßenständen (Hawker Centers) bis hin zu Michelin-Stern-Restaurants. Berühmte Gerichte sind Hainanese Chicken Rice, Chilli Crab und Laksa. Wir sind den ersten Abend in die kulinarische und gastfreundliche Welt eines österreichischen Gastronomen eingetaucht. Das Leopold V2 wird von Klaus und seiner Frau Aida Ariff Leopold geleitet, das sein Bestes gibt, um authentisches Essen auf den Teller zu bringen und ein ausgezeichnetes Wissen über Getränke und Service bietet. Wir hatten ein hervorragenden Abschluss von unserem ersten „Urlaubstag“.

Es gibt nichts Besseres, als eine Stadt zu Fuß zu erkunden. Auf eigene Faust das Leben hier zu entdecken und uns von den lebendigen Straßen, der beeindruckenden Architektur und den köstlichen Aromen verführen zu lassen, war ein geschmeidiger Beginn unserer Reise.

Danke Susa und Dirke für die schöne Zeit. Bis demnächst…. wir werden jetzt erstmal eine Kulturschock in Makassar - Sulawesi - Indonesien bekommen, aber freuen uns auf das was vor uns liegt.

Vg die Bornis
nächstes ziel:  Indonesien - Makassar



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Hohen Neuendorf | Deutschland | Donnerstag - 05.09.2024 - 23:10 - GOOGLE MAPS 
4 ready for take offGestern haben wir einen schönen Familientag auf der Havel verbracht! Bei strahlendem Sonnenschein und 35 Grad (Hitzerekord - Potsdam / 04.09. ) haben wir eine Bootstour von Potsdam nach Werder und zurück gemacht, um den Geburtstag meines Paps zu feiern. Es war eine wunderbarer Ausflug, trotz der fast unerträglichen Temperatur. Während der Fahrt haben wir den Wasserstand und die Fließgeschwindigkeit geprüft und mussten leider feststellen, dass die Wasserqualität und das Wasserdargebot aktuell sehr schlecht ist. Überall schwammen Blaualgen . Es erinnert mich daran, wie wichtig in unserer Region die Wasserbewirtschaftung ist, um unsere Gewässer zu schützen.

Heute war dann Packtag. Die Herausforderung, für sieben Monate das Richtige einzupacken, ohne das Gewichtslimit zu überschreiten, ist nicht einfach! Wir haben sorgfältig überlegt, was wir wirklich brauchen und was wir lieber zu Hause lassen sollten. Das war ein schwieriges Unterfangen, aber letztlich haben wir’s doch geschafft.

Morgen geht es endlich los! Wir können es kaum glauben, dass unser Abenteuer beginnt. Der Flug führt uns vom Flughafen Berlin (BER) nach Athen, wo wir einen kurzen Stopp einlegen (ca. 1h), bevor es weiter nach Singapur geht, zu unseren Freunden. Wir werden das Wochenende dort verbringen und freuen uns aufs Wiedersehen.

Jetzt heißt es loslassen und sich auf das Neue einzulassen. Alles bleibt und wird gut, und wir hoffen, dass wir alle gesund bleiben. Wir sind bereit, uns ins Reiseabenteuer zu stürzen und viele traumhafte Orte zu entdecken.

Bis zum Wiedersehen , servus und adieu …..die Bornis
nächstes ziel:  nun aber wirklich Singapur



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Hohen Neuendorf | Deutschland | Freitag - 16.08.2024 - 22:21 - GOOGLE MAPS 
3 Countdown & Routendarstellung hier im BlogDie Vorfreude steigt und der Countdown läuft – in genau drei Wochen geht es endlich los!
Die ersten Sachen werden rausgelegt, die Reiseroute steht fest, und die Aufregung ist kaum zu bändigen.
In den letzten Tagen habe wir viel über mein Reiseziel recherchiert.
Wir habe Blogs gelesen, Videos geschaut und uns inspirieren lassen.
Es ist erstaunlich, wie viel man über einen Ort lernen kann, bevor man dort ankommt.
Wir freue uns darauf, die Kulturen hautnah zu erleben und neue Bekanntschaften zu schließen.

In den kommenden Wochen haben wir noch einiges erledigen bzw. zu organisieren.

Bis bald und bleibt reiselustig!

Liebe Grüße Zimmi und Borni

P.S.
Es gibt zwei Möglichkeiten die geplante Reiseroute / Stationen sich in my Map anzusehen
und eine paar Hintergrundinformationen zur den Orten zu erfahren.

Die Bilder geben euch den Hinweis .

Viel Spaß beim mitreisen und sollte jemand ein Tipp oder Empfehlung haben,
würden wir uns über jede Kontaktaufnahme freuen.
nächstes ziel:  …immer noch Singapur



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Hohen Neuendorf | Deutschland | Donnerstag - 08.08.2024 - 16:43 - GOOGLE MAPS 
2 Der Countdown läuft: Fast 200 Tage Abenteuer warten auf uns!Die letzten Vorbereitungen für unsere große Reise laufen auf Hochtouren!
Der Countdown hat begonnen und die Vorfreude steigt ins Unermessliche.
In nur wenigen Tagen, Anfang September 2024, brechen wir zu einem Abenteuer auf, das uns um die Welt führen wird.

In den letzten Wochen haben wir uns mit unseren Freunden getroffen, um schöne Erinnerungen zu teilen und uns von ihnen zu verabschieden.
Es ist ein bittersüßes Gefühl, denn während wir uns auf die bevorstehenden Erlebnisse freuen, wissen wir auch, dass wir unsere Lieben für eine lange Zeit zurücklassen werden.

Wir hoffen sehr, dass unsere Familienmitglieder eine wunderbare Zeit während unserer Abwesenheit haben und dass alles gut bleibt.
Es ist beruhigend zu wissen, dass sie sich gegenseitig unterstützen werden, während wir unterwegs sind.

Unsere Rückkehr ist für Ende März 2025 geplant, und bis dahin werden wir viele spannende Orte erkunden und unvergessliche Erfahrungen sammeln. Wir können es kaum erwarten, all die neuen Kulturen, Menschen und Landschaften zu entdecken!

Wir werden euch auf dem Laufenden halten und alle besonderen Momente mit euch teilen.

Wenn ihr auf der Hauptseite von unserem Reiseblog, dass Kartensymbol oder Route anklickt, findet Ihr unsere vorläufige Reiseplanung.
Ein paar Hintergrundinformationen zu den Zielen, könnt ihr durch anklicken der einzelnen Stationen (Zahlen) sehen.

Viel Spass und wenn Ihr ein Reisetipp oder Empfehlung habt, immer her damit, wir würden uns freuen.

Wir bleiben in Kontakt.

Liebe Grüße Zimmi & Borni
nächstes ziel:  Singapur



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
Hohen Neuendorf | Deutschland | Donnerstag - 25.07.2024 - 16:00 - GOOGLE MAPS 
1 …dieses kribbeln im Bauch In wenigen Wochen starten die Bornis zu einer längeren Reise, das uns durch die atemberaubenden Landschaften und Kulturen Asiens, Australiens und Südamerikas führen wird.
Mit unseren Rucksäcken werden wir die Welt erkunden, neue Erfahrungen sammeln und unvergessliche Erinnerungen schaffen.

Warum Sabbatical?

Nach Jahren harter Arbeit haben wir beschlossen, eine Auszeit zu nehmen, um uns auf das Wesentliche zu besinnen: das Reisen, das Entdecken neuer Kulturen und das Erleben von Abenteuern.
Wir glauben, dass es wichtig ist, nicht nur im Alltag zu leben, sondern auch die Welt zu erkunden und die Vielfalt, die sie zu bieten hat, in vollen Zügen zu genießen.

Unsere Route:

Asien: Wir beginnen unsere Reise in Asien, wo wir durch pulsierende Städte, beeindruckende Tempel und atemberaubende Natur reisen werden.
Von den lebhaften Märkten bis zu den schönsten Stränden – wir können es kaum erwarten, in diese faszinierende Kultur und Unterwasserwelt wieder einzutauchen.

Australien: Danach geht es nach Down Under! Hier planen wir, die spektakulären Nationalparks, die einzigartige Tierwelt und die lebhaften Städte wie Sydney, Perth, Adelaide, Melbourne zu entdecken. Ein Roadtrip mit dem Camper von Perth nach Sydney ist unsere aufregende Möglichkeit, die atemberaubenden Landschaften Australiens zu erkunden.

Neuseeland: Wir sind voller Vorfreude auf dieses Abenteuer und können es kaum erwarten, die Schönheit Neuseelands zu entdecken. Mit dem Camper werden wir die atemberaubenden Landschaften, die faszinierende Kultur und die herzliche Gastfreundschaft dieses einzigartigen Landes entdecken.

Südamerika: Schließlich führt uns unsere Reise nach Südamerika, wo wir die Vielfalt der Landschaften von den Anden bis nach Patagonien erleben wollen.
Chile und Argentinien bieten eine perfekte Kombination aus Natur, Kultur und kulinarischen Genüssen, und wir sind voller Vorfreude auf diese letzten Stationen unserer Reise. Es wird eine großartige Gelegenheit sein, die Schönheit und Vielfalt dieser beiden Länder zu erleben und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln.

Was euch hier erwartet:

Wir werden diesen Blog nutzen, um unsere Erlebnisse, Eindrücke und Tipps mit euch zu teilen. Von spannenden Abenteuern und kulinarischen Entdeckungen bis hin zu Herausforderungen und inspirierenden Begegnungen – wir möchten euch auf unsere Reise mitnehmen. Außerdem werden wir regelmäßig Fotos und Videos posten, damit ihr einen Eindruck von den Orten bekommt, die wir besuchen.

Wir hoffen, dass ihr uns auf diesem aufregenden Weg begleitet und vielleicht sogar inspiriert werdet, eure eigenen Träume zu verwirklichen.
Wenn ihr Tipps oder Empfehlungen für die von uns besuchten Länder habt, freuen wir uns über eure Kommentare!

Liebe Grüße Zimmi & Borni
nächstes ziel:  Singapur



Eintrag vorhernach obennächster Eintrag
50 Einträge    


07420

Suche



  Route

  Kalender

Kalender

  December 2024
 <<     >> 
M T W T F S S
1
3 4 5 6 7
9 10 11 12 14 15
16 17 18 19 20 22
23 24 25 26 27 29
30 31